• Sedierung
• Kognitive Leistung ↓
• Sturzgefahr ↑
• Kurz wirkende Benzodiazepine, falls nötig (s. o.)
• Schlafhygiene ( 29.6 )
• Psychiatrisch-psychother. Behandlung
• Ggf. niedrig dosierte Antidepressiva mit sedierender Wirkung (Mirtazapin)
• Opipramol
• Niederpotente Antipsychotika (Melperon, Pipamperon)
Kurz und mittellang wirksame Benzodiazepine, Z-Substanzen
• Alprazolam
• Temazepam
• Triazolam
• Lorazepam
• Oxazepam
• Lormetazepam
• Brotizolam
• Zolpidem
• Zopiclon
• Zaleplon
• Sedierung
• Kognitive Leistung ↓
• Sturzrisiko ↑
• RR ↓
• Kardiale KO ↑
• Schlafhygiene
• Baldrian
• Sedierende Antidepressiva (Trazodon, Mianserin, Mirtazapin)
• Zolpidem
• Opipramol
• Niederpotente Antipsychotika (Melperon, Pipamperon)
Antidementiva, Vasodilatatoren, durchblutungsfördernde Medikamente
• Pentoxifyllin
• Naftidrofuryl
• Nicergolin
• Piracetam
Lt. Studienlage keine signifikante
Besserung kognitiver Leistungen u.
Demenz
• Ind. Alzheimer-Demenz: ACE-Hemmer
• Memantin
Potenziell inadäquate
Medikation für ältere
Patienten
Begründung Alternative
Nach Holt, Schmiedl, Thürmann 2010. Siehe auch im Internet: www.priscus.net
33.3.5. Arzneimittel bei Niereninsuffizienz
Parameter zur Bestimmung der Niereninsuffizienz
Viele Medikamente werden renal ausgeschieden u. kumulieren bei Niereninsuff. Der Krea-Wert i. S. ist nur im Zusammenhang mit Alter, Geschlecht u.
Gewicht (stellvertretend für Muskelmasse) als Maß für die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) zu verwenden. Daher sollte die Kreatinin-Clearance (KreaClearance) nach der Cockcroft-Formel errechnet werden:
Die GFR beträgt bei gesunden jüngeren Erw. 120 ml/Min., bei 70-Jährigen nur noch 50 % dieses Werts, also ca. 60 ml/Min. ( Tab. 33.16 ). Durch Abbau
der Muskelmasse beim älteren Pat. bleibt häufig das Krea im Normbereich u. reflektiert nicht die Kreatinin-Clearance!
Tab. 33.16 Norm-GFR (bezogen auf 1,73 m 2 KOF)
Alter (J.) Männer (ml/Min.) Frauen (ml/Min.)
ca. 25 95–140 70–100
ca. 50 70–115 50–100
ca. 75 50–80 35–60
Vom Labor die errechnete GFR (eGFR) gemeinsam mit Krea-Wert elektronisch übertragen lassen!
Auswahl von Medikamenten und Anpassung der Dosierung
• Nur gut bekannte Medikamente ohne nephrotoxische Wirkung verwenden
• Medikamentenspiegel bestimmen, wenn sinnvoll
• Dosierungen wie folgt anpassen (Beispiel Tab. 33.17 ):
Tab. 33.17 Beispiel für Medikamentenanpassung bei Niereninsuffizienz
Substanz
Dosis in % Normaldosis bei Glomerulumfiltrat von Dosierungsintervall (in h)
> 50 ml/Min. 50–10 ml/Min. < 10 ml/Min.
Gabapentin 100 50–25 25–10 8
Berechnung der gewünschten Dosierung bei Nierengesundem: Gabapentin 3 × 400 mg
Pat.: GFR von 10 ml/Min: 400 mg × 0,25 = Gabapentin 3 × 100 mg
– Abschätzen der GFR mittels berechneter Krea-Clearance
– Dosis u. ggf. Dosierungsintervalle entsprechend eGFR anpassen (s. Fachinformationen)
– Internet-Rechner zur Berechnung von Dosisanpassungen für Medikamente: www.dosing.de/
33.3.6. Arzneimittel bei Leberschädigung
Aufgrund funktioneller Restkapazität treten klinisch relevante Beeinträchtigungen der Metabolisierung i. d. R. erst bei schweren Lebererkr. auf; übliche
Laborparameter erlauben nur ungenaue Rückschlüsse auf die Metabolisierungskapazität: reduziertes Serumalbumin u./o. verlängerte Prothrombinzeit am
besten geeignet.
Pathomechanismen, die die Arzneimittelwirkung verändern
• Hypoproteinämie: Toxizität ↑ bei Pharmaka mit hoher Proteinbindung
• Veränderte Pharmakokinetik durch drei hepatische Pathomechanismen:
– Hepatischer Blutfluss ↓ (Shunt-Phänomene) mit reduziertem hepatischem First-Pass-Effekt: z. B. Fentanyl, Nitrate, Pethidin,
Triamteren, Metoprolol; besser Medikamente mit niedriger hepatischer Extraktion wählen
– Oxidative Abbauprozesse ↓
– Konjugationsprozesse (Glukuronidierung) ↓
• Hämorrhagische Diathese: Vorsicht bei Antikoagulation u. antiphlogistischer Ther.
• Flüssigkeitsretention, die durch Steroide u. Antiphlogistika verschlimmert werden kann
• Hepatische Enzephalopathie: ↑ Wirkung von zentral wirksamen Pharmaka, Verstärkung auch durch Diuretika
• Keine Arzneimittel mit bekannter Hepatotoxizität u. Verzicht auf solche, die erst durch hepatische Aktivierung wirksam werden (Prodrugs)
33.4. Polypharmakotherapie in der Hausarztpraxis
33.4.1. Strategien zum Umgang mit Polypharmakotherapie
Aktives Management von Pat. mit Mehrfacherkr . u. Polymedikation ist zeitlich aufwendig u. inhaltlich anspruchsvoll:
• Arzneimittelanamnese: Medikamenteninkongruenz (Unterschied zwischen dem Informationsstand der Praxis u. dem des Pat.) bei 22–50 % der Pat.
Ursachen: u. a. eigenständige Medikamentenänderung durch Pat., unbekannte Neuverordnungen durch Mitbehandler, veraltete o. fehlende
schriftliche Medikamentenverordnung, OTC-Selbstmedikation; Inj., Augentropfen, Salben! Cave: Orale Antikonzeption wird von Frauen oft nicht
als Medikament gesehen, daher gezielt nach „Pille“ fragen.
• Auswahl der notwendigen Medikamente: Prioritäten setzen! Kriterien sind: Lebensqualität, langfristig progn. wichtige Medikamente wie ASS bei
KHK. Bei geringer Lebenserwartung: Medikamente wie Lipidsenker (HMG-CoA-Reduktasehemmer) bei bettlägerigen Senioren absetzen.
• Medikamentenreviews (regelmäßige Erfassung der eingenommenen Medikamente): Eigenen Standard entwickeln, z. B. bei jeder Neuverordnung
die bisherige Verordnung aktualisieren; dem Pat. eine Einnahmeverordnung mitgeben u. bitten, diese mit seiner Einnahme zu Hause abzugleichen,
Rückmeldung vereinbaren; beim Check-up alle Medikamente auf klin. Relevanz durchsehen; EDV-Vermerk für notwendige Arzneimittelchecks.
• EDV-gestützte Analyse hinsichtlich WW: 33.4.2
• Einnahmeberatung: Adhärenz wird positiv beeinflusst durch Arzneimittel mit raschem Wirkungseintritt, wenigen o. keinen spürbaren UAW sowie
nicht zu häufiger Tabletteneinnahme pro Tag.
• Regelmäßige Durchsicht der im Quartal verordneten Medikamente: Bei neg. Nutzen-Risiko-Relation Vermerk in der EDV, damit keine erneute
Verordnung erfolgt.
33.4.2. Häufige Arzneimittelinteraktionen
Vor allem lipophile Arzneimittel werden durch Cytochrom-P450-Enzyme zu löslicheren Substanzen metabolisiert. Die Mehrzahl aller
Arzneimittelinteraktionen, die auf Änderungen des Metabolismus beruhen, sind Resultate metabolischer Veränderungen über diese Enzymwege ( Tab. 33.18 ).
Tab. 33.18 Die 9 häufigsten Arzneimittelinteraktionen nach einer englischen Studie von über 30 Mio. Verordnungen
Arzneimittelinteraktion Mechanismus
Makrolidantibiotika – Statine CYP3A4: Abbau von Statinen vermindert
Warfarin/Phenprocoumon – Amiodaron CYP2C9: Abbau von Antikoagulanzien reduziert, Blutungsgefahr steigt
Warfarin/Phenprocoumon – Sulfonamide CYP2C9: Abbau von Antikoagulanzien reduziert, Blutungsgefahr steigt
Warfarin/Phenprocoumon –
Schilddrüsenpräparate
Pharmakodynamik von Antikoagulanzien beschleunigt, INR sinkt
Digoxin – Amiodaron Amiodaron hemmt renale P-Glykoprotein-Transporter: Digoxinspiegel steigt
Digoxin – Schleifendiuretika Renale Kaliumausscheidung erhöht Risiko von HRST
Kaliumsparende Diuretika – Kalium Gefahr: Hyperkaliämie
Verapamil – Betablocker Neg. chronotrope Wirkung verstärkt
Sumatriptan – SSRI
Synergistische Wirkung des Serotonin-Agonisten → Serotonin-Sy.: Verwirrtheit, Hypertonie, Agitation,
Hyperthermie
Nach Peng CC, et al. J Managed Care Pharm 2003; 9(6): 513–522
• Es existieren verschiedene Cytochrom-P450-Enzyme, die interindividuell unterschiedlich stark exprimiert werden.
• Häufig kann ein Arzneimittel o. -metabolit über verschiedene P450-Enzyme metabolisiert werden.
• Interindividuelle Unterschiede in der Elimination von Arzneimitteln sind durch Unterschiede in der vorhandenen Enzymmenge bestimmt.
• Genetische Polymorphismen existieren für mehrere P450-Enzyme; 2 häufige Varianten:
– Allelvariante mit Alteration von Cytochrom 2D6: 7–10 % der deutschen Bevölkerung sind sog. langsame Metabolisierer; schwere
UAW nach Standarddosis eines über diesen Stoffwechselweg abgebauten Medikaments, u. a. fast alle Antidepressiva, einige
Betablocker, Antiarrhythmika, Opioide, Antipsychotika
– Defekt für Cytochrom 2C10: 3–4 % der dt. Bevölkerung; UAW u. a. nach Gabe von: Citalopram, Lansoprazol, Diazepam, Pantoprazol,
Omeprazol
• Weitere metabolische Wege wie die Transporter-P-Glykoproteine beeinflussen z. B. die Resorption aus dem GI-Trakt u. die renale Elimination von
Arzneimitteln.
33.4.3. Wechselwirkungen mit Phytopharmaka
Die meisten Pat. halten freiverkäufliche Phytopharmaka für harmlos: daher gezieltes Nachfragen nach Selbstmedikation, um WW mit verordnungspflichtigen
Präparaten zu erkennen. Wichtige Beispiele sind:
• Hepatische Enzyminduktion durch Johanniskraut: kann z. B. „die Pille“ u. manche HIV-Medikamente unwirksam machen
• Intraop. Blutungs-KO wg. thrombozytenaggregationshemmender Wirkung von Gingkopräparaten.
Wirkmechanismen u. WW von häufig verwendeten pflanzlichen Medikamenten Tab. 33.19 .
Tab. 33.19 Wechselwirkungen von Phytopharmaka und verordnungspflichtigen Arzneimitteln
Phytopharmakon Potenziell schädliche Wirkung und Wechselwirkungen
Johanniskraut
Beschleunigt Medikamentenabbau durch Enzyminduktion von Cytochrom-P450-Enzymen
Zwischenblutungen u. Wirkungsverlust mancher oraler Kontrazeptiva (Ethinylestradiol, Desogestrel)
Erniedrigte Wirkspiegel von: Ciclosporin, Amitriptylin, Digoxin, Indinavir, Phenprocoumon, Coumadin, Theophyllin, Midazolam
Leichte serotonerge Reaktionen in Komb. mit SSRI wie Sertralin, Paroxetin, Nefazodon
Ginkgo
Hemmt die Thrombozytenaggregation
Blutungen bei Komb. mit Coumadin, NSAR, ASS
Erhöhter Blutdruck unter Thiaziddiuretika
Koma in Komb. mit Trazodon
Knoblauch
WW mit Paracetamol beschrieben
Vermindert Blutkonz. von Cumarinen (Warfarin)
Hypoglykämien in Komb. mit Chlorpropamid
Ginseng Vermindert Wirkung von Cumarinen (Warfarin) u. Alkohol
Ephedra
z. B. als TCM-Mittel zur Gewichtsreduktion eingesetzt
Hypertonie, Arrhythmien, Herzinfarkt, Schlaganfall, epileptische Anfälle
Präop. Sicherheitsstrategie: Pat. soll pflanzliche Selbstmedikation 1–2 Wo. vor Eingriffen absetzen.
Bei Chemother.: Nicht zu unterschätzen sind WW zwischen Chemotherapeutika u. pflanzlichen Medikamenten durch Enzyminduktion o. Einflüsse auf
Medikamententransportsysteme, z. B. bei Johanniskraut. Therapieversager werden z. T. auf die unkontrollierte Einnahme von pflanzlichen Präparaten
zurückgeführt.
Im Zweifel gilt: Weniger ist mehr! Lieber ein bekanntes Arzneimittel als ein unbekanntes pflanzliches Präparat. In der Schwangerschaft u. bei Kindern
ist aus Sicherheitsgründen bes. Vorsicht geboten!
33.4.4. Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln
Einige Nahrungsmittel beeinflussen den Metabolismus o. die Bioverfügbarkeit von Arzneimitteln. Gezielte Hinweise für Patienten sind sinnvoll ( Tab. 33.20 ).
Tab. 33.20 Wechselwirkungen zwischen Nahrungsmitteln und Arzneimitteln
Nahrungsmittel WW mit Arzneimittel
Grapefruitsaft (CYP3A4-Inhibition)
Hemmt Abbau von Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ:
Wirkungsverstärkung (Hypotonie), Ciclosporin, Statine
Milch Tetrazykline, Gyrasehemmer, Bisphosphonate
Vit.-K-haltige Lebensmittel (Vit.-Tbl., -säfte; auch natürliche Vit.-KQuellen wie Innereien, Kohlarten)
Vitamin-K-Antagonisten (VKA)
Kaffee, Tee Resorptionsminderung eisenhaltiger Präparate
Salami, Blauschimmelkäse, Sauerkraut, Rotwein, Kaviar, Salzheringe MAO-Hemmer
Lakritz (ab ca. 50 g, entspricht ca. 3–5 Lakritzschnecken) Diuretika → Kaliumverluste ↑
33.5. Arzneimittelmanagement im Wandel
33.5.1. Patientensicherheit und Arzthaftung im Kontext veränderter
Rahmenbedingungen
Veränderte Rahmenbedingungen (z. B. durch Rabattverträge) verändern nicht nur das Arzt- Pat.-Verhältnis, sondern auch Fragen der Arzthaftung u. der
Patientensicherheit.
• Substitution (§ 129 SGB V): Zur Reduktion der Arzneimittelausgaben sind die Apotheken gesetzlich verpflichtet, bei der Verordnung das
preisgünstigere Medikament abzugeben. Eine Ausnahme ist gegeben, wenn der Arzt „Aut idem “ ankreuzt. Dies ist med. begründet, wenn ein Pat. z.
B. bestimmte Hilfsstoffe eines Arzneimittels nicht verträgt. Praxistipp: Begründung in Patientenakte vermerken.
• Die gesetzlichen Regelungen gehen bei der Auswahl eines Arzneimittels eindeutig von der Verantwortung des Arztes aus, da nur dieser das
Fachwissen hat u. den Pat. kennt. Dies schließt auch die Verpflichtung für eine wirtschaftliche Verordnungsweise ein. Allerdings ist der Arzt nicht
für die Qualität des Arzneimittels verantwortlich. Sollte ein bedenkliches o. minderwertiges Arzneimittel durch einen Fehler beim
Zulassungsverfahren in den Handel gelangen u. dem Arzt dieser Qualitätsmangel nicht konkret bekannt sein, so haftet der pharmazeutische
Hersteller.
• Substitutionsausschlussliste (§ 129 Abs. 1a Satz 2 SGB V) : Seit 2014 werden Arzneimittel mit enger ther. Breite, bei denen durch die Substitution
klin. relevante Beeinträchtigungen auftreten können, von der Substitution ausgenommen, z. B. Digitoxin, Digoxin, Phenytoin, LevothyroxinNatrium. Aktuelle Liste: www.g-ba.de/downloads/83-691-392/AM-RL-VII-Aut-idem_2016-01-15.pdf
An solche Möglichkeiten denken u. Pat. bitten, alle Arzneimittel zum „Sortieren“ mitzubringen; Wirkstoffnamen u. Hinweise auf der
Einnahmeverordnung dokumentieren; bei Pat. mit kognitiven Einschränkungen: „Aut idem“ ankreuzen u./o. Arzneimittelgabe über Pflegedienste
sicherstellen.
33.5.2. Fortschritt in der Arzneitherapie: Fortbildung und Unabhängigkeit
Unabhängigkeit ist ein wichtiges Kennzeichen ärztlicher Professionalität. Empfehlung: Fortbildungen unabhängig organisieren, Pharmavertreterbesuche auf
Minimum reduzieren, nur offizielle Fachinformationen annehmen; werbungsfreie Praxis als Marketingstrategie!
Studien zeigen: Informationspräsentationen von Pharmafirmen z. T. beschönigend. Typische Strategie: visuelle Darstellung relativer statt absoluter Risiken.
Bsp.: Diät reduziert KG um 1 kg, Medikament Y um 1,5 kg in einer Studienpopulation: Die Präsentation des Herstellers von Y zeigt, dass Medikament Y das
KG um 50 % mehr senkt. Das scheint beeindruckend, obwohl die absoluten Zahlen die Fragwürdigkeit zeigen.
Informationen über evidenzbasierte Pharmakotherapie Folgende Zeitschriften, Bücher, Datenbanken, Institutionen u. Webseiten sind empfehlenswert:
• Arzneiverordnungen (inzwischen 21. Auflage!), hrsg. von der AkdÄ, Deutscher Ärzteverlag.
• Arzneimitteltelegramm: Regelmäßig erscheinende kritische Arzneimittelinformation, auch mit Online-Datenbank: www.arzneitelegramm.de
• Arzneimittelrichtlinien des G-BA Ärzte u. KK: www.g-ba.de
• Therapieempfehlungen der AkdÄ: www.akdae.de . Hinweis: Auf dieser Website sind auch fertige Materialien für Präsentationen in Qualitätszirkeln
zu finden!
• Systematische Reviews zu verschiedensten Themen in der Cochrane Library: www.cochrane.de
• Originalliteratur über öffentlichen Zugang der NIH Library: www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?db=pubmed
• Deutsches Ärzteblatt: aktuelle Veröffentlichungen der Arzneimittelkommission
• Offizielle Fachinformation der einzelnen Medikamente
• Evidenzbasierte Leitlinien: z. B. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin: www.degam.de
• Überblick über Arzneiverordnungen in der GKV: Schwabe, Arzneimittelreport (erscheint regelmäßig)
• Website zu Fehlermanagement u. Optimierungsstrategien für Hausarztpraxen: www.jeder-fehler-zaehlt.de
Informationen für evidenzbasierte Phytotherapie
• National Center for Complementary and Alternative Medicine, USA (NCCAM): www.nccam.nih.gov .
• Weitere Datenbank bzgl. Phytopharmaka: http://naturaldatabase.therapeuticresearch.com
Arzneimittel für Senioren
• Zentrum für Gerontopharmakologie, Universität Heidelberg, Fit-for-the-Aged-Klassifikation: www.umm.uniheidelberg.de/ag/forta/FORTA_Liste_2015_deutsche_Lightversion.pdf
Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit
• Schaefer, Spielmann, Vetter, Weber-Schöndorfer (Hrsg.) (2012). Arzneiverordnungen in Schwangerschaft und Stillzeit. 8. A. München: Elsevier
Urban & Fischer
• Beratungsstellen des European Network of Teratology Information Services (ENTIS): www.entis-org.com
• Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Spandauer Damm 130, Haus 10, 14050 Berlin, Tel: 030–30 30 81 11; Fax:
030–30 30 81 22, E-Mail: mail@embryotox.de ; www.embryotox.de
• Krankenhaus St. Elisabeth, Elisabethenstr. 17, 88212 Ravensburg, Tel: 0751–87 27 99, Fax: 0751–87 27 98, E-Mail: paulus@reprotox.de ;
www.reprotox.de
Arzneimittelinteraktionscheck
• ifap-Index (in vielen Praxissoftware-Programmen enthalten)
• Datenbank: www.arzneitelegramm.de
• DIMDI: Abda-Datenbank: www.dimdi.de
Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz: internetbasierter Rechner s
• Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum Heidelberg, www.dosing.de
Newsletter über Pharmaka und evidenzbasierte Medizin
• Newsletter der Arzneimittelkommission: Kostenfrei, Anmeldung unter: www.akdae.de .
• Newsletter des Arzneitelegramms: Im Abo des Arzneitelegramms enthalten. www.arzneitelegramm.de .
• Newsletter der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin: Sog. DEGAM-Benefits (für Mitglieder kostenfrei).
Meldeformular für UAW/WW Meldungen von Arzneimittel-UAW an Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft ( www.akdae.de ) o.
Bundesagentur für Arzneimittel (BfArM); Meldung von Impfreaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut: www.pei.de
Download des Meldeformulars als pdf-Datei für Praxissoftware: www.akdae.de
33.6. Checkliste: Arzneimittelmanagement in der Hausarztpraxis
Qualitätsmanagement verbessert das Arzneimittelmanagement in HA-Praxen; Ziele: Qualitätsverbesserung, Fehlervermeidung. Eine Checkliste für den Alltag
findet sich in Tab. 33.21 .
Tab. 33.21 Checkliste: Hausärztliches Arzneimittelmanagement
1 Medikamentenauswahl
Praxisinterne Medikamentenliste: Auswahl sicherer Medikamente, mit denen man gut vertraut
ist
Rationale, evidenzbasierte Pharmakotherapie ist zugleich wirtschaftlich
2 Ablauforganisation rund um Rezepte Definierte Praxisabläufe für Einmal- u. Wiederholungsrezepte
3 Polypharmakotherapie
Schriftliche Einnahmeverordnungen für alle Pat., die bei jeder Änderung erneuert wird:
• Aktives Abfragen von Selbstmedikation
• Erfassen der Fremdmedikation durch Mitbehandler
• EDV-gestützte Interaktionsanalysen
4 Besondere Patientengruppen
Bes. gefährdete Patientengruppen bes. aktiv managen:
• Senioren
• Schwangere
• Stillende
• Kinder
• Pat. mit Leber- u. Niereninsuff.
5 Besondere Arzneimittel
Recall bei Dauermedikation von Arzneimitteln mit geringer ther. Breite (z. B. Marcumar,
Amiodaron) o. hohem Risiko von Interaktionen (z. B. alle Leberenzyminduktoren)
6 Medikamentencompliance/-adhärenz
Durch Kommunikation zur Kooperation:
• Einnahmeverhalten thematisieren („Sie nehmen viele Arzneimittel: Wie schaffen Sie das?“)
• Tagesroutinen der Pat. besprechen (Medikation beim Zahnputzbecher, ...)
• „Brown Bag“ (alle Medikamente mitbringen lassen u. mit Pat. durchgehen)
7
Ärztliche Unabhängigkeit als Teil des
professionellen Selbstverständnisses
Althergebrachtes hinterfragen:
• Nutzen Medikamentenschrank (Muster)
• Pharmavertreterkontakte
• Transparenz der Unabhängigkeit als Informationsstrategie ggü. Pat.: werbungsfreie Praxis
8
Transparenz für Pat. über das
Arzneimittelkonzept u. Arzneimittelmanagement
der Praxis
Gut definierte Abläufe:
• Persönliche Übergabe des Rezepts
• Abfragen der Verträglichkeit
• Ind. für Dauermedikamente periodisch überprüfen
9
Therapie- u. Patientensicherheit in Zeiten sich
ändernder Rahmenbedingungen
Rechtliche Aspekte beachten:
• Haftungsrisiken bei Off-Label-Use, auch von Impfstoffen
• Apotheken-Substitution durch Rabattverträge
10 Pharmakovigilanz
• Formular zur Meldung von UAW/WW in Praxis-EDV
• Jeden Verdacht melden (BfAM, AKdÄ)
11 Medizinischer Fortschritt
• Unabhängige Informationsquellen
• Bes. Aufmerksamkeit für UAW u. WW gilt beim Einsatz von Ne
Tab. 33.21 Checkliste: Hausärztliches Arzneimittelmanagement
1 Medikamentenauswahl
Praxisinterne Medikamentenliste: Auswahl sicherer Medikamente, mit denen man gut vertraut
ist
Rationale, evidenzbasierte Pharmakotherapie ist zugleich wirtschaftlich
2 Ablauforganisation rund um Rezepte Definierte Praxisabläufe für Einmal- u. Wiederholungsrezepte
3 Polypharmakotherapie
Schriftliche Einnahmeverordnungen für alle Pat., die bei jeder Änderung erneuert wird:
• Aktives Abfragen von Selbstmedikation
• Erfassen der Fremdmedikation durch Mitbehandler
• EDV-gestützte Interaktionsanalysen
4 Besondere Patientengruppen
Bes. gefährdete Patientengruppen bes. aktiv managen:
• Senioren
• Schwangere
• Stillende
• Kinder
• Pat. mit Leber- u. Niereninsuff.
5 Besondere Arzneimittel
Recall bei Dauermedikation von Arzneimitteln mit geringer ther. Breite (z. B. Marcumar,
Amiodaron) o. hohem Risiko von Interaktionen (z. B. alle Leberenzyminduktoren)
6 Medikamentencompliance/-adhärenz
Durch Kommunikation zur Kooperation:
• Einnahmeverhalten thematisieren („Sie nehmen viele Arzneimittel: Wie schaffen Sie das?“)
• Tagesroutinen der Pat. besprechen (Medikation beim Zahnputzbecher, ...)
• „Brown Bag“ (alle Medikamente mitbringen lassen u. mit Pat. durchgehen)
7
Ärztliche Unabhängigkeit als Teil des
professionellen Selbstverständnisses
Althergebrachtes hinterfragen:
• Nutzen Medikamentenschrank (Muster)
• Pharmavertreterkontakte
• Transparenz der Unabhängigkeit als Informationsstrategie ggü. Pat.: werbungsfreie Praxis
8
Transparenz für Pat. über das
Arzneimittelkonzept u. Arzneimittelmanagement
der Praxis
Gut definierte Abläufe:
• Persönliche Übergabe des Rezepts
• Abfragen der Verträglichkeit
• Ind. für Dauermedikamente periodisch überprüfen
9
Therapie- u. Patientensicherheit in Zeiten sich
ändernder Rahmenbedingungen
Rechtliche Aspekte beachten:
• Haftungsrisiken bei Off-Label-Use, auch von Impfstoffen
• Apotheken-Substitution durch Rabattverträge
10 Pharmakovigilanz
• Formular zur Meldung von UAW/WW in Praxis-EDV
• Jeden Verdacht melden (BfAM, AKdÄ)
11 Medizinischer Fortschritt
• Unabhängige Informationsquellen
• Bes. Aufmerksamkeit für UAW u. WW gilt beim Einsatz von Neueinführungen auf dem
Arzneimittelmarkt innerhalb der ersten Jahre
3 4
Adressen
Andrea Bartels
34.1 Spezielle Zentren und Einrichtungen
34.1.1 Tumorzentren (TZ)
34.1.2 Tropenmedizin und Gelbfieberimpfstellen
34.1.3 Umweltmedizinische Beratungsstellen
34.1.4 Giftinformationszentren
34.2 Selbsthilfegruppen und patientenorientierte Interessenverbände
34.3 Berufsständische Einrichtungen
34.3.1 Ärztekammern
34.3.2 Kassenärztliche Vereinigungen
34.4 Berufsverbände
34.4.1 Freie Arztverbände und Gesellschaften
34.4.2 Berufsverbände der Allgemeinärzte
34.5 Fort- und Weiterbildung
34.6 Bundesbehörden
34.7 Bundesinstitute und -ämter
34.1. Spezielle Zentren und Einrichtungen
34.1.1. Tumorzentren (TZ)
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V., www.tumorzentren.de , Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin, Tel: 030–326 787 26, Fax: 030–30 2044 89, EMail: adt@tumorzentren.de
Regionale Tumorzentren
• TZ Aachen e. V., Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, Tel: 0241–808 98 99, Fax: 0241–808 22 22, E-Mail/Homepage: leitstelle@tuzac.de ,
www.tuzac.de
• TZ Augsburg, Stenglinstr. 2, 86156 Augsburg, Tel: 0821–400 31 00, Fax: 0821–400 33 81, E-Mail/Homepage: tumorzentrum@klinikumaugsburg.de , www.tumorzentrum-augsburg.de
• TZ Berlin e. V., Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin, Tel: 030–285 389 0, Fax: 030–285 389 40, E-Mail/Homepage: tumorzentrum@tzb.de ,
www.tzb.de
• TZ Bonn e. V., Wohnheim II, Sigmund-Freud-Str. 25, 53127 Bonn, Tel: 0228–29 91 61, Fax: 0228–92 88 827, E-Mail/Homepage:
beratung@tumorzentrum-bonn.de , www.tumorzentrum-bonn.de
• TZ Bremen e. V., Am Schwarzen Meer 101–105, 28205 Bremen, Tel: 0421–49 19 222, Fax: 0421–49 19 242, E-Mail/Homepage:
buettner@bremerkrebsgesellschaft.de , www.tumorzentrumbremen.de
• TZ Chemnitz e. V., Bürgerstr. 2, 09113 Chemnitz, Tel: 0371–333 42 849, Fax: 0371–333 42 723, E-Mail/Homepage: tumorzentrum@skc.de ,
www.tumorzentrum-chemnitz.de
• TZ Anhalt am Städtischen Klinikum Dessau e. V. Auenweg 38, 06847 Dessau, Tel: 0340–501 43 23, Fax: 0340–501 43 84, E-Mail/Homepage:
tza@klinikum-dessau.de , www.klinikum-dessau.de/tumorzentrum.html
• TZ Dresden e. V., Universitätsklinikum Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, Tel: 0351–31 77 302, Fax: 0351–31 77 303, E-Mail/Homepage:
kontakt@tumorzentrum-dresden.de , www.tumorzentrum-dresden.de
• Tumorzentrum Emscher-Lippe GbR, Rotthauser Str. 23, 45879 Gelsenkirchen, Tel: 0209–15 80 70, E-Mail/Homepage: b.hoehmann@staugustinus.eu , www.tumorzentrum-emscher-lippe.de
• TZ Erfurt e. V., HELIOS Klinikum Erfurt GmbH, Haus 22, Nordhäuser Str. 74, 99089 Erfurt, Tel: 0361–781 48 02, Fax: 0361–781 48 03,
Homepage: www.tumorzentrum-erfurt.de
• TZ Erlangen-Nürnberg, Carl-Thiersch-Str. 7, 91052 Erlangen, Tel: 09131–85 39 290, Fax: 09131–85 34 001, E-Mail/Homepage:
tumorzentrum@tuz.imed.uni-erlangen.de , www.tumorzentrum.uk-erlangen.de
• Westdeutsches TZ Essen, Hufelandstr. 55, 45147 Essen, Tel: 0201–723 16 14, Fax: 0201–723 50 70, E-Mail/Homepage: wtz@uk-essen.de ,
www.wtz-essen.de
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