(z. B. Muskel).
44Die Schlingenelektrode wird häufig in der Neuro
chirurgie und Urologie eingesetzt. Die Schlinge umfasst
einen Tumor und kann diesen damit ausschälen.
44Die Kugelelektrode kann Gewebe großflächig koagulieren, ohne Nachbargewebe zu verletzen.
Bipolare Anwendungstechnik
Die beiden gegeneinander isolierten Elektroden sind in einem
Instrument integriert. Dabei fließt der Strom von der einen
Elektrode über das Gewebe in die andere Elektrode und anschließend zum HF-Gerät zurück. Der Strom fließt nur durch
das Gewebe zwischen den Elektrodenspitzen, der Stromkreis
verläuft also nur zwischen den Pinzettenbranchen, bzw. Scherenblättern und führt durch den thermischen Effekt zu einer
Gefäß- bzw. Gewebeversiegelung.
Sicherheitsmaßnahmen bei der monopolaren
Technik
Das monopolare Verfahren birgt einige Risiken:
44Der Patient muss auf dem OP-Tisch ohne Haut-MetallKontakt gelagert werden, damit es zu keiner Hautschädigung durch Verbrennung kommen kann. Der Strom
könnte dem kürzesten Weg zurück in das Gerät über die
Metallschiene des Tisches nehmen.
44Vor der Hautdesinfektion werden saugfähige Tücher unter den Patienten gelegt. Diese sollen das Desinfektionsmittel aufsaugen und verhindern, dass feuchte Kammern
entstehen. Bei adipösen Patienten müssen die ausgeprägten Hautfalten (z. B. Brust-Thorax-Falte) mit Tüchern
oder Kompressen ebenfalls geschützt werden, da der
..Abb. 2.18 Verschiedene Diathermieansätze
2
60
Kapitel 2 · Medizinisch-technische Geräte
j
jVorteile
2
4420–30% weniger Leistung gegenüber der monopolaren
Technik.
44Keine Schädigung des umliegenden Gewebes.
44Keine Störung an Messgeräten (z. B. EKG) und Herzschrittmachern.
44Präzise Anwendung (z. B. Neurochirurgie, Mikrochirurgie, minimal-invasive Eingriffe).
44Keine Verbrennungen für die Patienten bei Metallkontakt.
44Keine vagabundierenden Ströme.
HF-Chirurgie und der Herzschrittmacher
patient
Ein Herzschrittmacher verleitet den Herzmuskel durch bestimmte elektrische Impulse zur Kontraktion und behebt dadurch vorhandene Herzrhythmusstörungen. Der Herzschrittmacher wird bevorzugt unterhalb des rechten Schlüsselbeins
(Clavicula) implantiert (7 Abschn. 10.3).
Da bipolarer Strom nur durch die Branchen des Instruments fließt und nicht durch den Körper ist diese Technik bei
den Patienten anzuraten, da der bipolare Strom im Gegensatz
zum monopolaren keine Auswirkungen auf den Herzschrittmacher hat. Bei der monopolaren Technik dient der Körper
als elektrischer Leiter und dadurch kann der Strom, der durch
den Körper fließt, den Herzschrittmacher beeinflussen.
Es können folgende Komplikationen auftreten:
44Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern,
44Änderung der Programmierung des Herzschrittmachers,
44komplette Beschädigung/Zerstörung des Geräts.
Diese Komplikationen sind lebensgefährlich für den Patienten.
Vor dem Eingriff sollte ggf. ein Kardiologe hinzugezogen
werden. Während der Operation sollte die Anästhesieabteilung einen Defibrillator und eine Magnetauflage im Saal aufbewahren, um bei Herzschrittmacherstörungen sofort Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
2.8.3
Reinigung und Desinfektion
Während der Operation sollte die Aktivelektrode von der instrumentierenden Kraft mit einem feuchten Tuch von gröberen Verschmutzungen befreit werden, um die Funktionalität
des Instruments zu erhalten. Bei sehr starken Verkrustungen
schafft ein industriell hergestellter Reinigungsschwamm Abhilfe, der die kohleartigen Verkrustungen entfernt, ohne dass
das Instrument beschädigt wird. Nach Beendigung der Operation wird das HF-Instrumentarium in den dazugehörenden
Containern entsorgt. Die Handstücke und deren Kabel dürfen keinen direkten Kontakt zu scharfen Gegenständen haben, damit die Isolierung der HF-Instrumente nicht beschädigt wird. Auch ein Verknoten des Kabels ist zu vermeiden.
Anschließend wird das Instrumentarium an die ZSVA übergeben.
Das HF-Gerät und die Zubehörteile, wie das Neutralelektrodenkabel und ggf. die Fußtritte, werden mit einer milden
Desinfektionslösung gereinigt. Diese Wischdesinfektion ist
nach jedem Patientenkontakt Pflicht, um die Entstehung nosokomialer Infektionen zu verhindern.
??Fragen zur Wiederholung zu 7 Abschn. 2.8
55 Erläutern Sie die physikalische Wirkung der Hochfrequenzchirurgie.
55 Was bezeichnet man als aktive Elektrode und was als
passive Elektrode?
55 Wo liegt der Unterschied zwischen der monopolaren
und der bipolaren Koagulation?
2.9
Röntgendiagnostik
Roman Fischbach
Lernziele
55 Die Auszubildenden erarbeiten sich einen Überblick über
die Methoden und Möglichkeiten der radiologischen Diagnostik und weiteren bildgebenden Verfahren im Allgemeinen sowie über die Anwendung radiologischer Verfahren in ihren Arbeitsfeldern im Besonderen.
55 Sie verstehen die Bedeutung von Röntgenkontrastmitteln
und erarbeiten sich einen Überblick über weitere bild
gebende Verfahren und verstehen ihre Bedeutung für die
Diagnostik und Therapie in ihren Arbeitsbereichen.
In der Radiologie finden unterschiedliche Verfahren Anwendung, die zwar alle der medizinischen Bildgebung und Therapiesteuerung dienen, die aber nicht alle Röntgenstrahlung
nutzen.
Röntgenaufnahme, Durchleuchtung und Computertomographie basieren auf dem Einsatz Röntgenstrahlen. Röntgenstrahlen gehören zu den ionisierenden Strahlen und können mit dem durchstrahlten Stoff in Wechselwirkung treten.
Aufgrund der möglichen schädigenden Wirkung der Strahlung unterliegt ihr Einsatz gesetzlichen Vorschriften und
Qualitätskontrollen. Die Anwendung von Röntgenstrahlung
darf nur von Personen mit einer Fachkunde im Strahlenschutz vorgenommen oder beaufsichtigt werden.
Insbesondere in der Unfallchirurgie und Orthopädie –
aber auch in vielen weiteren Disziplinen – ist die Röntgendurchleuchtung mit mobilen Geräten im OP fest etabliert.
Der Computertomograph als stationäres Großgerät ist in der
Röntgenabteilung im Einsatz und wird oft in der Nähe des
Schockraums für die Notfalldiagnostik platziert. Mobile CTSysteme kommen langsam auf den Markt, sind aber im OP
und auf der Intensivstation nur selten anzutreffen.
Magnetresonanztomographie und Sonographie beruhen
auf anderen Techniken zur Bilderzeugung und sind daher
nicht mit den Gefahren der Röntgenstrahlung belastet. Als
weiteres bildgebendes Fach ist die Nuklearmedizin zu erwähnen. Die Sonographie als mobiles und einfach anwendbares
Verfahren wird insbesondere in der Leber- und Nierenchirurgie zur perioperativen Lokalisationsdiagnostik eingesetzt.
Die MRT erfordert Aufgrund des starken Magnetfeldes und
der Hochfrequenzimpulse eine spezielle Raumausstattung
2
61
2.9 · Röntgendiagnostik
und ist eine aufwendige Großgeräteinstallation. Derzeit spielt
die MRT für den intraoperativen Einsatz lediglich in der Neurochirurgie eine gewisse Rolle.
In der nuklearmedizinischen Diagnostik werden strahlende Nuklide (radioaktive Isotope) eingesetzt, die perioperativ z. B. in der Lokalisationsdiagnostik von tumorbefallenen
Lymphknoten (Wächterlymphknoten-Szintigraphie) verwendet werden.
UB
Anode B
W
e''
K
F
2.9.1
Entstehung der Röntgenstrahlung
Röntgenstrahlung sind elektromagnetische Wellen. Die Strah
lung wird in einer Röntgenröhre erzeugt. Die Röntgenröhre
enthält eine negativ geladene Kathode und eine positiv geladene Anode (. Abb. 2.19). Aus der Kathode werden Elektronen freigesetzt, die durch eine zwischen Kathode und Anode
angelegte Hochspannung zur Anode hin beschleunigt werden. Diese Hochspannung wird in Kilovolt (kV) angegeben
und ist die Beschleunigungsspannung. Die beschleunigten
Elektronen treffen mit hoher Geschwindigkeit auf die Anode
und werden im Metall der Anode abgebremst. Die dabei frei
werdende Energie wird größtenteils in Wärme umgewandelt,
und nur ein kleiner Prozentsatz tritt als Röntgenbremsstrahlung aus.
Die Anode ist insbesondere bei Durchleuchtungsunter
suchungen sehr hohen thermischen Belastungen ausgesetzt,
sodass für die Konstruktion als auch den Betrieb einer Röntgenröhre eine effektive Wärmeableitung und Kühlung der
Röhre von großer Wichtigkeit ist.
Nutzstrahlung und Streustrahlung
Die Röntgenstrahlung verlässt die durch ein Metallgehäuse
abgeschirmte Röntgenröhre durch das Strahlenaustrittsfenster. Die Größe des Strahlenaustrittsfensters wird durch
ein vom Untersucher einstellbares Blendensystem auf das
benötigte Format gebracht.
>>Die zur Bilderzeugung verwendete Strahlung ist die
Nutzstrahlung. Eine möglichst exakte Einblendung der
Nutzstrahlung verringert die direkte Strahlenexposi
tion des Patienten, da das bestrahlte Feld klein gehalten
wird. Eine enge Einblendung verringert gleichzeitig
den Streustrahlungsanteil, weil das durchstrahlte Volumen kleiner wird und so auch weniger Streustrahlung
entsteht.
Streustrahlung entsteht durch Ablenkung von Röntgenstrahlung beim Auftreffen auf das Objekt und bei der Objektpassage. Durch die Ablenkung ist die Streustrahlung ungerichtet
und trägt nicht zur Bildinformation bei. Da Streustrahlung
ungerichtet von Objekten im Strahlengang und vom Patienten ausgeht, wird durch konsequente Einblendung nicht nur
die Qualität des Bildes, sondern auch die Strahlenexposition
von Untersucher und Assistenzpersonal im Untersuchungsraum verringert.
UH
Röhrenabschirmung
..Abb. 2.19 Röntgenröhre. Aus: Vogl TJ, Reith W, Rummeny EJ (2011)
Diagnostische und interventionelle Radiologie. Springer, Berlin Heidelberg New York
Strahlungsarten
Es wird zwischen weicher und harter Strahlung unterschieden. Die Qualität oder Härte der Röntgenstrahlung wird
durch die Beschleunigungsspannung und durch die eingesetzte Filterung bestimmt.
44Weiche Strahlung ist Röntgenstrahlung zwischen 20
und 60 kV und wird dann eingesetzt, wenn Gewebe mit
geringen Dichteunterschieden und insgesamt geringer
Röntgenabsorption untersucht wird (z. B. Mammo
graphie).
44Mittelharte Strahlung mit einer Strahlungsenergie
zwischen 60 und 100 kV wird im Regelfall bei Durchleuchtungen, Gefäßdarstellungen und muskuloskelet
talen Untersuchungen verwendet.
44Die sog. Hartstahltechnik (100–150 kV) findet bei der
Lungendiagnostik Anwendung. Durch die höhere Energie werden die überlagernden Knochen transparenter
dargestellt, und in der Lunge liegende Veränderungen
sind besser sichtbar.
Da die entstehende Röntgenstrahlung ein Energiespektrum
von niedriger bis hoher Energie darstellt, wird durch spezielle
Filter am Austrittsfenster der nicht gewünschte Anteil des
Strahlungsspektrums herausgefiltert. Da die weichen (energiearmen) Strahlen bereits in den oberflächlichen Körperschichten des Patienten absorbiert werden, tragen sie zur Bilderzeugung nicht bei und erhöhen nur unnötig die Strahlenexposition. Dieser energiearme Anteil des Röntgenbremsspektrums wird durch Filter aus Aluminium oder Kupfer
ausgefiltert. Diese Filterung führt zu einer Aufhärtung und
Vereinheitlichung der Strahlenqualität.
Strahlendurchtritt und Bilderzeugung
Bei der Passage durch das durchstrahlte Objekt wird die Strahlung unterschiedlich stark geschwächt. Dichtes Gewebe, wie
z. B. kalziumhaltiger Knochen, schwächt die Strahlung stärker
als Muskelgewebe oder innere Organe, die aus leichteren Elementen (Sauerstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff) aufgebaut sind.
Nach der Objektpassage trifft die verbliebene Strahlung auf
62
2
Kapitel 2 · Medizinisch-technische Geräte
das Bilderzeugersystem. Hierbei kann es sich um einen konventionellen Röntgenfilm, eine Speicherfolie, einen Bildverstärker oder einen Festkörperdetektor handeln.
Heutzutage werden in den meisten Röntgenanlagen Festkörperdetektoren verwendet, die die auftreffenden Röntgenstrahlen in Lichtblitze und diese in elektrische Signale umwandeln. Das Bild liegt sofort in digitaler Form vor und kann
auf einem Bildschirm sichtbar gemacht oder in einem Bildspeicher abgelegt werden. Die Intensität der auf dem Detektor
eintreffenden Strahlung ist umgekehrt proportional zur Absorption der im Strahlengang befindlichen Strukturen. Trifft
keine Strahlung ein, dann bleibt das Areal dunkel. Erreichen
zahlreiche Röntgenstrahlen den Bildempfänger, wird das
Areal hell dargestellt. Durch die Tradition der Röntgenfilm
entwicklung erfolgt die Grauwertdarstellung von Röntgenaufnahmen typischerweise genau umgekehrt.
Für die Abbildung eines Objekts gelten die Regeln der
Zentralprojektion. Die Strahlung breitet sich von einer
punktförmigen Quelle (Brennfleck der Anode) kegelartig aus,
und somit ist die Abbildung immer größer als das aufgenommene Objekt. Die Vergrößerung ist umso geringer, je größer
der Abstand von Brennfleck und Objekt und je geringer der
Abstand zwischen Objekt und Detektor ist.
>>Grundsätzlich sollte der Patient möglichst weit von der
Röhre entfernt und möglichst nah am Bildempfänger
positioniert sein.
Liegt das abzubildende Objekt dicht am Bildempfänger, erreicht die aus dem Körper austretende Strahlung den Detektor ohne weitere Schwächung. Auch unter Strahlenschutz
aspekten ist eine Position des zu durchleuchtenden Objektes
nah am Bildempfänger sinnvoll. Aus dem Körper austretende
Streustrahlung wird vom Bildempfänger und Gehäuseteilen
abgefangen und erreicht den Untersucher nur in geringem
Umfang.
Wechselwirkung von Strahlung mit Materie
Trifft Röntgenstrahlung auf Gewebe, wird Energie übertragen. Hierbei kann es zu einer Anregung (Übertragung eines
Elektrons auf eine energetisch höhere Schale des Atoms) oder
zur Ionisation (Freisetzung eines Elektrons aus der Atomhülle und Entstehung eines positiv geladenen Ions) kommen. Die
Röntgenstrahlung wird daher mit der γ- und UV-Strahlung
und der Korpuskularstrahlung als ionisierende Strahlung
bezeichnet.
Anregung oder Ionisation können biochemische Zellprozesse beeinflussen oder die molekulare Struktur bis hin zur
Erbinformation (DNA) verändern. Bei einer Veränderung
der genetischen Information spricht man von einer Mutation.
Mutationen können das Erscheinungsbild oder den Stoffwechsel verändern, eine bösartige Entartung auslösen oder
zum Tod der Zelle oder des gesamten Individuums führen.
Werden Körperzellen verändert, so handelt es sich um eine
somatische Mutation, sind die Keimzellen (Gonaden) betroffen, handelt es sich um eine Keimzellmutation.
Somatische Mutationen wirken sich nur auf den Betroffenen aus, Keimzellmutationen können hingegen durch Ver
erbung weitreichende Folgen für die Nachkommen des Betroffen haben.
Der verantwortungsvolle Umgang mit ionisierender
Strahlung ist von größter Bedeutung für den Schutz von
Patient und Untersucher vor den schädigenden Wirkungen der Strahlung. Insbesondere im chirurgischen Arbeits
umfeld im Operationssaal und bei Verwendung mobiler
Röntgengeräte sind die Möglichkeiten des baulichen und
apparativen Strahlenschutzes gegenüber den klassischen
Röntgenuntersuchungsräumen und festeingebauten Geräten
eingeschränkt, sodass insbesondere kurze Durchleuchtungszeiten mit dosissparendenden Programmen, optimale Einblendung und adäquate Schutzkleidung des Personals wichtig sind.
Dosimetrische Messgrößen
Der Mensch kann ionisierende Strahlung weder sehen noch
fühlen. Um die Wirkung von Strahlung auf den Menschen
abschätzen zu können, ist ein Maß für die eingesetzte Strahlungsmenge und deren biologische Wirkung nötig.
>>Die von der Strahlung übertragene Energie wird in der
Einheit Gray (Gy) angegeben und heißt Energiedosis.
Die Energiedosis ist die absorbierte Strahlungsenergie
bezogen auf die Masse des absorbierenden Materials.
In der Röntgendiagnostik wird die eingesetzte Dosis
mit Angabe der bestrahlten Fläche als Dosis-FlächenProdukt (Energie × bestrahlte Fläche) mit der Einheit
cGy×cm2 dokumentiert.
Die Energiedosis ist eine rein physikalische Größe. Da sich
die Gewebe und Organe im Körper hinsichtlich ihrer Strahlenempfindlichkeit unterscheiden, wird die Energiedosis
biologisch bewertet. Dies erfolgt durch spezielle von der
Strahlungsart und dem bestrahlten Organ abhängigen Wichtungsfaktoren. Die Organdosis oder effektive Dosis ist eine
berechnete Größe und ist ein Maß für das Risiko von Strahlenschäden. Sie wird in der Einheit Sievert (Sv) angegeben.
2.9.2
Strahlenschutz
Aufgrund der potenziell schädigenden Wirkung von Röntgenstrahlen auf den Menschen unterliegt der Einsatz von
Röntgenstrahlung besonderen Regelungen. Diese Regelungen haben zum Ziel, dass Strahlung nur bei nachvollziehbarer
und dokumentierter Indikation eingesetzt wird und dass
Strahlung von geschulten Personen mit entsprechender Erfahrung angewendet wird.
Grundlage der verschiedenen Regelung und Verordnungen ist das auf der EU-Richtlinie 2013/59 basierende Strahlenschutzgesetz. Röntgenstrahlung darf am Menschen nur
angewendet werden, wenn ein Arzt mit der entsprechenden
Fachkunde im Strahlenschutz die Rechtfertigung bestätigt
hat. Das bedeutet, dass die Indikation zur Röntgenuntersuchung oder Durchleuchtung von einem fachkundigen Arzt
überprüft und bestätigt sein muss, was im OP-Bericht oder
Röntgenbefund dokumentiert werden muss. Dies gilt eben-
63
2.9 · Röntgendiagnostik
falls für den Einsatz der nuklearmedizinischen Diagnostik
und natürlich auch in der Strahlentherapie.
Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz
Zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz gehört der
Besuch von speziellen Strahlenschutzkursen. Neben den
Kursen, die notwendiges theoretisches Wissen vermitteln,
muss in Abhängigkeit der angestrebten Fachkunde unterschiedliche lange praktische Erfahrung unter Anleitung und
Verantwortung eines fachkundigen Arztes (Sachkunde)
nachgewiesen werden. Erst dann kann die Fachkunde bei der
zuständigen Ärztekammer beantragt werden.
Medizinisch-technische Radiologieassistenten (MTRA)
erhalten die Fachkunde mit dem Berufsabschluss. Sie können
dann Untersuchungen am Menschen mit Röntgenstrahlung
auf Anordnung eines fachkundigen Arztes technisch selbstständig durchführen.
Anders verhält es sich bei medizinischem Assistenzpersonal (medizinische Fachangestellte, Krankenpflegepersonal,
OTA/ATA, Rettungsassistent).
>>Medizinisches Assistenzpersonal darf nur auf direkte
Anweisung des anwesenden fachkundigen und verantwortlichen Arztes Röntgeneinrichtungen
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