demöglichkeiten, Büro sowie Lagervorratshaltungen müssen
in die Berechnung der Nutzungsfläche einer ZSVA mit ein
fließen.
Wegen der erhöhten Raumluftbelastung mit Desinfek
tionsmitteldämpfen (z. B. Aldehyden), als auch durch die ver
mehrte Wärmeentwicklung der Reinigungs- und Desinfek
tionsgeräte muss aus Arbeitsschutzgründen die Möglichkeit
der ausreichenden Lüftung gegeben sein, hier empfiehlt sich
eine raumlufttechnische Anlage (RLTA, 7 Abschn. 2.1.4).
Arbeitsflächen müssen leicht zu reinigen und zu desinfi
zieren sein.
Die ordnungsgemäße hygienische Aufbereitung von
Medizinprodukten in nur einem Raum ist nur unter be
stimmten Voraussetzungen möglich. Bei der Aufbereitung in
der Einraumlösung muss die Raumaufteilung so gestaltet
und Arbeitsabläufe so koordiniert werden, dass eine Rekon
tamination von Medizinprodukten ausgeschlossen ist!
..Abb. 22.3 Qualitätskreislauf der
Sterilgutversorgung der DGSV mit
der Abwandelung im Inneren durch
K. Harmel (Mod. nach DGSV, mit
f reundlicher Genehmigung)
Bereitstellung
Lagerung
Sterilisation
Dokumentierte
Freigabe
Nutzung
Sicherheit des Patienten
vor Infektionen
Mitarbeiterschutz
Vorreinigung
Demontage
Entsorgung
Dekontamination
Verpackung
Kennzeichnung
Kontrolle,
Pflege und
Funktionsprüfung
22
486
Kapitel 22 · Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) oder A
ufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP)
Ist dieses nicht durchzuführen, müssen die Bereiche bau
lich voneinander getrennt werden.
Zone 1: unreiner Bereich
Für Medizinprodukte, die in der Regel in diesem Bereich an
geliefert werden, umfasst die Aufbereitung folgende Einzel
schritte:
44Das sachgerechte Vorbereiten (z. B. Vorbehandeln,
Sammeln, Vorreinigen), ggf. das Zerlegen in Einzel
bestandteile,
44das Beladen, mit der Erfassung der zu desinfizierenden
Medizinprodukte,
44die Reinigung,
44die Zwischenspülung,
44die Desinfektion,
44Spülung und
44Trocknung.
So müssen je nach Aufbau der unreinen Seite Flächen zur
Sammlung, Vorsortierung, Vorbereitung, Zerlegung und Er
fassung von Medizinprodukten zur Verfügung stehen. Boden,
Fugen und Wandflächen sollten fugendicht und abwaschbar
sowie desinfektionsmittelbeständig sein.
Da der Bereich der unreinen Seite der ZSVA als sog. Nassbereich gilt, ist darauf zu achten, dass die Fußböden mit
einem rutschhemmenden Belag ausgestattet sind. Elektrische
Leitungen, Leitungen für Druckluft sowie Datenleitungen
müssen vorhanden sein und unter Putz geführt werden oder
in sog. desinfektionsfesten Kabelkanälen verlegt werden.
Es ist unumgänglich, dass die unreine Zone der ZSVA über
folgende Ausstattungsmerkmale verfügen muss (. Abb. 22.4):
44ein Ausgussbecken für abgesaugtes organisches Material
(Sekrete/Exkrete),
44ausreichende Arbeitsflächen,
44ein Ultraschallbad zur Aufbereitung von Zusatzinstru
mentarium,
44einen hygienischen Händewaschplatz.
22
..Abb. 22.4 Unreine Seite ZSVA. (Mit freundlicher Genehmigung
arienhospital Osnabrück)
M
Alle in diesem Bereich angelieferten Medizinprodukte gelan
gen über Reinigungs- und Desinfektionsgeräte (RDG) nach
erfolgreich durchgeführter Desinfektion auf die Zone 2 oder
den reinen Bereich, dieses geschieht oftmals über sog. Durch
ladegeräte.
Zone 2: reiner Bereich
In der Zone 2 oder dem reinen Bereich erfolgt nach dem
Prozess der Reinigung, Desinfektion und Trocknung die
Entnahme der Medizinprodukte aus dem RDG (Reinigungsund Desinfektionsgerät) mit anschließender Prüfung auf
Sauberkeit und Unversehrtheit (z. B. Korrosion, Verfärbun
gen, Materialbeschaffenheit, Materialbruch etc.). Bei nicht
ausreichender Reinigung oder Desinfektion müssen die
Schritte der Aufbereitung bzw. Reinigung wiederholt werden.
Auch dieser Raum oder Fläche sollte ausreichend groß
bemessen sein, da hier die Möglichkeit eines Ersatzteillagers
für defekte Instrumente vorgehalten werden muss und genü
gend Fläche für Verpackungsmaterialien und Sterilisations
geräte vorhanden sein muss.
Zone 3: der Bereich nach der Sterilisation –
die «Sterilgutzone»
Hier werden nach der erfolgreich durchgeführten Sterilisa
tion die medizinischen Güter zwischengelagert.
Anschließend, nach einer ausreichenden Abkühlphase
sowie Überprüfung der Sterilisationsprozesse, der Kontrolle
der Verpackung und der Freigabe, werden sie wieder dem
Instrumentenkreislauf zugeführt.
Je nach Größe der medizinischen Einrichtung und den
damit verbundenen operativen Eingriffen sollte auch hier die
Bemessungsgrundlage für die Größe der Fläche nicht zu ge
ring ausfallen.
22.2.2
Nutzung und Entsorgung
von Medizinprodukten
Der erste Schritt der Aufbereitung fängt bereits bei der Nut
zung und der anschließenden fachgerechten Entsorgung des
Instruments in der operativen Einrichtung an. Grobe Ver
schmutzungen, Jod und Schleimhautdesinfektionsmittel so
wie chemische Substanzen, die bei längeren Operationen auf
das Instrument einwirken, können gravierende Folgen für
Instrumente aus nichtrostendem Stahl haben.
Deshalb gilt auch hier, dass Rückstände, die sich auf dem
Instrumentarium befinden, noch während der Operation
entfernt werden.
So führen längere Kontaktzeiten mit Kochsalzlösung zu
einer schädigenden Wirkung der Oberflächenlegierung eines
Instruments, wodurch es zu Lochkorrosionen und Span
nungsrisskorrosionen kommen kann, ein Problem, das bei
großen intraoperativen Eingriffen nicht immer zu vermei
den ist.
Aber auch der nichtsachgemäße Gebrauch von chirur
gischen Instrumenten sowie das unsachgemäße Ablegen
(«Abwerfen») wirkt sich negativ auf das Medizinprodukt aus!
487
22.2 · Aufbereitung von Medizinprodukten
Kleine feine Instrumente (z. B. MIC-Instrumente) können
hier stark beschädigt werden, es kommt zu Verformungen bis
hin zu Instrumentenbruch.
Daher sind bei der Entsorgung von gebrauchten, kon
taminierten Medizinprodukten folgende Punkte zu be
achten.
Entsorgung von gebrauchten, kontaminierten
Medizinprodukten
55 Instrumente werden immer in einem geöffneten
Zustand entsorgt, um eine effektive Reinigung zu
gewährleisten.
55 Instrumente sind ggf. soweit in Ihre Einzelteile zu
zerlegen, dass eine Reinigung und Desinfektion
möglich ist.
55 Ein Überladen der Entsorgungsbehältnisse ist zu
vermeiden.
55 Abfälle, Reste von chemischen Substanzen wie Kochsalzlösung, Haut- und Schleimhautdesinfektions
mittel dürfen nicht mit in die Entsorgungsbehältnisse
gelangen.
55 Lange Wartezeiten bis zur erneuten Aufbereitung
müssen vermieden werden. Hier gilt als Zeitraum nach
Empfehlung des Arbeitskreises für Instrumentenaufbereitung je nach Verschmutzungsgrad und Einsatz
sowie Konstruktion des jeweiligen Medizinprodukts
ein Zeitintervall von bis zu ca. 6 Stunden als vertret
bares Maß bis zur Wiederaufbereitung.
55 Nicht benutzte Instrumente sind in gleicher Weise
wie benutzte aufzubereiten, d. h. sie sollten zerlegt
bzw. geöffnet werden.
Entsorgungsmethoden
j
jTrockenentsorgung
Für alle Entsorgungsmethoden gilt, dass die M
edizinprodukte
schnellstmöglich einer maschinellen Aufbereitung zugeführt
werden, um zu vermeiden, dass es zu Inkrustierungen an den
Oberflächen der Instrumente kommt, die letztlich die Reini
gung erschweren würden. Die Instrumente werden direkt
nach Gebrauch geöffnet in Transportcontainern entsorgt und
der ZSVA zugeführt.
j
jNassentsorgung
Bei der Nassentsorgung werden die Medizinprodukte in eine
kombinierte Desinfektions- und Reinigungslösung eingelegt,
es ist darauf zu achten, dass hier Mittel verwendet werden, die
keine proteinfixierende Wirkung haben, wie z. B. Mittel aus
der Gruppe der Aldehyde.
Die Wasserqualität zum Ansetzen der Desinfektions- und
Reinigungslösung spielt eine wichtige Rolle, da es bei einem
hohen Chloridgehalt im Wasser unweigerlich zur Korrosion
kommen kann.
Das Wasser sollte mindestens Trinkwasserqualität besit
zen, besser ist die Verwendung von sog. VE-Wasser, voll ent
salztem oder entionisiertem Wasser.
Alle Instrumente müssen vollständig mit Desinfektionsund Reinigungslösung bedeckt sein.
Es sollen nur geeignete Präparate angewendet werden, die
auf ihre Wirksamkeit hin überprüft wurden, da nur dann eine
antimikrobielle Wirkung sichergestellt ist (Mittel aus der
VAH-Listung, Verband für Angewandte Hygiene).
Beim Einsatz der Produkte sind Herstellerangaben zur
Konzentration und Einwirkzeit zu beachten.
Die Lösungen müssen täglich frisch angesetzt werden, da
es bei längerer Verwendung von Desinfektions- und Reini
gungslösungen zu folgenden Problemen kommen kann:
44Korrosionsgefahr durch Schmutzbelastung,
44Korrosionsgefahr durch Verdunsten der Lösung (erhöhte
Konzentration),
44Abnahme der Desinfektionswirkung durch erhöhte
Schmutzbelastung.
>>Bei beiden Entsorgungsmethoden sind lange Warte
zeiten bis zur Aufbereitung aufgrund der Korrosionsgefahr zu vermeiden. Hierbei gilt in der Regel, Wartezeiten bis zur Aufbereitung von über 6 Stunden zu
vermeiden.
j
jManuelle Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten
Bei der Aufbereitung kontaminierter Instrumente ist neben
dem werterhaltenden, technischen Aspekt das Vermeiden
gesundheitlicher Risiken für das Personal besonders zu be
achten.
Bei der manuellen Aufbereitung, der Reinigung und Des
infektion von Medizinprodukten müssen unbedingt Arbeits
schutzmaßnahmen beachtet werden:
44Bei dem Umgang mit kontaminierten Medizinprodukten
sowie bei der Handhabung von Reinigungs- und Desin
fektionsmitteln ist eine persönliche Schutzausrüstung
(PSA) zu tragen.
44Gebrauchsanweisungen, Herstellerangaben zur
Aufbereitung der Medizinprodukte sowie Angaben
zu Einwirkzeiten (Sicherheitsdatenblätter) sind zu
beachten.
44Produkte, die zum Einsatz kommen, dürfen nicht zu
Materialunverträglichkeiten führen.
Des Weiteren muss sichergestellt sein, dass die Benetzung
aller inneren und äußeren Oberflächen gewährleistet ist und
keine Scheuermittel sowie Metallbürsten zur mechanischen
Unterstützung der Reinigung zum Einsatz kommen, da diese
die Oberfläche der Instrumente zerstören würden.
Nur eine gründliche Vorreinigung dient der Entfernung
von Schmutzbelägen aller Art einschließlich einer Keimredu
zierung und ist somit Voraussetzung für eine erfolgreiche
Desinfektion.
Nach der chemischen Desinfektion und manueller Be
handlung müssen alle Instrumente intensiv mit klarem, flie
ßendem Wasser nachgespült werden, (hier empfiehlt sich
ebenfalls das Nachspülen mit VE-Wasser), anschließend soll
ten die Instrumente sofort getrocknet werden.
22
488
Kapitel 22 · Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) oder A
ufbereitungseinheit für M
edizinprodukte (AEMP)
Gemäß der aktuellen RKI-BfArM-Empfehlung gilt, dass
für die manuelle Aufbereitung von Medizinprodukten der
aktuelle Standard in Arbeitsanweisungen festgelegt wird und
kritische Schritte in einer Risikoanalyse zu bewerten sind.
Generell gilt entsprechend der RKI-BfArM-Empfehlung,
dass maschinelle Aufbereitung der manuellen vorzuziehen ist.
44Schallschatten müssen vermieden werden.
44Bei zu hoher Schmutzbelastung die Lösung erneuern.
Nach der Ultraschallbehandlung müssen die Instrumente
manuell oder maschinell nachgespült (VE-Wasser) und ge
trocknet werden.
j
jUltraschallreinigung
Die Ultraschallbehandlung ist ein speziell geeignetes Verfah
ren für die Reinigung von Instrumenten aus nicht rostenden
Stählen. Ultraschallbehandlung wird eingesetzt als:
44effektive mechanische Unterstützung manueller Reini
gungsprozesse,
44zur Vorbehandlung von Instrumenten mit angetrockne
ten Verschmutzungen vor der maschinellen Reinigung.
Dabei müssen folgende Punkte beachtet werden:
44Das Bad muss nach Herstellerangaben gefüllt werden.
44Dem Wasser muss ein geeignetes Reinigungsmittel oder
kombiniertes Reinigungs- und Desinfektionsmittel zuge
setzt werden.
44Bei frisch angesetzten Lösungen die Wartezeiten zur
Entgasung der Lösung einhalten.
44Konzentration, Beschallzeiten und Einwirkzeit beachten,
Gefahr der Schaumbildung.
Bei längeren Schallungsintervallen kann es zu einem Tempe
raturanstieg kommen, was zur Folge haben kann, dass es zur
Proteindenaturierung kommt, d. h. es kommt zur Inkrustie
rungen an dem Instrument.
44Instrumente müssen im geöffneten Zustand beschallt
werden.
44Instrumente müssen vollständig mit Lösung bedeckt sein.
44Es dürfen nur Drahtsiebschalen verwendet werden.
Maschinelle Reinigung
22.2.3
Die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe
(TRBA 250); Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen
und in der Wohlfahrtspflege) beinhaltet die Vorsorgemaß
nahmen und Verhaltensweisen für Personal in medizinischen
Einrichtungen, das durch Infektionserreger gefährdet ist.
Durch die maschinelle Aufbereitung wird auch die indi
rekte Forderung der TRBA 250 zum Infektionsschutz umge
setzt, da dann der Personalschutz höher einzustufen ist als bei
der manuellen Aufbereitung.
Reinigungs- und Desinfektionsgeräte müssen so beschaf
fen sein, dass der Prozess der Reinigung und Desinfektion
sichergestellt ist. Es werden Reinigungs- und Desinfektions
geräte verwendet, die der EN ISO 15883 entsprechen, um
standardisierte, validierte Reinigungs- und Desinfektionsver
fahren zu erzielen.
Die generellen Anforderungen an Reinigungs- und Des
infektionsgeräte werden in Teil 1 der EN ISO 15883 genauer
beschrieben und gelten für Einkammer- als auch Mehrkam
mer-RDGs (Taktbandanlagen).
Bei der maschinellen Reinigung wird unterschieden in
thermische und chemothermische Verfahren, wobei laut Aus
sage der EN ISO 15883 dem thermischen Verfahren der Vor
zug gegenüber dem chemothermischen Verfahren zu geben
ist (. Abb. 22.5).
Tro
ck
nu
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g
T 100
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50
40
30
20
22
t
..Abb. 22.5
Reinigungsprogramm mit thermischer Desinfektion. (Mod. nach Instrumentenaufbereitung Arbeitskreis Instrumenten-Aufbereitung)
489
22.2 · Aufbereitung von Medizinprodukten
Ein typischer thermischer Reinigungs- und Desinfek
tionszyklus im RDG:
44Vorspülung oder Reinigung mit Kaltwasser und
44Reinigungsphase mit VE-Wasser, in der Regel bei Tem
peraturen zwischen 30° und 60°C mit mindestens fünf
Minuten Haltezeit:
55Als Reinigungsmittel kommen in der Regel pH-neu
trale oder alkalische Reiniger zum Einsatz, je nach
Materialbeschaffenheit des einzelnen Medizinpro
dukts. Aber auch nationale Richtlinien und Empfeh
lungen (RKI-BfArM-Empfehlung) spielen bei der
Auswahl der einzusetzenden Reiniger eine wichtige
Rolle.
44Neutralisation (Zitronensäure); durch den Einsatz von
säurehaltigen Mitteln wird das Abspülen von alkalischen
Reinigern erleichtert, es muss sichergestellt sein, dass
sich nach der Reinigungsphase keine Reste von Reini
gungsmitteln auf dem Medizinprodukt befinden.
44Zwischenspülung mit VE-Wasser.
44Thermische Desinfektion mit VE-Wasser:
55Bei thermischen Verfahren erfolgt die Desinfektion
bei Temperaturen von über 65°C mit entsprechender
Einwirkzeit. Als Maß für die Desinfektionswirkung
wurde der A0-Wert eingeführt (EN ISO 15883-1,
Anhang A), der in Abhängigkeit von der mikrobio
logischen Kontamination und der beabsichtigten
Zweckbestimmung der Medizinprodukte die Tempe
ratur-Zeit-Relation bestimmt (z. B. A0 3000 = 90°C
und 5 Minuten Wirkzeit).
44Trocknung: Eine ausreichende Trocknung der Medizin
produkte muss sichergestellt sein, wie in der Validie
rungsleitlinie DGKH/DGSV und AKI für die Validierung
und Routineüberwachung maschineller Reinigungsund Desinfektionsprozesse beschrieben.
Bei der maschinellen Reinigung und Desinfektion muss si
chergestellt sein, dass vor Betriebsbeginn die Reinigungs- und
Desinfektionsgeräte nach sog. Checklisten überprüft wurden.
55 Sichtkontrolle Kammerinnenraum: Überprüfung
des Innenraums auf Sauberkeit und Ablagerungen
(Kalk, Silikate, Rost)
55 Kontrolle der Türdichtungen: Zustandskontrolle der
Türdichtung auf Sauberkeit/Risse
55 Kontrolle der Versorgungsmedien: Reiniger, Wasser
etc.
Bei der Beladung von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten
ist darauf zu achten, dass bestimmte Medizinprodukte evtl.
vorzubehandeln oder vorzusortieren sind (. Abb. 22.6). So
müssen Instrumente, die über Ventile oder Versorgungshäh
ne verfügen, geöffnet werden, sodass Hohlkörper und Lumi
na an Spülschläuche oder Adapter angeschlossen werden
können, damit diese Instrumente auch von innen vollständig
durchströmt und gespült werden.
Des Weiteren ist auf eine spülgerechte Beladung von Sieb
schalen und Maschine zu achten, um sog. Spülschatten zu
vermeiden. Die für die Validierung eingesetzten Belademus
ter sind einzuhalten, ebenso müssen Gelenkinstrumente aus
Gründen einer effektiven Reinigung geöffnet sein, um ein
Überlappen der zu reinigenden Fläche zu minimieren. Opti
ken sind in besonderen Behältnissen abzulegen um Beschä
digungen vorzubeugen.
Auch kleinste, feine mikrochirurgische Instrumente kön
nen maschinell aufbereitet werden, wenn spezielle Halterun
gen vorhanden sind.
Generell gilt, dass Instrumente nach ihrer mechanischen
Empfindlichkeit so gelagert werden müssen, dass eine Be
schädigung ausgeschlossen wird.
Nur wenn all diese Parameter berücksichtigt werden, und
festgelegte Belademuster und Beladestandards (. Tab. 22.1)
eingehalten werden, kann ein akzeptierbares Reinigungser
gebnis erreicht werden.
Checkliste: Überprüfung der Reinigungs- und
Desinfektionsgeräte
55 Kontrolle der Spülarme und Spüldüsen: Kontrolle
auf freie und gleichmäßige Drehbarkeit im RDG und
an den Beladungswagen. Düsen auf Verstopfung
überprüfen und ggf. reinigen
55 Kontrolle der Siebe (Fein und Grobsiebe): Reinigung
aller Flusensiebe und Überprüfung auf Unversehrtheit und Sitz
55 Pumpensumpf: Kontrolle und Reinigung, Entfernung
von Kleinteilen, z. B. Nadeln, Skalpellklingen etc. unter
Beachtung der Anforderung zur Arbeitssicherheit
55 Kontrolle der Anschlüsse und des Beladungsträgers:
korrekte Ankopplung Luer-Lock, Blindstopfen sowie
Schlauchanschlüsse auf Funktion und Vollständigkeit
prüfen
..Abb. 22.6 Mitarbeiter bei der Erfassung und Beladung des RDG.
(Mit freundlicher Genehmigung ZSVA der INNSTRUCLEAN GmbH Berlin)
22
Kapitel 22 · Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) oder A
ufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP)
490
..Tab. 22.1
Standard maschinelle Aufbereitung der Instrumente im RDG
Indikation
Vorgehen
Bemerkung
Nach Anlieferung von kontaminierten
Instrumenten, bei denen eine maschinelle
Aufbereitung nach Herstellerangaben
möglich ist.
Entnahme der Entsorgungsbehälter aus den
Transportwagen, Siebschalen aus den Entsorgungsbehältern entnehmen und in die
Waschmaschine geben.
Der Programmablauf erfolgt durch die automatische Wagenerkennung des jeweiligen
RDG Automaten.
Sofern Instrumentarium nass entsorgt wurde,
ist dieses gründlich vorzuspülen.
Die Entnahme der Instrumente erfolgt auf
der reinen Seite.
Es erfolgt eine visuelle Beurteilung der gereinigten Instrumente.
Bei Bedarf sind die Instrumente manuell
nachzureinigen.
Beurteilung der Trocknung, ggf. sind die
Instrumente mit einem flusenfreien Tuch
oder mit Druckluft nachzutrocknen.
Eine manuelle Vorreinigung des Instrumentariums ist je nach Verschmutzungsgrad
erforderlich.
Die Entsorgungsbehälter werden über den
RDG gereinigt.
Bei der Entnahme der Entsorgungsbehälter
und bei der Entnahme der Siebschalen sind
Augenschutz, Handschuhe und Schürze zu
tragen.
Die RDG-Automaten sind nach einem festgelegten Beladungsmuster zu bestücken.
Gelenkinstrumente müssen geöffnet sein.
Zerlegbare Instrumente sind nach Herstellerangaben zu demontieren.
Instrumente mit langen bzw. engen Hohl
räumen (Schläuche, Kanülen etc.) müssen
auch innen durchströmt werden. Hierzu sind
besondere Einsätze zu verwenden.
j
jStandard maschinelle Aufbereitung der Instrumente
im RDG
Ein Standard, der den Ablauf der maschinellen Reinigung im
RDG beschreibt, beschreibt die Tätigkeit und erleichtert die
Einarbeitung neuer Mitarbeiter (. Tab. 22.1).
22.3
22
Püfung auf Sauberkeit, Pflege
und Instandhaltung von Medizinprodukten
Für eine medizinische Einrichtung stellen Medizinprodukte
einen hohen Wert an Investitionsgütern dar. Deshalb muss
sichergestellt sein, dass die medizinischen Güter nach der
Reinigung und Desinfektion fachgerecht nach Herstelleran
gaben aufbereitet, kontrolliert, gepflegt und gewartet werden,
dabei müssen spezielle Pflegehinweise zu einem Medizinpro
dukt sowie Montagehinweise sowie Zyklen zur Wiederaufbe
reitung Berücksichtigung finden.
Die Kontrolle und Funktionsprüfung findet in der Regel
auf der Packraumseite der ZSVA statt, deshalb ist es von enor
mer Bedeutung, dass in diesem Raum eine gute Beleuchtung
herrscht. Bei der Kontrolle, Pflege, Instandhaltung und War
tung von Medizinprodukten ist es wichtig, jedes einzelne
Instrument in die Hand zu nehmen und makroskopisch zu
begutachten, um so die Funktionalität des aufzubereitenden
Medizinprodukts zu gewährleisten. Empfehlenswert sind
hierbei sog. Arbeitsleuchten oder Lichtlupen.
Wenn die Instrumente auf Raumtemperatur abgekühlt
sind, kann so vermieden werden, dass es bei der Weiterverar
beitung zu Reibkorrosionen kommt (. Abb. 22.7).
Bewegliche Instrumententeile, wie Gelenke, Scharniere
sowie Gewindeverbindungen sind mit dampfdurchlässigen
Pflegeölen zu schmieren, dabei ist zu beachten, dass über
schüssiges Öl mit einem flusenfreien Tuch entfernt wird.
Pflegeöle immer punktuell gezielt auf Gelenk-, Gleit- und
Gewindeflächen, auftragen!
Es dürfen nur vom Hersteller freigegebene Pflegemittel
Verwendung finden, die folgende Anforderungen erfüllen:
44nicht toxische Wirkung, «biokompatibel»,
44dampfsterilisationsfähig und dampfdurchlässig und
somit keine Beeinträchtigung der Sterilisationswirkung,
44silikonfrei sowie
44gute Schmierwirkung und Korrosionsschutz, keine
Flecken und Krustenbildung auf dem Instrument.
>>Nur ein gut gereinigtes und rückstandfreies Medizin-
produkt ist ein Garant für den Sterilisationserfolg!
Hier empfehlen sich zusätzliche Kontrollen mit sog. Blutoder Proteintests zum Nachweis von Proteinrückständen, wie
in EN ISO 15883 festgelegt.
..Abb. 22.7 Schere mit Reibkorosion. (Aus: Instrumentenaufbereitung
leicht gemacht. 10. Aufl. AKI; mit freundlicher Genehmigung von MMM
Münchner Medizin Mechanik GmbH)
491
22.4 · Verpackung oder das Sterilbarrieresystem (SBS)
Zerlegte Instrumente müssen nach Herstellerangaben zusam
mengesetzt werden. Korrodierte, stumpfe, nicht funktions
fähige Instrumente sind auszusortieren und zu ersetzen.
Sämtliche Instrumente mit Lumina sind auf Durchgän
gigkeit zu überprüfen. Besondere Anforderungen stellen hier
die Instrumente für die minimal-invasiven Eingriffe an die
Aufbereitung. Da es sich hier um lange Hohlinstrumente han
delt, mit denen elektrochirurgisch im Rahmen eines mini
mal-invasiven Eingriffs gearbeitet wird, muss hier ein beson
deres Hauptaugenmerk der Isolierung gelten. Es ist darauf zu
achten, dass die Isolierung des Medizinprodukts keine Be
schädigungen aufweist, um das Risiko von Verbrennungen
am Patienten bei den laparoskopischen Eingriffen zu ver
meiden. Weiterhin sind Isolierungen und Verschleißteile
wie Dichtungen, Dichtungskappen, Ventile und Ventilkappen
auf Defekte zu überprüfen und bei Beschädigungen auszu
tauschen.
Alle Instrumente müssen vor der Sterilisation einer tech
nischen, funktionellen Prüfung unterzogen werden, um das
Risiko einer Patientenschädigung auszuschließen.
22.4
Verpackung oder das
Sterilbarrieresystem (SBS)
Das Verpacken oder Einpacken von Medizinprodukten ist
einer der arbeitsintensivsten Vorgänge in dem Aufbereitungs
kreislauf der ZSVA. Auch der Verpackungsprozess, also das
Einpacken oder Verpacken von Medizinprodukten, muss
nachvollziehbar und reproduzierbar sein, um den gesamten
Verpackungsprozess validieren zu können. Eine Hilfestellung
bietet hier die Leitlinie für die Validierung der Verpackungs
prozesse nach DIN ISO 11607-2.
Das wichtigste Ziel eines jeden Verpackungssystems muss
die Aufrechterhaltung der Sterilität des jeweiligen Medizin
produkts, bis zur Anwendung am Patienten sowie die Sicher
stellung der aseptischen Bereitstellung sein (. Abb. 22.8).
Die aktuelle Norm für Verpackungsprozesse ist die
DIN EN ISO 11607, die in Teil 1 die Anforderungen an Ver
packungsmaterialien, Sterilbarrieresysteme (SBS) und Ver
packungssysteme beschreibt. Der Teil 2 der Norm 11607 be
zieht sich auf die Validierung des Verpackungsprozesses und
beschreibt, dass die Verpackung immer aus einem Sterilbar
rieresystem und ggf. einer Schutzverpackung bestehen muss.
Beide Systeme zusammen bilden das sog. Verpackungssystem.
Ein Sterilbarrieresystem stellt die verschlossene Mindestverpackung dar, die das Eindringen von Mikroorganismen
sicher verhindert und die keimfreie Bereitstellung des Medi
zinprodukts ermöglicht. Hierbei ist es gleichgültig, welches
SBS angewandt wird – ob Sterilgutcontainer, Vliesstoffe oder
Folienpapierverpackungen.
Die Schutzverpackung soll Schäden am Sterilbarriere
system und dem Inhalt (dem Medizinprodukt) bis zum Zeit
punkt der aseptischen Bereitstellung verhindern.
Das Verpackungssystem stellt eine Kombination aus
dem Sterilbarrieresystem und der Schutzverpackung dar und
ist somit die Maximalversorgung.
..Abb. 22.8 Mitarbeiter bei der Kontrolle auf Beschädigung der Verpackung. (Mit freundlicher Genehmigung Marienhospital Osnabrück)
Als Grundvoraussetzung gilt immer:
44Die Verpackung ist auf das jeweilige Sterilisationsverfah
ren abzustimmen.
44Die Verpackung soll die Ware selbst vor Umwelteinflüs
sen, Beschädigung, Verunreinigung und Mengenverlust
schützen.
44Die Verpackung muss siegelfähig sein.
44Für das Sterilbarrieresystem muss eine Kennzeichnung
möglich sein, mit Informationen zu Packdatum, Verfall
datum, Chargenkennung, Sterilisationsmedium und
Verpacker.
Jede Verpackung von Sterilisiergut muss einen ungehinderten
Ein- und Austritt des Sterilisationsmediums gewährleisten
(Gas, Dampf, Luft etc.). Der Dampfzutritt bzw. Luftaustritt
erfolgt bei Sterilisationsbehältern durch Filter oder Ventile,
die aus unterschiedlichen Materialien bestehen können wie
z. B. Papier, Teflon oder Poly-Tetra-Fluor-Ethylen (PTFE).
Es ist erforderlich:
44Filter vor jeder Sterilisation auf Beschädigung über
prüfen!
44Keine beschädigten Filter einsetzen!
44Filter vor Einsatz nicht knicken!
Sterilbarrieresysteme lassen sich in folgende Arten unter
scheiden:
44Starre Verpackungen, z. B. Container aus Aluminium,
Edelstahl oder Kunststoff,
44weiche Verpackungen, z. B. Papier und Klarsichtfolien
sowie Vliesstoffe (non woven),
44Tyvek (Fa. DuPont), auch ein Vliesstoff, jedoch aus Poly
ethylen mit extrem hoher Dichte.
>>Das Sterilbarrieresystem (SBS) ist die «Mindestver
packung», die das Eindringen von Mikroorganismen
verhindert und die keimfreie Bereitstellung des
Medizinproduktes ermöglicht!
22
Kapitel 22 · Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) oder A
ufbereitungseinheit für M
edizinprodukte (AEMP)
492
22.4.1
Kennzeichnung
Die RKI-BfArM-Empfehlung beschreibt die Kennzeichnung
von aufzubereitenden Medizinprodukten wie folgt:
»» Aufbereiteten Medizinprodukten sind Informationen
beizugeben, die unter Berücksichtigung des Ausbildungsund Kenntnisstandes des vorgesehenen Anwenderkreis
und der Komplexität des Medizinprodukts eine sichere
Anwendung möglich machen.
Das bedeutet, dass Medizinprodukte wie folgt zu kennzeich
nen sind:
44Name oder Bezeichnung des jeweiligen Medizinprodukts,
sofern nicht unmittelbar ersichtlich.
44Angabe zur Unterscheidung zwischen freigegebenen
und nichtfreigegebenen Medizinprodukten (Prozess
indikatoren).
44Zeitpunkt und Art des verwendeten Sterilisierverfahrens
(Chargenkennzeichnung der erfolgten Sterilisation,
Sterilisierdatum).
44Ggf. Verfalldatum, bis zu dem eine gefahrlose Anwen
dung nachweislich möglich ist.
44Die Sterilgutlagerfrist, sofern diese kürzer ist, als das
Verfallsdatum.
44Ggf. Hinweise zur technisch funktionellen Prüfung und
Sicherheit (bei Kritisch-C-Produkten, das sind die Medi
zinprodukte, die nach der Einteilung des Robert-KochInstituts mit dem größten Aufwand aufbereitet werden
müssen; 7 Abschn. 22.1.3).
22.5
Sterilisation
>>Als steril wird ein Produkt bezeichnet, das frei ist von
lebensfähigen Mikroorganismen.
22
Die Grundvoraussetzung für eine sichere Sterilisation ist
die sorgfältige gründliche Reinigung des Medizinprodukts
vor der Sterilisation. In der Praxis gelingt eine vollständige
Sterilisation nicht mit 100%-iger Sicherheit. Es wird deshalb
eine Reduktion der Anzahl an vermehrungsfähigen Mikro
organismen um einen je nach Anwendungsbereich bestimm
ten Faktor (in Zehnerpotenzen) gefordert oder eine be
stimmte Wahrscheinlichkeit der vollständigen Sterilisation.
Es wird gefordert, dass der Restgehalt an vermehrungsfähi
gen Mikroorganismen in einer Einheit des Sterilisierguts
höchstens 10−6 Kolonie bildende Einheiten beträgt: In einer
Million gleich behandelten Einheiten des Sterilisierguts darf
maximal ein vermehrungsfähiger Mikroorganismus enthal
ten sein.
Mikroorganismen lassen sich durch folgende Sterilisa
tionsverfahren eliminieren:
44Erhitzen,
44Bestrahlen,
44Begasen,
44chemische Sterilisation,
44Filtration.
Medizinprodukte, die als steril gekennzeichnet werden, wer
den unter Verwendung geeigneter validierter Verfahren her
gestellt. Dazu sind überwachte validierte Sterilisationsver
fahren unabdingbar. Einen wesentlichen Einfluss auf eine
gesicherte Sterilisation haben zum einen Art und Beschaffen
heit des Medizinprodukts sowie die Verpackung und die
eladungskonfiguration.
B
22.5.1
Sterilisationsverfahren
Dampfsterilisation
Für die Sterilisation in medizinischen Einrichtungen hat sich
die Dampfsterilisation als sog. Standardverfahren bewährt. In
fast allen Einrichtungen wird das fraktionierte Vakuumver
fahren angewendet. Bei der Sterilisation mit feuchter Hitze
ist darauf zu achten, dass alle Sterilisiergüter Zugang zu dem
Medium Sattdampf haben. Hier muss sichergestellt sein, dass
der Dampf alle Oberflächen erreichen kann, sowohl die äuße
ren Oberflächen als auch enge Lumina.
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jWirkungsweise und Verfahren der Dampfsterilisation
Bei der Dampfsterilisation, der Sterilisation mit feuchter
Hitze (Temperatur 121°C/134°C) werden durch gesättigten
Wasserdampf Eiweiße in der Zelle koaguliert und somit ab
getötet, deshalb muss der Dampf bestimmte Eigenschaften
erfüllen.
Sattdampf (gespannter Dampf oder gesättigter Dampf):
Die Anwendung von gesättigtem Wasserdampf ist unerläss
lich für eine sichere Sterilisation aber auch Kontrollparameter
wie der Betriebsdruck und Haltezeit sowie die Temperatur
spielen eine entscheidende Rolle bei der Sterilisation. Der
zur Sterilisation benutzte Dampf muss besondere Anforde
rungen erfüllen und darf den Sterilisationsprozess nicht be
einflussen. Das Sterilisiermittel Dampf darf nicht toxisch sein,
es muss kontrollierbar, rückstandsfrei (frei von Verunreini
gungen bei entsprechender Reinheit) und bestenfalls kosten
günstig sein.
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jPhasen des fraktionierten Vorvakuumverfahrens
Um eine wirkungsvolle Sterilisation zu erreichen, muss eine
komplette Entlüftung der Sterilisatorkammer stattfinden. Die
Luft wird aus der Sterilisationskammer gesogen und durch
Dampf ersetzt. Dies erfolgt durch mehrmals hintereinander
folgende Evakuierphasen im Wechsel mit Dampfeinströmun
gen.
Niedertemperatursterilisation
Für alle genannten Niedertemperatur Sterilisationsarten gilt,
dass die Herstellerangaben zur Aufbereitung der Medizinpro
dukte unbedingt eingehalten werden müssen.
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jPlasmasterilisation
Die Plasmasterilisation ist ein Sterilisationsverfahren im Nie
dertemperaturbereich für die Sterilisation von thermolabilen
Gütern. Die Temperaturen liegen hier in einem Bereich von
50°C. Als Reagenz dient Wasserstoffperoxid (H2O2).
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22.5 · Sterilisation
Radikale (elektrisch geladene Moleküle), die während der
Plasmaphase gebildet werden, zerstören Zellmembranen,
Proteine und Nukleinsäuren, um so die jeweiligen Mikroor
ganismen abzutöten.
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jGassterilisation
Auch diese Sterilisationsverfahren werden für thermolabile
Sterilisationsgüter angewendet.
Der Temperaturbereich während der Sterilisationsphase
liegt hier in den Bereichen zwischen 42°C und 65°C. Es wer
den zwei Sterilisationsverfahren, die Ethylenoxid (EO)- und
die Formaldehyd (FA)-Sterilisation unterschieden.
44Das Ethylenoxid (ein Gas) verbindet sich mit den
Eiweißmolekülen der Zellen, wo es zu einer Alkylie
rung kommt. Alkylierende Verbindungen sind che
mische Verbindungen, die gezielt eingesetzt werden,
um sich mit den Eiweißmolekülen von vegetativen
Zellen zu verbinden und diese schädigen, was wie
derum zu einer Schädigung der betroffenen Organis
men führt.
44Das Formaldehyd (FA) tötet Keime und Eiweiße ab.
In der Sterilisierkammer wird Dampf auf 55–65°C
erhitzt und 3%iges Formaldehyd zugegeben. Dann
muss das Gas bei relativer Feuchte ca. eine Stunde
einwirken.
Da sich bei der Sterilisation mit Gasen Rückstände der
Sterilisationsmedien (EO oder FA) in dem jeweiligen Medi
zinprodukt absetzen können und sich schädlich auf den
Patienten oder das Medizinprodukt auswirken können, sind
hier vom Hersteller angegebene Auslüftzeiten unbedingt
einzuhalten.
Das aufzubereitende Sterilisiergut muss sauber und
trocken sein, je nach Sterilisationsverfahren müssen unter
schiedliche Verpackungsmaterialien angewendet werden.
Die Sterilisationsverfahren mittels Gas spielen für medizi
nische Einrichtungen nur eine untergeordnete Rolle, da die
Anwendung dieser Verfahren mit diversen Auflagen verbun
den ist. So darf bei der Anwendung für das Verfahren, d. h.
die Sterilisation mittels FA und EO, nur Personal eingesetzt
werden, das speziell geschult worden ist und einen Befähi
gungsschein besitzt.
Sterilisation mit Strahlen
Bei diesem Sterilisationsverfahren kommen die Gammaoder
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