Differenzialdiagnose
Anamnestische Hinweise Tab. 21.25 , DD hypokinetisch-rigides Sy. Tab. 21.26 .
Tab. 21.25 Anamnese zur Differenzialdiagnose des Parkinson- SyndromsIdiopathisches Parkinson-Sy.
Sekundäres Parkinson-Sy./Ausdruck einer anderen neurodegenerativen
Erkrankung
Verlauf Langsam progredient Apoplektiform, ggf. Remissionen
Vorerkrankungen Leer (zumindest zu Beginn) Stammganglieninfarkt, SHT (Boxer-Enzephalopathie), Enzephalitis, NPH
Medikamentenanamnese Leer (zumindest zu Beginn) Antipsychotika, Metoclopramid
Klinik
• Gutes Ansprechen auf L-Dopa
• Ruhetremor
• Einseitiger Beginn, bleibende
Seitenasymmetrie
• > 3 J. streng einseitig
• Zerebelläre, autonome Pyramidenbahnzeichen
• Demenz zu Beginn im Vordergrund
• Kein Ansprechen auf L-Dopa
Tab. 21.26 DD Hypokinetisch-rigides Syndrom
Klinik u. Diagnose Therapie
Vaskuläres Parkinson-Sy.
• „Lower body parkinsonism“ (Beine >> Arme
betroffen, apoplektiformer Verlauf)
• CCT, cMRT
Ther. der RF: L-Dopa-Versuch, Amantadin (bis 400 mg/d,
cave: Niereninsuff., Halluzinationen)
Normaldruckhydrozephalus
• Trias: kleinschrittig-apraktisches Gangbild,
Demenz, Inkontinenz
• CCT/cMRT: Missverhältnis innerer zu äußeren
Liquorräumen
• Stat. Liquorablassversuch
Ventrikuloperitoneale Shuntanlage
Medikamentös induziert (typ.
Antipsychotika, Olanzapin, Lithium,
Metoclopramid, Reserpin, Flunarizin)
• Medikamentenanamnese zu Therapiebeginn
• Andere Sympt. von Spätdyskinesien
Absetzen/Umsetzen der Medikation
Seltenere Ursachen: metab. (M. Wilson 8.7.2 , Hypoparathyreoidismus 17.7 ), entzündlich (HIV, „Encephalitis lethargica“), intrazerebrale Raumforderung
21.6 , traumatisch (Boxer-Enzephalopathie, häufige, schwere Kopftraumen, oft mit Demenz), toxisch (z. B. CO, Mangan)
Parkinson-Syndrom als Symptom anderer neurodegenerativer Erkrankungen (früher Parkinson plus oder atypisch genannt, neue Einteilung, insb. nach
histopathologischen Unterschieden/Gemeinsamkeiten)
Multisystematrophie (MSA):
neurodegenerative Erkr. von 2 o. mehr
Systemen (autonomes, zerebelläres,
pyramidales o. extrapyramidales
System), „α-Synukleopathie“
• Autonom (orthostatische Hypotonie, erektile
Dysfunktion, Blasenstörung)
• Zerebellär (Gangataxie, Dysarthrie,
Extremitätenataxie, Blickrichtungsnystagmus)
• Pyramidal (Babinski pos., gesteigerte MER)
• Extrapyramidal (Bradykinese, Tremor, Rigor,
posturale Instabilität)
• Im Vordergrund: Logopädie, PT, Ergotherapie
• Therapieversuch mit L-Dopa u. Amantadin
• Sympt. Therapie s. o.
Progressive supranukleäre
Blickparese , „Tauopathie“
Vertikale Blickparese, Vorstadium: vertikale
Sakkadenverlangsamung, posturale Instabilität, typ.
Stürze im 1. Erkrankungsjahr, proximal betontes
hypokinetisch-rigides Sy., Dysphagie, Dysarthrie,
Frontalhirnzeichen
s. o., bei schwerer Schluckstörung mit Aspirationsgefahr o.
unzureichender Kalorienzufuhr: perkutane
gastroduodenale Sonde
Kortikobasale Degeneration ,
„Tauopathie“
Ausgeprägtes asymmetrisches hypokinetisch-rigides
Sy., schlechtes Ansprechen auf L-Dopa, Dystonie,
Myoklonien, kortikale Dysfunktion (Apraxie,
kortikales sensorisches Defizit, Dysphasie,
demenzielles Sy., „Alien-Limb-Sy.“)
s. o., bei Myoklonien ggf. Clonazepam
Lewy-Körperchen-Demenz , „αSynukleopathie“
Progredientes demenzielles Sy. mit ausgeprägten
Fluktuationen auch der Aufmerksamkeit u. der
Vigilanz, detaillierte optische Halluzinationen,
hypokinetisch-rigides Sy.
Ausgeprägtes Ansprechen auf Medikamente
(schwere Vigilanzstörung auf Spuren von atyp.
Antipsychotika, akinetische Krisen auf typ.
Antipsychotika)
L-Dopa, ggf. Ther. der Demenz mit CholinesteraseHemmer: z. B. Rivastigmin (Exelon ® Pflaster 4,6 mg–9,5
mg/24 h), Halluzinationen: Clozapin (initial nur 6,25 mg,
da ausgeprägtes Ansprechen), Quetiapin (initial 12,5 mg),
nie typ. Antipsychotika
21.7.2. Andere neurodegenerative Erkrankungen
Chorea Huntington
Definition Autosomal -dominant vererbte degenerative Erkr. der Basalganglien, 100 % Penetranz, Prävalenz 2–10/100.000, Manifestation 40–50. Lj.
Klinik
• Zunächst oft psychische Veränderungen (unverträglicher, reizbar, häufiger Arbeitgeberwechsel)
• Später affektiv enthemmt, paranoides Sy.
• Danach Einsetzen der hyperkinetischen Bewegungsstörung: Grimassieren, verwaschene Sprache, Zunge ständig in Bewegung, erst unilateral, dann
bilateral fahrige Bewegungen, die in normale Handlungen eingebaut werden
Diagnose Durch spezialisiertes Zentrum, neurolog. Klinik, da weitreichende psychosoziale Folgen; zerebrale Bildgebung: Atrophie Ncl. caudatus,
molekulargenetisch (vorher: Aufklärung nach Gendiagnostikgesetz; am besten über humangenetisches Institut).
Differenzialdiagnose M. Wilson ( 8.7.2 ), Hyperthyreose ( 17.6.2 ), Lupus erythematodes ( 18.6.2 ).
Andere choreatische Syndrome:
• Chorea minor : wenige Wochen dauerndes choreatisches Sy. als Manifestation eines rheumatischen Fiebers (nach Streptok.-Inf.), im Kindes- u.
Jugendalter, folgenlose Ausheilung, aber öfter Rezidive. Ther.: Langzeitpenicillin, sympt.
• Schwangerschaftschorea : 3.–5. Schwangerschaftsmon. o. unter oralen Kontrazeptiva, 50 % haben Chorea minor im Kindesalter durchgemacht
Therapie
• Sympt. Therapie, i. d. R. durch FA
• Zurückhaltende Gabe von Antipsychotika vs. Hyperkinesien: z. B. Tiaprid (Tiaprid ct ® , Tiaprid Hexal ® 300–1.200 mg/d in 3–4 ED). NW:
Verschlechterung von Bradykinese, Depression. Antidepressive Ther.: Sulpirid (Sulpirid beta ® 400–600 mg/d) o. SSRIs
• An hochkalorische Nahrung u. Therapie der Schluckstörung bei Gewichtsverlust denken
• Psycholog. u. psychosoziale Betreuung. Cave: hohe Suizidraten
• Krankengymnastik, Logopädie
• Genetische Beratung durch humangenetisches Zentrum
Selbsthilfegruppe: Deutsche Huntington-Hilfe, www.dhh-ev.de
Motoneuronerkrankungen
Definition Degenerative sporadische o. erbliche Erkr. mit Untergang des 1. (Pyramidenbahn) o. 2. Motoneurons (peripheres Motoneuron, Umschaltung im
spinalen Vorderhorn). Übersicht Tab. 21.27 .
Tab. 21.27 Übersicht Motoneuronerkrankungen
Degeneration
1. Motoneuron
Degeneration
2. Motoneuron
Degeneration
1. u. 2. Motoneuron
Spastische Spinalparalyse
• Meist hereditär, 25 % sporadisch
• Langsam progrediente Paraspastik
• Ausschlussdiagnose, DD: ALS,
spinale/parasagittale Raumforderung,
MS, Vit.-B 12
-Mangel, frühkindliche
Hirnschädigung
• Sympt. Therapie
Spinale Muskelatrophie (SMA)
• Meist hereditär
• Nukleäre Atrophie: peripherer Lähmungstyp,
Faszikulationen
• Verschiedenste Formen mit spez. Klinik u.
Erkrankungsalter, z. B. infantiler Typ: WerdnigHoffmann (1. Lj.) o. progressive SMA DuchenneAran (20.–45. Lj.)
Postpoliosy.
• Langsam progrediente Atrophie u. Faszikulationen
auch der Muskeln, die vorher nicht betroffen waren
• 30 % der Polio-Pat. nach 20–40 J.
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
• Sporadisch (meist) o. hereditär (autosomal-dominant)
• Prävalenz 5/100.000 Einwohner
• Komb. aus atrophischen u. spastischen Lähmungen:
Muskelatrophie bei erhaltenen Muskeleigenreflexen,
Faszikulationen, Fibrillation der Zunge („Sack voller
Würmer“)
• Rasch progredienter Verlauf, nur etwa 30 % überleben
länger als 5 J., Tod durch Aspirationspneumonie,
respir. Insuff.
Progressive Bulbärparalyse
• Degeneration der kaudalen HN-Kerne, Sonderform
der ALS?
• Bulbäre Sympt.: Dysarthrie mit nasaler Sprache,
nasale Regurgitation beim Schlucken, bds.
Fazialisparese
• Riluzol (Ther. der ALS)
• DD: sympt. Formen (paraneoplastisch, monoklonale
Gammopathie), Vit.-B 12
-Mangel, Syringomyelie,
spinale Raumforderung, multifokale motorische
Neuropathie
Therapeutische Prinzipien der amyotrophen Lateralsklerose
Kausal: Riluzol (Rilutek ® ) 2 × 50 mg/d.
Symptomatisch:
• Aufklärung: i. d. R. friedlicher Tod (durch CO 2
-Narkose), kein „Ersticken“, über Patientenverfügung informieren (alle 6 Mon. erneuern; sinnvoll,
um ungewünschte Notfallintubation zu verhindern), Anbindung an palliativmed. Zentrum
• Psycholog., psychosoziale u. psychother. Begleitung, meist auch der Angehörigen, notwendig. Selbsthilfegruppe: Deutsche Gesellschaft für
Muskelkranke ( www.dgm.org )
• Krankengymnastik, kein Krafttraining, Ergotherapie, Logopädie
• Chron. respir. Insuff.: Mukolytika, Flüssigkeitszufuhr, Aufklärung über Heimbeatmung durch spezialisiertes Zentrum (bei chron. Hypoventilation
mit belastender Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, Depression), frühzeitige Ther. von Pneumonien, Bronchitis. In der Terminalphase z. B.
Morphin/Lorazepam gegen Dyspnoe u. Angst. Bei vorsichtiger Dosierung beginnend mit Morphin 1 mg s. c./2,5 mg oral (z. B. Oramorph ® Tr. 20
mg/ml) keine Zunahme der Ateminsuff. zu erwarten
• Speichelfluss: Scopolamin-Pflaster, alternativ Amitriptylin, jeweils Off-Label
• Schluckstörungen: Logopädie, ggf. nach sorgfältiger Aufklärung PEG bei erhöhtem Leidensdruck, Aspirationsgefahr
• Schmerzen: durch Spastik (Antispastika), durch Crampi (Magnesium, Chinin (Off-Label), andere nach WHO-Stufenschema)
• Hilfsmittelverordnung: Peroneusschiene, Rollstuhl, Kommunikationstafeln
Demenzerkrankungen
29.5.2.
21.8. Epilepsie
21.8.1. Definition
Wiederholtes Auftreten von Anfällen, die durch bestimmte Sympt. charakterisiert u. Folge epileptischer Entladungen sind. Ein Gelegenheitsanfall ist ein
Einzelanfall, der durch bestimmte Auslöser ausgelöst wird, z. B. bei Kindern Fieberkrämpfe, bei Erw. Alkoholentzugsanfall.
21.8.2. Erster Anfall im Erwachsenenalter und Gelegenheitsanfall
Ätiologie ¾ der Epilepsien manifestieren sich vor dem 20. Lj., hier v. a. die idiopathische Epilepsie ohne erkennbare morpholog., metab. Ursachen, Auslöser.
Im Erw.-Alter v. a. sympt. Formen nach Ischämie, Hirntumoren, Blutungen u. bestimmten Auslösern wie Alkohol; DD Gelegenheitsanfall.
Anamnese und Fremdanamnese
• Auslöser: Schlafentzug, Alkoholexzesse u. -entzug, Inf., Drogen, Medikation (prinzipiell alle zentral wirksamen Medikamente, auch Penicillin i. v.,
Anästhetika etc.), metab. Störung (Diab., Hypoglykämie, Leber-, Nieren-, SD-Erkr.), fotogen (Diskothek, Computerspiele, Alleefahrten), audiogen
(bestimmte Geräusche, Musik)
• Prodromi, Aura
• Sympt. eines Grand-Mal : Initialschrei, motorische Entäußerungen (bilateral, rhythmisch), Augen (Faustregel: geschlossen → psychogener Anfall,
offen → epileptischer Anfall/Synkope, „verdreht“ → epileptischer Anfall, Blickwendung nach oben → Synkope), Atmung, Gesichtsfarbe,
Zungenbiss, Enuresis, Enkopresis, Kontaktfähigkeit ↓
• Dauer, postiktale Reorientierungsphase, Amnesie
• Postiktal Muskelkater, Verletzungen (oft Schulterluxationen, Wirbelkörperfrakturen)
• Familienanamnese
• Hinweise auf ein Epilepsie-Sy.: frühere stereotype Ereignisse, tageszeitliche Abhängigkeit (schlafgebunden?), morgendliche Myoklonien („Lassen
Sie morgens Gegenstände wie die Kaffeetasse mit voller Wucht fallen?“: myoklonische Epilepsie)
• Vorerkr.: SHT, Meningoenzephalitis, Fieberkrämpfe als Kind
Klinik Gelegenheitsanfall i. d. R. als generalisierter tonisch-klonischer Anfall (Grand-Mal), sympt. Epilepsie als fokal eingeleiteter (evtl. nur als Aura), sek.
generalisierter Anfall.
Diagnostik
• Internistischer, psychiatrischer u. neurolog. Untersuchungsbefund
• Labor: Entzündungszeichen (BB, BSG, CRP), metab. Veränderungen (BZ, TSH, Krea, Transaminasen, GGT), ggf. Drogenscreening
• Je nach Akuität: notfallmäßige stat. Einweisung o. FA-ÜW zur zerebralen Bildgebung (cMRT) z. A. einer sympt. Epilepsie, EEG, ggf. LP
• Kardiovaskuläre Diagn.: LZ-EKG, LZ-RR, Herzecho, Neurodoppler zum Ausschluss von Synkopen, TIAs
Differenzialdiagnosen Andere anfallsartige Erkr. mit o. ohne Bewusstlosigkeit: TIA ( 21.3.1 ), Synkopen ( 10.1.5 ), psychogene Anfälle, Migräne mit Aura
( 21.1.1 ), Hypoglykämien ( 17.1.6 ), Hyperventilationssy. ( 22.14.2 ), Myoklonien ( 21.1.8 ).
Therapie des Gelegenheitsanfalls Hausärztl. Beratung:
• Aufklärung über Gefahren u. Risiken, z. B. Extremsportarten, Baden
• Unbedingt Absprachen mit Neurologen u. Arbeitsmediziner nötig: gefährliche Maschinen am Arbeitsplatz, Gerüstbauer, Gabelstapler-/Lkw-
/Busfahrer
• Vermeidung von Auslösern: regelmäßige Lebensführung mit regelmäßigem Schlaf, Meiden von Alkohol u. individuellen Auslösern, z. B.
Stroboskop; ggf. Umsetzen begünstigender Medikation
• Kraftfahrtauglichkeit: Begutachtungsleitlinien der Bundesanstalt für Straßenwesen (Stand: 5/2014), im Einzelfall nach 3–6 Mon. Autofahren wieder
möglich. Anfallsfreiheit/Fahrtauglichkeit muss fachärztl. dokumentiert werden
Fährt ein Pat. trotz Fahruntauglichkeit, kann er im Falle eines Unfalls den Versicherungsschutz verlieren. Der Arzt hat grundsätzlich Schweigepflicht,
kann Schweigepflicht aber in Fällen erheblicher Gefährdung brechen (Abwägen des Rechtsguts „Unversehrtheit an Leib u. Leben“ gegen „schutzwürdige
Interessen des Pat.“).
Fahrtauglichkeit
Für aktuelle Begutachtungsleitlinien der Bundesanstalt für das Straßenwesen: www.bast.de .
Epilepsie-Pat. mit therapieresistenten epileptischen Anfällen sind nicht fahrtauglich. Dabei ist die Sicherheit der Diagnose unerheblich, weil auch andere
nichtepileptische Bewusstseinsstörungen nach den gleichen Kriterien beurteilt werden.
Fahrtauglichkeit können Pat. erhalten:
• Nach einem einmaligen Anfall nach 3–6 Mon. Anfallsfreiheit, wenn das Rezidivrisiko gering ist: z. B. Gelegenheitsanfall mit vermeidbaren
Auslösern (bei unbehandelter, fortbestehender Alkoholabhängigkeit besteht dauerhaftes Fahrverbot!), unauffälliger neurolog. Diagnostik (cMRT,
EEG), fehlenden Hinweisen auf ein Epilepsie-Sy. Das gilt auch für den ersten Anfall nach langjähriger anfallsfreier Zeit.
• Nach dem 2. Anfall u. bei der Diagnose einer Epilepsie wird i. d. R. 1 J. Anfallsfreiheit gefordert, bei langjährigen, schwer therapierbaren Epilepsien
2 J. EEG spielt bei der Beurteilung untergeordnete Rolle.
• Bei rein schlafgebundenen Anfällen nach > 3 J. Beobachtungszeit (keine Anfallsfreiheit erforderlich).
• Bei einfachen fokalen Anfällen, die das Fahren nicht beeinträchtigen, nach > 12 Mon. Beobachtungszeitraum (keine Anfallsfreiheit erforderlich).
• Bei Anfällen, die innerhalb der ersten Wo. nach SHT o. Schädel-OP auftreten, ohne Hinweise auf strukturelle Hirnläsionen nach 3 Mon.
Anfallsfreiheit.
Cave: Bei Therapieumstellungen bzw. Absetzen der Medikation besteht meist auch fehlende Fahrtauglichkeit von 3 Mon. . Patientenberatung
dokumentieren!
Wesentlich strengere Empfehlungen bei Berufskraftfahrern.
Bei Hinweisen auf epileptisches Sy. o. eine sympt. Epilepsie mit erhöhtem Rezidivrisiko ggf. zusätzlich medikamentöse Therapie:
• Indikationsstellung i. d. R. durch FA, nach dem ersten Anfall nicht zwingend, abhängig vom Rezidivrisiko u. Wunsch des Pat. (Angst vor neuen
Anfällen, Leidensdruck, Öffentlichkeit, Notwendigkeit einer Fahrtauglichkeit)
• Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Epilepsie-Sy., Möglichkeit der Vermeidung von Auslösern u. Behebung von Ursachen
• Auswahl richtet sich nach der Anfallsform; auch initial zunehmend Einsatz neuerer Medikamente mit ↓ NW ( Tab. 21.28 )
Tab. 21.28 Auswahl Antiepileptika: Dosierungen, NW
Medikament
Erw.-Dosis (1.
Zieldosis bis
max. Dosis)
mg/d ∗
Auswahl von NW (häufige, dosisabhängige, i. d.
R. reversibel)
WW mit Medikamenten (
33.2 )
Carbamazepin retardiert
600–1.600, in
2 ED
ret./3 ED
unretardiert
Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen,
Nystagmus, Ataxie, Verschwommensehen,
Blutbildveränderungen, Hepatopathien,
Dermatitiden, E’lytstörungen
Enzyminduktion mit
beschleunigtem Abbau, z. B.
von Phenytoin, Marcumar ®
, Digitoxin; Versagen der
„Pille“
Phenytoin
200–400 in 2
ED
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