Más temas relacionados المزيد من المواضيع المتعلقة अधिक संबंधित विषय 更多相关主题 Другие похожие темы Daha fazla ilgili konu More related topics Plus de sujets connexes Altri argomenti correlati Mais tópicos relacionados

Más temas relacionados المزيد من المواضيع المتعلقة अधिक संबंधित विषय 更多相关主题 Другие похожие темы

3/7/26

 


• ÜW → Kinder-/Jugendpsychologie zum heilpädagogischen o. verhaltensther. Training der Selbstkontrolle, der sozialen Anpassungsfähigkeit u. zur

Förderung bei Teilleistungsschwächen durch psychomotorische Übungsbehandlung, ggf. Lese-Rechtschreib-Training

• Psychostimulanzien nur nach sorgfältiger Indikationsstellung u. als BtM-Verordnung durch FA f. Kinder- u. Jugendmedizin, Psychiater/Neurologen:

– Methylphenidat (z. B. Ritalin ® , Medikinet ® ); cave: Wachstumsstörungen, Appetitlosigkeit, RR-Veränderungen, Anorexie. Wird

möglicherweise zu oft verordnet

– Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Atomoxetin (z. B. Strattera ® ); cave: suizidale Verhaltensweisen.

– Nur bei nicht ausreichender Wirksamkeit zentral stimulierendes Sympathomimetikum Dexamfetamin (z. B. Attentin ® ); cave:

Abhängigkeitspotenzial, Herzerkr.

• Selbsthilfegruppen: 16.16

Naturheilkundliche Therapieempfehlung 16.15.6 .

Behutsame Wortwahl im Gespräch mit Eltern wie Betroffenen, um Stigmatisierung zu vermeiden!

16.11.5. Schulphobie

Definition Angststörung bei SK, meist i. R. einer Trennungsproblematik bzgl. prim. Bezugsperson; im Gegensatz zu anderen schulbezogenen Angststörungen

gute schulische Leistungen, keine Beziehungsprobleme mit Lehrern, Mitschülern.

Klinik Häufig körperl. Beschwerden bei anstehendem morgendlichem Schulbesuch: Blässe, Schwitzen, Übelkeit, Kopfschmerzen. Cave: orthostatische

Dysregulation, Kollaps. Typischerweise Symptomfreiheit am Nachmittag, am Wochenende, in Schulferien.

Differenzialdiagnose

• Schulangst: begründete Angst vor Schule (Mitschüler, Lehrer, bestimmte Fächer). Hohes Aggressionsniveau, Leistungsdruck spielen entscheidende

Rolle; Jungen > Mädchen betroffen; häufig psychosozial bedingte Lernstörung o. Teilleistungsschwäche

• Schulschwänzen: kein Angst-, sondern Motivationsproblem; häufig Mangel an elterlicher Aufsicht, gelegentlich auch Vernachlässigung; Kinder

erfahren meist wenig fördernde elterliche Anregung; u. U. Beginn dissozialer Entwicklung

• Depression, Psychose

Therapie ÜW → Kinder-/Jugendpsychologie zur problemorientierten Psychother. 5 Eckpflichten (nach Lösche u. Klosinski):

• Baldige Wiederaufnahme des Schulbesuchs

• Fokussierung emotionaler Bedingungen

• Stärkung der Elternposition

• Klare Absprache mit Schule

• Kein Schulwechsel o. Hausunterricht

Bei jüngeren Kindern, in leichten Fällen eher amb., bei älteren Kindern/Jgl. eher stat. Ther. Cave: Schulbefreiende Atteste unbedingt vermeiden.

Prognose Abhängig vom Alter bei Störungsbeginn, Phobie-Schweregrad, Eltern-Kooperation. < 11 J. Therapieerfolg bei amb. Behandlung 90 %. Im

Vergleich zu häufigerer Schulangst Chronifizierungsgefahr.

Wichtig für die Prognose: rechtzeitige Abgrenzung von anderen Ursachen der Schulverweigerung!

16.12. Kindesmisshandlung u. Pädophilie

Definition Alle Formen von Vernachlässigung (materieller wie emotionaler), psychischer, physischer Gewalt gegen Kinder u. sexuellen Missbrauchs. In D gilt

seit 2000 grundsätzlich jede Körperstrafe unabhängig von ihrer Härte gesetzlich als Misshandlung.

Überwiegend sind Eltern u. nahestehende Personen (aller gesellschaftlichen Schichten, beiderlei Geschlechts) Misshandelnde. In D polizeiliche Erfassung

von ca. 3.000 Misshandlungen/J. u. 14.000 Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern/J., hohe Dunkelziffer. Bei Kindeswohlgefährdung (z. B. wiederholte

Misshandlungen): Ärzte zur Info an Jugendamt verpflichtet, keine Entbindung durch ärztl. Schweigepflicht.

Pädophilie : Sexualpräferenzstörung für Kinder bis Pubertät. Differenzierung zwischen reiner Präferenz (Gedankenebene) u. kriminellem Verhalten

(sexuelle Übergriffe). Unterscheidung Tätertypologie bzgl. sexuellen Kindesmissbrauchs: Sog. Ersatzobjekttäter vs. sadistische Gewalttäter.

Verdachtskriterien

• Multiple Hämatome verschiedener Abheilungsphasen ( cave: Stirnbeulen, Unterschenkelhämatome bei KK i. d. R. durch normales Hinfallen)

• Hautabschürfungen, Verbrennungen (z. B. punktförmige Verbrennungen durch Zigaretten, „Eintauch“-Verbrennungen), ausgerissene Haare

• Schmerzhafte Schwellungen, periostale Schwellungen, Frakturen

• SHT o. subdurales Hämatom, Retinaeinblutungen (Schütteltrauma )

• Verletzungen, infektiöse Erkr. im Genital- u. Analbereich

• Zerrissenes Oberlippenfrenulum

Typisches Elternverhalten

• Wiederholtes Aufsuchen verschiedener Ärzte

• Inadäquate, wechselnde, keine Erklärungen für Verletzungen

• In Anbetracht des kindlichen Zustands verspätetes Aufsuchen des Arztes

Jeden Verdacht auf Kindesmisshandlung genau dokumentieren u. abklären (Dokumentationsbögen: 16.16 ). Eltern direkt ansprechen, nicht

vorverurteilen (cave Verweigerung Zusammenarbeit). Ursachenabklärung, Kindeswohlsicherung: ÜW → pädiatrisches Zentrum (Skelett-Szinti, MRT,

Augenhintergrund). Nachfragen, ob Kind in Klinik angekommen! Falls nicht: Info an Jugendamt. Missbrauch innerhalb der Familie/im nahen Umfeld:

Kind aus Täterumfeld nehmen.

16.13. Fehlbildungssyndrome

16.13.1. Trisomie 21

Synonym Down-Sy.

Häufigste Chromosomenanomalie, 1 : 700 Lebendgeborene.

Ätiologie Meist freie Trisomie 21 (95 %), Mosaik mit normalen Zellen (2 %), Translokationstrisomie (3 %). Risiko freier Trisomie 21 steigt mit Alter der

Mutter (1 % mit 35 J., 3 % mit 40 J.). Bei balancierter Translokation eines Elternteils Wiederholungsrisiko 25 %.

Klinik

• Fazies: flaches Gesicht. Mongoloide Lidachsenstellung. Makroglossie. Epikanthus. Tief liegende Nasenwurzel. Kleine, im oberen Teil abgewinkelte

Ohrmuschel

• Sinnesorgane: helle Iris mit kleinen weißen Flecken (Brushfield-Spots). Kolobome, Strabismus, Nystagmus, Glaukom; Fehlbildungen,

Prädisposition zum Hörverlust

• Skelettsystem: Kleinwuchs. Brachyzephalus. Kurze, plumpe Hände (Tatzenhände). Vierfingerfurche; kurze Mittelphalanx V. Finger. Abstand 1. u. 2.

Zehe ↑ (Sandalenfurche). Gelenkbeweglichkeit ↑, atlantoaxiale Instabilität

• Innere Organe: Herzfehler (50 %, meist Septumdefekte, AV-Kanal). GIT-Stenosen/-Atresien. Hernien. Obstipationsneigung. Infektanfälligkeit ↑,

Malignomrisiko ↑ (Leukämien). M: Hypogonadismus, infertil; F: meist fertil

• Neurologie/Psychologie: im NG-, KK-Alter Muskelhypotonie; IQ < 50; fehlendes abstraktes Denken; Nachahmungstrieb; einfache Arbeiten in

Haushalt/geschützten Werkstätten möglich; Kinder meist heiter, froh, anschmiegsam, selten aggressiv; tapsiger Gang

Diagnostik Chromosomenanalyse.

Therapie Operative Korrektur innerer Fehlbildungen, KG, Frühförderung, Beratung u. Unterstützung der Eltern (Selbsthilfegruppen, Elternvereinigungen:

16.16 ).

Prognose Abhängig von Schwere innerer Fehlbildungen u. Immunschwäche. Inzidenz für Leukämie, M. Alzheimer ↑. Ca. 10 % erreichen 60. Lj.

16.13.2. Weitere Fehlbildungssyndrome

Fetales Alkoholsy. (FAS), Klinefelter-Sy. , Turner-Sy.: Tab. 16.14 .

Tab. 16.14 Fehlbildungssyndrome

Syndrom FAS Klinefelter-Sy. Turner-Sy.

Häufigkeit 1 : 500 aller NG 1 : 1.000 männl. NG 1 : 2.500 weibl. NG

Ätiologie

Intrauterine tox. Schädigung durch

Alkoholmissbrauch der Mutter in der Grav.

Numerische Chromosomenaberration:

Karyotyp XXY, XXXY o. XXXXY

Numerische Chromosomenaberration:

Monosomie X

Klinik

Untergewicht, Kleinwuchs, Mikrozephalus,

kraniofaziale Dysmorphie (flaches Mittelgesicht,

breiter Nasenrücken, großer Augenabstand,

schmales Oberlippenrot), geistige Behinderung,

Verhaltensstörungen

Hypogonadismus, Testosteronmangel:

ausbleibende Pubertät (fehlendes

Penis-, Hodenwachstum, ausbleibende

Scham-, Gesichts-, Axillarbehaarung).

Infertilität

Kleinwuchs, seitliche Halsfalte (Pterygium

colli), Herz-, Nierenfehlbildungen,

Lymphödeme Hand- u. Fußbereich, multiple

Pigmentnävi, prim. Amenorrhö, ausbleibende

Pubertät, Unfruchtbarkeit

Therapie

Nicht kausal möglich. Frühe psychosoziale

Betreuung, Entwicklungsförderung

Testosteron ab ca. 11. Lj.

Hormonelle Wachstumsförderung. Weibl.

Geschlechtshormone ab ca. 11. Lj.

Hilfe/Selbsthilfe: 16.16 .

16.14. Tumoren im Kindesalter

Bedeutung In D ca. 2.000 kindl. Krebsneuerkr./J.; Leukämien u. maligne Lymphome: 50 %, ZNS-Tumoren: 20 %. Heilungschance inzwischen

durchschnittlich > 75 %. Bei jedem Verdacht FA-ÜW/spezialisierte Zentren.

Klinik

• Allgemeinsympt.: Abgeschlagenheit, Spielunlust, Appetitlosigkeit, Gewicht ↓, subfebrile Temperaturen o. chron. Fieber, Nachtschweiß, Schmerzen.

Häufig AZ gut (selbst bei prim. bereits multiplen Metastasen).

• Intrakranielle Tumoren:

– Prim.: Kopfschmerzen, manchmal (fokaler) Krampfanfall als Erstsymptom

– Fortgeschritten: Hirndrucksympt., neurolog. Ausfälle, motorische Sympt. (Gang-, Standunsicherheit), Ataxie, Nystagmus (v. a.

infratentorielle Tumoren); Verhaltensauffälligkeiten, Leistungsknick, Störungen endokrin-metab. Funktionen (z. B. Diab. insip., Wachstumsstörungen)

• Tumoren Kopf-/Halsregion: Sympt. oft wie bei chron. Entzündungen (Otitis, Rhinitis, Konjunktivitis). Nasale Sprache bei nasaler Obstruktion

(mit/ohne Epistaxis), Hörverlust bei Kompression Tuba auditiva, Protrusio bulbi bei Orbitabefall, HN-Ausfälle bei Schädelbasisbeteiligung.

Doppelbilder als Strabismusfolge (Nn. III, IV, VI), Ptose (VII), Hyperästhesie (V). Hals-Lk ↑, sichtbare Schwellungen Gesicht/Hals

• Mediastinaltumoren: Sympt. zu Erkr.-Beginn evtl. sehr diskret. Trockener, anstoßender Husten, rezid. Bronchitis, Pneumonie,

Schluckbeschwerden bei Ös.-Kompression, Dyspnoe bei Tracheakompression o. Pleuraerguss. Bei großen Tumoren akut bedrohliche

Atemstörungen (hochgradiger Stridor, Zyanose, Einflussstauung z. B. der V. cava sup., Herzverdrängung)

• Intraabdom. Tumoren: Entdeckung oft zufällig, z. B. als indolente Resistenz o. sichtbare Schwellung beim Baden/Ankleiden. Sympt.:

intermittierende (kolikartige) Bauchschmerzen, später Fieber, Erbrechen, Gewicht ↓

• Knochentumoren: meist an Extremitäten (Osteosarkom, Ewing-Sarkom ). Schmerzen uncharakt., intermittierend, nicht eindeutig

belastungsabhängig. Tumorbedingte Schwellung (hart, überwärmt, unverschieblich), Funktionsbeeinträchtigung Extremität bedingen Arztbesuch.

Oft wird Bagatelltrauma für Beschwerden verantwortlich gemacht. Rötung u. Überwärmung: Cave: Fehldiagnose Osteomyelitis

Therapie Stat. Strahlen-/Chemother., meist in Komb., fast immer kurativ.

Infektionsprophylaxe:

• Konsequente Mund-, Schleimhautpflege: Spülung (3–4 ×/d) mit desinfizierenden u. alkalisierenden Lsg. (orale Antiseptika), Schleimhautläsionen

mit Adstringenzien (z. B. Pyoktanin 0,5 %) pinseln. Bei Thrombopenie keine Zahnbürste verwenden, stattdessen gurgeln z. B. mit Chlorhexamed ®

-Lsg.

• Impflücken schließen ( cave Lebendimpfstoffe bei Immunsuppression; mit behandelnden Spezialisten klären, Impferfolg überprüfen)

• Varizellenkontakt: passive Immunisierung mit Varizellen-Hyperimmunglobulin binnen 24 h (max. 72–96 h, z. B. Varicellon ® 0,2 ml/kg KG i. m. o.

Varitect ® 1 ml/kg KG i. v.)

• Bei V. a. Inf. eines immunsupprimierten Kindes sofortige Klinikeinweisung

Prinzipien der Schmerztherapie: ( 27.1.2 ).

• Möglichst kausal, spezifisch

• Individuell, ausreichend dosieren

• Regelmäßige Gabe gemäß Wirkdauer, nicht „bei Bedarf“

• Oral vor parenteral

• Stufenweiser Ther.-Aufbau (WHO):

– Peripher wirkende Analgetika (z. B. Metamizol, Paracetamol)

– Zentral schwach wirkende Analgetika (z. B. Codein, Tramadol)

– Zentral stark wirkende Analgetika (z. B. Opiate: Morphin) mit/ohne Adjuvanzien ( 16.15.1 )

• Weitere Möglichkeiten zur Tumorschmerzther. ( 20.4.7 )

Die häufigsten Tumoren im Kindesalter

• Leukämie: akute lymphatische Leukämie (ALL ) ist mit 80 % häufigste Leukämie im Kindesalter (Prädilektionsalter 1–6 J.), gefolgt von akuter

myeloischer Leukämie (AML) mit 15 %. Klin.: Fieber, Blässe, Müdigkeit, Gewicht ↓, Nasen-, Zahnfleischbluten, Lk ↑, Hepatosplenomegalie. 5-

JÜR nach heutigen Ther.-Protokollen: ALL 90 %, AML 50 % ( 19.4.1 )

• M. Hodgkin (Lymphogranulomatose): von Lk ausgehende neoplastische Erkr. mit typ. einkernigen Hodgkin-Zellen u. mehrkernigen SternbergRiesenzellen; zunächst Ausbreitung in Lk, Milz; danach weiterer Organbefall (Lunge, Leber, KM, Knochen). 5-JÜR 95 % ( 19.4.3 )

• Maligne Non-Hodgkin-Lymphome: bei Kindern fast ausschließl. hoch maligne Lymphome mit Neigung zu leukämischer Generalisierung.

Entscheidend für Ther. u. Prognose ist Klassifikation als B- o. Non-B-Lymphom. Prim. abdom. Lymphom ist mit großer Wahrscheinlichkeit B-ZellLymphom, prim. mediastinales eher T-Zell-Lymphom. 5-JÜR 85 % ( 19.4.3 )

• Wilms-Tumor (Nephroblastom): hoch maligne renale Mischgeschwulst mit häufiger pulmonaler Filiarisierung . Vorkommen ab 1.–5. Lj.,

gelegentlich schon im NG-Alter. Klin.: Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber, Hypertonie, Mikrohämaturie; oft sichtbarer, großer, relativ harter

Tumor. Makrohämaturie u. U. Zeichen für Tumoreinbruch in Nierenbeckenkelchsystem. Ähnliche Sympt. bei Weichteilsarkomen (z. B.

Rhabdomyosarkom Blase), Neuroblastomen. 5-JÜR 90 %

• Neuroblastom: maligner Tumor des autonomen Nervensystems, v. a. Sgl., KK. Primärtumor entlang Grenzstrang u. im Nebennierenbereich,

Metastasen v. a. KM, Knochen; seltener Lk, Leber, ZNS, Haut. 5-JÜR 85 %

• Osteosarkom: maligner Knochentumor mit Produktion Osteoid/unreifer Knochen. Prädilektionsalter: 2. Lebensjahrzehnt; v. a. Metaphysen langer

Röhrenknochen. Frühe Metastasierung (meist Lungen). 5-JÜR 65 %

• Ewing-Sarkom: klein- u. rundzelliger Knochentumor (geht wahrscheinlich vom bindegewebigen KM-Grundgerüst aus). Prädilektionsalter: 10–15

J.; v. a. Diaphysen langer Röhrenknochen, aber auch flache Knochen (Becken, Skapula, Wirbel, Rippen). Metastasierung: Lungen, Skelettsystem.

5-JÜR 65 %

16.15. Pädiatrische Arzneitherapie

Orale Gabe (Tr., Saft, Tbl.) vorziehen. Wichtige Medikamente (Paracetamol, Diazepam, Kortison) für Notfall auch als Zäpfchen bzw. Rektiole; i. m. Inj.

unnötig (Resorption unsicher, zusätzliche Ängste). Compliance korreliert mit Anzahl der ED/d (1/2/3/4 ED/d ≈ 73/70/52/42 % Compliance). Wenige ED/d

daher vorziehen.

Dos. richtet sich nach KG ( Tab. 16.15 ). Praxis: Altersgruppenorientierung hilfreich ( Tab. 16.16 ).

Tab. 16.15 Durchschnittliches KG in Relation zum Alter

Alter Gewicht (ca.)

1 Mon. 3–4 kg

½ J. 7 kg

1 J. 10 kg

3 J. 15 kg

6 J. 20–25 kg

12 J. 40–45 kg

Tab. 16.16 Altersgruppen

Bis 1. Mon. Neugeborenes

Bis 1. Lj. Säugling

Bis 6. Lj. Kleinkind

Bis 14. Lj. Schulkind

16.15.1. Analgetika/Antipyretika

Schmerzreaktion Sgl., KK: Unruhe, Wimmern, Stöhnen, Blässe, Schonhaltung, Nahrungsverweigerung, Abwehr.

Bei Kopf-, Bauchaffektionen: Analgesie zurückhaltend, um Diagnose nicht zu erschweren. Antipyrese: 16.5.1 . Schmerz-, Fiebermedikation Tab. 16.17 .

Stufenplan Tab. 16.18 .

Tab. 16.17 Schmerz- und Fiebermedikation

Generikum/Wirkung

Handelsname, z.

B.

Anwendung/Dosierung/Hinweise

Paracetamol

Antipyretisch,

peripher

analgetisch

ben-u-ron ® ,

Paracetamol

ratiopharm ®

ED (> 3 kg) 10–15 mg/kg KG, TD max. 60 mg/kg KG in 3–4 ED (alle 6–8 h). Cave: nicht überdosieren

(hepatotoxisch)!

Ibuprofen

Antipyretisch,

antiphlogistisch,

peripher

analgetisch

Nurofen ® Junior,

Dolormin ® für

Kinder

ED 10 mg/kg KG, TD max.

20–30 mg/kg KG in 3–4 EDNur Kinder ≥ 3 Mon., ≥ 6 kg

Metamizol

Antipyretisch,

peripher

analgetisch

Novalgin ® ,

Metamizol ®

Hexal

ED 10 mg/kg KG i. v./p. o.Sgl. > 3 Mon./KK/SK: –4/–10/–20 Tr. bis zu 3 ×/d; Supp. 0,3 g ab 4. Lj.; Supp. 1 g

bei hohem Fieber bei Jgl. (≥ 15 J., ≥ 53 kg). Cave: Ausschließlich Reservemittel! KO: Agranulozytose,

anaphylaktischer Schock!

Tramadol

Zentral analgetisch

Tramal ® ,

Tramadol

STADA

®

ED ab 1. Lj. 1 mg/kg KG; z. B. KK/SK alle 6 h 10 Tr. Cave: Sgl.: KI wg. Atemdepression!

KK: Kleinkinder; SK: Schulkinder

Tab. 16.18 Stufenplan zur Schmerztherapie, wenn schwache Opiate nicht ausreichen

Stufe Therapie

I MST

® 0,5–1 mg/kg KG 2–3 ×/d; Adjuvanzien (Kortikosteroide, Laxanzien)

II Zusätzlich Metamizol 10 mg/kg KG o. Paracetamol 10 mg/kg KG 5 ×/d; Dosiserhöhung MST

® bis Schmerzfreiheit

III Morphin-Dauerinfusion (i. v./s. c.) – anfangs 0,05 mg/kgKG/h – Dosiserhöhung bis Schmerzfreiheit (ggf. mit tragbarer Pumpe). Opiatinduzierte NW

bei Kindern selten (Ausnahme: Obstipation)

16.15.2. Sekretolytika

In der Praxis zu großzügig verordnet! Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist Voraussetzung für Wirksamkeit. Anwendung Tab. 16.19 .

Tab. 16.19 Anwendung von Sekretolytika

Generikum/Wirkung Handelsname, z. B. Anwendung/Dosierung/Hinweise

Isotone Salzlösung Kochsalz (NaCl), Emser Salz ®

3 g/250 ml H 2 O zur Inhalation. Cave: Hypo- o. hypertone Lsg. kann Obstruktion

auslösen

Ambroxol Mucosolvan ® ED –2/2–5/5–10 Lj.: 15/22,5/45 mg 2–3 ×/d als Tr. (Sgl.) o. Saft (Kleinkinder)

Acetylcystein Fluimucil ® , ACC

® ED 2–5/6–14/ab 14. Lj.: 100/200/200 mg 2–3 ×/2 ×/3 × pro d als Saft (ab

Kleinkindalter)

Bromhexin

Bisolvon ® , Bromhexin Krewel

Meuselbach ® Tr.

ED –2/2–6/6–14/ab 14. Lj.: 2/2–4/8/8–16 mg. 2–3 ×/d als Tr. (Sgl.) o. Saft

(Kleinkinder, Schulkinder)

16.15.3. Antitussiva

Nur bei quälendem Reizhusten indiziert; Anwendung Tab. 16.20 . Cave: Wird i. d. R. länger eingenommen u. wiederverwendet. Nicht mit Sekretolytika

kombinieren.

Tab. 16.20 Anwendung von Antitussiva

Generikum/Wirkung Handelsname, z. B. Anwendung/Dosierung/Hinweise

Dihydrocodein Paracodin ® -N Tr., Sirup

ED 4–6/6–12/≥ 12. Lj: Tr. à 0,5 mg: 4–8/

8–16/16–48; Sirup: 1–2 ml/2–4 ml/4–12 ml 1–3 ×/d

Noscapin Capval ® Saft, Tr. ED 0,5–3/3–12/≥ 12. Lj.: 2,5/5/10 ml Saft 2 ×/3 ×/3 × pro d o. 8/15/30 Tr. ≤ 6 ×/d

Levodropropizin Quimbo ® Saft, Tr.

ED ≤ 12 kg/12–18 kg/18–24 kg/24–30 kg/

30–36 kg/36–42 kg: 2/3/4/5/6/7 ml Saft 3 ×/d o. 4/6/8/10/12/14 Tr. 3 ×/d

16.15.4. Rhinologika

Zurückhaltend u. für längstens 10 d, bei Sgl. längstens 5 d verordnen (Schleimhautaustrocknung, Zilienschädigung). Anwendung bes. z. N., bei Sgl. vor den

Mahlzeiten ( Tab. 16.21 ). Cave: adrenerge Reaktion.

Tab. 16.21 Anwendung von Rhinologika

Generikum/Wirkung Handelsname, z. B. Anwendung/Dosierung/Hinweise

Oxymetazolin Nasivin ® Sgl./KK/SK: 0,01/0,025/0,05 % Lsg.

2–3 × 1–2 Tr.

Xylometazolin Otriven ® , Olynth ® Sgl./KK/SK: 0,025/0,05/0,1 % Lsg.

2–3 × 1–2 Tr.

KK: Kleinkinder; Sgl.: Säuglinge; SK: Schulkinder

16.15.5. Sedativa

Nur bei definierter Ind. ( Tab. 16.22 ). Das beste Sedativum ist eine vertraute Person.

Tab. 16.22 Anwendung von Sedativa

Generikum/Wirkung Handelsname, z. B. Anwendung/Dosierung/Hinweise

Diazepam

(Benzodiazepin) sedierend,

anxiolytisch, muskelrelaxierend

Diazepam Desitin ®

rectaltube 5/10 mg

Rektal 0,3–0,5 mg/kg KG; ED Sgl./KK/SK: 1/1–2/2 Rektiolen à 5 mg

Diazepam-ratiopharm ®

10 mg/ml Tr.

Oral ab 6. Lj. TD 0,1 mg/kg KG (ca. 1 Tr./Lj. als Faustregel) alle 12 h. Cave: < 6. Lj.

Diazepam AbZ

® 10 mg

Amp.

0,1–0,2 mg/kg KG i. v. alle 12 h (lange HWZ!). Cave: RR-Abfall, Atemstillstand,

paradoxe Wirkung

Chloralhydrat

Sedierend

Rektiole 600 mg 30–50 mg/kg KG rektal; nicht Mittel 1. Wahl (Rhythmusstörung)! KI: < 12 kg

Phenobarbital

(Barbiturat) sedierend

Luminal ® , Luminaletten

®

3–4 mg/kg KG in 2 ED. Cave: Bei hyperkinetischen Kindern paradoxe Reaktion! KI:

Schwangerschaft

Promethazin

Sedierend, antihistaminerg

Atosil ® , Promethazin ®

neuraxpharm

1 Tr./kg KG (max. 40 Tr.) alle 8 h; max. TD 0,5 mg/kg KG i. v. KI: Sgl. (SIDS!)Bei

KK paradoxer Erregungszustand möglich

KK: Kleinkinder; Sgl.: Säuglinge; SK: Schulkinder

16.15.6. Naturheilkundliche Therapieempfehlung

Definition Naturheilkundliche Methoden u. Medikamente werden vielfach von Pat./Eltern erbeten; HA kann diesen Wunsch nicht außer Acht lassen: abwägen,

in welchen Fällen Einsatz hilfreich u. verantwortbar ist. Prinzipien 33.2.8 .

Erbrechen

Phytotherapie: Iberogast ® Tinktur (Iberis amara, Angelikawurzel, Kamillenblüten, Carum carvi, Mariendistelfrüchte, Melissenblätter, Pfefferminzblätter,

Chelidonium majus, Süßholzwurzel). Dos.: ED 3–5/6–12/≥ 12. Lj.: 10/15/20 Tr. 3 ×/d

Homöopathie:

• Nux vomica D6 Glob.: belegte Zunge, 1 h postprandial Völlegefühl u. Magendruck, Reizbarkeit, Verlangen nach Genussmitteln

• Ipecacuanha D6 Glob.: Speichelfluss, Übelkeit, starker Brechreiz, Erbrechen bessert sich nicht, Zunge nicht belegt, Unverträglichkeit von Fett, Obst,

Eis, Kolikschmerz

Diarrhö

Phytotherapie: Diarrhoesan ® Saft (Apfelpektine, Kamillenblüten-Fluidextr.). Ind.: nicht bakt. bedingte leichte Diarrhöen. Dos.: Kinder 2–3 J.: anfangs 10

ml, anschließend stdl. 5 ml, TD max. 60 ml. 4–5 J.: anfangs 20 ml, anschließend stdl. 10 ml, TD max. 80 ml. Ab 6 J./Erw.: anfangs 30 ml, anschließend stdl. 15

ml, TD max. 120 ml

Homöopathie: Okoubasan D2 Tbl. (Okoubaka aubrevillei e cort. Ramorum sicc). Ind.: Lebensmittelunverträglichkeit mit Diarrhöen

Obstipation

Phytotherapie: Quellstoffe wie Flohsamen (Psyllii semen), Leinsamen (cave: auf reichlich Flüssigkeitszufuhr achten, Einnahmeabstand zu anderen

Medikamenten mind. 30–60 Min.). Ind.: habituelle Obstipation, Analfissuren, Hämorrhoiden, nach rektal-analen Eingriffen, in graviditate, Colon irritabile

Homöopathie:

• Opium D6 Tbl. 3 × 1: atonische Obstipation, z. B. postop., Bettlägerigkeit

• Nux vomica D6 Tbl. 3 × 1: spastische Obstipation, Gefühl unvollständiger Entleerung

Chron. funktionelle Bauchschmerzen (Reizdarmsyndrom)

Phytotherapie: Iberogast ® Tinktur (s. o.)

Probiotika: Lactobacillus GG: InfectoDiarrstop ® , E. coli Stamm Nissle 1917: Mutaflor ® Susp.

Rhinitis

Phytotherapie:

• Komb. aus hypertoner Meersalzlsg., Aloe vera, Eukalyptusöl: Rinupret ® Pflege-Nasenspray. Ind.: Reinigung/Spülung, bei Entzündung, verstopfter

Nase u./o. Schnupfen

• Komb. Enzianwurzel, Schlüsselblume, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten, Eisenkraut, z. B. Sinupret ® Saft/überzogene Tbl./Tr.; Ind.:

akute/chron. NNH-Entzündungen. Dos.: überzogene Tbl.: 6–11 J.: 3 × 1/d, ab 12 J.: 3 × 2/d. Saft: 2–5 J.: 3 × 2,1 ml/d, 6–11 J.: 3 × 3,5 ml/d, ab 12

J.: 3 × 7,0 ml/d. Tr.: 2–5 J.: 3 × 15/d, 6–11 J.: 3 × 25/d, ab 12 J. 3 × 50/d. Dos.: Kps.: 2–12 J: 3 × 1/d

• Cineol, z. B. Soledum ® Kps. 100 mg/Kapseln junior, 200 mg, -Hustensaft, -Hustentr. Ind.: akute/chron. NNH-/Atemwegsinf. Dos.: 2–12 J 3 × 1

Kaps. (junior)/d. Saft/Tr.: Sgl., KK: 3–4 × ¼ TL (1,25 ml)/d bzw. 3–4 × 6 Tr./d.; 3–6 J.: 3–4 × ½ TL (2,5 ml)/d bzw. 3–4 × 11 Tr./d; 6–12 J.: 3–4 ×

1 TL (5 ml)/d bzw. 3–4 × 22 Tr./d; ≥ 12 J.: 3 × 2 TL (10 ml)/d bzw. 3–4 × 33 Tr./d

• Ätherische Öle, z. B.:

– Babix ® Inhalat N Tr. (Eukalyptus-, Fichtennadelöl). Ind.: Erkr. d. Atemwege

– Stas ® Erkältungssalbe mild (Eukalyptus- u. Kiefernnadelöl). Ind.: wie Babix ® . Cave Kratschmer-Reflex, s. u.)

Homöopathie: Silicea comp ® Wala Glo., Sambucus D6 DHU

® Glo. (Säuglingsschnupfen), Agropyron comp ® Wala Glo (zäher Schnupfen, verstopfte

Nase). Wala ® Nasenbalsam für Kinder, Arum Nasentr. 5 Nr. 220 Nestmann ® , Euphorbium comp. Nasentr. SN

® Dosierspray; Sinusyx ® Tr. ( Dos.: KK ≤ 6.

Lj.: alle ½–1 h, höchstens 12 ×/d, je 2–5 Tr., Kinder 6–12 Lj.: jeweils 3–6 Tr., ≥ 12. Lj.: jeweils 5–10 Tr.), Luffeel comp. Heel ® Tbl. ( Dos.: 3 × 1 Tbl. unter

Zunge legen).

Otitis media, Seromukotympanon

Homöopathie: Otovowen ® Tr./VoWen ® T-Tbl. (Aconitum napellus, Capsicum, Chamomilla, Echinacea purpurea, Hydrargyrum cyanatum, Hydrastis,

Jodum, Natrium tetraboracicum, Sambucus nigra, Sanguinaria canadensis). Ind.: Otitis media, Schwerhörigkeit infolge Rachenverschleimung,

Stockschnupfen, Ohrensausen. Dos.:

• Otovowen ® : bei akuten Zuständen alle ½–1 h, höchstens 12 ×/d, bei chron. Verlauf 1–3 ×/d.: Erw. 12–15 Tr., Kinder 6–12 J. 5–10 Tr., KK bis 6. Lj.

4–7 Tr., Sgl. bis 1. Lj. 2–4 Tr.

• VoWen ® : bei akuten Zuständen alle ½–1 h, Erw. max. 6 ×/d je 1 Tbl., Kinder 6–12 J.: 4 × 1 Tbl., 1–6 J. 3 × 1 Tbl.

Sinusitis

Phytotherapie: Sinupret ® (s. Rhinitis).

Homöopathie: Sinusitis Hevert ® Tbl. ( Dos.: Sgl., KK < 3 Lj.: 4 × 1 Tbl., ab 3. Lj.: alle ½–1 h 2 Tbl.)

Keuchhusten Homöopathie: Pertudoron ® 1 (Atropa belladonna, Chinarinde ethanol. Decoctum, Dactylopius coccus, Drosera, Ipecacuanha, Mephitis

putorius, Veratrum album) u. Pertudoron ® 2 Tr. (Cuprum aceticum). Ind.: Keuchhusten, Krampfhusten, spastische Bronchitis. Dos.: Pertudoron ® 1 im akuten

Stadium mit Pertudoron ® 2 im stdl. Wechsel: Sgl. 3 Tr., Kinder 5 Tr.

Pharyngitis, Laryngitis, Tracheitis und Bronchitis

Phytotherapie: bei leichten Beschwerden Phytotherapie möglich, wichtig Unterscheidung bzgl. Ind.: antitussiv, expektorativ/sekretolytisch, spasmolytisch.

• Antitussiv:

– Eibischwurzel (Althaeae radix), z. B. Phytohustil ® Sirup; Ind.: Schleimhautreizung Mund-/Rachenraum u. verbundener trockener

Reizhusten. Dos.: Erw./Jgl. 6 ×/d 10 ml, Kinder 6–12 J. 5 ×/d 5 ml, 3–6 J. 4 ×/d 4 ml, 1–3 J. 4 ×/d 3 ml. Sirup bei Bedarf häufiger

einnehmen. Vor dem Schlucken Sirup möglichst lange im Mund-/Rachenraum halten

– Isländisch Moos, z. B. Isla-Mint ® -, Isla-Moos ® -Pastillen. Ind.: Hustenreiz, Heiserkeit, starke Beanspruchung der Stimmbänder,

trockene Atemluft während Heizperiode, eingeschränkte Nasenatmung. Dos.: ab 4. Lj. mehrmals tägl. 1–2 Past.

• Expektorativ, sekretolytisch:

– Efeublätterpräparate (Hedera helix), z. B. Hedelix ® , Sinuc ® , Prospan ® , für Kinder geeignete Darreichung. Ind.:

Erkältungskrankheiten, supportiv bei chron. entzündliche Atemwegserkr.

– Thymiankrautpräparate, z. B. Bronchipret ® Saft, Soledum ® Hustensaft (s. o.) Ind.: Erkältungskrankheiten bei zähflüssigem Schleim,

akute Bronchitis

– Zusätzlich antiphlogistisch u. immunmodulierend: Pelargonium reniforme/sidoides: Umckaloabo ® Flüssigkeit, –20 mg Ftbl., -Saft

für Kinder, Sirup. Ind.: akute Bronchitis. Dos.: Tr.: Kinder > 12 J.: 3 ×/d 30 Tr., 6–12 J.: 3 ×/d 20 Tr., KK 1–5 J.: 3 ×/d 10 Tr.; Saft:

Kinder 7–12 J.: 3 ×/d 5 ml, KK 1–6 J.: 3 ×/d 2,5 ml

Komb. Phytotherapie u. Homöopathie:

• Bronchospasmolytisch: Monapax ® Saft, -Tr. ( Drosera, Hedera helix, China D1, Coccus cacti D1, Cupr. sulf. D4, Ipecacuanha D4, Hyoscyamus

D4). Ind.: Saft: Husten jeder Ursache, auch Keuchhusten, Bronchialkatarrh. Tr.: Husten; Dos.: Tr.: Sgl.: 3–12 Mon. 1–12 Tr., Kinder 1–6 J. 2–18

Tr., 6–12 J. 3–24 Tr., > 12. Lj. 5–30 Tr. Saft: Sgl. 6–12 Mon. 3 ×/d ½ TL (2,5 ml), Kinder 1–3 J. 4 ×/d ½ TL (2,5 ml), 3–7 J. 3 ×/d 1 TL (5 ml), 7–

14 J. 3 ×/d 2 TL (10 ml), > 14. Lj.: 4×/d 2 TL., Erw. 4 ×/d 1 EL (15 ml)

Ätherische Öle (Campher, Menthol, [Pfeffer-]Minzöl etc.) können – äußerlich im Gesicht (Nasenbereich) o. Brust/Rücken aufgetragen – zu

gefährlichem Glottiskrampf o. Bronchospasmus führen (Kratschmer- Reflex)!

Homöopathie:

• Bei Pharyngitis: Tonsillopas ® SL Tr./Tbl.; Meditonsin ® Mischung; Lymphdiaral ® Halstbl.; Tonsiotren ® H Tbl.

• Bei Bronchitis: Bronchalis Heel ® Tbl. (u. a. Belladonna, Ipecachuanha, Lobelia inflata ); Bronchiselect ® Tr.

Milchschorf babybene ® Gel (Glyzerin, Polyglyceryl-5 Oleate, Macadamiaöl, Jojobaöl, Olivenöl, Steinsamenwurzel, Calendula, Dunaliella, Maris Aqua): 1–

2 Hübe auf Kopfhaut ca. 1 Min. sanft einmassieren, mit Wasser aufemulgieren, abspülen, abtrocknen.

Ekzem

• Topisch bei allen Ekzemformen unterstützend vorsichtiger Therapieversuch :

– Dulcamaraextrakt (Cefabene ® Salbe). Dos.: 3–5 ×/d auf betroffenes Hautareal dünn auftragen, sanft einreiben

– Ekzevowen ® derma Creme (Centella asiat., Mahonia aquif., Viola tricolor). Ind.: juckende Ekzeme, Pruritus vulvae et ani. Dos.: Salbe

1–3 ×/d auf juckende Stellen auftragen

– Cardiospermum Urtinktur: Halicar ® Salbe/Creme. Ind.: Entzündungen der Haut mit Juckreiz. Dos.: 3 ×/d dünn auftragen, leicht

einmassieren. Kein Kontakt mit Augen, Schleimhäuten, tiefen offenen Wunden

– Jojoba-Öl (Simmondsia chinensis): MedEctoin ® Creme (Syxyl ® ). Dos.: mehrmals tägl. dünn auftragen, vollständig verreiben

– Nachtkerzensamenöl: Linola ® Gamma Creme: 2–3 ×/d o. nach Bedarf auf betroffene Hautareale auftragen

Neurodermitis Phytotherapie: Nachtkerzensamenöl (z. B. Epogam ® /–1.000 mg Flüssigkeit zum Einnehmen in Weichkaps.). Dos.: < 12 Lj. 2 × 2–4 Kps, >

12. Lj. 2 × 4–6 Kps.

Topisch: Rp. Nachtkerzenöl 20,0 ad 100,0 NRF 11,122 Infectopharm m.f.ungt.

Warzen Homöopathie : Dulcamara Similiaplex Pascoe ® .

Erregungs- und Spannungszustände, ADHS, Enuresis

Phytotherapie: Melisse, z. B. Sedinfant ® Lsg. Ind.: nervös bedingte Einschlafstörungen, funktionell bedingte GIT-Störungen. Dos.: Kinder 1–2 J.: 2 × 2

ml/d; 3–6 J.: 2–3 × 3 ml/d; 7–11 J.: 2–3 × 5 ml/d; > 12 J.: 2–3 × 6 ml/d.

Homöopathie: Zappelin ® N Streukügelchen. Ind.: Angst-, Erregungs-, Spannungszustände, Hyperaktivität, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen,

Pavor nocturnus, Enuresis, neurovegetative Störungen bei Kindern u. Erw.

16.16. Internetadressen

Allgemein

• Dt. Ges. für Kinderheilkunde u. Jugendmedizin: www.dgkj.de

• Dt. Ges. für Sozialpädiatrie u. Jugendmedizin: www.dgspj.de

• Dt. Akademie für Kinderheilkunde u. Jugendmedizin: www.dakj.de

• Kinder-Richtlinie des G-BA über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lj. (gültig seit 1.9.2016): www.gba.de/downloads/62-492-1240/RL_Kinder_2015_06_18.pdf

• Elternvereinigungen, Selbsthilfegruppen: www.lebenshilfe.de

• Society For The Study Of Inborn Errors Of Metabolism: www.ssiem.org

Ernährung im Kindesalter

• Nationale Stillkommission: www.bfr.bund.de/de/nationale_stillkommission-2404.html

• Forschungsinstitut für Kinderernährung: www.fke-do.de

• Dt. Ges. für Ernährung: www.dge.de

• AG Adipositas im Kindes- u. Jugendalter: www.aga.adipositas-gesellschaft.de

• „Gesund ins Leben“: Netzwerk Junge Familie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft u. Verbraucherschutz: www.gesund-insleben.de/

Prophylaxe, Impfungen, Impfstoffe, Infektionserkrankungen

• Dt. Ges. für Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde: www.dgzmk.de

• Arbeitskreis Jodmangel: www.jodmangel.de

• Ständige Impfkommission am RKI: www.rki.de

• Paul-Ehrlich-Institut: www.pei.de

• Forum Impfen: www.forum-impfen.de

• Dt. Grünes Kreuz e. V.: www.dgk.de

• Dt. Ges. für pädiat. Infektiologie: www.dgpi.de

Atemwegserkrankungen

• Dt. Atemwegsliga: www.atemwegsliga.de

• Dt. Allergie- u. Asthmabund: www.daab.de

• Dt. Ges. für pädiat. Pneumologie: www.paediatrische-pneumologie.eu

• Nat. Versorgungsleitlinie zu Asthma: www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-002l_S3_Asthma_2013-abgelaufen.pdf

• WHO, Global Institute for Asthma: www.ginasthma.org

Magen-, Darmerkrankungen

• Ges. für pädiat. Gastroenterologie u. Ernährung: www.gpge.de

• Dt. Zöliakie-Ges. (Glutenunverträglichkeit): www.dzg-online.de

• Europ. Soc. for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition: www.espghan.org

Hauterkrankungen

• AG Dermatologie der Dt. Ges. für Dermatologie: www.derma.de

• AG Dermatologische Prävention: www.unserehaut.de

Harnwegserkrankungen Enuresis nocturna: www.blasentagebuch.de , www.initiative-trockene-nacht.de ; ICCS: International Children’s Continence

Society: www.i-c-c-s.org

Tumorerkrankungen

• Kompetenznetz pädiat. Onkologie u. Hämatologie: www.kompetenznetz-paed-onkologie.de , www.kinderkrebsinfo.de

• Dt. Kinderkrebshilfe: www.kinderkrebshilfe.de

Plötzlicher Säuglingstod Ges. von Kinderkliniken zur Prävention des Säuglingstodes u. zur Erforschung des Schlafes: www.schlafumgebung.de

Fehlbildungssyndrome Selbsthilfegruppen für die verschiedenen Syndrome: www.trisomie21.de ; www.fasd-beratung.de ; www.klinefelter.de ;

www.turner-syndrom.de .

Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts-)Syndrom (ADS, ADHS) Zentrales ADHS-Netz: www.zentrales-adhs-netz.de , www.info-adhs.de

Kindesmisshandlung Dt. Ges. gegen Kindesmisshandlung u. -vernachlässigung (DGgKV): www.kindesmisshandlung.de

Leitlinien

• S3-Leitlinie: Therapie der Adipositas im Kindes- u. Jugendalter (2009): www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/050-002.html

• S3-Leitlinie Allergieprävention (2014): www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/061-016.html

• Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma Langfassung, 2. Aufl., Version 5 (2013): www.versorgungsleitlinien.de/themen/asthma

• Leitlinie (DPGE): Obstipation im Kindesalter (2015): www.gpge.de/frameset.htm?/ll_obstipation.html

• Leitlinie der Dt. Ges. f. Kinder- u. Jugendpsychiatrie (2007): www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/028-027_S1_Enkopresis__F98.1__11-2006_11-

2011_01.pdf

• DEGAM-Leitlinie Nr. 7 „Ohrenschmerzen“, Nr. 10 „Rhinosinusitis“, Nr. 11 „Husten“, Nr. 14 „Halsschmerzen“: www.degam.de

40,212,58,154,208,144,234,71,90,39,53,10:ypgSw32nUfLwMxQa8sV5TIU+HRAmw9Ln6x/OmvEb1dMaKQilNEc3pXoGig9px80NPbyvmPpTfb64WD6ILn9vYJIVFwvaZA6Gq+iNPxKf76cm0ouoazCIAXhLxA6RdkbS/QMX0D

1 7

Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen

Jutta Kossat, Peter Berndt, und Anne Gesenhues

17.1 Diabetes mellitus Peter Berndt

17.1.1 Ätiologie und Klassifikation

17.1.2 Klinik

17.1.3 Diagnostik

17.1.4 Therapie

17.1.5 Gestationsdiabetes (GDM)

17.1.6 Diabetische Folgeerkrankungen und Notfälle

17.2 Fettstoffwechselstörungen Jutta Kossat

17.3 Hyperurikämie und Gicht Jutta Kossat

17.4 Hypo- und Hypervitaminosen Jutta Kossat

17.5 Praktische Ernährungsmedizin Jutta Kossat und Anne Gesenhues

17.5.1 Leitsymptome Übergewicht, Adipositas

17.5.2 Normalisierung von Gewicht und Nahrungszusammensetzung

17.5.3 Alternative Kostformen

17.6 Schilddrüsenerkrankungen Jutta Kossat

17.6.1 Leitsymptom Struma

17.6.2 Leitsymptom Hyperthyreose

17.6.3 Leitsymptom Hypothyreose

17.6.4 Schilddrüsenautonomie

17.6.5 Morbus Basedow

17.6.6 Thyreoiditiden

17.6.7 Schilddrüsenkarzinom

17.7 Seltene Hormonstörungen Jutta Kossat

17.8 Internetadressen Jutta Kossat

17.1. Diabetes mellitus

Peter Berndt

17.1.1. Ätiologie und Klassifikation

Leitlinien

• Typ-1-Diab.: AWMF-S3-Leitlinie Therapie des Diabetes mellitus Typ 1 (Stand 2011): www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/057-013.html

• Typ-2-Diab.: Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Therapie des Typ-2-Diabetes Erscheinungsdatum 08/2013 – letzte Bearbeitung 11/2014:

www.leitlinien.de/nvl/diabetes/therapie

Typ-1-Diabetes Autoimmun bedingte Zerstörung der β-Zellen des Pankreas führt zu abs. Insulinmangel; betrifft 5–7 % aller Pat. mit Diab. in D.

Seltene Sonderform: LADA ( latenter Autoimmundiab. des Erw., langsame Manifestation, meist > 30 J.; Restfunktion der β-Zellen bleibt über Jahre erhalten,

die ketoazidotische Stoffwechselentgleisung ist zunächst verhindert. Klin. manifestiert sich der LADA-Diab. wie ein Typ-2-Diab., obwohl bei diesen Pat. die

für den Typ-1-Diab. typ. Auto-Ak nachgewiesen werden können). 2 Subtypen:

• Immunologisch vermittelte Form (Typ 1a): Auto-Ak nachweisbar gegen Inselzellen, Insulin, Glutamat-Decarboxylase der β-Zelle,

Tyrosinphosphatase, Zink-Transporter 8 der β-Zelle

• Idiopathische Form (Typ 1b): keine Auto-Ak nachweisbar

Typ-2-Diabetes Insulinresistenz u. Insulinsekretionsstörung der β-Zellen in unterschiedlichem Ausmaß. Risikofaktoren: genetische Prädisposition,

Adipositas, Immobilität, Lebensalter. Betrifft 8 % der Bevölkerung in 2009, Tendenz ↑, hohe Dunkelziffer. Oft nur eine Facette des metab. Sy. Def.: 3 von 5

Kriterien: abdom. Adipositas (Bauchumfang M > 102 cm, F > 88 cm), Hypertriglyzeridämie, HDL-Chol ↓, Hypertonie, BZ-Werte ↑.

Gestationsdiabetes 2012: 4,3 % aller Grav. in D. Weitere Diabetes-Typen

• Genetische Defekte, z. B. MODY (Maturity-Onset Diabetes of the Young); Manifestation < 25 Lj., autosomal-dominant vererbt. Diagnose

humangenetisch möglich, teuer

• Pankreaserkr.: Pankreatitis, Z. n. Pankreatektomie, Hämochromatose

• Endokrinopathien: Cushing-Sy., Akromegalie, Hyperthyreose, Phäochromozytom

• Medikamentös-toxisch induziert: Glukokortikoide, Thiaziddiuretika

17.1.2. Klinik

• Typ-1-Diab.: meist junger Pat. mit Polyurie, Polydipsie, Gewichtsverlust, Leistungsminderung, oft Ketoazidose. Bei akuten Bauchschmerzen an

Pseudoperitonitis denken

• Typ-2-Diab.: eher ältere Pat., häufig adipös. Meist asympt. o. unspez. Sympt. wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Mykosen ( 25.5.1 ), Pruritus, HWI (

13.3.2 ). Folgeerkr. ( 17.1.6 ) manchmal schon vorhanden

Bei manifester Arteriosklerose (Schlaganfall, TIA, KHK, pAVK) Diab.-Diagnostik einleiten (oGTT 17.1.3 ).

17.1.3. Diagnostik

Suchdiagnostik

Körperl. Unters.:

• Haut: Trockenheit, Furunkel, Mykosen, trophische Störungen

• Herz-Kreislauf-System: RR, Herz, Strömungsgeräusche über Aa. carotis u. femoralis, Fußpulse (Hinweis auf pAVK, 17.1.2 u. 11.3.2 )

• Neurolog. Status der Füße: Reflexabschwächung ASR? Semmes-Weinstein-Filament (10 g Nylonfaden): eingeschränktes Berührungsempfinden?

Rydel-Seiffer-Stimmgabel: eingeschränktes Vibrationsempfinden?

Labor:

• HbA 1c ≥ 6,5 % o. venöser BZ ≥ 126 mg/dl o. Gelegenheits-BZ (zu jeder Tageszeit ohne Beziehung zu Mahlzeiten) ≥ 200 mg/dl u. Sympt. beweisen

einen Diab.; ebenso 2-h-Wert ≥ 200 mg/dl bei oGTT ( Abb. 17.1 ). Bei Symptomfreiheit mind. 2 BZ-Messungen. Grenzwertige Befunde

kontrollieren. Serum-BZ-Werte können bei längerer Lagerung falsch niedrig ausfallen

• Oraler Glukosetoleranztest ( oGTT, s. u.): indiziert bei erhöhter Nüchternglukose u. klin. V. a. Diab. mell., bes. Erstmanifestation Makroangiopathie

(Herzinfarkt, Schlaganfall, pAVK)

Tab. 17.1 Bewertung der kapillären Blutzucker-Messung

Parameter Befund (mg/dl) Bewertung

Nüchtern-BZ

< 95 Kein Diabetes

95–109 Abnorme Nüchternglukose (Abklärung durch oGTT)

> 110 Diabetes mellitus

Gelegenheits-BZ

< 140 Kein Diabetes

140–199 Gestörte Glukosetoleranz (Abklärung durch oGTT)

> 200 Diabetes mellitus

oGTT: BZ nach 2 h

< 140 Kein Diabetes

140–199 Gestörte Glukosetoleranz

> 200 Diabetes mellitus

Durchführung des oGTT (nach WHO-Richtlinien)

• Durchführung am Morgen (nach 12- bis 14-std. Nahrungskarenz) nach einer mind. 3-tägigen Ernährung mit mehr als 150 g KH/d, Pat. in sitzender o.

liegender Position, Rauchen vor u. während des Tests nicht erlaubt.

• Zum Zeitpunkt 0 trinkt der Pat. 75 g Glukose (o. äquivalente Menge hydrolysierte Stärke) in 250–300 ml Wasser innerhalb von 5 Min. Kinder

erhalten 1,75 g/kg KG (bis max. 75 g).

• Blutentnahmen zur Glukosebestimmung zu den Zeitpunkten 0 u. 120 Min. (60-Min.-Wert nur bei V. a. Gestationsdiab.). Sachgerechte

Aufbewahrung der Blutproben bis zur Messung.

Die der Diagnose eines Diab. mell. zugrunde liegende Glukosemessung muss mit einer qualitätskontrollierten Labormethode erfolgen. Geräte, die zur

Selbstmessung durch den Pat. konzipiert sind, eignen sich hierfür nicht.

Verlaufsdiagnostik

Körperl. Unters.:

• ¼-jährlich: RR, Gewicht, Inspektion von Füßen u. Insulininjektionsstellen, Fußpulse

• Jährlich: Ganzkörperunters., Bauchumfang, neurolog. Fußunters., Auskultation A. carotis

Labor:

• Selbstkontrolle von BZ

• Nach Richtlinien (s. u.)

• ¼-jährlich: BZ nüchtern o. postprandial, HbA 1c

, Urinstatus. HbA 1c

: glykosyliertes Hb in Prozent des Gesamt-Hb, spiegelt den mittleren BZ-Wert

der letzten 2–3 Mon. wider. Normalwert: bis 6 % je nach Labormethode. Falsch niedrig bei verkürzter Ery-Überlebenszeit, z. B. Hämolyse ( 19.3.3

). Auch falsch erhöhte Werte bei Niereninsuff. möglich

• Jährlich:

– Mikroalbumin i. U.: Streifentest; > 20 mg/l: V. a. diab. Nephropathie → Abklärung ( 17.1.6 )

– Gesamt-Chol, HDL-Chol, LDL-Chol, TG, Krea, Krea-Clearance (errechnet nach MDRD), Harnsäure, GGT, Urinstatus

Arteriosklerose-Screening: bes. Typ-2-Diabetiker sind Hochrisikopat. für kardiovaskuläre Erkr.! Daher:

• Jährlich periphere Doppler-Unters. u. Ruhe-EKG

• Bei kardialen Sympt. o. weiteren RF Belastungs-EKG u. Herzecho, bei V. a. HRST Langzeit-EKG

• Cave: Bei Vorliegen einer autonomen diab. Neuropathie ( 17.1.6 ) kann eine KHK subjektiv symptomfrei verlaufen („stumme Myokardischämie “,

10.3 )

• A.-carotis-Doppler bei Strömungsgeräuschen o. Hochrisikopat.

Der Gesundheitspass Diabetes (Deutsche Diabetesgesellschaft, Abb. 17.1 ) ist sowohl für den Pat. als auch für den behandelnden Arzt ein nützliches

Instrument zur Verlaufskontrolle.

Abb. 17.1 Gesundheitspass Diabetes

[L157]

Zusätzliche Unters.:

• Ophthalmolog. Kontrolle mit Augenhintergrundunters. 1 ×/J. (diab. Retinopathie, 24.4.2 )

• Oberbauch-Sono bei Krankheitsmanifestation sowie Hinweis auf Erkr. von Pankreas, Nieren o. Leber

Diabetes-Screening bei Gesunden Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge ( 31.1.2 ) wird ab 35 J. alle 2 J. auf BZ u. UZ untersucht. BZ-Tests bei jüngeren

Personen o. in kürzeren Intervallen bei:

• Übergewicht, Hypertonie o. Hyperlipidämie

• Früher gemessenen path. BZ-Werten

• Frau mit Gestationsdiab. o. Kind > 4.000 g

• Erstgradverwandten mit Diab.

• Kardiovaskuläres Ereignis in der Anamnese (ACS, Hirninfarkt, Manifestation pAVK)

Allgemeine Gesundheitsberatung – Lebensstil

• Normalgewicht halten u. versuchen, Übergewicht zu reduzieren

• Rauchen einstellen (zusätzlicher kardiovaskulärer RF)

• Alkoholkonsum mäßigen wg. erhöhten Risikos von PNP ( 17.1.6 ) u. diabetesassoziierter Fettleber. Alkohol kann zu Hypoglykämien führen,

Schulungsinhalt bes. bei jungen Pat.!

Körperliche Bewegung – Sport

• Körperl. Bewegung verbessert Glukosetoleranz u. vermindert Insulinresistenz

• Unabhängig vom Diab. werden fast alle kardiovaskulären RF günstig beeinflusst (RR, Fette, Gewicht, HF)

• Verbessert die Lebensqualität

• Wenn keine Folgeerkr.: alle Sportarten möglich

• KHK sollte bei Typ 2 vor Trainingsbeginn ausgeschlossen werden (Ergometrie)

• Bei diab. Fuß o. peripherer Neuropathie kein Laufsport

• Auch Steigerung der Alltagsaktivität (Spaziergang, Radfahren, Gartenarbeit) verbessert die Prognose

Sport u. körperl. Arbeit können sowohl bei Insulin als auch bei oraler Medikation zu Hypoglykämien führen, auch mit Verzögerung. Vor Aufnahme des

Sports besprechen, wichtiger Schulungsinhalt.

Sozialmedizinische Aspekte Anspruch auf Schwerbehinderung ( 31.2.8 ) mit Minderung der Erwerbsfähigkeit kann bestehen, abhängig von Anzahl der

erforderlichen Insulin-Inj., Häufigkeit der tägl. Stoffwechselkontrollen u. Folgeerkr.

Berufswahl u. berufliche Tätigkeit müssen je nach Therapie angepasst werden: Diabetiker mit Hypoglykämiegefährdung – i. d. R. Insulin-Ther. – dürfen

keine Tätigkeiten mit Selbst- o. Fremdgefährdung ausüben (Arbeiten mit Sturzgefahr, Lokführer, Berufskraftfahrer). Schichtarbeit ungünstig für BZEinstellung.

Prophylaxe des diabetischen Fußes Bei bestehender PNP u./o. pAVK:

• Schuhe: passende, breite, weiche Schuhe

• Schuhe: passende, breite, weiche Schuhe

• Verordnung „Podologische Therapie“: bei Neuropathie, Angiopathie sowie Erkr., die adäquate Fußpflege unmöglich machen (Sehschwäche,

fortgeschrittene Arthrosen)

• Fußpflege:

– Tägl. auf Druckstellen, Rötungen, Hautverletzungen, Geschwüre hin inspizieren (evtl. mit Spiegel)

– Tägl. Strümpfe wechseln, Füße lauwarm waschen (nicht länger als 5 Min.) u. Eincremen: verhindert Mikroläsionen

– Nägel vorsichtig kürzen (möglichst nur feilen, nicht schneiden), Einwachsen unbedingt vermeiden

– Hyperkeratosen nur mit Bimsstein entfernen u. mit harnstoffhaltigen Salben einreiben

• Vermeiden: barfuß laufen (Verletzungsgefahr), Wärmflaschen, Heizkissen, Sonnenbrand, keratolytische Salben („Hühneraugenpräparate“)

Stoffwechselselbstkontrollen Kontrollergebnisse in „Diabetikertagebuch“ dokumentieren lassen. Zur Steigerung der Motivation bei jedem Termin

kontrollieren. Prüfung der Messgenauigkeit durch ¼-jährl. Parallelmessungen. Auslesen von Messergebnissen am PC direkt aus dem Blutzuckermessgerät

meist möglich, oft übersichtliche grafische Darstellung der Messergebnisse.

Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus Typ 2

Teilnahmeberechtigt für hausärztl. Versorgungsebene sind Vertragsärzte, die an der hausärztl. Versorgung teilnehmen u. die Teilnahme an einer

Fortbildung beim Zentralinstitut der kassenärztl. Versorgung (ZI) für Diabetes mit u. ohne Insulin nachweisen können. Nichtärztl. Personal (mind. eine

MFA) in der Praxis muss gleichermaßen geschult sein. Leistungsinhalt: ¼- bis ½-jährl. Kontrollen RR u. HbA 1 c u. Vereinbarung individueller

Therapieziele u. weitere Therapieplanung, Schulungsteilnahme inkl. Ernährungsberatung u. Anleitung zur BZ-, bei Hypertonus auch zur RRSelbstkontrolle, Test auf Proteinurie (je nach Bedarf, z. B. 1 ×/J.), Kontrolle der Nierenfunktion (Krea) 1 ×/J., augenärztl. Kontrolle zum Ausschluss bzw.

Verlaufskontrolle der Retinopathia diab. mind. 1 ×/J., mind. 1 ×/J. Inspektion der Füße u. Stimmgabel-/Monofilament-/Tiptherm-Test zum Ausschluss

einer PNP ( 17.1.6 ), bei erhöhtem Risiko ¼-jährlich.

Blutzucker-Selbstkontrolle: Ind.: Bei allen medikamentös behandelten Pat. empfehlenswert, Richtlinien Tab. 17.2 . Verordnungsfähig sind BZ-Teststreifen

nur bei Pat. mit Insulin-Ther. sowie vorübergehend (!) für Pat. mit oraler Medikation bei akuter Erkr., z. B. schwerer Magen-Darm-Inf. sowie bei

medikamentöser Neueinstellung mit Hypoglykämiegefahr. Sie gelten als Arzneimittel, nicht als Hilfsmittel. Cave: keine BZ-Selbstmessung ohne ausreichende

Einweisung in die Handhabung der BZ-Messgeräte.

Tab. 17.2 Richtlinien zur Blutzucker-Selbstkontrolle

Therapie Blutzucker

Nur Diät 2 ×/Mon. tagsüber

Orale Antidiabetika 2–3 ×/Wo. nüchtern u. postprandial

Komb. orale Antidiabetika – Insulin ca. 10 × BZ/Wo. zu wechselnden Zeiten o. 3 × BZ-Tagesprofil/Wo.

Konventionelle Insulintherapie ca. 10 × BZ/Wo. zu wechselnden Zeiten o. 3 × BZ-Tagesprofil/Wo.

Intensivierte Insulintherapie 3 ×/d präprandial u. vor dem Schlafengehen

Insulinpumpe vor jeder „Zusatzrate“ u. vor dem Schlafengehen

Anmerkung: Diese Angaben sind nur grobe Anhaltspunkte. Häufigere Kontrollen bei Verschlechterung der Stoffwechsellage, Inf., hypoglykämischen Sympt.

17.1.4. Therapie

Vorgehen

Typ-1-Diab.: Schulung u. Motivation, lebenslange intensivierte Insulin-Ther. mit Selbstanpassung durch Pat.

Therapieziele:

• Keine Einschränkung der Lebensqualität

• Prävention von KO u. Folgeerkr. ( 17.1.6 ) durch normnahe Stoffwechseleinstellung: 50 % der BZ-Werte im Zielbereich 80–140 mg/dl (4,5–7,8

mmol/l)

• Individualisiertes Therapieziel, dabei HbA 1c < 7,5 %

• Vermeidung bes. schwerer Hypoglykämien (Fremdhilfe erforderlich, 17.1.6 )

• Management begleitender RF

Typ-2-Diab.: Therapieziele sind individuell! Je jünger, desto wichtiger normnahe Stoffwechseleinstellung.

• Junge Typ-2-Diabetiker mit kurzer Krankheitsdauer: HbA 1c < 6,5 %

• Pat. mit manifester Arteriosklerose: HbA 1c < 7,0 %

• Wenn Medikation mit Hypoglykämierisiko: HbA 1c 6,5–7,5 %

• Bei Pat. > 75 J. u. Pflegeheimpat.: Lebensqualität u. Symptomfreiheit im Vordergrund, HbA 1c < 8 % meist ausreichend

• Bei Pat. mit metab. Sy. steht oft Reduktion des Gesamtrisikos im Vordergrund (RR-Einstellung, Gewicht, Rauchen)

Patientenschulung Jeder Diabetiker sollte strukturierte Schulung durchlaufen. Eigenverantwortlichkeit u. Selbstmanagement des Diab. durch Pat. sind

übergeordnete Schulungsziele. Schulung in HA-Praxis (etwa i. R. des DMP Diabetes, s. o.) u. hausärztl. Schulungsvereinen, Spezialschulung bes. Diab. mell.

Typ 1 in Schwerpunktpraxis.

Ernährung Für Diabetiker gelten prinzipiell die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für die übrige Bevölkerung ( 17.5.2 ). Kostformen mit reduziertem

KH-Anteil u. erhöhtem Anteil an Eiweiß mit hoher biolog. Wertigkeit u. hohem Anteil an ein- u. mehrfach ungesättigten Fettsäuren („low carb“, „LOGI“,

17.5.3 ) empfehlenswert. Entscheidend sind Akzeptanz sowie Einfluss auf Gewicht u. Stoffwechsellage des individuellen Pat.!

Weitere Empfehlungen:

• Zufuhr von Ballaststoffen ↑ durch hohen Anteil an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten

• Bevorzugt einfach u. mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Oliven-, Raps-, Leinöl, Fisch)

Wichtigste Ziele:

• Bes. für übergewichtige Typ-2-Diabetiker: Vermeidung hyperkalorischer Kost!

• Normalgewicht halten, Übergewicht reduzieren!

• Postprandiale BZ-Spitzen vermeiden, da unabhängiger RF für Arteriosklerose!

• Schnell anflutende KH (zuckerhaltige Speisen, Mehlprodukte) reduzieren

Eine „Diabetes-Diät“ gibt es nicht! Ausnahmen:

• Pat. mit Insulin-Ther. müssen den KH-Gehalt der Nahrungsmittel zur Abstimmung mit ihrer Insulindosis kennen ( Tab. 17.6 auf S. 982).

• Pat. mit konventioneller Insulin-Ther. müssen ihre Mahlzeiten nach einem bestimmten Schema über den Tag verteilen.

Diätprodukte sind unsinnig: Es gibt keine Nahrungsmittel, die Diab. heilen o. verbessern!

Orale Antidiabetika (OAD)

Allgemeines Nur bei Typ-2-Diab., wenn durch Lebensstilanpassung innerhalb von 3 Mon. keine normale Stoffwechsellage. Durch ein OAD HbA 1c -Senkung

von ca. 1 %.

• Adipöse Pat. möglichst OAD, die keine Gewichtszunahme begünstigen

• Cave: alle OAD in Grav. u. Stillzeit kontraindiziert

• Beste Datenlage zu Metformin, alle anderen Optionen sind nachrangig!

• RR-Kontrolle ist für Outcome bei Diabetikern wichtiger als Diabeteseinstellung!

Metformin

• Mittel der 1. Wahl, Einsatz sofort zu Krankheitsbeginn möglich, wenn keine KI

• Wirkung: hemmt Glukoneogenese in Leber, fördert Glukoseaufnahme in Muskel u. Fett

• Ind.: Pat. mit Diab. mell. Typ 2 zusammen mit nichtpharmakolog. Maßnahmen (Schulung, Ernährungsther., Steigerung der körperl. Aktivität).

Durchschnittliche BZ-Senkung um 20 % ist nur nicht auf adipöse Pat. beschränkt, sondern auch für Pat. mit normalem KG (BMI 24–25 kg/m 2

)

geeignet. Keine Gewichtszunahme durch Metformin

• Komb.: Sicherheit der Komb.-Ther. mit Glibenclamid ungeklärt, mit allen anderen OAD u. Insulin möglich u. sinnvoll

• KI: Niereninsuff. (Krea-Clearance < 30 ml/Min./1,73m 2

), schwere Lebererkr., Pankreatitis, Alkoholismus, kardiorespir. Insuff. (≥ NYHA III/IV),

hohes Lebensalter, konsumierende Erkr., Kreislaufschock; prä-, peri-, postop., während Reduktionsdiäten (< 1.000 kcal)

• NW: Übelkeit, Magendruck, Durchfälle (bis 20 %). Sehr selten Laktatazidose

• Dos.: Metformin STADA

® , Siofor ® , Glucophage ® bis 2 × 1.000 mg, einschleichend dosieren, Beginn 1 × 500 mg, wöchentlich steigern

• Absetzen 2 d vor u. nach OP, 1 d vor u. nach i. v. KM-Unters.

• Vorteile: makrovaskuläre KO ↓, Gewicht ↓, wenig Hypoglykämien, pos. Endpunktdaten für adipöse Pat. (Effekt nach 6 J. Ther. nachgewiesen),

Verbesserung der Parameter bei metab. Sy. (Lipide ↓, CRP ↓). Nachteile: viele KI, GIT-NW, Risiko für Laktatazidose bei Nichtbeachtung der KI ↑

Neue Vorgaben für Metformin bei chron. Niereninsuff.: jetzt bis Krea-Clearance eGFR < 30 ml/min/1,73m 2 möglich, allerdings:

• Tagesdosis max. 1.000 mg (als 2 × 500 mg)

• Nierenfunktion muss alle 3–6 Mon. kontrolliert werden.

• Metformin muss sofort abgesetzt werden, wenn Krea-Clearance unter 45 ml/min (eGFR < 30 ml/min/1,73 m 2

) fällt.

Quelle: AkdÄ, www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/DSM/Archiv/2016-37.html

α-Glukosidase-Hemmer

• Wirkung: Hemmung der intestinalen α-Glukosidase, die Mehrfachzucker in Einfachzucker spaltet, dadurch langsamere Glukoseresorption.

• Ind: Pat. mit Diab. mell. Typ 2 zusammen mit nichtpharmakolog. Maßnahmen (Schulung, Ernährungsther., Steigerung der körperl. Aktivität), bei

denen eine Unverträglichkeit/KI für Metformin besteht

• KI: GIT-Erkr. mit Durchfall o. Stenosen, entzündl. Darmerkr., Niereninsuff.

• NW: GIT-NW mit Flatulenz u. Diarrhö sehr häufig

• Präparate: Acarbose (Glucobay ® , Acarbose AL

® ), Miglitol (Diastabol ® )

• WW: Miglitol darf in Komb. mit anderen Antidiabetika nur zusammen mit Sulfonylharnstoffen eingesetzt werden

• Dos.: unbedingt einschleichend von 1 × 50 mg bis 3 × 100 mg mit dem 1. Bissen der Mahlzeit

Sulfonylharnstoffe (SH)

• Wirkung: Stimulation der endogenen Insulinsekretion

• Ind.: KI, Unverträglichkeit o. unzureichende Wirkung von Metformin. Komb. mit anderen OAD u. Insulin möglich

• KI: Überempfindlichkeit SH o. Sulfonamid-Antibiotika (Kreuzallergie), Leberinsuff., Niereninsuff. (außer Gliquidon)

• NW: Gewichtszunahme, Hypoglykämien (gefährlich wg. langer HWZ). Selten Hauterscheinungen, GIT-Störungen, Störungen der Hämatopoese

• Präparate: Glibenclamid = Referenzsubstanz (Generika, Euglucon ® ), Glimepirid (Generika, Amaryl ® ), bei Niereninsuff. Gliquidon (Glurenorm ® )

• Dos.: Tab. 17.3

Tab. 17.3 Dosierung von Sulfonylharnstoffen

Präparat Anfangsdosis (mg) Maximaldosis (mg)

Glibenclamid 1,75–3,5 10,5

Glimepirid 1 6

Gliquidon 15 120

DPP-4-Inhibitoren (Dipeptidylpeptidase-Inhibitoren )

• Wirkung: Abbauhemmung der Inkretinhormone GLP-1 u. GIP in Dünndarmwand, dadurch bei Hyperglykämie Stimulation der Insulinsekretion,

Hemmung der Glukagonsekretion

• Ind.: Monotherapie bei Unverträglichkeit o. KI gegen Metformin u. SH, Komb. mit Metformin o. SH, bei Sitagliptin auch 3-fach-Komb. Komb. mit

Insulin möglich (teuer)

• KI: Leberinsuff.

• NW: selten Übelkeit, Pankreatitis, Überempfindlichkeitsreaktionen

• Bei Niereninsuff. individuelle Dosisanpassung, s. Produktinformationen. Hinweis: einzige Präparategruppe mit Zulassung für mittlere u. schwere

Niereninsuff.!

• Präparate u. Dos.: Sitagliptin (Xelevia ® , Januvia ® ) 1 × 100 mg. Saxagliptin (Onglyza ® ) 1 × 5 mg. Fixkomb. mit Metformin (Velmetia ® , Janumet

® ) 50 mg/850 mg u. 50 mg/1.000 mg 2 × 1

• Glinide sind kurz wirksame Förderer der Insulinsekretion, Wirkung ähnlich wie SH

SGLT-2-Hemmer

• Hemmen im proximalen Tubulus der Niere die Rückresorption der filtrierten Glukose

• Vermehrte Glukoseausscheidung i. U., Senkung des BZ

• Ind.: Monother. bei Unverträglichkeit o. KI gegen Metformin, Komb. mit allen anderen OAD u. Insulin

• KI: GFR< 60 ml/min, Ketoazidose

• NW: Gewichtsabnahme, RR-Senkung (beides meist erwünscht!), HWI, Vaginalmykosen, Hautmykosen

• Präparate: Dapagliflozin 5, 10 mg (Forxiga ® ), auch in Fixkomb. mit Metformin (Xigduo ® ) u. Empagliflozin 10, 25 mg (Jardiance ® )

Kombinationstherapie Für die Komb.-Ther. ist die ungefähre Kenntnis der Kosten hilfreich. Die in Tab. 17.4 genannten Preise sind beispielhaft u.

unterscheiden sich nicht wesentlich von denen der Mitbewerber.

Tab. 17.4 Tagestherapiekosten OAD

Substanz Substanz, Dosis (mg) Tagestherapiekosten in €

Metformin Metformin, 2 × 1.000 0,30

Glibenclamid Glibenclamid, 2 × 3,5 0,40

Glimepirid Glimepirid, 2 × 2 0,45

α-Glukosidase-Hemmer Acarbose, 3 × 100 1,10

DPP-4-Hemmer Xelevia ® , 1 × 100 1,60

SGLT-2-Hemmer Jardiance ® , 1 × 10 1,18

Inkretinmimetikum (Inj.!) Victoza ® , 1 × 1,2 4,20

Komb. mit Metformin:

• Sind Standard, falls verträglich u. keine KI; für alle Substanzen möglich

• Komb. mit SH am preisgünstigsten, wirksam, gut untersucht; cave: Hypoglykämien, Gewichtszunahme

• Komb. mit α-Glukosidase-Hemmern physiologisch; cave: teuer, hohe NW-Rate, wenig zusätzliche Wirkung

• Komb. mit DPP-4-Hemmern u. SGLT-2-Hemmern sinnvoll, gut untersucht; cave: teuer

No comments:

Post a Comment

اكتب تعليق حول الموضوع

Translate

Search This Blog

Translate

Popular Posts

البحث

Popular Posts

Popular Posts

Blog Archive

Blog Archive

Popular Posts