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4/3/26

 , das sind Lebewesen, in denen sich Zwischenstadien der

Parasiten entwickeln.

Als Endwirte werden die Lebewesen bezeichnet, in denen

sich die erwachsenen, fortpflanzungsfähigen Parasiten ausbil­

den. Bei manchen Würmern werden vom Endwirt Eier aus­

geschieden, die erst nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in

der freien Natur und unter bestimmten Bedingungen infek­

tionsfähig werden.

Parasitenerkrankungen, die durch blutsaugende Insekten

übertragen werden, sind für den Menschen nicht ansteckend.

Diese Patienten müssen nicht isoliert werden. Bei Wurmer­

krankungen ist es jedoch notwendig, bestimmte Hygienevor­


15

1.1 · Allgemeine Hygiene


gaben einzuhalten. Das Risiko seuchenhafter Ausbreitung

von Parasitenerkrankungen ist im Vergleich zu Erkrankun­

gen, die durch Bakterien und Viren über Schmierkontakte

oder Tröpfcheninfektion direkt von Mensch zu Mensch über­

tragen werden, deutlich geringer.


Protozoen

j

jMalaria


Malaria («mal aria», schlechte Luft) ist weltweit verbreitet und

kann durch vier verschiedene Plasmodiumarten hervorgeru­

fen werden. Die Übertragung erfolgt über die weibliche Anophelesmücke, die Erreger entwickeln sich dann im Wirts­

organismus.

Bis zum Auftreten der Plasmodien im Blut vergeht etwa

eine Woche. Die klassischen Malariasymptome sind Schüttel­

frost, kurz anhaltendes Fieber bis 41°C, Kopf- und Glieder­

schmerzen, Hepatosplenomegalie mit Ikterus und Anämie.

Unmittelbare Todesursachen sind Pneumonie, Schock oder

Hirnschädigung.

Die Diagnostik erfolgt durch den Nachweis von Malaria­

parasiten im Blut.

Das benötigte Malariamedikament muss auf den Erreger­

typ ausgerichtet sein, bestenfalls ist das Resistenzspektrum

bekannt. Deshalb ist für die medikamentöse Malariaprophy­

laxe die genaue Kenntnis der gegenwärtigen Resistenzlage im

Reisegebiet notwendig.

Da eine 100%ig wirksame medikamentöse Prophylaxe

nicht möglich ist, ist die wichtigste Vorsorge die Verhütung

eines Moskitostichs (Kleidung, Insektenschutzmittel, Moski­

tonetz).

j

jToxoplasmose

Der Erreger der Toxoplasmose ist ebenfalls eine Protozoe

und heißt Toxoplasma gondii. Die Toxoplasmose ist weit ver­


breitet. In den meisten Fällen handelt es sich um eine lebens­

lange latente Infektion ohne klinische Bedeutung. Bedeutsam

wird sie erst, wenn die Infektion während einer Schwanger­

schaft in den Organismus gelangt oder wenn eine Immun­

schwäche besteht. Als ausscheidende Infektionsquelle gilt die

Katze.

Die Erreger werden überwiegend indirekt übertragen,

z. B. über verschmutztes Fallobst, ungenügend gereinigte Erd­

beeren oder sonstige Schmutzkontaminationen mit kontami­

nierter Erde. Da auch andere Tiere (Schweine, Rinder) die

Oozysten (Ei-artiges Stadium der Protozoe) der Toxoplasmen

mit der Nahrung aufnehmen, gelangen während des Vermeh­

rungszyklus die Parasiten in die glatte Muskulatur und kön­

nen da ein Leben lang verbleiben. Der Verzehr von ungenü­

gend erhitzten Fleisch- und Wurstwaren ist deshalb ein be­

deutsamer Infektionsweg!

Die Infektion bleibt in aller Regel unbemerkt. In der

quergestreiften Muskulatur, im Herzmuskel oder – wahr­

scheinlich am häufigsten – im Gehirn kommt es zu einem

kleinen, meist lebenslang fortbestehenden Absiedlungsherd

mit Toxoplasmen. Selten kommt es bei Beginn der Infektion

zu einer meist milden Erkrankung (Lymphknotenschwel­

lung).


Gelangen die Oozysten allerdings erstmalig (d. h. bei

noch fehlender Immunität) während einer Schwangerschaft

in den Organismus, können sie auf das Kind übergehen und

zu angeborener Toxoplasmose führen. Bei 50% aller Schwan­

geren, die sich infizieren (0,2–0,8% aller Schwangerschaften),

kommt es zur Infektion des Fötus. Bei voller Ausprägung stellt

die angeborene Toxoplasmose ein sehr schweres Krankheits­

bild dar. Es bestehen intrazerebrale Verkalkungen, Hydroze­

phalus, Netzhautentzündung, Taubheit, geistige Retardie­

rung. Die Untersuchung auf Immunität gegen Toxoplasmen

ist Bestandteil der Schwangerenvorsorgeuntersuchungen. Ist

die Schwangere zum Zeitpunkt der Erstuntersuchung nicht

immun, werden während der weiteren Schwangerschaft re­

gelmäßig Kontrolluntersuchungen durchgeführt.

Eine Infektion bzw. Durchseuchung mit Toxoplasma gon­

dii kann nur serologisch nachgewiesen werden.

Die latenten Toxoplasmoseinfektionen werden bei Men­

schen mit einem gesunden Immunsystem niemals behandelt,

da die Behandlung die intakte lebenslange Immunität stören

würde. Die frische Toxoplasmoseinfektion wird lediglich in

der Schwangerschaft medikamentös behandelt. Da eine ange­

borene Toxoplasmose hierdurch sicher und gefahrlos verhin­

dert werden kann, gilt eine frische Toxoplasmoseinfektion

während der Schwangerschaft nicht als medizinische Indika­

tion für einen Schwangerschaftsabbruch.

>>Die konnatale Toxoplasmose ist eine der wichtigsten


konnatalen Infektionen und daher nach Infektionsschutzgesetz meldepflichtig!


Helminthen (Würmer)

Viele Wurmarten schädigen ihren Wirt in den meisten Fällen

nicht, sondern lassen sich nur von ihm ernähren.

Obwohl grundsätzlich jede Wurmart beim Menschen zu

Komplikationen führen kann, besitzen nur einige wenige eine

klinische Bedeutung, weil sie häufig zu ernsten Komplikatio­

nen führen.

j

jSpulwurmbefall (Ascaris lumbricoides)


Die Spulwürmer sind weltweit die häufigsten Parasiten. Weib­

liche Spulwürmer erreichen eine Länge von 40 cm, männliche

werden bis zu 25 cm groß. Die Übertragung erfolgt durch

pflanzliche Nahrung, v. a. durch Salat, der mit ausgereiften

Wurmeiern aus menschlichen Fäkalien kontaminiert ist (sog.

«Kopfdüngung»); die Eier halten sich in der freien Natur sehr

lange. Nach Aufnahme schlüpfen im oberen Darmtrakt die

jungen Larven, durchbohren die Darmwand, finden An­

schluss an das venöse Blutsystem und gelangen über die Leber

bis in die Lunge. Für diesen Weg benötigen sie 4–7 Tage

(. Abb. 1.3). Anschließend wandern sie über die oberen Luft­

wege, den Rachen und die Speiseröhre wieder in den MagenDarm-Trakt. Dort entwickeln sie sich zu erwachsenen Wür­

mern und paaren sich. Die Weibchen legen einige Zeit nach

der Paarung Eier ab, die mit dem Stuhl ins Freie gelangen. Im

Ei entwickeln sich die Larven und werden so infektions­fähig.

Durch den Ferntourismus werden hin und wieder Spul­

würmer auch bei uns gesehen (Spontanabgang aus dem Anus


1


16


Kapitel 1 · Hygiene


1


orale Aufnahme


embryoniertes Ei

mit L1-Larve

(infektiös)


L4

L2


eosinophiles

Lungeninfiltrat

(Löffler)


D

ü

n

n

d

a

r

m


Eosinophilie


Gallengang

(Obstruktion)

Kolik


Larvenentwicklung

(bei 25°C: 3 Wochen)


Spulwürmer anderer

Endwirte (Toxocara canis,

Toxocara cati) finden

nicht den Ausgang Lunge

Larva migrans visceralis


Penetration

Peritonitis


hohe Wurmlast:

Obstruktion


Kopfdüngung


Ei (ca. 200.000/d)

fäkale Ausscheidung

..Abb. 1.3


Ascaris lumbricoides: Pathogenese der Askariasis. Aus: Schaps (2008) Das Zweite kompakt. Springer, Berlin Heidelberg New York


oder Wurmerbrechen), unser Abwassersystem schützt uns

hier im Westen vor einer Ausbreitung.

Meist ist der Befall mit Spulwürmern asymptomatisch.

Krankheitsbilder, die bei massivem Wurmbefall oder durch


Wurmwanderung entstehen können sind Darmverschluss

und Stauungsikterus (Einwanderung in den Gallengang).

Diese Komplikationen machen eine chirurgische Interven­

tion notwendig. Ein komplikationsloser Spulwurmbefall kann


17

1.1 · Allgemeine Hygiene


medikamentös behandelt werden. Wurmbefall wird durch

den Nachweis der Würmer im Stuhl diagnostiziert.

j

jEchinokokkosen


Echinokokken sind Bandwürmer. Von humanmedizinischer

Bedeutung sind Echinococcus granulosus (Hundeband­

wurm) und Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm)!

Hat ein Hund (Hauptwirt) Fleisch gefressen, das Finnen

(ein Larvenstadium des Wurms) enthielt, produzieren diese

Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Wurden diese

Eier vom Menschen aufgenommen, löst sich die Eihülle im

Magen auf, und die sog. «Sechshakenlarven» schlüpfen aus.

Nachdem sie die Darmwand durchbohrt haben, gelangen sie

über die Pfortader in die Leber. Die Hydatide des E. granulo­

sus wächst verdrängend, die des E. multilocularis besteht aus

vielen sich vermehrenden Blasen. Von der Leber aus können

Hydatiden in den großen Kreislauf gelangen und in nahezu

allen Organen (z. B. Lunge, Gehirn, Nieren) auftreten. Die

Erkrankungen sind meldepflichtig.

Die Symptome sind uncharakteristisch und treten oft erst

Jahre nach der Infektion auf.

Ziel der operativen Therapie ist es, unter Vermeidung in­

traoperativer Streuung die Hyatide vollständig zu entfernen.


Anthropoden (Ektoparasiten)

Die Arthropoden gehören zum Tierstamm der Gliedertiere.

Sie beinhalten als artenreichste Klassen die Arachnida (Spin­

nentiere) und Hexapoda (Insekten)!

Antropoden können den Menschen direkt schädigen

durch Gift oder Parasitismus sowie indirekt durch die Über­

tragung von Infektionserregern oder das Auslösen allergi­

scher Reaktionen. Da sie von außen parasitieren, werden

durch sie hervorgerufene Krankheitsbilder meistens in der

Dermatologie behandelt. Häufig ist die Stichreaktion mit

Juckreiz verbunden. Bei einigen Arten allerdings wird der

Stich nicht bemerkt – so z. B. der Stich von Zecken oder auch

von Anophelesmücken.

Bei einigen Arten, wie z. B. den Läusen und der Krätze, ist

eine direkte Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch von Be­

deutung.

1.1.5


Insekten


Läuse, (Wanzen, Mücken, Fliegen)

Bei den Läusen unterscheiden wir Kopflaus, Kleiderlaus und

Scham-oder Filzlaus. Sie sind 1–4 mm groß und dadurch mit

dem bloßen Auge erkennbar.

Kopfläuse treten auch bei uns häufiger auf, v. a. in Betreu­

ungseinrichtungen für Kinder. Kleiderläuse dagegen sind zu­

letzt im 2. Weltkrieg verbreitet gewesen und hatten als wich­

tigster Überträger des Fleckfiebers (eine gefährliche Rickett­

siose) eine große Bedeutung.

Schamläuse sind weltweit verbreitet und werden fast nur

beim Geschlechtsverkehr übertragen.

Bei einem Befall mit Kopfläusen besteht in der Regel ein

lästiger Juckreiz. Ein Kopflausbefall ist leicht an den sog. Nis­


sen (Eiern) zu erkennen, die im Gegensatz zu Kopfhautschup­

pen fest am Haar haften. Die Läuse selbst befinden sich häufig

an den Haarschäften über der Kopfhaut.

Die Behandlung erfolgt mit Präparaten auf der Basis von

Pyrethrum, Permethrin oder Lindan. Nissen werden zusätz­

lich mit verdünntem Essig und einem Nissenkamm entfernt.

Engere Kontaktpersonen sollten stets untersucht und bei Be­

darf (festgestelltem Befall) mitbehandelt werden (Schulklas­

sen, Spielkameraden, Familienangehörige).

Beim Befall mit Kleiderläusen befinden sich die Nissen in

der Kleidung, meist in Bereichen von Stoffnähten und Falten.

Ein häufiger Kleiderwechsel und das Auskochen, heißes Bü­

geln bzw. die «Entwesung» der befallenen Kleidung sind um­

gehend erforderlich.

Beim Befall mit der Schamlaus befinden sich die Nissen

im Be­reich der Schambehaarung, mitunter jedoch auch in der

Achselbehaarung sowie an den Augenbrauen. Durch Rasie­

ren der betroffenen Bereiche oder eine örtliche Behandlung

mit den entsprechenden Präparaten ist die Behandlung relativ

einfach.

>>Ein gesicherter Kopflausbefall in öffentlichen Gemein-


schaftseinrichtungen (z. B. Schulen, Heimen) ist nach

dem IfSG (Infektionsschuztzgesetz) durch den Leiter

der Einrichtung meldepflichtig!


Spinnentiere (Milben, Zecken)

j

jSkabies (Krätze)


Erreger der Skabies ist eine Milbe, der Sarcoptes scabei. Im

Gegensatz zu anderen Ektoparasiten verbleiben die Erreger in

der Haut, bilden dort Gangsysteme und führen zu einem bun­

ten Bild verschieden aussehender, stark juckender Hautreak­

tionen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch engen

Hautkontakt oder auch durch kontaminierte Kleidung bzw.

Bettwäsche. Typische Lokalisationen sind die Interdigital­

räume der Hände, die Streckseiten der Handgelenke, die Ach­

selhöhlen, die Periumbilikalregion und das Genitale. Die

Therapie erfolgt mit Medikamenten wie Lindan, Permithrin,

Benzylbenzoat der Allthrin.

Nach Infektionsschutzgesetz besteht Meldepflicht bei

Auf­treten von Skabies in Schulen, Kindergärten und sonsti­

gen Gemeinschaftseinrichtungen!

j

jZecken


Nach einem Zeckenbiss kann es um die Bissstelle herum zu

einer Schwellung und Rötung kommen.

Die Zecke sollte mechanisch mit einer Zeckenpinzette

entfernt werden. Dazu wird sie möglichst hautnah an der Ba­

sis des Stechapparates erfasst und durch vorsichtiges Ziehen

(nicht Drehen!) entfernt. Zecken sind Überträger einiger

Krankheitserreger.

Die Frühsommermenigoenzephalitis (FSME-Virus)

wird von Zecken auf den Menschen übertragen. Da die

­dafür verantwortlichen Viren sich in den Speicheldrüsen der

Zecke vermehren, können sie schon innerhalb weniger

­Mi­nuten nach dem Zeckenstich in den Menschen injiziert

werden.


1


18


1


Kapitel 1 · Hygiene


Der Erregernachweis erfolgt mittels PCR aus dem Blut

oder Liquor. Da nach der Infektion eine kausale Therapie

nicht möglich ist, spielt die Impfung in besonderen geografi­

schen Gebieten eine Rolle. Die sog. postexpositionelle Pro­

phylaxe (PEP) ist nur sinnvoll, wenn sie innerhalb der ersten

48 Stunden nach einem Zeckenbiss appliziert wurde.

Erreger der Lyme-Borreliose sind verschiedene Spezies

des Bakteriums Borrelia. Auch diese Bakterien und damit die

Erkrankung können von Zecken auf den Menschen übertra­

gen werden.

Die klinische Symptomatik der Lyme-Borreliose zeigt

häufig Symptome an der Haut, Gelenken, Nervensystem und

Herz. Eine Therapie mit Tetracyclinen ist in der Frühphase

am erfolgreichsten.

1.1.6


Prionen


Prionen sind infektiöse Eiweißpartikel («proteinacious in­

fectious particles»), die beim Menschen und bei Säugetieren

in ihrer physiologischen Form (PrPc =zelluläres Prionenpro­

tein) v. a. im Nervensystem in geringer Konzentration auch in

anderen Organen, vorkommen und sich durch Veränderung

ihrer Struktur (Fehlfaltung; PrPSc) in unlösliche Komplexe

(Plaques) umwandeln können. PrPSc kann im Sinne einer

Kettenreaktion die Fehlfaltung von PrPc in Gang setzen und

damit Erkrankungen des zentralen Nervensystems verursa­

chen. Über die Funktion(en) des natürlichen (zellulären)

Prionproteins gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.

Normalerweise ist PrPc in der Zellmembran, etwa von

Nervenzellen, verankert und zirkuliert zwischen Zelloberflä­

che und dem Zellinneren. Fehlgefaltete Moleküle können

nicht abgebaut werden, reichern sich deshalb im Gewebe an

und führen zur Zerstörung der betroffenen Zellen. Es ist nicht

bekannt, welche Faktoren zu einer Umwandlung des zellulä­

ren Prionproteins in ein infektiöses Prionprotein führen.

Prionenerkrankungen sind übertragbar und werden

als transmissible, spongiforme Enzephalopathien (TSE,

schwamm­artige Gehirnbereiche) zusammengefasst; sie kom­

men bei Mensch und Tier vor.

Wichtigste Prionenerkrankung des Menschen ist die

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK), bei Tieren sind die Tra­

berkrankheit der Schafe (Scrapie) und v. a. der Rinderwahn­

sinn (bovine spongiforme Enzephalopathie, BSE) von Bedeu­

tung. Im Gegensatz zu Scrapie ist die BSE auf den Menschen

übertragbar.

Die Häufigkeit von CJK liegt weltweit bei etwa einem Fall

unter einer Million Menschen. Der Erkrankungsgipfel liegt

bei 65 Jahren, wichtigste klinische Zeichen sind Bewegungs­

störungen (Ataxie), Halluzinationen, Verwirrtheit bis zur De­

menz und völlige Antriebslosigkeit.

Durch Aufnahme von PrPSc-haltigem Material ist die

CJK von Mensch zu Mensch übertragbar. Ursachen waren in

der Vergangenheit kontaminierte Hormonpräparate und

Hirnhauttransplantate. Die Übertragung kann aber auch

durch chirurgische Instrumente oder durch Transplantate

(Hornhaut) von infizierten Spendern erfolgen. Als Risikoge­


webe im Sinne einer nosokomialen Übertragung sind v. a. das

Gehirn, Rückenmark und das Auge anzusehen. Im Falle der

vCJK (Varianten der CJK) gilt die Übertragbarkeit des Erre­

gers durch kontaminiertes Fleisch (an BSE erkrankte Rinder)

als gesichert. Eine direkte Übertragung von Mensch zu

Mensch, etwa im Rahmen sozialer Kontakte oder bei pflege­

rischen Maßnahmen, gilt als ausgeschlossen.

1.1.7


Infektionen vermeiden


Die Eliminierung von Krankheitserregern und die Unterbre­

chung von Infektionsketten zum Schutz von Patienten und

Personal ist eine Aufgabe von besonderer Bedeutung im Ge­

sundheitswesen.

Dazu benötigen wir geeignete physikalische und chemi­

sche Maßnahmen zur Desinfektion, um eine Verbreitung von

Infektionserregern einzudämmen.

Begriffsbestimmung

Unter dem Begriff Antiseptik (anti = gegen, sepsis =

Fäulnis) werden Maßnahmen zur Abtötung, Inaktivierung oder Reduktion von Mikroorganismen am oder im

lebenden Gewebe zusammengefasst. Wir unterscheiden

zwischen

55 prophylaktischer (vorbeugender) Antiseptik (z. B.

präoperative Hautdesinfektion) und

55 therapeutischer Antiseptik (Behandlung einer infizierten Wunde).


Als Desinfektion (des = gegen, inficere = Infektion) bezeich­

nen wir eine gezielte Verminderung bestimmter Mikroorga­

nismen durch physikalische oder chemische Prozesse, damit

sie keine Infektionen mehr verursachen können, mit dem

Ziel, eine Infektionskette zu unterbrechen. Eine Waschung

mit Wasser und Seife kann dieses Ziel nicht erreichen!

Der Desinfektionsprozess kann manuell oder maschinell

durchgeführt werden, danach hat sich die Anzahl vermeh­

rungsfähiger Mikroorganismen an dem desinfizierten Ge­

genstand oder der Haut verringert.

!!Cave


Eine Desinfektionsmaßnahme erzielt keine Keimfreiheit!


Desinfektionsmittel, die am menschlichen Körper angewen­

det werden, wie Haut-, Schleimhaut- und Händedesinfek­

tionsmittel, dürfen nur benutzt werden, wenn sie durch das

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

(BfArM) zugelassen wurden.

Desinfektionsmittel, die der Desinfektion von Medizin­

produkten oder deren Zubehör dienen, werden über das Me­

dizinproduktegesetz (7 Abschn. 2.1) erfasst.

Flächendesinfektionsmittel, die nicht zur Anwendung am

menschlichen Körper oder für Medizinprodukte bestimmt

sind, unterliegen den Regelungen des Chemikaliengesetzes

und werden durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und

Arbeitsmedizin (BauA) freigegeben.


19

1.1 · Allgemeine Hygiene


Für die routinemäßige Desinfektion im Krankenhaus ist

die Liste des VAH (Verbund für angewandte Hygiene) Grund­

lage für die Auswahl geeigneter Desinfektionsmittel. Bei be­

hördlich angeordneten 

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