Planungsstabilität für Operateure, Mitarbeiter und Patienten.
Ein kurz-, mittel- und langfristiges Kapazitätsmanagement
unterstützt eine kontinuierliche und bedarfsadaptierte Planung.
Das OP-Management ist bei akuten Konfliktsituationen
zentraler Ansprechpartner und Entscheidungsfinder zur akuten Deeskalation. Um Zeitverzug zu vermeiden hat es sich
bewährt, dass Beschwerden gegen die Entscheidung am
nächsten Tag schriftlich vorgebracht werden können und gemeinsam ein zukünftiger Lösungsweg für einen evtl. Wiederholungsfall definiert wird.
Das OP-Management hat weiterhin die Aufgabe, die Personaleinsatzplanung zu hinterfragen (z. B. Abwesenheiten,
Ausfallzeiten, Krankenstand etc.). Bei der Personaleinsatz
planung ist die Notwendigkeit der Einarbeitung und Weiterqualifikation zu berücksichtigen (z. B. Doppelbesetzung für
Einarbeitung).
Um mögliche Störgrößen im Vorwege zu harmonisieren,
ist es sinnvoll, geplante Abwesenheiten durch Kongressteilnahme, Urlaube etc. zu kommunizieren und berufsgruppenübergreifend zu synchronisieren (z. B. Abbau von Überstunden etc.).
Abteilungsinterne Besprechungs- und Fortbildungster
mine sind auf den «workflow» im OP zu fokussieren.
Die Entwicklung von Belohnungs- und Anreizsystemen
in Abstimmung mit der Krankenhausleitung ist ebenfalls zu
dem Aufgabenbereich des OP-Managements zu zählen.
Die Kernaufgaben eines OP-Koordinators (bei Konzepten mit OP-Manager) können sein:
44Planung und Verantwortung des täglichen OP-Betriebes
im Hinblick auf Effizienz und Durchführung,
44Organisatorische Weisungsbefugnis gegenüber allen
Mitarbeitern im OP,
44Abstimmung mit allen Beteiligten,
44Informations- und Kommunikationsmanagement
(OP-Konferenzen),
44Vertretungsregelung für OP-Manager.
30.3.5
OP-Kommission
Sinnvoll ist es, eine sog. OP-Kommission, bestehend aus
einem benannten verantwortlichen Ansprechpartner (auch
verantwortlich für die OP-Planung) jeder Fachklinik sowie
Vertretern aus allen beteiligten Berufsgruppen zu etablieren,
die zur Bearbeitung spezieller Themen und Arbeitsaufträge,
aber auch bei Konfliktfällen zeitnah zusammen kommen
kann, um Entscheidungsfindungen zu besprechen.
30.3.6
OP-Statut
Das OP-Statut, auch Verfahrenshandbuch, Geschäftsordnung, Betriebsordnung genannt, ist als verbindliche Handlungsgrundlage für eine strukturierte Zusammenarbeit in
einer Operationsabteilung zu verstehen. Grundlage und Umsetzungsvoraussetzung ist die berufsgruppenübergreifende
und interdisziplinäre Erarbeitung von «Spielregeln» in der
täglichen Zusammenarbeit und für die Definition und Festschreibung von Abläufen und Verantwortlichkeiten sowie
detaillierten Prozessschritten.
599
30.3 · Managementbegriff im OP-Bereich
Für die Transparenz sind Instrumente der Regelkommunikation zu etablieren, um kontinuierlich ein Prozesscontrolling zu leisten und zeitnahe Anpassungen bei Abweichungen
anzugehen. Folgende Eckpunkte sind bei der Erstellung zu
berücksichtigen, durch das OP-Management abzufordern
und mit der Krankenhausleitung zu kommunizieren:
44interdisziplinäre und interprofessionelle Erarbeitung,
44durch Unterschrift verbindlich akzeptierte Version,
44deutlich beschriebene Ziele, Definitionen, Abläufe und
Verantwortlichkeiten,
44regelmäßige Anpassung und Überarbeitung,
44Überprüfung und Darstellung von positiven und negativen Ergebnisabweichungen,
44Festlegung für den Umgang mit wiederholten Regel
abweichungen,
44OP-Berichtswesen (als objektive Diskussionsgrundlage).
Gliederung des OP-Statuts
55 Zweck
55 Geltungsbereich
55 Ziel
55 Rahmenbedingungen
–– Betriebszeit
–– Arbeitszeiten
55 Struktur
–– Säle/Räume
–– Personal (Unterstellung, Leitung, Verantwortlichkeiten, Einsatzbereiche)
–– Ausstattung Medizintechnik
55 Prozesse
–– Saalauslastung
–– Kontingentierung, Kapazitätszuordnung operative
Kliniken/Zeitbudgets
–– OP-Planung
–– Definition Erst-Schnitt-Zeit
–– Absprachen für Programmpunktabfolge aufgrund
medizinischer Indikationsstellungen (z. B. Kinder,
Diabetiker, Allergiker)
–– Tagesplanung
–– Programmänderungen
–– Notfallintegration
–– Nahtstellenmanagement
–– Postoperatives Bettenmanagement
55 Qualitätsmanagement
–– Erstellung von Standards/SOPs (Medizin/Pflege)
55 Berichtswesen
–– Auswertung medizinsicher und betriebswirtschaftlich relevanter Daten auf der Grundlage von
Prozess- und Finanzkennzahlen
–– Mitarbeiter- und Patientenbefragungen (Zufriedenheitsanalysen)
Von allen Beteiligten werden Sanktionen bei Nichteinhaltung der Absprachen gefordert. Diese sind aber schwer zu
definieren. Das OP-Statut als verbindliche Handlungsgrundlage soll durchaus einen Disziplin stärkenden Aspekt darstel-
len. Um bestehendes Konfliktpotenzial nicht zu emotionalisieren ist es u. U. notwendig, bei konsequenter Abweichung,
den Gesprächsbedarf mit den Verursachern durch die Krankenhausleitung zu signalisieren.
30.3.7
OP-Plan
Der OP-Plan dient allen Beteiligten als Informations- und
Arbeitsgrundlage für den Gesamtablauf des Tages, bietet aber
fast täglich Diskussionsbedarf (und zeichnet sich in der Regel
durch zahlreiche Versionen aus). Man unterscheidet primär
den individuellen OP-Plan der jeweiligen Fachklinik und den
endgültigen Gesamtplan für den jeweiligen OP-Tag. Die Aufgabe des OP-Managements ist es, die sog. «Vor-Pläne» unter
Beachtung von Planungs- und Zeitvorgaben und den vorhandenen materiellen, technischen und personellen Ressourcen
in einem verbindlichen Endplan freizugeben.
Ziel ist es, möglichst mittel- bis langfristig zu planen, andererseits zeigt die Realität, dass die Gestaltung der aktuellen
Tagesplanung das Kerngeschäft darstellt.
Die OP-Planung ist elementarer Bestandteil für die Organisation und Koordination der benötigten Ressourcen. Um
die Anforderungen termingerecht bereitstellen zu können
und um eine qualifikationsbezogene Personaleinsatzplanung
zu realisieren sind folgende Basisinformationen auf dem
OP-Plan als Standard unterstützend:
44Benennung eines verantwortlichen ärztlichen Ansprechpartners pro Fachklinik (OP-Planungsverantwortlicher
mit Entscheidungskompetenz),
44Fachabteilung, Operateur, Assistenz,
44OP-Datum,
44Saalbezeichnung,
44Reihung in der Operationsabfolge im Saal,
44Patientendaten mit Name (aus Gründen des Daten
schutzes ggf. Initialen), Fall- bzw. Aufnahmenummer,
Versicherungsstatus, Station,
44Diagnose,
44OP-Indikation,
44Art der Operation mit Angabe der zu operierende Seite,
44voraussichtliche OP-Dauer (Schnitt-Naht-Zeiten),
44Anästhesieverfahren/Anästhesietechnik,
44operationsbezogenen Besonderheiten (z. B. Lagerung,
Durchleuchtung, Spezialinstrumentarium, Spezial
implantate),
44anästhesiebezogene Besonderheiten (z. B. Bereitstellung
Blutpodukte, Einsatz Cell-Saver, fiberoptische Intubation,
Intensivpflicht postoperativ),
44Zusatzinformation über Begleitinfektionen,
44Hinweise auf Patientenbesonderheiten (z. B. kulturell-
religiöse Aspekte, Hinweis auf Mobilitätseinschränkungen, Hilfsmittel).
Reihenfolge der Operationen
Gerade die ungeplante Abfolge von zu operierenden Patienten in einem Saal stellt das OP-Management und das b eteiligte
Personal vor erhebliche Koordinationsprobleme im Tages
30
600
30
Kapitel 30 · Wirtschaftliche und ö
kologische Prinzipien
ablauf. So führen gehäufte Operationen einer Art ggf. zu Engpässen in der Zentralsterilisation bei nicht ausreichender
Bereitstellungskapazität von Sieben oder der Parallelbedarf
von z. B. nicht vorhandenen Röntgendurchleuchtungsgeräten. Diese Beispiele sind prädestiniert für Warte- und Leerlaufzeiten im OP und müssen daher bereits in der Planung
Berücksichtigung finden.
Beispiele für den Gesamtablauf betreffende Planungseckpunkte finden sich für:
44Patientenbezogene Voraussetzungen, z. B. Indikations
stellungen; Einbestellungsprocedere; Diabetiker,
Kinder und Latexallergiker möglichst an erster Stelle im
OP-Plan.
44Operationsbedingte Voraussetzungen liegen z. B. in
der Verteilung unterschiedlich dauernder Operationen
zur Optimierung der Gesamtlogistik wie Entzerrung
im Schleusenbereich und Aufwachraum. Streitfrage ist
oftmals der Beginn lang dauernder Operationen als
erstes, damit das OP-Management die kürzer dauernden
Operationen auf andere Säle verteilen kann oder Beginn
mit einem kurzen Programmpunkt, um diese Zeit für
Patientenvorbereitung parallel zu nutzen (vorausgesetzt
Personalkapazität). Vermieden werden soll das Absetzen von Elektivoperationen.
44Personalbezogene Voraussetzungen sind z. B. Spezial
eingriffe mit Personalbindung (parallele Operationen
mit gleichem Operateur vermeiden). Zu beachten ist
auch die Ausbildungssituation sowie die Koordination
zusätzlich beteiligter Fachdisziplinen.
44Geräte-/instrumentenbedingte Voraussetzungen
finden sich z. B. bei Komplikationen durch Fehlen von
Instrumenten, Spezialzubehör oder Sonderimplantaten.
Nutzungsüberschneidungen sollten bereits in der Vorplanung erkannt werden.
Störfaktoren sind in der Regel multifaktoriell, daher müssen
in der Betrachtung alle Schnittstellen einbezogen werden.
Eine fehlende Synchronisation der perioperativen Teilprozesse mit konsekutiven Auswirkungen auf den OP-Bereich führen zu Wartezeiten, Patientenunzufriedenheit, Arbeitsunzufriedenheit der Mitarbeiter und Motivationsverlust. Folgende
Punkte werden berufsgruppenübergreifend am häufigsten
benannt:
44Warten auf den Patienten,
44Verzögerung morgendlicher OP-Beginn,
44Warten auf Personal,
44Umstellungen im Programm, «Last-minute-Planung»,
44lange Wechselzeiten,
44späte OP-Planung,
44unrealistische OP-Programme,
44unrealistische Schnitt-Naht-Zeiten,
44unvollständige Angaben zur OP,
44Kommunikationsdefizite,
44Notfallintegration,
44Umgang mit Nachmeldungen,
44unkoordinierter Ressourceneinsatz,
44knappe/fehlende Personalressourcen.
Umgang mit Notfällen und Nachmeldungen
Das geplante OP-Programm wird oft durch den Anfall von
Notfällen unterbrochen und elektiv zu operierende Patienten
werden abgesetzt und/oder verschoben (mit Konsequenzen
für die Folgetagplanung). Jede Fachklinik definiert abteilungsspezifische Notfallindikationen und hinterlegt ein zugeordnetes Zeitfenster für die operative Versorgung (Hinterlegung im OP-Statut). Die klare Absprache unterstützt das OPManagement als primär organisatorischen Ansprechpartner
für die Gesamtablauforganisation, vermeidet unnötigen Diskussionsbedarf und gewährleistet eine Planungsstabilität für
Patienten, Operateure, Anästhesie und Pflegepersonal.
>>Übergeordnetes Ziel ist die Integration von Notfällen
in das laufende Programm, möglichst ohne Absetzen
von Operationen.
Beispielhafte Definition von:
44Notfall (vitale Indikation): operative Intervention ohne
zeitliche Verzögerung, Fachklinik unabhängige Saal
nutzung in einen separaten Notfall-OP, in einem freien
oder dem nächst freiwerdenden Saal (ggf. wird ein Pa
tient aus der Einleitung in den Aufwachraum verbracht)
→ größter organisatorischer Aufwand unter Zeitdruck
(z. B.: Blutungen, Perforationen, intrakranielle Blutungen, a kute traumatische Querschnittsymptomatik).
44Notfall mit hoher Dringlichkeit (Versorgung <2 Std.):
operative Intervention innerhalb von 2 Stunden,
möglichst am Ende des OP-Programms im Saal der
Fachklinik (z. B. offene Frakturen, Luxationen, akute
Galle).
44Notfall mit aufgeschobener Dringlichkeit (Versorgung
<6 Std.): operative Versorgung nach Beendigung des
OP-Programms (z. B. Frakturen).
44Elektiv: OP-Zeitpunkt nach Absprache.
30.3.8
Implementierung
von OP-Managementstrukturen
Der strukturelle und kontinuierliche Veränderungsprozess
sowie der damit einhergehende zunehmende Kostendruck
führen im Spannungsfeld zwischen Medizin, Pflege und Ökonomie zu unterschiedlichen Anreizen und Reaktionen.
Mögliche Ursachen für eine Ablehnung eines modernen
OP-Managements liegen in der Angst vor Fremdbestimmung
und dem Verlust von Abteilungsautonomien. Für die Umsetzung eines modernen OP-Managements erschwerend sind
insbesondere die (inoffiziell) gewachsenen Strukturen einer
statischen Organisation, da hierdurch Partikularinteressen
und Kommunikationsdefizite begünstigt werden. Zudem behindern infrastrukturelle Gegebenheiten (Pavillonsystem
etc.) die Implementierung eines zentralen OP-Managements.
Noch immer sind in zahlreichen Kliniken OP-Säle zu finden,
die lediglich monofunktional genutzt werden können und
somit eine flexible Saalnutzung unmöglich machen. Auch
ausgeprägt hierarchische Strukturen, nicht harmonisierte Arbeitszeiten der im OP tätigen Berufsgruppen sowie eine inho-
601
30.4 · Betriebliches Umweltmanagement
mogene Ressourcenanforderung (z. B. OP-Planung mit Röntgendurchleuchtung in 3 Sälen parallel, aber vor Ort gibt es
nur 2 Durchleuchtungsgeräte) stehen einer erfolgreichen
Reorganisation hin zu einem modernen OP-Management
entgegen.
Kontinuierliche Veränderungsprozesse unter zunehmendem Kostendruck führen im Spannungsfeld zwischen Medizin, Pflege und Ökonomie zu den unterschiedlichsten Reaktionen. Der größte Widerstand gegen ein OP-Management
liegt in der Angst vor «Fremdbestimmung».
j
jErschwernisse in der Umsetzung
44gewachsene Strukturen,
44statisches Organisationsmodell,
44unterschiedliche Arbeitszeiten der im OP tätigen Berufsgruppen,
44nicht auf den OP abgestimmte abteilungsinterne Abläufe
auf den Stationen,
44bauliche Infrastruktur,
44inhomogene Ressourcenanforderung,
44Kommunikationsdefizite,
44rigide hierarchische Strukturen,
44Partikularinteressen.
j
jArbeitsinstrumente des OP-Managements – Informa
tionstechnologie im OP
Um die beschriebenen Aufgaben zu erfüllen, ist eine spezielle
IT-Unterstützung für das klinische und administrative
Management notwendig. Mit Hilfe spezieller EDV-Pro
gramme können Ziele und Abweichungen zeitnah erfasst und
die optimale Steuerung der Ressourcen dargestellt werden. So
können sog. Planungsmodule die OP-Planung unterstützen
(z. B. Kapazitätsvergabe für eine kurz-, mittel- und vor allem
Langzeitplanung).
Die Visualisierung von Informationen zum aktuellen
Tagesgeschehen (Echtzeitdokumentation) bietet dem OPManagement die Möglichkeit, auf Statusveränderungen (z. B.
Zeitabweichungen) bedarfsadaptiert und zeitnah zu reagieren
und z. B. Operationen in andere Säle zu verschieben.
Die Transparenz der aktuellen Informationen für alle Mitarbeiter fördert die Kommunikation und steigert die Effizienz
und Leistung, sowie Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit
durch Prozessorientierung:
44Zugriff auf aktuelle Statusmeldungen z. B. auch für
55den Aufwachraum «wann ist der nächste Patient zu
erwarten»,
55die Bettenstationen «wie ist der zeitliche Verlauf im
Saal», «wann wird der nächste Patient abgerufen?»,
55die Operateure «wann muss ich in den OP?»
Für die Dokumentation und Leistungsanalyse der gesammelten Daten ist ein IT-Tool notwendig, um z. B. Kennzahlen zu
ermitteln und Schwachstellen im Leistungsgeschehen zu
detektieren.
Patientenorganisation im Tagesablauf
Die zeitgerechte Patientenbereitstellung ist relevant für reibungslose Abläufe im OP und Grundlage in der Vermeidung
von Kosten durch organisatorisch bedingte Warte- und
Leerlaufzeiten. Je nach baulicher Struktur (dezentrale/zen
trale Bauweise, Aufzugkapazität, Anzahl Patientenschleusen),
organisatorischer Grundlagen (z. B. Verfügbarkeit von Krankentransport, Aufwachraum, Holding Area) und Art der
Operation (lang- oder kurzdauernder Eingriff) muss beim
Patientenabruf der zeitliche Faktor berücksichtigt werden.
Idealerweise erfolgt der Patientenabruf zentral um z. B. redundante Telefonate und Nachfragen über den Verbleib zu
vermeiden. So kann morgens z. B. der Aufwachraum für wartende Patienten in OP-Nähe genutzt werden. Ist eine Holding
Area vorhanden, können Patienten dort im Bett (Patientenkomfort!) und unter adäquater Überwachung warten. Diese
OP-nahen Wartemöglichkeiten gewinnen zunehmend den
Stellenwert als «zentrale Drehscheibe» im OP.
30.3.9
Personalmanagement im OP
Die Bereitstellung von ausreichendem und ausreichend
qualifiziertem Personal bei gleichzeitiger Berücksichtigung
arbeitsrechtlicher Vorgaben (z. B. Berücksichtigung wöchentliche Arbeitszeit, Freizeitausgleich, gleichmäßige Verteilung
von Diensten, Reduktion von Überstunden/Mehrarbeit, Berücksichtigung von Qualifikationen und Einarbeitung neuer
Mitarbeiter, stabile Urlaubs- und Freiplanung, verlässliche
Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, Ausfallmanagement)
stellt im Arbeitsalltag in der Regel eine große Herausforderung dar. Eine stabile, verlässliche Dienstplanung ist ein wesentliches Instrument der Mitarbeiterzufriedenheit und steht
dennoch im Spannungsfeld mit der Gewährleistung der Leistung im OP. In der Unterstellung des Pflegepersonals OP und
Anästhesie, OTA, ATA und Mitarbeiter der Zentralsterilisa
tion im OP gibt es verschiedene Möglichkeiten, die zunehmend in der Praxis umgesetzt sind:
44Zuordnung zum OP-Management,
44Zuordnung zu einer zentralen OP-Funktionsdienst
leitung.
Für die Planung wichtig ist ebenfalls die Kommunikation, um
z. B. bei Kongressen, Feiertagen und krankheitsbedingten
Personalausfällen eine entsprechende Einsatzplanung abzustimmen. Ziel ist es, möglichst ein Absetzen von geplanten
Operationen zu vermeiden.
30.4
Betriebliches Umweltmanagement
Heike Richter
Krankenhäuser werden zunehmend durch immer knapper
werdende Ressourcen finanziell belastet. Auch im Bereich des
Umweltschutzes ist dies eklatant zu merken. Deshalb nimmt
das betriebliche Umweltmanagement in deutschen Kranken-
30
602
30
Kapitel 30 · Wirtschaftliche und ö
kologische Prinzipien
häusern einen immer höheren Stellenwert ein. Steigende
Energiekosten, Müll- und Abwassergebühren müssen durch
geeignete Umweltschutzmaßnahmen reduziert werden. Ein
positives Image eines Krankenhauses könnte sich am Ende
auf dem Wettbewerbsmarkt auszahlen. Deshalb sind Unternehmen zunehmend daran interessiert, ein fortschrittliches
Umweltmanagement in der Unternehmensführung zu implementieren. Auch Abläufe, die nur indirekt beeinflussbare
Umweltauswirkungen darstellen (z. B. Energie- und Wasserhaushalt), finden Berücksichtigung.
Immer mehr Unternehmen des Gesundheitswesens implementieren die Umweltpolitik in ihre Organisation, in dem
sie sich z .B. auf nationaler und europäischer Ebene auditieren
lassen. Am 11.01.2010 trat die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009
«über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an
einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und
Umweltbetriebsprüfung» (EMAS: Eco-Management and
Audit Scheme) in Kraft. Es handelt sich hierbei um ein Qualitätsmanagementsystem, ein freiwilliges Instrument der
Europäischen Union, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die
Ablauforganisation und Umweltleistung der Unternehmen
kontrolliert zu verbessern. Auditierte Unternehmen werden
mit einem EU-Label ausgezeichnet, wenn sie die Anforderungen von EMAS erfüllen. Das hier abgebildete Logo (. Abb.
30.3) darf nicht für Produkte verwendet werden, wohl aber
zur Beschreibung des europäischen Umweltmanagement
systems.
Um das Ziel weiterhin zu verfolgen, ein Umweltmanagementsystem nach DIN ISO 14001:2015 zur Verfügung zu
stellen, fand im Jahr 2017 eine Novellierung der EMAS-Verordnung statt. Die Änderungen wurden von EMAS in einer
anschaulichen Broschüre zusammengefasst, das den Interessenten zum Download zur Verfügung steht: http://www.
emas.de/fileadmin/user_upload/06_service/PDF-Dateien/
EMAS_Novelle_2017.pdf
..Abb. 30.3 EMAS-Logo. (Mit freundlicher Genehmigung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit)
Zusätzlich sollen Krankenhäuser seit 2008 durch einen
Verordnungsentwurf des Bundesministeriums für Umwelt
sog. Umweltbeauftragte vorhalten. Sie sind im Unternehmen
meist als Stabsstelle direkt der Geschäftsführung unterstellt.
Die Frage, wann ein Krankenhaus die Stelle des Umwelt
beauftragten vorhalten muss, ergibt sich, wenn gesetzliche
Anforderungen erfüllt werden müssen. Somit halten Unternehmen mittlerweile Abfallbeauftragte, Gewässerbeauftragte, Immissionsschutzbeauftragte, Gefahrgutbeauftragter und
Störfallbeauftragte im Krankenhaus vor.
30.4.1
Abfallentsorgung
In Deutschland haben wir ein jährliches Bruttoabfallaufkommen von ca. 402 Mio. Tonnen (www.umweltbundesamt.de)
einschließlich gefährlicher Abfälle mit steigender Tendenz.
Davon sind ca. 37,3 Mio. Tonnen Haushaltsabfälle (Statis
tisches Bundesamt, Abfallbilanz 2015). Das sind 0,2 Tonnen weniger als 2014. Unter Abfall verstehen wir i. Allg.
alle beweglichen Gegenstände, die für den Besitzer keinen
Wert und Nutzen mehr darstellen, sodass er sich dessen entledigt.
Mit Inkrafttreten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) in der letzten Neufassung von 2012 und
der Einführung der Europäischen Abfallverzeichnisordnung
(AAV) wurde auch die Entsorgung der Abfälle aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes europarechtskonform geregelt. Die korrekte Sammlung und Entsorgung von Abfällen
regelt das Europäische Abfallverzeichnis, das sog. AAV, die in
erster Linie eine herkunftsbezogene Zuordnung vornimmt.
Es werden Abfallschlüssel (AS) mit einem sechsstelligen Code
gebildet und definieren somit die Abfallarten und deren Zuordnung. Um den Umgang mit Abfällen aus dem Gesundheitswesen einheitlich zu regeln, gibt es eine «Richtlinie über
die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes» der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), die den entsprechenden Umgang beschreiben. So heißt es in der Zielsetzung der Richtlinie: «Die
Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes hat so zu erfolgen, dass
44die Gesundheit und das Wohl des Menschen,
44die Umwelt (Luft, Wasser, Boden, Tiere, Pflanzen und
Landschaft) und
44die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet
werden.»
Einige Abfallgruppen der AAV, die für den Bereich Opera
tionsdienst wichtig sind, im Einzelnen:
44AS 18 01 01: Spitze oder scharfe Gegenstände (z. B.
Skalpelle und Kanülen) müssen in einer verschließbaren
Sammelbox entsorgt werden.
44AS 18 01 02: Körperteile und Organe (sog. «ethische
Abfälle»), einschließlich Blutbeutel und Blutkonserven
müssen direkt am Entstehungsort getrennt werden und
in einem verschlossenen Behälter der Verbrennungs
anlage zugeführt werden.
603
30.4 · Betriebliches Umweltmanagement
44AS 18 01 03: Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht besondere Anfor
derungen gestellt werden: « Alle Abfälle dieses Abfallschlüssels sind unmittelbar am Ort ihres Anfallens in
reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnissen (z. B. bauartgeprüfte Gefahrgutverpackung) zu
sammeln und ohne Umfüllen oder Sortieren in geeigneten, sicher verschlossenen Behältnissen (ggfs. Säcke in
Kombination mit Rücklaufbehältern) zur zentralen Sammelstelle zu befördern.» (7 AAV)
44AS 18 01 04: Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen
Anforderungen gestellt werden (z. B. Wund- und Gipsverbände, Wäsche, Einwegkleidung, Windeln) können
direkt in reißfeste und feuchtigkeitsbeständige Säcke
gefüllt werden.
44AS 18 01 06: Chemikalien, die aus gefährlichen Stoffen
bestehen oder solche enthalten, werden natürlich getrennt voneinander in geschlossenen Behältern entsorgt.
Falls es sich um größere Mengen handelt, sollten spe
zielle Abfallschüsseln verwendet werden, evtl. Kennzeichnung als Gefahrgut (stoffabhängig).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nicht alle Abfälle,
die im OP anfallen, grundsätzlich infektiös sind und deshalb
einer besonderen Entsorgungsform zugeleitet werden müssen. Hier können in der Regel Einsparungen vorgenommen
werden, wenn alle Berufsgruppen im OP den korrekten Umgang mit der Richtlinie kennen.
Abfallentsorgung – Dos and Don’ts
55 Kanülen und Skalpelle, Flüssigkeiten gehören nicht
in die Abfallsäcke!
55 Sekretauffangbehältnisse (Saugerbeutel) erst mit
Granulat befüllen und dann entsorgen!
55 Elektroabfälle (z. B. Batterien) nur in die dafür vor
gesehenen Behälter geben!
..Abb. 30.4 Abwasseranfallstellen
im Krankenhaus (Auszug)
55 Abfallsäcke nur zu ¾ füllen, damit sie noch ver
schlossen werden können!
55 Glasabfälle in die entsprechenden Behälter legen!
55 Papierabfälle nicht in die Abfallsäcke, sondern in
einem gesonderten Behälter oder Karton sammeln!
55 Beschädigte Abfallsäcke nicht befördern!
55 Abfallsäcke, aus denen Flüssigkeit austritt, ebenfalls
nicht befördern!
30.4.2
Grundlage ist das Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts
(Wasserhaushaltsgesetz, WHG) von 2009, das zusätzlich mit
einigen Richtlinien unterstützt wird.
Abwasser wird behandelt oder unbehandelt in Form von
Indirektleitung abgeleitet.
Trinkwasser im Krankenhaus ist eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit: Wasser enthält von Natur aus eine
große Zahl an Mikroorganismen, die aber in der Regel für den
Menschen nicht gefährlich sind. Anders im Krankenhaus:
Problematisch wird es, wenn diese sich in den Hausinstalla
tionen stark vermehren und es zu hohen Konzentrationen
kommt. Häufig entstehen nosokomiale Infektionen durch
Schlucken von Trinkwasser, die bakterienbelastet sind. Hier
sind spezielle Hygienemaßnahmen erforderlich, die in der
Regel durch die Hygienefachkraft kontrolliert werden.
Mindesten genauso wichtig ist der Umstand, wie das Abwasser das Krankenhaus wieder verlässt (. Abb. 30.4). Es gibt
einen Parameter AOX (Adsorbierbare organisch gebundene
Halogene), der festlegt, wie viel Gehalt an Desinfektionsmitteln und Arzneimitteln das Krankenhausabwasser enthält
(http://www.iho.de/iho-infos/archiv/stellungnahmen/diebildung-von-aox-durch-chlorhaltige-wasch-und-reinigungsmittel.html).
Krankenhäuser entsorgen das «ungefährliche» Abwasser
direkt in die öffentliche Kanalisation.
Pflegebereich
Intensivstationen
OP
Röntgenabteilung
Zentralwäscherei
Labor
Physikalische Therapie
Küche
Pathologie
Wasserversorgung
30
604
Kapitel 30 · Wirtschaftliche und ö
kologische Prinzipien
Um die Umweltbelastung im Krankenhausabwasser zu
reduzieren, sollten folgende Prinzipien beachtet werden
(http://www.ak-umwelt-im-krankenhaus.de/):
44Reduzierung der gefährlichen Stoffe auf ein Minimum,
44biologische Abbaubarkeit muss näher in den Fokus
rücken (z. B. Desinfektionsmittel),
44weitgehend auf Wirkstoffe verzichten, die umwelt
gefährdend sind,
44Einsatz von Kontrastmittel und Antibiotika gezielt
kontrollieren,
44keine Arzneimittel ins Abwasser leiten.
30
30.4.3
Emissionen
Im Operationsbereich entstehen insbesondere Emissionen,
z. B. durch die Ableitung der verdampften, kohlenwasserstoffhaltigen Narkosemittel, sog. «lufttragende Schadstoffe»
(Emissionsschutzgesetz). Überschüssige Narkosegase werden
meist über eine zentrale Absaugung geführt, deren Wirksamkeit halbjährig überprüft wird. In den Operationssälen und in
den Ein- und Ausleitungsräumen müssen geeignete RLTMaßnahmen getroffen werden. Insbesondere dürfen lokale
Absauganlagen (z. B. Maskennarkosen) nicht in den Umluftanteil der RLT kommen (Bundesverband der Unfallkassen,
Umgang mit Gefahrstoffen im Krankenhaus).
30.4.4
Gefahrstoffverordnung
Durch die Betreibung dieser umweltschädigenden Anlagen
und Geräte sowie Umgang mit wassergefährdeten Stoffen und
brennbaren Flüssigkeiten (z. B. Apotheke und Labor) fallen
Gefahrstoffkataster und Betriebsanweisungen gemäß der Gefahrstoffverordnung an. Teilweise handelt es sich auch um
den Einsatz von Gefahrstoffen, die dem Chemikaliengesetz
unterliegen.
Solche Stoffe stellen für die Krankenhäuser ein enormes
Gefahren und Kostenpotenzial dar.
30.4.5
Gefahrgutverordnung
Um in den hoch entwickelten Bereichen der Krankenhäuser
die dazu notwendigen Gefahrstoffe zu verwenden, müssen sie
auch transportiert werden. Dabei steht das Leben für Mensch,
Tier und Umwelt im Vordergrund. Aus diesem Grund regelt
eine Verordnung den korrekten Transport solcher Gefahrstoffe für die Bereiche Straße, Eisenbahn und Binnengewässer
(GGVSEB).
Um zu erlauben, wie und ob ein Gefahrgut transportiert
werden darf, muss die Benennung des Gutes bekannt sein und
entsprechend klassifiziert werden (Verkehrsblatt-Dokument
Nr. B 2207-Vers. 05/13).
Übersicht über relevante Gesetze
55 Gesetz zur Ausführung der Verordnung (EG)
Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 25.11.2009 über die freiwillige Teilnahme
von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem
für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung
und zur Aufhebung der Verordnung (EG)
Nr. 761/2001, sowie der Beschlüsse der Kommission
2001/681EG und 2006/193/EG
55 Verordnung nach dem Umweltauditgesetz über die
Erweiterung des Gemeinschaftssystems für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung
auf weitere Bereiche
55 Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts – AWHG –
Wasserhaushaltsgesetz
55 Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und
Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von
Abfällen - KrW-/AbfG – Kreislaufwirtschafts- und
Abfallgesetz
55 Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche,
Erschütterungen und ähnliche Vorgänge – BImSchG
– Bundes-Immissionsschutzgesetz
55 Verordnung über das Errichten, Betreiben und
Anwenden von Medizinprodukten – MPBetreibV
55 Gesetz über Medizinprodukte (Medizinprodukte
gesetz – MPG)
55 Gesetz über Abgaben für das Einleiten von Abwasser
in Gewässer (Abwasserabgabengesetz – AbwAG)
55 Verordnung über Anforderungen an das Einleiten
von Abwasser in Gewässer – AbwV
55 Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen –
GefStoffV
55 Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der
Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern –
GGVSEB
55 Europäische Abfallverzeichnisordnung – AAV
55 Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-
Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine
und mittlere Feuerungsanlagen – 1. BImSchV
??Fragen zur Wiederholung zu 7 Kap. 30
55 Wie sehen/erleben Sie den Wandel der Kranken
häuser in Bezug auf Ökonomie, Medizin und Pflege?
55 Welche Kernziele verfolgt das OP-Management?
55 Welche Elemente zählen zum Managementbegriff?
55 Warum ist ein OP-Statut unterstützend wichtig?
55 Wie hat die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes zu
erfolgen? Welche 5 Beispiele kennen Sie?
605
Literatur
Literatur
von Eiff W, Stachel K (2007) Leistungsorientierte Führung und Organisation im Gesundheitswesen. Centrum für Krankenhaus-Management
an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Band 1: 18
Internet
http://www.ak-umwelt-im-krankenhaus.de/
http://www.bmvbs.de/cae/servlet/contentblob/68742/publicationFile/40988/durchf%C3%BChrungsrichtlinien-gefahrgut.pdf
http://www.emas.de/
http://www.emas.de/fileadmin/user_upload/06_service/PDF-Dateien/
EMAS_Novelle_2017.pdf
http://www.gesetze-im-internet.de (Juris)
30
607
Gesellschaftlicher Kontext
Katja Heide
31.1
Menschenrechte
– 608
31.1.1
31.1.2
31.1.3
Vereinte Nationen: allgemeine E rklärung der Menschenrechte
Europäische Menschenrechtkonvention (EMRK) – 608
Verfassungsrechtliche Grundlagen der Bundesrepublik
Deutschland – 608
31.2
Der Staat
31.2.1
31.2.2
Staatsmerkmale – 609
Staatsordnung der Bundesrepublik-Deutschland
nach Art. 20 GG – 609
31.3
Politische Willensbildung
in der repräsentativen Demokratie
– 609
– 613
31.3.1
31.3.2
31.3.3
Bedeutung der politischen Parteien – 613
Rolle der Massenmedien – 615
Rolle von Verbänden und Organisationen – 615
31.4
Die Bundesrepublik als Mitglied der EU
31.4.1
31.4.2
31.4.3
EU-Mitglieder – 616
Organe der EU – 616
Weitere Institutionen und Einrichtungen
Literatur
– 616
– 617
– 618
© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018
M. Liehn et al. (Hrsg.), OTA-Lehrbuch
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56183-6_31
– 608
31
Kapitel 31 · Gesellschaftlicher Kontext
608
Lernziele
31
31.1.2
55 Die Auszubildenden verstehen die Bedeutung der
Grundrechte und der Menschenrechte für sie persönlich
und für ihr berufliches Handeln als OTAs. Sie informieren
sich über den Staatsaufbau der Bundesrepublik Deutschland sowie über die Gewaltenteilung und -kontrolle im
parlamentarischen System.
55 Die Auszubildenden können das Gemeinwesen auf
den Grundlagen des freiheitlich-demokratischen, födera
listischen und sozialen Rechtsstaats mitgestalten.
55 Sie setzen sich mit den Medien und ihrer meinungs
bildenden Wirkung auseinander und erfassen, welchen
Einfluss die Medien auf ihre eigene Meinung haben.
55 Sie können Grundstrukturen und Ziele der internatio
nalen Politik, insbesondere die der Europäischen Union,
beschreiben. Sie erkennen dabei das Spannungsfeld
z wischen innenpolitischen sowie unterschiedlichen
nationalen und europäischen Interessen.
31.1
Menschenrechte
31.1.1
Vereinte Nationen: allgemeine
Erklärung der Menschenrechte
Am 10.12.1948 wurden erstmals für alle Menschen gültige
Rechte festgeschrieben. Die Resolution 217 A (III) der Generalversammlung der Vereinten Nationen umfasst 30 Artikel.
Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
lautet: «Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und
Rechten geboren.» (www.bpb.de/internationales/weltweit/
menschenrechte/38624/erklaerung-der-menschenrechte).
Auch wenn effektive
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