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3/29/26

 


Merke: häufig günstige Langzeitprognose trotz Adipositas (sog. kardiometab. benigne Adipositas).

Ätiologie

• Prim. Adipositas (A. simplex, 95 %): Ernährungs- u. Lebensweise, mangelnde körperl. Aktivität, psychische u. genetische Faktoren → gestörte

Energiebilanz. Cave: Bei Adipösen wird Leptinresistenz vermutet (Hormon Leptin senkt über Hypothalamus-Rezeptoren den Appetit). KG u.

Fettmasse zu 45–85 % polygenetisch fixiert. Selten monogene Adipositas bei Grad III mit Leptinmangel (Ther.: Leptin s. c.)

• Sek. Adipositas (5 %), z. B.: Cushing-Sy. ( 17.7 ), Hypothyreose ( 17.6.3 ), path. Glukosetoleranz ( 17.1.1 ), gonadale Unterfunktion,

Hypothalamusfunktionsstörungen, insgesamt selten. Medikamentöse NW, z. B. SSRI

Adipositas begünstigende Ernährungstrends:

• Take-away-, Convenience-Produkte: Kalorienzufuhr ↑, Nährstoffdichte ↓

• Außer-Haus-Verzehr ↑

• Übermäßige Portionsgrößen

• Ständige Verfügbarkeit von Fastfood

• Energiereiche Getränke

Klinik Körperl. Beschwerden meist erst durch Folgeerscheinungen!

• Folgen mechanischer Überbelastung: Gon-, Koxarthrose ( 6.6.3 ), LWS-Sy. ( 6.2.5 ), Senk-, Spreizfüße, Beinvarikose ( 11.4.2 ), körperl.

Leistungsfähigkeit ↓, Atemnot bis zur Ateminsuff. mit Polyglobulie (Pickwick-Sy., s. auch 12.7.3 ), Hyperhidrosis, Pruritus

• Adipositasbedingte psychische Probleme (soziale Isolation), Potenz-, Libidostörungen ( 13.8 ), reaktive Depression, soziale Diskriminierung

• Ventilationsstörungen, z. B. Schlafapnoe ( 12.7.3 )

• Nässende Ekzeme zwischen Fettwülsten, Striae; Hyperhidrosis

• Mögliche KO durch Stoffwechselveränderungen u. erhöhtes vaskuläres Risiko: Typ-2-Diab. ( 17.1.1 ), Hypertriglyzeridämie ( 17.2 ), Fettleber,

Cholesteringallensteine ( 8.9.1 ), Hyperurikämie ( 17.3 ), Hypertonie, metab. Sy., KHK

• Ca-Risiko ↑ (z. B. kolorektales Ca, Pankreas-, Nieren-, Endometrium-, Mamma-, Ovarial-, Prostata-Ca)

• Androgenbildung bei F ↑ → z. B. Hirsutismus, PCO-Sy., 14.3.7

Diagnostik

• Regelmäßige Gewichtskontrolle: durch Pat. zu Hause, bei Arztbesuch. BMI ( Abb. 17.8 )?

• Ganzkörperstatus mit bes. Berücksichtigung des Herz-Kreislauf-Systems. Cave: Evtl. breitere Blutdruckmanschette, sonst RR-Werte zu hoch.

Taillen-zu-Hüft-Umfangsdifferenz (Waist-to-Hip Ratio)? Ödeme?

• Labor: BB, BZ, Chol, TG, GGT, GOT, GPT, TSH basal, Harnsäure, Krea, Urinteststreifen

• Ruhe-EKG, ggf. Belastungs-EKG, Oberbauch-Sono

Naturheilkundliche Therapieempfehlung Homöopathie:

• Cefamadar ® Tbl. (Madar D4). Dos.: Erw. 1–3 × 1 Tbl./d, < 6. Lj. nicht mehr als die Hälfte, 6.–12. Lj. nicht mehr als ⅔ der Erw.-Dosis

• Fucus vesiculosus D6 DHU

® Tbl.; Dos.: 3 ×/d 1 Tbl. vor dem Essen im Mund zergehen lassen

Prognose Ab BMI > 30 Mortalität ↑. Ab BMI > 40 evtl. Lebenserwartung um 20 J. ↓.

Mangelernährung in Deutschland

Trotz Wohlstandsgesellschaft zunehmend Problem der Malnutrition in industriellen Ländern: Lt. aktueller Studien der Deutschen Gesellschaft für

Ernährungsmedizin (DGEM) ¼ aller Pat. bei stat. Aufnahme mangelernährt, unter den Senioren u. v. a. Demenzerkrankten in geriatrischen Abteilungen >

50 %, bei onkolog. Pat. ca. 40 %. Malnutrition hat neg. Einfluss auf Krankheitsverlauf, Prognose, Lebensqualität: Therapie-NW ↑, Compliance ↓,

Therapieunterbrechungen ↑, interkurrente Inf. ↑ etc.

Evidenzbasierte ernährungsmed. Assessment-Instrumente: Subjective Global Assessment ( SGA) : Einschätzung des Ernährungszustands (standardisierter

Fragebogen) u. Nutritional Risk Screening (NRS): Screening auf Mangelernährung (v. a. im Krankenhaus, standardisiertes Fragebogenscreening, 29.4 ,

29.12 ).

17.5.2. Normalisierung von Gewicht und Nahrungszusammensetzung

Indikationen zur Gewichtsreduktion

• BMI (↑)–↑ (> 25 kg/m 2

) bei gleichzeitigen KO/übergewichtsbedingten Sympt.

• Ab BMI > 30

Allgemeine Richtlinien zur Gewichtsreduktion

• Möglichst frühzeitig. Realistisches Diätziel setzen! Statt 10–20 kg weniger, 5–10 % Gewichtsverlust realistischer

• „Politik der kleinen Schritte“: Ernährungsumstellung statt striktem Essverbot (kein „Hungern“)

• Wiederholte KG-Reduktionen mit nachfolgender Gewichtszunahme („Jo-Jo“-Effekt) vermeiden. Pat. mit wechselndem KG haben höhere koronare

Morbidität als Personen mit konstantem Gew. „Blitz- u. Hungerdiäten“ verschärfen Gewichtsprobleme

• Ernährungsumstellung nicht zeitlich begrenzt, sondern lebenslang planen (verhaltensther. Lernprozess)

• Diät mit Sport verbinden

• Beratung durch Diätassistenten, professionellen Ernährungsberater, ernährungsmed. weitergebildeten HA (Anlaufstellen: KK, amb. Einzel- o.

Gruppenberatung Praxis)

• Beste Erfolge durch Komb. Diät, Verhaltensther. (Selbsthilfegruppen, Gruppenbehandlung als IGeL-Leistung), körperl. Training

• Therapieresistente Pat.: Wichtigster Ansatz ist körperl. Bewegung. Studien zeigten: je höher körperl. Aktivität unabhängig vom KG, desto geringer

Erkr.-Risiko (Evidenzgrad A). „Rezept für Bewegung“ verordnen (Landesärztekammer)

• Regelmäßige Motivation durch HA (pos. Verstärkung der Gewichtsreduktion)

Regeln zur Gewichtsreduktion

• Allgemein:

– Weniger essen; zucker-, fettreiche Lebensmittel ↓

– Ballaststoffreiche Lebensmittel (Gemüse, Obst, Salat) ↑

– 3 kalorisch ausreichende Mahlzeiten tägl. Auf kleine Zwischenmahlzeiten verzichten → dafür trinken (Wasser, Tee)

– Cave: einfache Ernährungsregeln (keine Kalorien-, Punktetabellen), realistische Erwartungen des Pat. an sich selbst

• Nahrungszusammensetzung:

– Möglichst mit pflanzlichen Fetten (z. B. Raps-, Olivenöl) Bedarf an ungesättigten Fettsäuren decken

– Fettarme Zubereitung Fleisch-, Fischgerichte: Dünsten, Grillen, Garen in Klarsichtfolie. Teflongeschirr/Römertopf verwenden. Cave:

Anbraten vermeiden

– Magere Wurst- u. Käsesorten. Cave: Alles sichtbare Fett entfernen

– Mineralwasser, Tee, energiefreie „Light-Getränke“ (mind. 2,5 l/d). Zucker durch Agavendicksaft o. Stevia ersetzen. Fruchtzucker:

höherer glykämischer Index als Haushaltszucker! Diabetikersüß-/-backwaren: u. U. nicht energiereduziert

– Vollkornprodukte, frische natürliche Lebensmittel ↑, keine Fertigprodukte u. Industrienahrung

Schlechter Schlaf ist ebenfalls RF für metab. Sy.: bereits kurzfristige Schlafrestriktion → Insulinsensitivität ↓, Hunger ↑, spontanes Bewegungsverhalten

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