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4/3/26

 bezeichnet. Die Therapie kann

die Symptomatik der Aids-Erkrankung hinauszögern und

lindern, jedoch kann sie die Viren nicht vollständig aus dem

Körper entfernen.

Schutzmaßnahmen im Rahmen von HIV-Infektionen

Bei der Behandlung von HIV-Infizierten und Aids-Patienten ist die Beachtung anerkannter Regeln der Hygiene

unerlässlich. Da häufig die HIV-Infektion eines Patienten

nicht bekannt ist, müssen vorbeugende Schutzmaßnahmen immer angewendet werden.

55 Bei allen Tätigkeiten, bei denen ein Kontakt mit

­virushaltigen Körperflüssigkeiten (Blut, Sekrete)

möglich ist, müssen Schutzhandschuhe getragen

werden.

55 Wo blutkontaminierte Aerosole entstehen können,

sind ein mehrlagiger Mund-Nasen-Schutz und eine

Schutzbrille zu benutzen.

55 Alle scharfen oder spitzen Gegenstände, die mit

Blut oder Körperflüssigkeiten verunreinigt sein können, müssen ohne Gefährdung Dritter sicher entsorgt werden.


>>Zur Prophylaxe des HCV und des HIV muss allein auf


diese Schutz- und Hygienemaßnahmen verwiesen werden. Eine aktive Immunisierung steht nicht zur Verfügung!


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Kapitel 1 · Hygiene


Entsprechende Hinweise sind z. B. in der «Richtlinie über

ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtun­

gen des Gesundheitsdienstes» und «Hygienische Maßnah­

men zur Verhütung der Übertragung von HIV im Kranken­

haus» enthalten.

1.1.3


Pilze


Aufbau und Einteilung

Pilze sind viel höher organisiert und komplexer als Bakte­

rien; so besitzen sie einen richtigen Zellkern, d. h. sie gehören

zu den Eukaryonten, wie auch Pflanzen, Tiere und der

Mensch.

Pilze sind extrem an Umweltbedingungen anpassungs­

fähig. Die Pilzzelle ist von einer fetthaltigen Membran und

einer dicken, starren Wand aus Kohlenhydraten und Eiwei­

ßen umgeben.

Im Prinzip bilden Pilze zwei Grundformen aus: die Hyphe

und die Sprosszelle (Blastospore).

44Die Hyphe ist ein einzelner Pilzfaden, von denen man­

che sich zu einem geflochtenen Gebilde vereinigen, das

dann als Myzel bezeichnet wird.

44Der Begriff «Spore» hat bei den Pilzen zwei Bedeutungen:

55Die Tochterzellen, die sich bei den Hefepilzen durch

Sprossbildung aus der Mutterzelle entwickeln und

55die Dauerformen, die für die Verbreitung der Pilze

wichtig sind auch bei widrigen äußeren Umständen

überleben (diese Sporen sind aber gegenüber Umwelt­

einflüssen viel weniger resistent als Bakteriensporen,

sie werden bereits bei Temperaturen unter 100°C ver­

nichtet).

Die exakte botanische Einteilung der etwa 1.000.000 bekann­

ten Pilze ist sehr kompliziert (. Abb. 1.2).

Von Medizinern werden die Pilze aus praktischen Grün­

den in drei Gruppen eingeteilt:

44Die Dermatophyten (Hautpilze), welche die Haut,

­Haare und Nägel befallen (z. B. Trichophyton)

44die Hefe- oder Sprosspilze (z. B. Candida) und

44die Schimmelpilze (z. B. Aspergillus).


Gesundheitsschäden durch Pilze

Pilze können beim Menschen verschiedene Gesundheitsschä­

den hervorrufen.

Allergische Reaktionen wie z. B. Asthma, Heuschnupfen

oder Konjunktivitis, werden durch Pilzantigene verursacht.

Intoxikation, bekannt sind die Vergiftungen z. B. mit dem

Knollenblätterpilz, Nahrungsmittelvergiftungen aufgrund

von Mutterkorn im Getreide und Mehl. Sie sorgten in frühe­

ren Zeiten für verheerende Epidemien.

Infektion: Pilze sind wenig aggressiv; sie warten auf eine

günstige Gelegenheit, wenn der Körper abwehrgeschwächt

ist. Nahezu alle Organe , auch die Haut, können von Pilzen

befallen werden.


Spezielle Mykologie

j

jDermatophyten (Hautpilze)


Dermatophyten sind auf der Haut und den Hautanhangsge­

bilden zu finden, weil sie sich auf Keratin spezialisiert haben.

Keratin ist hauptsächlich in den abgestorbenen, verhornten

Hautschichten und in Nägeln und Haaren zu finden. Nur bei

einer ausgeprägten Abwehrschwäche kann eine Ausbreitung

im Körper erfolgen. Die Infektionsquelle ist entweder die

Erde (geophile Pilze), ein Tier (zoophile Pilze) oder ein

Mensch (anthropophile Pilze). Pilze können durch den direk­

ten Kontakt aber auch indirekt durch kontaminierte Gegen­

stände (Kämme), Flächen (Schwimmbad)) und Utensilien

(Handtücher) übertragen werden.

Je nach Lokalisation des Pilzbefalls sprechen Dermatolo­

gen von einer Tinea capitis (Kopf), Tinea corporis (Körper­

stamm), Tinea pedis (Fuß) etc. Der Fußpilz ist eine der häu­

figsten Volkskrankheiten und zeigt sich als Infektion der Zwi­

schenzehenräume und als Nagelmykose.

Die Therapie der Dermatomykosen ist oft langwierig und

erfordert vom Patienten viel Disziplin und Mitarbeit. Oft wird

eine Kombination von Methoden und Medikamenten einge­

setzt. Zunächst kann eine mechanische Abtragung der stark

befallenen Teile die Pilzmasse reduzieren und den Zutritt der

Medikamente erleichtern. Die antimykotischen Mittel kön­

nen dann lokal aufgetragen werden. Nach systemischer Gabe

werden sie durch den Blutkreislauf an den Infektionsherd

­herangetragen. Oft ist beides notwendig.

j

jHefepilze


In der Natur gibt es viele, sehr verschiedene Hefepilze; dem

Menschen gefährlich werden allerdings nur wenige. Die wich­

tigste Rolle spielt hier der Candida albicans.

Bei gesunden Menschen sind Hefepilze in geringer Zahl

auf der Haut, auf den Schleimhäuten, der vaginalen Flora und

v. a. im Darm, eine Kolonisation mit Candida ist normal.

Nur wenn z. B. nach einer Antibiotikatherapie die bakte­

rielle «Konkurrenz» verschwunden ist, können diese Pilze

sich massiv vermehren. Hefepilze können auch von außen,

z. B. durch medizinisches Personal oder über Lebensmittel

übertragen werden.

Eine Besiedlung der Haut mit Hefepilzen hat an sich kei­

nen Krankheitswert. Wenn aber die Haut und Schleimhaut

geschädigt sind, z. B. durch Verbrennungen, Bestrahlung oder

Zytostatika, bei Diabetes oder durch feuchte Kammern kön­

nen einige Pilze diese Barriere überwinden, in den Körper

eindringen und lokal eine Infektion auslösen. Auf der Haut

und den Schleimhäuten sind sie durch einen dichten weiß­

lichen «Pilz-Rasen» auf einem entzündeten Untergrund zu

diagnostizieren. Dies wird als Soor bezeichnet.

In der weiblichen Scheide drängen die Laktobazillen die

Pilze zurück; ist jedoch die normale Scheidenflora gestört,

kommt es zur massiven Vermehrung und zu einem entzündli­

chen Reiz, der sich als Fluor vaginalis (entzündlicher Ausfluss)

bemerkbar macht (wobei hier auch bestimmte Bakte­rien, z. B.

Gardnerella, und Protozoen, z. B. Trichomonas, beteiligt sind).

Wenn sich die Infektabwehr erholt, geht auch die Pilz­

infektion zurück. Die Therapie erfolgt mit Antimykotika.


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1.1 · Allgemeine Hygiene


Mykosen

im DHS-System


Dermatophyten


Hefen


Schimmelpilze


Epidermophyton floccosum,

Trichophyton,

Mikrosporum


Candida albicans,

Cryptococcus neoformans

Pityriasis versicolor


Aspergillus,

Histoplasma capsulatum


Infektionen von Haut,

Haaren und Nägel


Soor, Kryptokokkose,

Systemmykose


Bronchopulmonale

Aspergillose, auffälliges

Röntgenbild bei V.a. Risikofaktoren wie Agranulozytose,

Diabetes etc.


Nachweis von Hyphen im Direktpräparart; Material im Randbereich

einer Entzündung entnehmen!


Schleimhautabstriche aus Rachen,

Ösophagus, Vagina etc.

Übliche Transportmedien


Üliche Transportmedien,

bei Direktpräparat (Aspergillom)

schnellstmöglich einsenden


..Abb. 1.2


Mindmap: Übersicht der Pilze. Aus: Schaps (2008) Das Zweite kompakt. Springer, Berlin Heidelberg New York


j

jCryptococcus neoformans


Von den vielen Kryptokokkusarten ist nur der Cryptococcus

neoformans für den Menschen gefährlich. Die Pilze leben auf

Pflanzen; wenn Vögel die Samen fressen, gelangen die Pilze in

den Vogelkot, wo sie sich vermehren können. Wenn z. B. Tau­

benkot eintrocknet, können die Pilze mit Staub übertragen


werden. Beim Abwehrgeschwächten (häufig AIDS-Patienten)

befällt der Erreger zunächst die Lunge. Von dort aus streut der

Pilz in andere Organe, hauptsächlich ins ZNS. Es entsteht dort

eine Meningoenzephalitis.

Krankheitserregend für den Menschen ist allein die Spe­

zies Cryptococcus neoformans.


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1


Kapitel 1 · Hygiene


j

jSchimmelpilze


Wichtigster Vertreter des für Menschen gefährlichen Schim­

melpilzes ist der Aspergillus fumigatus. Schimmelpilze kom­

men in unserer Umwelt reichlich vor. Sie produzieren Gifte

(Mykotoxine) und lösen Allergien aus. Die aerogene Übertra­

gung (durch feinste Tröpfchen) steht bei den Schimmelpilzen

im Vordergrund. Bei beatmeten Patienten kann eine geschä­

digte Bronchialschleimhaut mit Schimmelpilzen besiedelt

sein. Von dort dringen dann die Pilze tief ins Gewebe ein. Sie

können im Körper streuen und verschiedene Organe wie

Lunge, Leber und Hirn befallen. Die Infektionen mit Schim­

melpilzen sind klinisch nicht sehr charakteristisch und wer­

den häufig erst spät erkannt. Die bildgebenden Verfahren

wie Röntgen, CT und Ultraschall können wichtige Hinweise

geben.


Diagnostik bei Pilzinfektionen

Der typische Geruch von Pilzen ist schon mit einer empfind­

lichen Nase zu bemerken. So können z. B. Hunde speziell auf

diesen Geruch abgerichtet werden. Entscheidend für die

­exakte Diagnose ist die Pilzkultur. Im Vergleich zu den Bak­

terien wachsen und vermehren sich Pilze jedoch langsam.

Die exakte Typisierung erfolgt bei Sprosspilzen meist

durch Mikromorphologie oder durch Biochemie, wofür kom­

merzielle Kits zur Verfügung stehen. Insgesamt ist diese Typi­

sierung recht zuverlässig.

Die Beurteilung von Schimmelpilzkulturen ist schwierig,

da diese sich oftmals nur ganz wenig voneinander unter­

scheiden.


Therapie von Pilzinfektionen

Zur Therapie von Pilzinfektionen werden die sog. Antimykotika eingesetzt. Im Vergleich zur Zahl der Antibiotika ist die


Anzahl der eingesetzten Antimykotika relativ überschaubar.

Während in der Bakteriologie der Bestimmung der Antibio­

tikaempfindlichkeit eine entscheidende Rolle zukommt, muss

die Empfindlichkeit gegenüber einem Antimykotikum nicht

routinemäßig geprüft werden. Wichtig bei der Behandlung

von Pilzinfektionen ist, dass negative Begleitumstände, wie

Abwehrschwäche oder Hautdefekte, behoben werden, um

den Pilzen die Lebensgrundlage zu entziehen. Die Behand­

lung von Pilzinfektionen ist jedoch langwierig und schwierig.


Prävention von Pilzinfektionen

Weil die Behandlung von fortgeschrittenen Pilzinfektionen

sehr schwierig ist, kommt der Prävention eine umso größere

Bedeutung zu.

Da Pilze in der Umwelt überall vorhanden sind und viele

Pilzarten über die Luft verbreitet werden, müssen Menschen

mit einem herabgesetzten Immunsystem besonders abge­

schirmt werden. Hochrisikopatienten müssen in Räumen mit

RLT-Anlagen (7 Abschn. 2.1) untergebracht werden. Da auch

an den Fasern von Straßenkleidung sehr viele Pilzsporen hän­

gen, muss auf die Disziplin bezüglich der Handhabung von

Bereichskleidung besonders viel Wert gelegt werden.

Topfblumen sind in Krankenzimmern nicht erlaubt, da

die Blumenerde als Nährboden der Pilze gilt. Eine trockene


Staubentfernung (Tuch oder Besen) würde Staub- und Pilz­

sporen aufwirbeln.

Pilze in der Patientenumgebung werden durch eine Flä­

chen­desinfektion mit VAH (Verbund für angewandte Hygiene)

-gelisteten Desinfektionsmitteln sicher und dauerhaft ent­

fernt.

Der Gehalt an Mykotoxinen ist bei den meisten Nah­

rungsmitteln unbekannt. Angaben über Analysen fehlen auf

den meisten Lebensmittelverpackungen.

Verschimmelte Nahrung sollten gemieden werden, es ge­

nügt nicht, sichtbar befallene Areale zu entfernen. Da die lös­

lichen Stoffe in feuchten Nahrungsmitteln gut diffundieren,

gelangen sie schnell vom Ort der Entstehung über weite Dis­

tanzen in entfernte Zonen. In trocknen Produkten ist die Aus­

breitung erschwert.

Die Exposition gegen Schimmelpilze ist kaum ganz zu

­unterbinden. Um allergische Reaktionen zu vermeiden muss

daher zumindest eine quantitative Reduktion angestrebt wer­

den. Eine ausreichende Belüftung von Innenräumen ist hier­

bei besonders wichtig.

1.1.4


Parasiten


Parasiten sind tierische Schmarotzer, die auf Kosten eines an­

deren Lebewesens existieren.

>>Die durch Parasiten verursachten Erkrankungen nennt


man Parasitosen.


In den Formenkreis der Parasiten gehören Einzeller (Proto­

zoen) und Vielzeller, zu den Vielzellern gehören Helminthen

(Würmer) und Arthropoden (Gliederfüßer).

Parasitenerkrankungen weisen eine Reihe von Besonder­

heiten auf, die sie von bakteriellen Infektionen unterscheiden.

Parasiten sind vermehrt in Entwicklungsländern sowie in tro­

pischen und subtropischen Regionen anzutreffen. Sind sie in

den menschlichen Organismus gelangt, durchlaufen sie dort

einen komplizierten Entwicklungszyklus.


Übertragung von Parasiten

Die Übertragung erfolgt bei den meisten Parasitenarten indi­

rekt durch Überträger, z. B. über bestimmte blutsaugende

Mücken bei Malaria, über kontaminiertes Wasser oder kon­

taminierte Nahrungsmittel. Einige Parasiten, insbesondere

mehrere Wurmarten, benötigen Zwischenwirte zur Übertra­

gung

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