Translate

Search This Blog

الترجمة

Search This Blog

str

str

2

str

z

2

str

z

coinad

4/3/26

 620


XI


Die Autoren

Agopian, Candy


Harmel, Klaus Dieter


Hamburg


Osnabrück


Aßmann, Olga


Havemann, Ulrike


Itzstedt


Hamburg


Auerbach, Maret


Heide, Katja


Berlin


Berlin


Berentzen, Jochen, Dr.


Horlacher, Tobias, Dr.


Osnabrück


Hamburg


Besser, Christine


Horn, Nadin


Drahnsdorf


Hamburg


Biel, Torsten


Jelinski, Maik


Essen


Hamburg


Buder, Robert


Jennrich, Perikles


Berlin


Hamburg


Dauer, Bettina


Kasakov, Leonid, Dr.


Rösrath


Hamburg


Fachinger, Conny


Kircheis, Jochen


Hamburg


Herzberg


Fechner, Waldemar


Köpcke, Jens


Köln


Hamburg


Fellenz, Kurt


Krause, Tabea


Hamburg


Eberswalde


Fischbach, Roman, Prof. Dr.


Krischke – Ramaswamy, Nora


Hamburg


Hamburg


Flender, Stefan


Lengersdorf, Brigitte


Siegen


Hamburg


Fromm, Katrin


Liehn, Margret


Erfurt


Tating


Gläß, Sybille


Liehn, Gerd, Dr.


Hamburg


Tating


Grüning, Sylvia


Maeting, Silvia


Kiel


Berlin


Gudat, Anett


Marquardt, Britta


Hamburg


Berlin


Hambloch, Sebastian


Meister, Silke


Eitorf


Hamburg


XII


Die Autoren


Möbius, Nadin


Weber, Nina


Hamburg


Ruppicherroth


Neiheiser, Ralf


Welk, Ina


Berlin


Hamburg


Nietz, Annegret


Wiechmann, Lisa


Hamburg


Köln


Oppermann, Denise


Wieman, Johan


Henstedt-Ulzburg


Osnabrück


Ressmann, Roksana


Wirges , Ulrike, Dr.


Gummersbach


Essen


Richter, Heike


Wolf, Chris


Berlin


Straelen


Sadelfeld, Tanja

Hamburg


Schädler, Judith, Dr.

Friedrichswalde


Schenk, Olaf, Prof. Dr. rer. medic.

Hamburg


Schiefen, Gerlinde

Köln


Schulz, Helena

Dissen


Schwenkner, Sabine

Hamburg


Smit, Heiner

Moers


Stegers, Martina

Rösrath


Strzodka, Mandy

Köln


Stubbe, Ines

Hamburg


von Essen, Birgit

Kiebitzreihe


von Kajdacsy, Alexander

Hamburg


Walura, Gabriele

Hamburg


XIII


Hinweise für den Leser

In den Kapiteln wurden folgende Lernhilfen verwendet:

Lernziele

55 Zu Beginn jedes Kapitels ist auf einen Blick erkennbar, welche Inhalte vermittelt werden.

>>Wichtig


Wichtige Aussagen oder Merksätze sind besonders hervorgehoben.

!!Cave


Cave stammt aus dem Lateinischen und bedeutet «Achtung». Hiermit wird auf Gefahren für Patienten oder/

und OTAs, gefährliche Techniken und Verbote hingewiesen.


Übersicht

Übersichten stellen z. B. einzelne Arbeitsabläufe Schritt für Schritt und nachvollziehbar dar.


??Fragen zur Wiederholung


55 Am Ende des Kapitels helfen Fragen zum Thema, das Gelesene zu festigen. Ideal für die Prüfungs­

vorbereitung!


1


Kernaufgaben der OTAs

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1


Hygiene


–3


Gerlinde Schiefen, Helena Schulz, Johan Wiemann,

Margret Liehn

Kapitel 2


Medizinisch-technische Geräte – 37


Sebastian Hambloch, Martina Stegers, Stefan Flender,

Annegret Nietz, Anett Gudat, Maret Auerbach,

Lisa Wiechmann, Conny Fachinger, Alexander von Kajdacsy,

Nadin Horn, Roman Fischbach, Margret Liehn, Jens Köpcke

Kapitel 3


Patienten fachkundig begleiten und betreuen


– 71


Jens Köpcke, Margret Liehn

Kapitel 4


Springertätigkeit


– 79


Candy Agopian, Denise Oppermann, Anett Gudat, Jens Köpcke,

Martina Stegers, Ina Welk, Sylvia Grüning

Kapitel 5


Maßnahmen in Krisen- und Katastrophensituationen


Kurt Fellenz


– 121


I


Sie haben sich entschieden, den Beruf der «OTA» (Operationstechnische Assistenten) zu

erlernen. Da Sie damit einen vielfältigen, interessanten und anspruchsvollen Beruf gewählt

haben, möchten wir Sie während Ihrer Ausbildungszeit mit den Inhalten dieses Buches begleiten. Sie werden sehr viele unterschiedliche Dinge lernen und in Theorie und Praxis miteinander verknüpfen müssen. Gleichgültig, zu welchem Zeitpunkt Ihrer Ausbildung Sie in

einer bestimmten operativen Disziplin eingesetzt werden, können Sie hier nachlesen und

lernen, was Sie erwartet und was Sie wissen müssen. Sie erhalten zusätzlich viele Verweise und

können nachlesen, was für die Pflege des Patienten in der Funktionsabteilung OP wichtig ist,

damit es dem gesamten Team gelingt, durch einen reibungslosen Ablauf eine Operation erfolgreich durchzuführen. Gleichzeitig soll dieses Buch mit seinen Inhalten motivieren, sich

Hintergrundwissen anzueignen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlecht.

j

Kernaufgaben der OTAs


Um diesen Beruf mit Freude und zur Zufriedenheit der Patienten ausüben zu können, bedarf es vieler theoretischer Informationen, deren Inhalte in die praktische Arbeit einfließen

müssen. Nur wenn wir diese Informationen berücksichtigen und umsetzen, können wir verstehen, warum wir etwas tun und es fällt leichter, sich an unterschiedliche Verhaltensweisen

zu erinnern.

Die Hauptaufgaben der OTA sind die im Operationstrakt anfallenden Tätigkeiten am

Patienten, der Umgang mit den Instrumenten und den medizintechnischen Geräten. Während eines operativen Eingriffs sind immer zwei Personen der OP-Gruppe an der Operation

beteiligt. Der Mitarbeiter, der sich steril kleidet und die «Instrumentanz» übernimmt (der

Instrumentierende oder Instrumentant) und der sog. «Springer», der alle logistischen und

pflegerischen Aufgaben übernimmt. Niemals wird dieser Mitarbeiter sich «springend» bewegen, deshalb ist die Bezeichnung der «unsterilen Saalassistenz» sicherlich treffender. Im

Klinikalltag ist jedoch der Begriff «Springer» üblich, deshalb wird er in diesem Buch ebenfalls

angewendet.


3


Hygiene

Gerlinde Schiefen, Helena Schulz, Johan Wiemann, Margret Liehn


1.1


Allgemeine Hygiene


1.1.1

1.1.2

1.1.3

1.1.4

1.1.5

1.1.6

1.1.7

1.1.8

1.1.9

1.1.10


Bakterien – 5

Viren – 10

Pilze – 12

Parasiten – 14

Insekten – 17

Prionen – 18

Infektionen vermeiden – 18

Nosokomiale Infektionen – 21

Antibiotika – 22

Hygienemanagement – 24


1.2


Hygienische Arbeitsweisen


1.2.1


Bauliche Gegebenheiten in Operations-/Funktionsabteilungen

aus hygienischer Sicht – 25

Sterilzone beachten – 27

Bereitstellen, Anbieten und Öffnen von Sterilverpackungen – 28

Instrumentier- und Beistelltische richten – 31

Anziehen steriler OP-Handschuhe – 31

Steriles Ankleiden – 32

Assistenz beim Ankleiden von Sterilpersonen – 32

Prinzipien der Anordnung von Instrumentarium – 33

Materialentsorgung – 33


1.2.2

1.2.3

1.2.4

1.2.5

1.2.6

1.2.7

1.2.8

1.2.9


Literatur


–4


– 25


– 35


© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

M. Liehn et al. (Hrsg.), OTA-Lehrbuch

https://doi.org/10.1007/978-3-662-56183-6_1


1


4


1


Kapitel 1 · Hygiene


Hygiene (gr.: Hygieinos = gesund) bedeutet in der Definition

im Pschyrembel (255. Auflage):


»» Vorbeugende Maßnahmen für die Gesunderhaltung der

einzelnen Menschen und Völker, um körperliche Erkrankungen und alle geistigen, seelischen und sozialen Störungen fernzuhalten.


Im Krankenhaus sprechen wir von der Krankenhaushygiene,

mit dem Ziel der Erkennung, Verhütung und Bekämpfung

von krankenhauserworbenen Infektionen (sog. nosokomiale

Infektionen).

In Deutschland ist das Robert Koch-Institut (RKI) für die

Erstellung der Hygiene-Richtlinien zuständig, im Kranken­

haus werden diese Richtlinien zugrunde gelegt, wenn der Hy­

gieneplan für die einzelnen Abteilungen erstellt wird.

Beschrieben werden im Hygieneplan u. a. Maßnahmen

zur Desinfektion und Sterilisation, um antiseptisch und asep­

tisch zu arbeiten. Deshalb ist es wichtig, die genannten Be­

griffe zu verstehen.

Begriffsbestimmung

55 Desinfektion bedeutet, physikalische oder chemische Maßnahmen zu ergreifen, um Krankheitserreger

auf der Haut oder auf Gegenständen so weit zu verringern, dass sie keine Krankheiten mehr hervorrufen

können.

55 Sterilisation bedeutet die vollständige Abtötung

­aller vermehrungsfähigen Mikroorganismen bzw.

­deren totale Inaktivierung. Sterilisiertes Material soll

frei von Mikrorganismen und ihren Zerfallsprodukten

sein.

55 Asepsis bedeutet die Gesamtheit aller Maßnahmen

zur Erzielung von Keimfreiheit.

55 Aseptische Arbeitsweisen werden ausschließlich

­unter sterilen Bedingungen durchgeführt.

55 Antiseptik bedeutet gegen Keime gerichtete Maßnahmen auf der Haut, Schleimhaut, Wunden oder

chirurgisch eröffneten Bereichen.

55 Antiseptisches Arbeiten bedeutet, krankmachende

Keime zu verringern und einer Infektion vorzu­

beugen.


>>Ziel aller Maßnahmen ist es, Patienten und Mitarbeiter


vor Infektionen im Krankenhaus zu schützen.


1.1


Allgemeine Hygiene


Gerlinde Schiefen, Johan Wiemann, Margret Liehn

Lernziele

55 Die Auszubildenden können den Begriff «nosokomiale

Infektion» definieren. Sie kennen die Mikroorganismen,

die nosokomiale Infektionen verursachen, und können

ihre Auswirkungen auf den Organismus erklären. Sie

kennen typische Infektionsquellen und Erregerreservoires für nosokomiale Infektionen in den Funktionsabteilungen und können typische Übertragungswege aufzeigen.

55 Die Auszubildenden verstehen die allgemeinen und speziellen Maßnahmen zur Vorbeugung nosokomialer Infektionen in Funktionsabteilungen und richten ihr berufliches Handeln danach aus.


Infektionskrankheiten gab es schon immer. In den Papyri, die

das Wissen des alten Ägypten überliefern, finden wir, ebenso

wie in der Bibel, Geschichten über Seuchen oder seuchenhaft

auftretende Erkrankungen. Auch wenn die Menschen dach­

ten, dass Krankheiten eine Strafe der Götter oder des Gottes

waren, gab es auch im Altertum schon Hygieneregeln, wie wir

sie in der Bibel oder im Koran nachlesen können.

Hippokrates von Kos (460–377 v. Chr.) ging davon aus,

das Ausdünstungen der Erde, sog. Miasmen, vom Wind ver­

teilt werden und so Krankheiten verbreiten.

Im ersten Jahrhundert n. Chr. gab es Überlegungen, dass

Krankheitserreger leben könnten aber erst 1857 fand Louis

Pasteur heraus, dass kleinste einzellige Lebewesen für die

­Gärung und Zersetzung von Eiweißstoffen verantwortlich

waren, später wurden diese Einzeller Mikroben genannt oder

Bakterien.

Robert Koch entdeckte 1876 den Erreger der Milzbrand­

erkrankung (Bazillus anthracis) und 1882 den der Tuberku­

lose. Beide Wissenschaftler gelten deshalb als Begründer der

Bakteriologie, bzw. der Mikrobiologie.

Koch zeigte u. a., wie Erreger erkannt werden können und

begann mit Anzüchtungen von Bakterienkulturen in Nähr­

lösung.

Auch die Geschichte der Antiseptik (Maßnahmen, um

keimarme Bedingungen zu erreichen) und Desinfektion ist

mit den Namen einiger bedeutender Forscher des späten

19. und des frühen 20. Jahrhunderts verknüpft.

Louis Pasteur (1822–1895) entdeckte unter dem Mikro­

skop Erreger der Tollwut und entwickelte die ersten Impfme­

thoden, weil er die Zusammenhänge zwischen Infektions­

krankheiten und Mikroorganismen erkannte (s. o.). Max von

Pettenkofer (1818–1901) kann als Begründer der Hygienefor­

schung gesehen werden, weil er die Bedeutung der Wasser­

versorgung unter hygienischen Bedingungen erkannte. Er

sanierte die Trinkwasserleitungen vieler Städte, was zur Re­

duktion der Cholerafälle führte.

Ignaz Semmelweis (1818–1865) erkannte die Bedeutung

der Desinfektion und führte auf seiner geburtshilflichen

­Abteilung in Wien die Händedesinfektion ein, was zu einer


5

1.1 · Allgemeine Hygiene


Kokken: gewundene Ketten


Staphylokokken


Streptokokken


Stäbchen: Keulenförmig


Stäbchen: gerade


Stäbchen: endosporenbildende


z.B. Corynebakterien


z.B. Legionellen, Bordetellen


z.B. Bazillen, Clostridien


Stäbchen: gewunden


Stäbchen: einfach gekrümmt


Stäbchen: spiralig gekrümmt


z.B. Helicobacter (pol. Geißeln)


z.B. Vibrionen


z.B. Spirochäten


..Abb. 1.1


Neisserien


Pneumokokken m. Hülle


Morphologie der Bakterien. Aus: Schaps (2008) Das Zweite kompakt. Springer, Berlin Heidelberg New York


rasanten Verminderung des sog. Kindbettfiebers führte.

­Joseph Lister (1827–1912) benutzte bei seinen Operationen

Phenollösung, das sog. Karbolwasser, um eine Antiseptik des

Operationsumfelds zu erreichen.

Damit begann auch die Suche nach Heilmitteln, bei der

Namen wie Paul Ehrlich in den Fokus gelangen, der mit der

Entwicklung von Salvarsan ein Mittel gegen Syphilis fand.

1928 entdeckte Alexander Flemming das Penicillin und so

entwickelte sich die antibiotische Behandlung von bakteriel­

len Erkrankungen.

1.1.1


Diplokokken


Kokken: Haufen/Trauben


Bakterien


Aufbau und Lebensweisen

Bakterien bestehen aus einer einzigen kleinen Zelle (Größe

0,5–5 µm), sie können sich durch Zellteilung vermehren.

Untereinander unterscheiden sie sich durch ihre Form

­

(. Abb. 1.1). Manche besitzen Fortbewegungsorgane in Peit­

schenform, Geißeln oder Flagellen genannt, andere besitzen

Haftorgane (Pili), die es diesen Erregern ermöglichen, sich an

Oberflächen anzuheften.

Die Zellwände sind bei unterschiedlichen Bakterien un­

terschiedlich dick, dafür verantwortlich ist das Bauelement

der Zellwand, das Murein. Diese Dicke bestimmt die Einfär­

bungsmöglichkeiten, die nach Hans Christian Gram (1853–


1928) benannt wurde. Die sog. Gramfärbung mit einem Ani­

linfarbstoff dient der Darstellung eines Bakteriums im Licht­

mikroskop, grampositive Bakterien erscheinen nach der Fär­

bung dunkelblau, gramnegative sehen rot aus.

Bakterien gehören in unseren Körper und dienen dort der

Verdauung, der Infektabwehr oder sie schützen Schleim­

häute, sie sind ein Teil der Normalflora. Die Keimdichte ist

teilweise beachtlich. Während sich auf der Haut etwa 5.000

­Keime pro Quadratzentimeter befinden, findet man pro

Milli­liter Speichel etwa 100 Millionen Keime. Die höchste

Bakteriendichte herrscht im Dickdarm mit 1012–1015 Keimen

pro Gramm Darminhalt. Aber es gibt auch Bereiche im

­Körper, z. B. Harnwege mit Niere, Lungenbläschen, Gehirn

und Liquorraum, der Thorax- und Intraperitonealraum so­

wie Knochen und Gelenke, in denen keine Keime zu finden

sind.

Unter bestimmten Umständen, z. B. Immunschwäche,

können auch die Bakterien, die in den Körper gehören, zu

Krankheitserregern werden. Werden beispielsweise Kolibak­

terien aus dem Darm in die Harnwege verschleppt, dann kann

eine Harnweginfektion entstehen. Diese Bakterien sind fakultativ pathogen, d. h. wenn sie die Gelegenheit haben, können

sie eine Infektion verursachen.

Es gibt auch einige Erreger die immer Krankheiten verur­

sachen wie Scharlach (bestimmte A-Streptokokkenstämme)

oder Typhus (Salmonella typhi). Diese Erreger sind obligat


1


6


1


Kapitel 1 · Hygiene


pathogen. Die Grenze zu den apathogenen, d. h. nicht krank­

machenden Mikroorganismen ist nicht scharf zu ziehen.

Bisher sind etwa 1.600 Bakterien bekannt, die zum großen

Teil sehr anpassungsfähig an veränderte Umweltbedingungen

sind. Einigen können Sporen bilden (z. B. Bacillus, ­Clostridium),

das sind Dauerformen, um ungünstige Umweltbedingungen

zu überleben (z. B. Mangel an Nährstoffen, Trockenheit).

Es gibt Bakterienarten, die nur unter Ausschluss von Sau­

erstoff leben und sich vermehren können, die Anaerobier

oder dazu Sauerstoff benötigen, die Aerobier. Darüber hinaus

sind Arten bekannt, die sowohl aerob als auch anaerob exis­

tieren können.


Bakterienformen

Die äußere Form aller Bakterien lässt sich auf drei Grundfor­

men zurückführen:

44Kokken oder Kugelbakterien zeigen vielfach eine charak­

teristische Lagerung als Haufen- oder Traubenkokken,

Kettenkokken oder Diplokokken.

44Stäbchenförmige Bakterien können gleichmäßig dick

sein und abgerundete Enden aufweisen, Keulenform

(Korynebakterien) oder zugespitzte Enden zeigen (Fuso­

bakterien) oder als pleomorphe Fäden vorliegen.

44Gewundene, schraubenförmige Bakterien werden als

Spirochäten bezeichnet.


Pathogenität und Virulenz

Zum Verständnis von Mikroorganismen innerhalb des Krank­

heitsgeschehens ist es wichtig, folgende Begriffe zu kennen:

Begriffsbestimmung

55 «Pathogenität» bezeichnet die Fähigkeit von Mikroorganismen, eine Krankheit zu erzeugen.

55 Apathogenität bedeutet: Die Mikroorganismen sind

nicht krankmachend.

55 Fakultativ pathogen bedeutet: Die Mikroorganismen

sind unter bestimmten Umständen krankmachend.

55 Obligat pathogen bedeutet: Die Mikroorganismen

sind immer krankmachend.

55 Virulenz bezeichnet die Stärke der krankmachenden

Eigenschaften eines Mikroorganismus.


Typische Pathogenitätsfaktoren sind

44Das Vorhandensein von Pili und Fimbrien:

55Pili und Fimbrien sind Haftorgane, die es dem Erre­

ger ermöglichen, sich an Oberflächen (z. B. Schleim­

haut) anzuheften. Ein wichtiger Erreger von nosoko­

mialen Infektionen (7 Abschn. 1.1.8), der Escherichia

coli, verfügt über diese Eigenschaft.

44Die Kapselbildung:

55Bei einigen Bakterien befindet sich außerhalb der

Zellwand eine schleimige Schicht. Diese verhindert,

dass unsere Abwehrzellen die Bakterien erkennen,

und dient somit dem Schutz vor Phagozytose. Ein

Beispiel für einen solchen Keim ist der Erreger der

Hirnhautentzündung Neisseria meningitides.


44Die Toxinbildung:

55Toxine (Gifte) sind Bakterienprodukte, die den

­Wirtsorganismus schädigen.

55Endotoxine (innere Gifte) werden freigesetzt, wenn

der Erreger zerfällt. Das muss bei der Therapie

einiger Erkrankungen beachtet werden, weil die

­Keime durch die Antibiotikatherapie absterben, die

dadurch frei­gesetzten Zerfalltoxine dem Patienten

­jedoch sehr schaden können. So wirken Bestandteile

der äußeren Membran gramnegativer Keime als

­Endotoxine. D

­ eshalb müssen OP-Instrumente vor

der Sterilisation bakterienfrei sein, denn im Rahmen

des Sterilisa­tions­prozesses würden sie zwar abgetö­

tet aber ihre Bestandteile könnten beim Patienten

­Fieberschübe und Schüttelfrost verursachen (Pyro­

gene).

55Exotoxine (äußere Gifte) werden vom Erreger aktiv

produziert und abgegeben. Die Wirkung dieser

­Toxine auf den Organismus kann sehr unterschied­

lich sein. So führt das Neurotoxin des Bakteriums

Clostridium tetani zu einer Lähmung des Nerven­

systems und das Enterotoxin (ein Gift, das auf den

Darm wirkt) des Bakteriums Staphylococcus aureus

bewirkt einen massiven Brechdurchfall.

44Die intrazelluläre Vermehrung:

55Zum System der angeborenen Immunabwehr gehören

Makrophagen. Diese sog. «Fresszellen» können als

fremd erkannte Strukturen (z. B. Bakterien) vertilgen,

indem sie sie in das Zellinnere aufnehmen und in

­einer sog. Vakuole verpacken. Diese Vakuole ver­

schmilzt dann mit einem mit Verdauungsenzymen

gefüllten Bläschen (Lysosom), die den abgekapselten

Erreger zerstören (Phagozytose). Nicht alle Bakterien

gehen bei der Phagozytose durch Makrophagen zu­

grunde. Der Keim Legionella pneumophila z. B. ver­

hindert mit einem Oberflächenprotein auf der Zell­


No comments:

Post a Comment

اكتب تعليق حول الموضوع