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coinad

4/6/26

 Polsterwatte

umwickelt und in dem Extensionsschuh gelagert, der an


95

4.6 · Patientenbetreuung


­einem Zugspindelaggregat befestigt ist. An diesem wird dann

der entsprechende Zug ausgeübt, um vorab ein gutes Repositionsergebnis zu erreichen. Das andere Bein wird gut abgepolstert in einer Goepel-Stütze hochgelagert und soweit wie

möglich abgespreizt (. Abb. 4.7).

Anschließend werden beide Beinteile abgenommen und

der Bildwandler zur Reposition zwischen die Holme des Extensionstischs gefahren. Das Gestänge des Tischs wird so eingestellt, dass es während der Operation nicht im Strahlengang

des Bildwandlers steht.

Die Neutralelektrode wird nach Vorschrift angelegt.

Am Ende der Operation wird der Fuß aus dem Exten­

sionsschuh genommen, beide Beinteile wieder angebracht und

das hochgelagerte Bein aus der Goepel-Stütze entnommen.


Umlagerungen

Bei einigen Operationen, speziell im Rahmen minimal-invasiver Eingriffe (MIC), werden intraoperative Lageveränderungen vorgenommen, um die Schwerkraft auszunutzen.

Dadurch kann z. B. der Dünndarm in den Ober- oder in den

Unterbauch verlagert werden. Intraoperative Lageverän­

derungen erfordern von allen Beteiligten ein enormes Ver­

antwortungsbewusstsein, da durch die sterile Abdeckung

nicht alle Auswirkungen des Vorgehens sichtbar werden und

­ eobachtbar sind.

b

Prinzipiell soll das Operationsgebiet leicht erhöht liegen:

44bei Unterbauchoperationen wird der Kopf des Patienten

tiefer gelagert als die Füße. Dabei wird der OP-Tisch um

20–40° gekippt. Diese Lagerung wird TrendelenburgLagerung genannt.

44Bei Oberbauchoperationen liegt der Patient in der AntiTrendelenburg-Lagerung, der Kopf ist höher gelagert

als die Füße.

Oft wird der OP-Tisch auch seitlich gedreht. Bei diesen Lageveränderungen darf der Patient nicht verrutschen und ist

dementsprechend zu sichern. Dazu werden Schulter-, Seitenoder Fußstützen angebracht. Bei jeder intraoperativen Lageveränderung muss die Lage des ausgelagerten Arms kontrolliert und ggf. korrigiert werden, um Armplexusläsionen zu

verhindern.

Extreme Lagerungen sind zu vermeiden, weil sie lagerungsbedingte Schmerzen im Muskel- und Skelettsystem hervorrufen sowie Gefühls- und Funktionsstörungen bedingen können.

Nach dem Operationsende wird die Operationslagerung

wieder «aufgehoben», d. h. der Patient liegt wieder auf dem

Rücken mit parallel gelagerten Beinen, sofern die durchgeführte Operation dieses zulässt.

Bei Bauch- oder Seitenlagerung helfen alle Beteiligten, den

Patienten wieder auf den Rücken zu drehen. Nach der Extubation wird der Patient in ein vorgewärmtes Bett mittels eines

Roll­boards gelegt und in den Aufwachraum gebracht. Der

Ober­körper ist dann leicht erhöht, das verbessert die Atemfunk­

tion und dem Reflux von Magensaft kann vorgebeugt werden.

Intensivpflichtige, beatmete Patienten werden nach Überlagerung in das Bett direkt auf die Intensivstation gebracht

und dort übernommen.


??Fragen zur Wiederholung zu 7 Abschn. 4.5


55 Was ist bei der Auswahl eines OP-Tisches für einen

geplanten Eingriff zu beachten?

55 Beschreiben Sie stichwortartig die Lagerung der

Arme bei einem Eingriff in Rückenlage.

55 Welche Lagerung ist mit dem Begriff «Beach chair»

beschrieben? Was bereiten Sie für diese Lagerung

vor?


4.6


Patientenbetreuung


Candy Agopian

Lernziel

55 Die Auszubildenden gewährleisten zusammen mit anderen Personen des interdisziplinären Teams die Sicherheit

der Patienten während deren Aufenthalt in der Operations-/Funktionsabteilung.


Die Patienten kommen in unterschiedlichen Bewusstseinszuständen in den Operationstrakt. Jeder Mitarbeiter muss sich

darauf einstellen können und situationsgerecht reagieren. Jeder Patient hat Anspruch darauf, dass wir seine Sicherheit

gewährleisten und die benötigte Pflege durchführen.

Dafür müssen wir uns zunächst ein Bild des Patienten

­machen, um feststellen zu können, in welcher Form die

­Kommunikation verlaufen kann.

Manche Patienten sind wach und voll ansprechbar, andere

sind durch Prämedikation schläfrig, wieder andere haben

Angst oder sind durch Krankheiten nicht ansprechbar, verwirrt oder gar aggressiv.

Unabhängig von all diesen Faktoren ist das Verhalten der

OP-Mitarbeiter freundlich und aufgeschlossen. Dem Patienten muss, abhängig von seinen Ressourcen, ermöglicht werden, aktiv am Geschehen teilzunehmen. Alle Maßnahmen

werden erläutert. Ist der Patient nicht in der Lage, an der

Kommunikation teilzunehmen, sei es, weil Hörgeräte auf der

peripheren Station verblieben oder er bewusstseinseingeschränkt oder dement ist, ist es unsere Aufgabe, alles zu tun,

damit die Würde des Patienten gewahrt bleibt und die optimale Pflege durchgeführt wird.

>>Bei Menschen aus anderen Kulturkreisen müssen wir


wissen, was dem Patienten aufgrund seiner Religionszugehörigkeit zuzumuten ist, welche Maßnahmen

z. B. wenn möglich von einem Mitarbeiter des gleichen

Geschlechts durchgeführt werden sollten.


Bei Bedarf muss ein Dolmetscher hinzugezogen werden. Bei

Kindern oder kognitiv eingeschränkten Patienten kann so

lange wie möglich ein Elternteil oder Angehöriger in der

Nähe bleiben, um dadurch beruhigend auf den Patienten einzuwirken.

Grundsätzlich gilt, dass jeder Mitarbeiter empathisch und

verständnisvoll auf die Ausnahmesituation des Patienten

­reagiert und in der Lage ist, eigene Emotionen zu unter­

drücken (7 Kap. 3).


4


96


4


Kapitel 4 · Springertätigkeit


Wird ein Patient in lokaler oder regionaler Betäubung

operiert, ist er während des gesamten Eingriffs wach, ggf. ist

nur ein Monitoring angelegt, keine Sedativa (Beruhigungsmittel) gegeben. Damit erhöht sich der psychische und physische Druck auf den Patienten. Die Lage auf einem Opera­

tionstisch ist relativ unbequem, die Geräusche und der Geruch in einem Operationssaal werden von dem Patienten

­sicher anders wahrgenommen als von uns. Die Angst vor dem

Eingriff und dem Unbekannten erhöhen und verändern alle

Sinneswahrnehmungen. Das ist bei allen Handlungen des gesamten interdisziplinären Teams zu bedenken und zu berücksichtigen.

Ist ein Patient nicht mehr ansprechbar, entweder durch

seine Erkrankung aber auch durch die Narkose, kann er seine

Interessen und seine Beschwerden nicht mehr äußern. Daher

ist es umso wichtiger, dass diese Aufgabe die Pflegekraft/OTA

übernimmt.

Patientensicherheit ist ein wichtiges Thema im Gesundheitssystem.

Seit 2005 stellt das Aktionsbündnis Patientensicherheit

Handlungsempfehlungen zur Verfügung, die die Patienten­

sicherheit gewährleisten sollen. Ausgewählte Projekte beziehen sich auf

44die Förderung der Händehygiene, um die Zahl der Infektionen zu senken,

44die Einrichtung eines anonymen Meldewesens, um sicherheitsrelevante Ereignisse und Beinahefehler (CIRS,

«critical incident reporting system»; 7 Abschn. 29.4.3) zu

erkennen und zu beheben sowie

44das High-5.-Projekt, das seit 2006 auf internationaler Basis unter der Schirmherrschaft der WHO Maßnahmen

zur Patientensicherheit in Krankenhäusern eingeführt

wurde. Der Name «High5» steht hier für das erklärte Ziel

der WHO, innerhalb von 5 Jahren 5 signifikante Fehler

in 5 Ländern zu minimieren.


­Unstimmigkeiten bestehen, muss das eine sofortige Über­

prüfung und Benachrichtigung aller Beteiligten nach sich

ziehen. In den meisten Kliniken bekommen die Patienten ein

Identifikationsarmband, trotzdem werden die Daten noch

einmal erfragt. Auch haben viele Krankenhäuser ein Datenbanksystem, aus dem die Information abgeglichen werden

kann.

Technische Identifikationssysteme sind nur ergänzende

Werkzeuge, es muss darauf geachtet werden, dass Identifikationsmerkmale wie Fall- bzw. Patientennummer nicht doppelt vergeben werden.


Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Eingriffsverwechslungen, für

eine sichere Patientenidentifikation und Vermeidung unbeabsichtigt belassener Fremdkörper im OP-Gebiet formuliert,

die sog. Team-Time-Out-Regelung (7 Abschn. 4.6.2).


Markierung des Eingriffsorts durch den Operateur im stationären Bereich beim wachen und noch nicht prämedizierten

Patienten. Dabei muss die Patientenakte (richtiger Patient,

richtige Eingriffsart und -ort) mit den Aussagen des Patienten

abgeglichen werden. Die Markierung wird mit einem nichtwasserlöslichen Stift mit eindeutigem Zeichen (z. B. Kreuz/

Pfeil) an der zu operierenden Seite angebracht. Bei mehreren

Eingriffsorten innerhalb einer Operation müssen alle markiert werden.

Sollte eine Markierung nicht möglich sein, z. B. Zähne

oder Schleimhaut darf Schritt zwei entfallen.


4.6.1


Patientenidentifikation


Der Vorgang der Patientenidentifikation ist als Handlungs­

anweisung der Krankenhausleitung formuliert und für alle

Mitarbeiter verbindlich. Dabei ist die Identifikation ein

­aktiver Vorgang des Erkennens, Wiedererkennens und sich

Vergewisserns.

Besonders weil viele verschiedene Berufsgruppen, Abteilungen und Einrichtungen an der Behandlung eines Patienten

beteiligt sind, sind die korrekte Weitergabe von Informationen und die Überprüfung der Richtigkeit zu jedem Zeitpunkt

unerlässlich.

Das aktive Einbinden des Patienten ist dabei eine Grundvoraussetzung und sobald geringste Unsicherheiten oder


4.6.2


Vermeidung von

­Eingriffsverwechslungen


Die Verwechslung eines Eingriffes, einer Körperseite oder

­eines Patienten ist ein seltenes, aber dennoch komplett vermeidbares Risiko im klinischen und ambulanten Alltag. Um

die wenigen Fälle zu verhindern, empfiehlt es sich, eine

­sichere Kommunikation zwischen den betroffenen Berufsgruppen und dem Patienten zu implementieren.

Für den OP-Bereich bedeutet eine präoperative Pflege­

visite, dass der Operateur und ein beteiligter Mitarbeiter der

OP-Abteilung den Patienten vorab kennengelernt haben, der

Patient aktiv bei der Eingriffserkennung und Aufklärung beteiligt wird.


Vier Stufen zur Vermeidung von Eingriffs­

verwechslung

j

j1. Schritt


Patientenidentifikation. Jede Unstimmigkeit muss sofort

geklärt werden.

j

j2. Schritt


Jede Unstimmigkeit muss sofort geklärt werden.


j

j3. Schritt


Zuweisung zum richtigen OP-Saal, bestenfalls der Saal, in

dem die Mitarbeiter assistieren, die die Pflegevisite durchführten.

Die Zuweisung erfolgt vor der Anästhesieeinleitung. Dabei wird die Patientenidentifikation, die Eingriffsart, der Eingriffsort, die Markierung (Abgleich mit Akte) geprüft.

Ohne Markierung erfolgt keine Anästhesie.


97

4.7 · Dokumentation und Kommunikation


j

j4. Schritt

Team-Time-Out, definiert als ein ,,letztes Innehalten vor dem


Schnitt».

Das komplette OP-Team konzentriert sich auf die Situa­

tion der Patientensicherheit. Initiiert wird das Time-TimeOut durch eine definierte, verantwortliche Person (Operateur, Anästhesist oder der Mitarbeiter der unsterilen Saal­

assistenz) unmittelbar vor dem Hautschnitt im OP-Saal.

Diese Prüfung klärt, ob es sich um den richtigen Patienten

handelt (Name, Geburtsdatum), die richtige Eingriffsart am

richtigen Eingriffsort, alle benötigten Bilder vollständig vorhanden sind und ob die benötigten Implantate verfügbar sind.

Erweitert werden kann die Checkliste durch Informationen

zu möglichen Komplikationen, ob sich alle Mitglieder des

Teams mit Namen und Funktion vorgestellt haben, erwarteter

Verlauf, erwarteter Blutverlust, Antibiotikagabe, Allergien,

Ergebnis der Zählkontrolle o. Ä.

>>Alle Punkte werden, unter Zustimmung jedes befrag-


ten Teammitglieds, laut bestätigt und schriftlich dokumentiert. Erst nach korrekter Durchführung des TeamTime-Out wird dem Operateur von der instrumentierenden Kraft das Skalpell gereicht.


Bei Unstimmigkeiten erfolgt kein Schnitt.

??Frage zur Wiederholung zu 7 Abschn. 4.6


55 Nennen Sie die vier Stufen zur Vermeidung von Eingriffsverwechselungen.


Dokumentation und Kommunikation


4.7


sen jedoch mit entsprechender Begründung dokumentiert

­ erden.

w

Bei einer EDV-gestützten Dokumentation muss der Mitarbeiter sich mit Benutzername und Kennwort anmelden.

Um Patientenverwechslungen zu vermeiden, werden die

Stammdaten verglichen. Handelt es sich um den richtigen

Patienten, wird mit der Dokumentation von Personal- und

Zeitdaten begonnen.

Allgemeine Angaben

55 Art der Lagerung, Durchführender der Lagerung,

Blutleere/Blutsperre mit Zeit und Druck (7 Abschn.

2.7), Position der Neutralelektrode, Anwendung der

Wärmemittel, Art der Hautdesinfektion und Art der

Saalreinigung (Grund- oder Zwischenreinigung).

55 Alle angewendeten Geräte werden korrekt mit entsprechender Gerätenummer aufgelistet. Bei Anwendung von Röntgenstrahlen sind das benutzte Röntgengerät, die entsprechenden Zeiten und die Dosis

zu vermerken.

55 Durchgeführte Zählkontrollen, eingebrachte Drainagen/Materialien, Verbände/Gipsanlage, angewendete Flüssigkeiten sind in der Dokumentationsmaske

hinterlegt und werden mit einem Mouse-Klick angewählt. Bei Implantaten, Arzneimitteln und separat

geöffneten Materialien wird die Chargennummer

und Anzahl mit angegeben.

55 Histologische und bakteriologische Präparate werden unter der Angabe der Anzahl und der Zuordnung der entsprechenden Nummer aufgelistet

(7 Abschn. 4.9.1).


Candy Agopian

4.7.1


Dokumentation


Die Dokumentation resultiert aus dem Behandlungsvertrag,

den jeder Patient zu Beginn seines Aufenthaltes in der Klinik

unterschreibt. Die Dokumentation dient u. a. der Wahrung

des Persönlichkeitsrechts des Patienten und als Nachweis im

Haftungsfall.

>>Jede Maßnahme an einem Patienten muss vollständig,


wahrheitsgemäß und zeitnah dokumentiert werden.


Die Dokumentation gilt als eine Verbrauchsgüter- und Qualitätskontrolle, Abrechnungsgrundlage und dient der Vermeidung von Mehrfachmaßnahmen.

>>Jede nicht dokumentierte Tätigkeit gilt als nicht durch-


geführte Maßnahme!


Eine korrekt durchgeführte Dokumentation dient ebenfalls

dem Informationsaustausch und der Kommunikation zwischen den beteiligten Behandlungsteams.

Aufzeichnungspflichtig sind wesentliche Fakten, nicht

aber Selbstverständliches. So muss die Art der Lagerung

­vermerkt sein, aber nicht das genaue Vorgehen, weil das im

Standard hinterlegt ist. Abweichungen vom Standard müs-


4.7.2


Prozessbezogene aktive

­Kommunikation mit Kollegen

und Angehörigen anderer

beteiligter Berufsgruppen


Lernziele

55 Die Auszubildenden stimmen ihre Arbeitsprozesse mit

anderen beteiligten Berufsgruppen ab, um reibungslose

und effektive Arbeitsprozesse zu gewährleisten.

55 Darüber hinaus sind sie in der Lage, diese Arbeitspro­

zesse zu koordinieren, indem sie das Schnittstellen­

management übernehmen. Sie beurteilen die Koordinationsmaßnahmen und reflektieren die Zusammenarbeit.


Der OP-Bereich ist ein Hochleistungsbereich, deshalb muss

das Ergebnis der Zusammenarbeit aller Berufsgruppen koordiniert und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt sein,

um das optimale Ziel zu erreichen. Die korrekte Informa­

tionsweitergabe ist obligat, die einzelnen Verantwortlichkeiten sind bekannt und Absprachen werden eingehalten.

Alle Arbeitsprozesse sind definiert; werden Unstimmigkeiten oder Schwierigkeiten in der Durchführung bemerkt,

werden sie überarbeitet und der Prozess verändert.


4


98


4


Kapitel 4 · Springertätigkeit


Jeder Mitarbeiter kennt die benutzten Fachbegriffe, kann

aus dem OP-Plan ersehen, welcher Eingriff geplant ist. Abkürzungen sind definiert und werden einheitlich benutzt.

Alle Arbeitsschritte sind in Standards nachzulesen, der eigene

Lernweg kann hinterfragt und mit den Mentoren/Praxis­

anleitern verbessert werden. In den Teambesprechungen können eigene Ideen formuliert und kurze Fachbeiträge präsentiert werden.

Kritik wird in der Gruppe sachlich und zielorientiert geäußert und berücksichtigt.

Der Ablauf der Kommunikation verläuft immer in den

gleichen sachlichen Bahnen der Erkenntnisgewinnung, der

kommunikativen Weitergabe dieser Erkenntnisse und der Bewertung durch das Team (7 Abschn. 24.1).

j

jVorausschauende Arbeitsweisen entwickeln


Jeder Mitarbeiter im OP ist gehalten, alle Vorgänge im Saal

zur Kenntnis zu nehmen. Das ist zu Beginn der beruflichen

Tätigkeiten kaum möglich, weil die Konzentration auf das

eigene Tun erhebliche Kraft kostet und jeder Handgriff nicht

selbstverständlich ist. Trotzdem muss jeder versuchen, ein

Ohr und einen Teil seiner Aufmerksamkeit auf das Geschehen um ihn herum zu fokussieren, um rechtzeitig zu merken,

wenn Probleme bei der Operation, bei der Anästhesie oder

bei einem Mitarbeiter entstehen. Nur wenn Probleme schon

im Entstehen erkannt werden, ist eine zeitnahe Reaktion

möglich. Dieser «Rundumblick» muss geübt und immer wieder überprüft werden.

??Frage zur Wiederholung zu 7 Abschn. 4.7


55 Mit welchem Ziel wird die Patientendokumentation

durchgeführt? Bedenken Sie bei Ihrer Antwort auch

das OP-Management.


4.8


Präoperative Saalvorbereitung


Candy Agopian

Lernziele

55 Die Auszubildenden können den OP-Saal/Eingriffsraum

präoperativ für den anstehenden Eingriff vorbereiten

und postoperativ den Raum wieder so herrichten, dass

der nachfolgende Eingriff durchgeführt werden kann.

55 Sie können die für den jeweiligen Eingriff benötigten

­Instrumente und Materialien zusammenstellen

55 und Personen beim sterilen Ankleiden und dem Herstellen von sterilen Flächen fachgerecht assistieren.

55 Sie können Sterilgüter unter Beachtung der Hygienevorgaben öffnen und anreichen.

55 Die Auszubildenden können die präoperative Patientenvorbereitung fach- und sachgerecht auszuführen.


Jeder Tag im Operationsbetrieb beginnt für die Mitarbeiter

des Funktionsdiensts OP mit den gleichen Handgriffen und

Tätigkeiten, damit alles im Saal funktioniert und die geplanten Operationen durchgeführt werden können. Die Vorberei-


tung des Saals und der Materialien wird im Team von beiden

Mitarbeitern – Instrumentant und Springer – gemeinsam

durchgeführt. Für die präoperative Saalvorbereitung zur ersten geplanten Operation wird das aktualisierte OP-Programm

im Computer abgerufen, damit Änderungen berücksichtigt

werden können.

Der Saal ist gereinigt, die Klimaanlage und die Saaltemperatur sind korrekt eingestellt. Wir beginnen mit dem Saalund Gerätecheck:

44Das Saallicht wird eingeschaltet.

44Der Computer wird hochgefahren und nötige Pro­

gramme werden geöffnet.

44Das HF-Gerät wird eingeschaltet und der Funktionstest

durchgeführt.

44Der Sauger wird getestet.

44Die Operationssatelliten werden angestellt und auf ihre

Funktion getestet.

44Alle zusätzlich benötigten Geräte werden in den Saal

­geschoben, positioniert und gemäß MPG (7 Abschn. 2.1)

auf ihre Funktion getestet.

44Kabel sind gemäß der Unfallverhütungsverordnung

(UVV) verlegt.

44Erforderliche Reparaturen werden gemeldet.

44Alle verwendeten Geräte werden mit ihrer Geräte­

nummer in der OP-Dokumentation des Patienten ein­

getragen.

Ein aufgefüllter Tageswagen/Münsterwagen mit Einmalprodukten wird in den Saal gefahren. Der benötigte OP-Tisch

wird vorbereitet und die nötigen Lagerungshilfsmittel bereitgelegt.

Die Instrumentiertische werden vom Springer positioniert und benötigte Dokumentationsformulare (z. B. Histologiezettel, Chargenzettel etc.) werden bereitgelegt.

Entsprechend dem geplanten Eingriff werden Instru­

mente und Materialien gemäß Standard zusammengestellt

und auf einem fahrbaren Wagen transportiert. Benötigte Abdeckungen werden entweder als Einmal- oder als Mehrfach­

ab­deckungen angeboten (7 Abschn. 1.2), in der Regel als Set

für die geplante Operation verpackt.

Benötigte Instrumentensiebe, zumeist in Containern verpackt, Spezialinstrumente, Flüssigkeiten und Verbrauchs­

materialien werden zusammengestellt. Bei den Grund- wie

auch den Spezialinstrumenten ist darauf zu achten, in

­welcher Form diese verpackt und sterilisiert wurden. Zu

kontrollieren ist, ob die doppelte Umverpackung noch

­

intakt ist, richtig gelagert wurde und das Haltbarkeitsdatum

stimmt.

Spezielle Einmalmaterialien und Verbandsmaterial werden in einem Korb zusammengestellt, so fallen sie während

des Transports in den OP-Saal nicht herunter. Ist der Saal

vorbereitet, die Materialien und Siebe korrekt zusammen­

gestellt und in den Saal gebracht, werden die Instrumententische und Beistelltische vorbereitet.

Der Instrumentant führt eine chirurgische Händedesinfektion durch (7 Abschn. 1.2). Währenddessen bereitet der

Springer das Sterilfeld vor.


99

4.8 · Präoperative Saalvorbereitung


>>Erst jetzt darf das Sieb auf dem sterilen Tisch abgestellt


werden.


..Abb. 4.8


Hilfe beim Beziehen des Instrumententischs


Dazu positioniert er die Sets auf den entsprechenden

­Tischen, stellt die Siebe so bereit, dass ein kontinuierliches

und schnelles Öffnen möglich ist.

Das Öffnen der Sets erfolgt in hygienisch sinnvoller Reihenfolge, sodass der Springer sich nicht im Sterilbereich bewegt (von hinten anfangen und nach vorn durcharbeiten).

Geöffnet werden die Sets zu sich hin, ohne über die Sterilfläche greifen zu müssen. Dabei ist zu beachten, dass der

Tisch ausreichend abgedeckt ist und das Abdecktuch genügend Abstand zum Boden hat.

Der Instrumentant erhält einen sterilen Kittel und dreht

sich mit der Vorderseite zum Sterilbereich. Der Springer unter­

stützt ihn beim Anziehen, reicht dem Instrumentanten sterile

Handschuhe an und verschließt den Kittel (7 Abschn. 1.2).

Zur Unterstützung beim Beziehen des Instrumentiertischs positioniert sich der Springer hinter dem Tisch, greift

innen in das Ende des Tischbezugs und zieht ihn über die

Ablagefläche (. Abb. 4.8).

Die Instrumentensiebe werden in sinnvoller Reihenfolge

geöffnet. Jeder Container hat eine eigene Chargendokumentation, die kontrolliert wird, wobei entweder mit einem Lesegerät der Barcode eingelesen wird, oder aber das Etikett wird

auf einen dafür vorgesehenen Dokumentationsbogen geklebt

und in die Patientenakte gelegt.

Bei Sieben mit einer Papierverpackung werden diese zunächst äußerlich auf ihre Unversehrtheit überprüft.

Beim Öffnen wird das Papier in vorgegebener Richtung

geöffnet und das Sieb vom Instrumentanten entgegengenommen. Solange der Springer die abschließende Sterilgutkon­

trolle durchführt, darf das Sieb nicht auf die sterilen Ablagen

gestellt werden.

Die Sterilgutkontrolle erfolgt in zwei 

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