Schritten:
44die Trockenheitskontrolle, hier streicht der Springer mit
seiner Hand über das innere Vlies und
44die Lochkontrolle, indem er das innere Papier gegen das
Licht hält.
Ist kein Loch oder Feuchtigkeit vorhanden, wird die Bestätigung bezüglich der Sterilität des Siebes klar geäußert.
Befinden sich die Siebe in Instrumentencontainern, werden
diese vorsichtig, unter vorheriger Kontrolle des Sterilitätsindikators und der Unversehrtheit des Sicherheitsverschlusses,
geöffnet. Der Instrumentant entnimmt das Sieb aus dem
Container und der Springer führt eine Feuchtigkeitskontrolle
durch.
Verbrauchsmaterialien werden erst unmittelbar vor dem
Gebrauch geöffnet,
44damit sie möglichst lange steril bzw. kontaminationsfrei
gelagert werden (eine Ablagerung von Mikroorganismen
durch Raumaufwirbelungen zu verhindern), und
44aus wirtschaftlichen Aspekten, falls die Operation
einen anderen Verlauf als den geplanten nimmt, werden
die nicht benötigten Einwegmaterialien ansonsten verworfen.
Zum Öffnen einer Peelpackung werden die Ränder vorsichtig auseinandergezogen, sodass die Packung an den Schweißnähten geöffnet werden kann.
Beim Anreichen darf der Springer nicht über die sterilen Flächen greifen und das Material darf keinesfalls auf
einen steril abgedeckten Tisch geworfen werden. Die Ab
nahme erfolgt vom Instrumentanten mit einer anatomischen
Klemme.
Sterile Spüllösungen werden unter aseptischen Bedingungen kurz vor Gebrauch eingefüllt. Ideal sind Flaschen mit
einem Drehverschluss, der nach Gebrauch sofort verschlossen werden muss.
Brechampullen müssen vor Gebrauch desinfiziert werden. Nach Einhaltung der Einwirkzeit wird unter Verwendung einer Kompresse oder eines Tupfers zum Selbstschutz
der Ampullenkopf abgebrochen. Das Aufziehen der Lösung
erfolgt mit einer sterilen Kanüle, die in der Ampulle verbleibt
und vom Springer fachgerecht entsorgt wird.
Bei Durchstichfläschchen wird der Gummistopfen desinfiziert, der Instrumentant sticht einen sog. Spike ein, darüber
kann die gewünschte Menge der Lösung entnommen und der
Deckel des Spikes verschlossen werden.
Bei jeder Lösung muss der Instrumentant sich überzeugen, dass es das gewünschte Medikament ist, indem er die
Aufschrift liest.
Implantate werden grundsätzlich erst nach Aufforderung des Operateurs und der visuellen Überprüfung auf die
richtige Größe kurz vor Implantation geöffnet. Vor der Annahme des Implantats ist manchmal ein Handschuhwechsel
des Operateurs und des Instrumentanten nötig.
Sobald der Instrumentant alle Materialien und Siebe erhalten hat, wird der Patient nach der Narkoseeinleitung in
den Saal gefahren. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit des
gesamten Teams auf den Patienten. Der Instrumentant verbleibt in seinem Sterilbereich und achtet auf die Einhaltung
der Sterilität seiner Tische.
Nachdem der Patient gelagert wurde (7 Abschn. 4.5), wird
die Hautdesinfektion vorbereitet.
4
100
4
Kapitel 4 · Springertätigkeit
Hierfür wurden dem Patienten bereits absorbierende Einmaltücher (Moltex) untergelegt, die sich nach beendeter Desinfektion problemlos entfernen lassen.
Der Patient wurde in der Einleitung oder kurz vor dem
Transport in den OP um das Operationsfeld herum rasiert.
Dazu gibt es auf der peripheren Station einen Standard, der
hinterlegt, welche Region in welcher Ausdehnung präoperativ
rasiert werden muss.
Sollte das in besonderen Fällen nicht der Fall sein, gibt es
im OP eine Arbeitsanweisung, wie damit zu verfahren ist. Auf
eine Rasur im OP-Saal sollte aus hygienische Gründen verzichtet werden.
Das RKI (Robert-Koch- Institut) als Hygieneinstitut empfiehlt die Verwendung von sog. Clippern (elektrische Rasierer), bei dem die Haare nicht rasiert, sondern auf wenige
Millimeter gekürzt werden. Damit entstehen keine Mikro
läsionen der Haut, die als Eintrittspforte für Mikroorga
nismen dienen. Der Clipper muss einen auswechselbaren
Scherkopf besitzen und nach jedem Gebrauch gereinigt und
desinfiziert werden.
Regeln für die Kürzung von Körperbehaarung
55 Die Rasur erfolgt immer in Richtung des Haar
wuchses.
55 Unebenheiten der Haut werden beachtet, bestehende
Pusteln und andere Hautirritationen werden doku
mentiert.
55 Faltenreiche Hautareale werden für die Haarkürzung
gestrafft.
55 Bei einer Rasur über Knochenkanten und Sehnen
ist besondere Vorsicht geboten. Hier sollte die Haut
seitlich verschoben werden, um nicht direkt auf
Knochenvorsprüngen rasieren zu müssen.
55 Ist das Ausmaß des Eingriffs unklar, muss die Körperbehaarung sehr großzügig entfernt werden, damit
eine Erweiterung des Operationsgebiets jederzeit
möglich ist.
55 Eine Rasur am behaarten Schädel wird so klein wie
möglich gehalten, im Bereich der Schnittführung
wird das Kopfhaar entfernt.
55 Im Gesichtsbereich wird auf eine Rasur aus kosmetischen Gründen verzichtet, nur ein starker Bart darf
bei Notfalloperationen entfernt werden, oder wenn
der Patient seine Zustimmung gab.
55 Keinesfalls dürfen die Augenbrauen und Wimpern
entfernt werden, in sehr seltenen Fällen ist für die
Entfernung nach der schriftlichen Anordnung des
Operateurs das Einverständnis des Patienten einzuholen.
Entsprechend der Haut- oder Schleimhaut wird ein Desinfektionsmittel gewählt und vorsichtig in einen dafür vorgesehenen Behälter gefüllt. Dabei ist zu beachten, dass die Desinfektionsflasche so gehalten wird, dass die gebogene Flaschenseite nach unten zeigt, damit ein kontaminierter Tropfen diesen
Weg nimmt und nicht in das sterile Gefäß gelangt. Meistens
wird ein gefärbtes Desinfektionsmittel benutzt, damit erkennbar ist, wie weit die Haut desinfiziert wurde. Vor der Verwendung jodhaltiger Desinfektionsmittel ist darauf zu achten, ob
bei dem Patienten eine Jodallergie vorliegt.
Die Hautdesinfektion erfolgt gemäß den Hygienericht
linien (septisch oder aspetisches Verfahren) entweder vom
Operateur, der sich nach der chirurgischen Händedesinfek
tion sterile Handschuhe anzieht, oder von einem Assistenten.
Die dafür verwendeten Kompressen bzw. Tupfer zur Desinfektion werden in den Kornzangen vom Springer entgegengenommen und für die spätere Zählkontrolle vorbereitet.
Desinfektionsmittel beinhalten häufig Alkohole. Problematisch ist eine erhöhte Auskühlung durch Verdunstung und
eine Verbrennungsgefahr bei Anwendung von HF-Strom für
den Patienten (7 Abschn. 2.8).
Nach Einhaltung der Einwirkzeit des Desinfektionsmittels
werden die Tücher, die die überschüssige Menge aufsaugen,
vom Patienten ohne Kontakt zum desinfizierten Bereich vorsichtig entfernt. Der Patient kann nun steril abgedeckt werden,
wenn geprüft wurde, ob die Patientenunterlage trocken ist.
??Fragen zur Wiederholung zu 7 Abschn. 4.8
55 Zur präoperativen Saalvorbereitung führen Sie einen
Saal- und Gerätecheck durch. Worauf achten Sie?
55 Nennen Sie mindestens vier Regeln zur präoperativen Kürzung von Körperbehaarung.
4.9
Intraoperative Tätigkeiten
des Mitarbeiters der unsterilen
Saalassistenz
Candy Agopian
Lernziel
55 Die Auszubildenden stellen intraoperativ die notwendige
Unterstützung der Sterilpersonen sicher und gewährleisten die Sicherheit der Patienten.
Die während der Operation zusätzlich benötigten Materialien
werden zeitnah vom Springer angereicht. Der Springer verfolgt das Operationsgeschehen aufmerksam und beobachtet
das Verbrauchsmaterial. Wird weiteres Material gebraucht,
zeigt der Springer ohne Worte das entsprechende Material
dem Instrumentanten. Signalisiert dieser durch ein Nicken
des Kopfes seine Zustimmung, wird das Zusatzmaterial unter
Einhaltung des Sicherheitsabstandes angegeben, wenn der
Instrumentant eine Möglichkeit der Abnahme hat.
Ein ständiges Begleiten des Eingriffs und vorausschauendes Arbeiten ermöglichen eine hohe Patientensicherheit, da
bei entstehenden Komplikationen rechtzeitig Maßnahmen
ergriffen werden und benötigtes Material bereitgestellt werden kann (z. B. frühzeitiges Bereitstellen von Gefäßsieben).
Wird während der Operation eine Veränderung der Lagerung am Patienten durchgeführt, muss der Springer überprüfen, ob die Lagerungshilfsmittel noch korrekt platziert liegen
und der Patient noch sicher liegt.
101
4.9 · Intraoperative Tätigkeiten des Mitarbeiters der unsterilen S aalassistenz
Bei Veränderungen der Lage, die die Patientensicherheit
gefährden, muss der Operateur sofort darüber in Kenntnis
gesetzt werden und in Absprache mit dem Operateur und
dem Anästhesisten eine Lösung gefunden werden.
Während der laufenden Operation kümmert sich der
Springer um den weiteren komplikationslosen Ablauf des
OP-Programms, die frühzeitige Weitergabe relevanter Informationen an die OP-Koordination um Verzögerungen zu
melden, die Einhaltung der geplanten OP-Zeit zu übermitteln, damit eine rechtzeitige Bestellung des nächsten Patienten durchgeführt werden kann und keine Wartezeiten für den
Patienten oder das OP-Team resultieren.
4.9.1
Versorgung von Präparaten
Lernziel
55 Die Auszubildenden haben Kenntnisse über die Bedeutung und die unterschiedlichen Versorgungsmöglichkeiten von Präparaten, bakteriologischen Abstrichen und
Zytologien und können diese entsprechend der Untersuchungsart weiterleiten.
Bei vielen Operationen werden Gewebeproben entnommen,
deren Untersuchung für die weitere Therapie ausschlaggebend ist. Die Operationspräparate und das Untersuchungsmaterial werden grundsätzlich nach Anordnung des Operateurs vom Springer versorgt und zur entsprechenden Untersuchung vorbereitet.
Versorgung von Gewebeproben
Der Instrumentant (alternativ der Operateur) übergibt
dem Springer unter aseptischen Bedingungen die Ge
webeprobe, die unter sterilen Bedingungen in ein passendes Behältnis gegeben und sicher verschlossen wird. Das
Behältnis wird mit einem Klebeetikett versehen, aus dem
die Patientendaten entnommen werden können, der Be
gleitschein aus
gefüllt und zum Transport bereitgestellt.
Die Beschriftung wird immer auf dem Behälter sein, niemals auf dem Deckel des Gefäßes. Bei mehreren Gewebe
proben ist auf eine korrekte Nummerierung der Proben
auf dem Gefäß und dem Histologiebegleitschein zu achten.
Amputationspräparate werden in einem dafür vorgesehenen
meist orangefarbenem Plastiksack verpackt und dicht verschlossen.
Möchte der Operateur vor dem Versand die Präparate
untersuchen, muss das abseits des Operationsfelds geschehen.
Die dafür verwendeten Instrumente sind danach als kontaminiert zu betrachten und müssen abgegeben werden.
Die Anforderung zur histologischen bzw. mikrobiologischen Untersuchung wird entweder elektronisch über den
Computer (z. B. Soarien/ORBIS/Lauris) vom Arzt ausgefüllt,
oder das OP-Fachpersonal ist für die Versorgung und die Versendung zuständig.
Die zu verwendenden Fixier- und Transportlösungen sowie das Vorgehen sind von der Abteilung für Pathologie als
Richt- und Leitlinie bzw. Standard festgelegt.
>>Die korrekte Beschriftung und Versorgung ist für den
Patienten immens wichtig, da die endgültige Diagnose,
Prognose und/oder Therapieform daraus resultiert.
Präparateuntersuchung
Es gibt 2 Möglichkeiten der Präparateuntersuchung:
44Die Gewebeprobe wird in Formalinlösung fixiert
und später vom Pathologen untersucht, der Fixierschnitt.
44Die Gewebeprobe wird sofort nach der Entnahme
zur Untersuchung in die Abteilung für Pathologie gebracht und das Ergebnis der Untersuchung erreicht
den Operateur noch während des Eingriffes, der
sog. Schnellschnitt.
Eine gewonnene Gewebeprobe wird zeitnah an den Springer
abgegeben, da bereits wenige Minuten nach Unterbrechung
der Blutzufuhr die Autolyse beginnt [abhängig von Enzymgehalt (Art des Gewebes)/Temperatur (Biopsie-/Organgröße)].
Die Fixierung mit Formalin stoppt diesen enzymatischen
Prozess (Konservierung).
Formalin (eine wässrige Form von Formaldehyd) unterbricht den Prozess lebender Gewebe. Diese werden in einer
,,wahren», entsprechenden Form gehalten (ohne DNA/RNAZerfall). Die zu verwendende Konzentration beträgt 4–5% in
einem Verhältnis Gewebeanteil:Flüssigkeit 1:10 bis 1:20 (das
Präparat muss in Formalin schwimmen).
j
jFixierschnitt
Formaldehyd wird seit Januar 2016 europaweit als krebserregend eingestuft, daher muss die vorgeschriebene Konzentration eingehalten werden. Das Einfüllen erfolgt zügig und der
Präparatebecher wird richtig verschlossen. Die eigene Sicherheit wird durch die Nutzung von Handschuhen gewährleistet
(Nitril-Handschuhe!), ein Mundschutz ist verpflichtend.
Nach Hautkontakt muss das Formalin sofort unter fließendem Wasser abgespült werden.
Befüllte Histologiebehälter sind potenziell kontaminiert,
daher sollen diese verpackt werden, sodass eine Kontamination von Personen und/oder der Umgebung ausgeschlossen
wird.
Infektiöse Histologien müssen mit einem auffälligen Etikett als solche gekennzeichnet sein.
Durchführung einer Fixierung mit Formalin
55 Jedes Untersuchungsmaterial ist als kontaminiert zu
behandeln. Das Präparat wird möglichst rasch nach
Entnahme mit Formalin in einem unsterilen und gut
verschließbaren Gefäß fixiert (Dose/Glas mit Deckel
und Formalin wurde bereits vorbereitet).
55 Der Springer trägt Handschuhe. Das Präparat wird
abgenommen und in das ausreichend große Gefäß
gelegt (wenn möglich übergibt der Instrumentie
rende das Präparat in einer Nierenschale/Gefäß oder
Tablett).
4
Kapitel 4 · Springertätigkeit
102
4
55 Das Präparat darf nicht gepresst im Gefäß liegen. Der
Springer bedeckt das Präparat mit 4–5%iger Formalinlösung, bis das Präparat vollständig bedeckt ist.
Danach wird das Gefäß sofort mit einem Deckel luftdicht verschlossen.
55 Das Gefäß ist mit dem Namen des Patienten gekennzeichnet, der Becher mit dem Namen des Präparats
beschriftet, der Histologiebegleitschein ist korrekt
ausgefüllt.
55 Anzahl und Versorgung der Präparate werden dokumentiert.
j
jGefrierfixierung
Nur wenig Gewebe wird mit flüssigem Stickstoff fixiert, um
Fett darzustellen und zur Herstellung von enzymhistochemischen und immunhistologischen Färbungen. Dafür wird das
Präparat würfelförmig auf ca. ½ cm zerkleinert. Die entstandenen Würfel werden in kleine Gefäße gegeben und dem Patienten zugeordnet. Die korrekt zugeordneten Präparate werden in ein Gefäß mit Stickstoff gegeben. Wegen der erhöhten
Verletzungsgefahr durch Erfrierungen insbesondere, wenn
das Präparat mit flüssigem Stickstoff übergossen wird, ist Vorsicht geboten.
j
jSchnellschnitt
Bei einem Schnellschnitt ist eine sofortige histologische Untersuchung einer Gewebeprobe ohne vorherige Fixation erwünscht. Das Gewebe wird als Nativpräparat bezeichnet,
weil keinerlei fixierende Mittel aufgebracht werden. Schnellschnittuntersuchungen werden zur intraoperativen Abklärung maligner Tumoren oder als Indikation zur Operationserweiterung bzw. dem Abbruch eines Eingriffs durchgeführt.
Evtl. muss der Schnellschnitt angemeldet werden, damit
ein Pathologe in die Abteilung kommt, um die Untersuchung
vor Ort durchzuführen. Gibt es die Abteilung für Pathologie
an einem anderen Krankenhaus, erfolgt der Transport mit
dem Taxi. Auch hier muss sichergestellt sein, dass das Taxi
rechtzeitig benachrichtigt wird.
Das Präparat wird mit Handschuhen oder einer Pinzette
in ein geeignetes Gefäß abgegeben. Es darf unter keinen Umständen eine Fixierung mit Formalin erfolgen, eine Ablage auf
einem mit NaCl (isotonischer Kochsalzlösung) getränkten
Tupfer ist erlaubt. Das Gefäß wird mit den Patientenidentifikationsdaten beschriftet. Ein Begleitschein wird ausgefüllt,
die Fragestellung formuliert. Keinesfalls darf hier vergessen
werden, die Telefon- oder Faxnummer zu notieren, unter der
das Ergebnis entgegengenommen wird.
4.9.2
Bakteriologische Untersuchung
Ein Wundabstrich wird zur Identifikation und Klassifikation
eines Infektionserregers benötigt. Der Springer öffnet die sterile Verpackung des Abstrichs, der Instrumentant entnimmt
mit einer Klemme den Wattetupfer aus der Verpackung und
überreicht Klemme samt Wattetupfer dem Operateur, der den
bakteriologischen Abstrich durchführt.
Der unsterile Mitarbeiter entfernt die Kappe des verbliebenen Transportröhrchens. Der Instrumentant schiebt den
Watteträger in das Röhrchen hinein, die Kappe dient nun als
Verschlusshilfe.
Das Transportröhrchen wird mit Patientenklebeetiketten
versehen, der Begleitschein ausgefüllt und zum Transport bereitgestellt und vorbereitet.
Im Gegensatz zu der histologischen Diagnostik, die sich
mit der Beurteilung von Gewebeverbänden befasst, stehen bei
der zytologischen Beurteilung die Diagnostik einzelner herausgelöster Zellen im Vordergrund.
Dabei wird Zellmaterial auf einen Objektträger übertragen, mit dem Ziel, das Material möglichst flächenhaft aufzutragen, um eine mikroskopische Untersuchung der Einzelzellen zu ermöglichen. Vor der mikroskopischen Untersuchung
muss eine Einfärbung der Zellen erfolgen, da sie für das
menschliche Auge sonst kaum sichtbar sind.
>>Entweder wird das Material zuvor an der Luft getrock-
net, wesentlich häufiger jedoch wird das Präparat mit
Alkohol fixiert, solange es noch feucht ist (sog. Nass
methode).
??Frage zur Wiederholung zu 7 Abschn. 4.9
55 Welche Versorgung von Gewebeproben im OP
kennen Sie? Was ist jeweils zu beachten?
4.10
Postoperative Springertätigkeit und
postoperative Patientenbetreuung
Candy Agopian
Lernziele
55 Die Auszubildenden können die postoperative Patientenversorgung und die Assistenz bei der Wundversorgung einschließlich der Sicherung von Drainagen und
Ablaufsystemen für den Patiententransport situationsgerecht und patientenorientiert durchführen. Sie können
die rechtlichen Aspekte ihrer Tätigkeiten als Springer und
die damit verbundenen Verantwortungen in ihrem täglichen Handeln erkennen und beachten.
55 Die Auszubildenden kennen die Tätigkeiten der Saalaufbereitung sowie das Prozedere der Saalreinigung, der
Saalaufrüstung, der Organisation des Patientenwechsels
und können die Handlungen zeitlich geplant strukturieren und ausführen. Sie sind in der Lage, die erforderlichen Dokumentationen durchzuführen.
Nach der Hautnaht wird ein Wundverband unter sterilen Bedingungen angelegt. Der Springer ist dabei behilflich und hält
entweder Extremitäten oder er bereitet Pflasterstreifen zur
Fixierung des Verbands vor oder den anzulegenden Gips.
Benötigte Materialien können sterile Verbandkompressen/Schlitzkompressen, Saugauflagen, Pflaster, Hautkleber
103
4.11 · OP-Management
oder elastische bzw. Mullbinden sein, die entsprechend des
Wundgebiets aufgebracht werden und die gesamte Wundfläche inkl. Drainageaustrittstellen bedecken. Zur Vermeidung
von Wundinfektionen dürfen Klebeflächen von z. B. Pflaster
nicht über der Hautnaht verlaufen.
Nachdem der Wundverband fixiert ist, wird die Lagerung
aufgehoben, ggf. der Tisch durch Auswechseln der Bein
platten wieder in einen geraden Tisch umgebaut und die
Lagerungshilfsmittel entfernt und zur Desinfektion bereit
gelegt.
Alle Zu- und Abgänge werden gesichert, der Patient nach
der Narkoseausleitung in dem Ausleitungsraum oder an der
Patientenschleuse ins Patientenbett übergelagert und zur
Ausschleusung oder Übergabe an den Aufwachraum vorbereitet, indem alle Patientenunterlagen am Bett angebracht
werden und die Dokumentation beendet wird. Hier erfolgt
die abschließende Kontrolle auf Lagerungsschäden, die ggf. in
der Patientenakte dokumentiert werden.
Nach der letzten Zählkontrolle werden die Instrumente
standardisiert für die Aufbereitung vorbereitet und alle Einwegmaterialien in entsprechende Behältnisse abgeworfen.
Spitze Materialien werden in entsprechenden Behältnissen
entsorgt.
Saalaufbereitung
Am Ende einer Operation wird die Pflegedokumentation
abschließend überprüft.
55 Alle Patientendaten stimmen.
55 Die Rüst-, Schnitt- und Nahtzeiten sind korrekt eingetragen.
55 Die richtige Lagerung und die evtl. Abweichungen
vom Standard sind aufgeführt.
55 Die Prophylaxen mit der entsprechend durchgeführten Maßnahme sind dokumentiert.
55 Alle medizintechnischen Geräte sind korrekt mit
Gerätenummer und der Positionierung der Neutralelektrode angegeben.
55 Alle relevanten Daten bzgl. des Röntgens wurden
eingegeben.
55 Alle Instrumentensiebe, Zusatzmaterialien, Medikamente und Implantate mit Chargennummer, Anzahl,
Verwendungsmenge und evtl. Ablaufdatum sind
angegeben.
55 Untersuchungsmaterial für die Histologie und Bak
teriologie sind dokumentiert.
55 Mit der Überprüfung der Zählkontrolle und der
Angabe des Zählstands kann die Dokumentation
zum Abschluss gebracht werden.
Nun wird der Saal für den nächsten Programmpunkt vorbereitet.
Dazu wird das Reinigungspersonal benachrichtigt, alle
verwendeten Lagerungshilfsmittel, Geräte und Gegenstände
desinfiziert und bereitgelegt oder ins Lager gebracht.
Das OP-Personal muss bei Bedarf dem Reinigungspersonal Informationen zur Reinigung geben, Besonderheiten er-
wähnen und Weisungen erteilen. Nach der Reinigung und
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