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4/3/26

 Distickstoffmonoxid (N2O)


Im Krankenhaus kennen wir dieses Gas unter dem Namen

«Lachgas». Seit Joseph Priestley 1772 dieses Gas entdeckte und

der Zahnarzt Horace Wells Lachgas bei einer Zahnextraktion

als Betäubungsgas verwendete, kennen wir die schmerzstillende Wirkung des N2O. Lachgas ist farb- und geruchlos sowie nicht brennbar, kann aber Brände unterstützen. Wir benutzen Lachgas in der Anästhesieabteilung wegen seiner

schmerzstillenden Eigenschaften, häufig in Kombination mit


41

2.1 · Medizinproduktegesetz (MPG)


den Luft den Anschluss «wegbläst», was zu Verletzungen der

Mitarbeiter führen könnte.

Im Funktionsbereich wird Druckluft zum Antrieb von

Turbinen (Bohrmaschinen) benötigt, in der zentralen Aufbereitungsanlage für Sterilgut (ZSVA oder AEMP; 7 Kap. 22)

wird eine sog.

Druckluftpistole benötigt, um Wasserreste aus Hohlschaftinstrumenten zu entfernen. Dabei wird die Luft mittels einer

passenden Düse durch den Hohlschaft geblasen und der

Druck entfernt Flüssigkeitsreste.

Da wir in den Funktionsanlagen an die Reinheit der verwendeten Gase besondere Anforderungen stellen müssen, ist

die Luft gereinigt und gefiltert wie medizinisches Gas. In Ausnahmefällen kann medizinische Druckluft in Flaschen mit

Druckminderungsventilen bereitgestellt sein.

..Abb. 2.2


Druckluftanschluss


Sauerstoff und anderen Narkosemitteln (7 Kap. 23), jedoch in

den letzten Jahren mit abnehmender Tendenz.

In der Regel wird Lachgas über die krankenhauseigene

Gasversorgungsabteilung bereitgestellt, es gelten dann alle

Vorschriften der Arbeitssicherheit, die oben erwähnt wurden.


Argon (Ar)

Da dieses Gas chemisch mit anderen Gasen fast nicht reagiert,

wurde es nach dem griechischen Wort für träge – argos – Argon benannt. Dieses farblose Edelgas ist durch die einfache

Gewinnung nach dem sog. Linde-Verfahren aus Luft relativ

preiswert, es ist nicht toxisch und kann deshalb in der Klinik

angewendet werden.

Argon wird in der Haut- und Augenchirurgie für das Argon-Ionen-Lasergerät benötigt.

Bei Blutungen, die weder mono- noch bipolar (7 Abschn.

2.8) gut gestillt werden können, kann eine Spraykoagulation

zu einem besseren Ergebnis führen. Insbesondere in der

­endoskopischen Chirurgie wird durch elektrisch leitfähiges

Argongas hochfrequenter Wechselstrom zu dem blutenden

Areal transportiert. Ohne mit dem Gefäß Kontakt zu haben,

wirkt der Strom blutstillend an der Oberfläche des Gewebes,

ohne tiefe Gewebsstrukturen zu zerstören. Das Gas sorgt für

eine Bündelung des Stroms, sodass gezielt koaguliert werden

kann und das Gewebe nicht karbonisiert. Durch den Druck

des Gases werden Flüssigkeiten verdrängt. Modernere HFGeräte lassen sich problemlos mit einer Argongaseinheit erweitern.


Druckluft

Druckluft dient unterschiedlichen Zwecken. Da die Luft komprimiert ist, sagen viele auch Pressluft dazu. Die Kompression

erfolgt in der zentralen Gasversorgungseinheit mittels Kompressoren, im OP haben wir die entsprechenden Anschlüsse,

die mit «Druckluft» gekennzeichnet sind und uns Druckluft

mit 6–8 bar zur Verfügung stellen (. Abb. 2.2).

Zum Anschluss werden Sicherheitskoppler benötigt, damit beim Entkoppeln nicht ein Rest der unter Druck stehen-


>>Bei Druckabfall muss die Abteilung für Haus- oder


­Medizintechnik sofort informiert werden. ­


Vakuum

Das Wort Vakuum begleitet uns in vielen Zusammenhängen

in der Operationsabteilung. Es bedeutet, dass ein luftleerer

Raum vorhanden ist, bzw. erzeugt wird. Es gibt unterschiedliche Vakuumwerte, wir sprechen dann von «Unterdruck»,

«Fein-» oder «Grobvakuum».

In einem Vakuum können sich Schallwellen und mate­

rielle Teilchen nicht ausbreiten und nur eine bestimmte Zeit

überleben, das macht man sich bei Vakuumverbänden zu­

nutze.

Die Erzeugung des Vakuums bzw. eines Unterdrucks erfolgt ebenfalls in der zentralen Gasversorgungseinheit, wir

benötigen diese Anlagen, um chirurgische Saugsysteme anzuschließen, um infizierte Wunden zu versorgen und um Vakuummatratzen für die operative Lagerung anzumodellieren,

um Verrutschen der Patienten intraoperativ zu vermeiden

(z. B. extreme Kopftieflagerung bei tiefen anterioren Rektumresektionen, laparoskopischen Sigmaresektionen oder Seitenlagerungen).

Die Saugsysteme im OP haben einen eigenen Anschluss,

der mit «Vakuum» gekennzeichnet ist. Die Saugstärke kann

in der Regel am Sauger über ein Manometer eingestellt werden. Die Saugleistung wird in kPa (Kilopascal) gemessen, in

der Regel saugen wir mit –50 bis –80 kPa. Lässt sich die Saugleistung nicht korrekt einstellen, ist zu überprüfen, ob der

Defekt am Sauger oder in der Versorgungseinheit zu finden

ist.

2.1.3


Stromversorgung


Lernziele

55 Die Auszubildenden kennen die verschiedenen Arten der

Stromversorgung, die zur Anwendung kommen,

55 sie verstehen die möglichen Gefahren, welche von elek­

trischen Anlagen für Patienten und Personal ausgehen

können,

55 und richten ihr Handeln entsprechend aus.


2


Kapitel 2 · Medizinisch-technische Geräte


42


2


Ein wichtiger Aspekt der Patientenversorgung ist die Stromversorgung eines Krankenhauses. Das bedeutet, dass jeder

Mitarbeiter genau wissen muss, welche Steckdosen für das

entsprechende medizintechnische Gerät ausgerichtet ist,

­damit im Fall eines Stromausfalls keine lebensbedrohlichen

Situationen entstehen. Wie auch die Gasversorgungsanlage

unterliegt auch die Starkstromanlage eines Krankenhauses

DIN-Normen.

In den Funktionsbereichen gelten besondere Bestimmungen, denn wichtige, lebenserhaltende Geräte müssen auch bei

Stromausfall weiter betrieben werden können.

In der Regel werden im OP Steckdosen der Normalversorgung installiert, die bei Stromausfall funktionslos werden.

Fällt diese Versorgung aus, springt innerhalb von ca. 15 Sekunden eine dieselbetriebene Notstromversorgung ein. Diese

versorgt wichtige Einheiten wie das Narkosegerät, OP-Licht,

OP-Mikroskop und Aufzüge.

>>Diese Steckdosen sind entweder farblich kodiert oder


sie sind mit AEV (allgemeine elektrische Versorgung)

gekennzeichnet.


Den Umschaltpunkt auf das Notstromaggregat bemerken

wir im OP, indem das Licht kurz ausgeht, dann aber wieder anspringt. Monitore und Computer benötigen häufig

einen Neustart, um wieder komplikationslos arbeiten zu

können.

Geräte, die auch diese 15 Sekunden nicht tolerieren, wie

z. B. Herz-Lungen-Maschinen werden über die BEV (besondere elektrische Versorgung) versorgt, hier sorgen zusätzliche

Batterien für eine unterbrechungsfreie Versorgung, die etwa

4 Stunden vorhält. Bis dahin sollte der Schaden behoben sein.

Immer muss in solchen Fällen der Hauselektriker informiert

werden.

Besonders empfindliche Geräte haben einen Akkumulator integriert, der während der regulären Stromversorgung

immer aufgeladen wird und unterbrechungsfrei anspringt,

sofern der Strom ausfällt. Wir sprechen hier von USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung).

In regelmäßigen Abständen, in der Regel 1-mal wöchentlich wird die Notstromanlage geprüft.

2.1.4


Aufgaben einer RLT-Anlage


Lernziel

55 Die Auszubildenden verstehen die Funktionsweisen und

die Bedeutung einer RLT-Anlage in den Operations- und

Funktionsabteilungen.


Damit Patienten und Mitarbeiter in einem vorteilhaften

Raumklima liegen und arbeiten können und keine krankmachenden Keime zusätzlich die Heilung des Patienten beeinträchtigen, sind alle Räume eines Krankenhauses klimatisiert,

das ist Aufgabe der raum-luft-technischen Anlage.

Die hygienischen Anforderungen werden von der ­KRINKO

(Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) beim RKI (Robert Koch-Institut) definiert.


Natürlich werden an Patientenzimmer andere Anforderungen gestellt als an einen OP. Wir sprechen hier von sog.

Raumklassen.

Der Operationsraum hat dabei die höchste Klasse, nämlich 1a als höchste Reinheitsstufe, jedoch mit unterschiedlichen Vorgaben der Luftfilterung und Turbulenzarmut zwischen Sälen, in denen Implantate eingebracht werden gegenüber einem OP, in dem z. B. Darmoperationen durchgeführt

werden.

Unter 1b werden die Räume eingeordnet, die zwar gefilterte Luft benötigen, aber in denen die Infektionsgefahr geringer ist, wie z. B. Ein- und Ausleitungsräume sowie Sterilflure.

Das RKI, die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene und die DIN-Norm definieren, welche Räume zu einer

OP-Abteilung gehören und wie hoch die Filterung der Raumluft sein muss und wie die Temperatur in den einzelnen Räumen sein sollte. Die Qualität dieser Schwebstofffilter und die

Anzahl sind ebenfalls vorgeschrieben.

Auch die Luftfeuchtigkeit wird geregelt und sollte zwischen 40 und 60% Feuchte liegen. Dazu wird Luft ständig in

die einzelnen Räume Luft geführt. Damit es dabei nicht zu

temperaturabhängigen Verwirbelungen kommt, muss die zugeführte Luft kühler sein, als die des Raums.

In den Operationsräumen wird mit unterschiedlichen Gasen gearbeitet (7 Abschn. 2.1.2); um keine gesundheitliche

Gefährdung der Mitarbeiter zu provozieren, gibt es Grenzwerte der Luftbelastung mit diesen Gasen. Um diese zu gewährleisten, muss fünf- bis sechsmal pro Stunde ein Luftwechsel sichergestellt sein.

Dabei gelten für Eingriffsräume andere Regelungen als für

Flure, Ein- und Ausleitungsräume, da dort die Luft nicht so

stark gereinigt sein muss, wie in den OP-Sälen selbst. Daraus

resultiert, dass in den Operationsräumen die Türen geschlossen sein müssen, um den Reinheitsgrad der Luft zu erhalten.

j

jWas kann die Teilchenkonzentration noch steigern?


Luftturbulenzen entstehen durch offene Türen, auch die Personenanzahl in einem Raum und deren Unterhaltung und

Bewegungen lassen die Partikelanzahl steigen.

Besonders geschützt muss dabei der Sterilbereich um den

Operations- und Instrumententisch sein. Häufig ist oberhalb

dieses Bereichs eine Luftstromanlage montiert, die partikelgefilterte Luft mit einem ständig gleichen Strömungsdruck

zuführt. Dadurch ist dieser Bereich von der Umgebung abgeschieden. Dieses Konzept der turbulenzarmen Verdrängungsströmung (TAV) hat sich als wirksam erwiesen.

Diese Luftströmungsanlagen sind auch unter dem Namen

«laminar air flow» bekannt.

Die geforderte Temperatur in den Sälen ist abhängig von

den Eingriffen und den Patienten, die operiert werden. Der

Wärmehaushalt eines Patienten ist durch Krankheit, psychologische Stressfaktoren und Narkose beeinträchtigt; deshalb

ist ein Wärmemanagement erforderlich, dass eine Auskühlung des Patienten verhindert (7 Abschn. 4.3.6). Dazu sollte

die Raumluft auf mindestens 18–22°C erwärmt sein. Teilweise muss eine Erwärmung bis auf 27°C möglich sein, z. B. wenn

kleinere Kinder operiert werden müssen, deren Wärmehaus-


43

2.2 · Der Endoskopieturm


halt noch empfindlicher reagiert als der eines Erwachsenen

(7 Kap. 18).

Die Flure, über die die Versorgung mit dem Sterilgut läuft,

müssen einen statischen Überdruck haben, nach diesem

Überdruck richtet sich die Lagerungsdauer der steril verpackten Materialien. Diese Zeit wird in Abhängigkeit von der Leistung der RLT-Anlage vom Krankenhaushygieniker festgelegt.

Demgegenüber kann in den OP-Räumen ein Überdruck

vorherrschen, weil hier mehr Personen arbeiten, als auf den

Fluren.

>>Aus all diesen Informationen kann gefordert werden,


dass es nötig ist, die Anzahl der Mitarbeiter in einem

Saal zu beschränken, keine hektischen unnötigen

­Bewegungen auszuführen, die Türen so selten wie

möglich zu öffnen und keinesfalls offen stehen zu

­lassen!


Die Wartung der RLT-Anlage muss jährlich erfolgen, dabei

wird u. a. die Strömung der Luft gemessen sowie die Partikelfilter ausgetauscht.

??Fragen zur Wiederholung zu 7 Abschn. 2.1


55 Was ist ein Medizinprodukt?

55 Sie können einem Dritten die Bedeutung des Medizinproduktegesetzes und die darin geregelten Inhalte erläutern?

55 Sie können die in Ihrem Berufsalltag verwendeten

Gase benennen?

55 Sie kennen deren Eigenschaften und Gefahren?

55 Was bedeuteten im Rahmen der Stromversorgung die

Abkürzungen AEV und BEV?

55 Sie können einer dritten Person Gründe für die

­Notwendigkeit einer raumlufttechnischen-Anlage

nennen?


2.2


2.2.1


Bestandteile eines Endoskopieturms


Die Bereitstellung der einzelnen technischen Module (Kamera, Lichtquelle, Monitor, Insufflator etc.) erfolgt auf einem

fahrbaren Geräteturm, auch MIC-Turm (MIC = minimalinvasive Chirurgie) oder Videoturm genannt (. Abb. 2.3).

Alternativ stehen in einem sog. Endo-Alpha-Saal die technischen Geräte auf fest installierten Versorgungseinheiten und

können koordiniert gesteuert werden.

Diese Geräte müssen ausnahmslos dem MPG entsprechen

und sind miteinander verbunden. Sind alle erforderlichen

Geräte von einer Firma, können sie optimal aufeinander abgestimmt werden.


Monitor

Über den Monitor erfolgt die endoskopische Bildgebung. Damit die Sicht für das OP-Team optimal eingestellt wird, gibt es

vielfältige Montagemöglichkeiten für den einzelnen oder

mehrere Monitore:

44auf dem mobilen Gerätewagen,

44an speziellen Schwenkarmen oder

44an Deckenstativen.


Der Endoskopieturm


Martina Stegers, Annegret Nietz

Lernziele

55 Die Auszubildenden verstehen die Zusammensetzung der

zur Anwendung kommenden Endoskopietürme mit deren

einzelnen Komponenten. Sie können die Funktionen der

einzelnen Geräte erklären.

55 Sie können diese Gerätetürme als Springer betriebsbereit machen, die verschiedenen steril zur Anwendung

kommenden Zusatzmaterialien anschließen und die gewünschten Bilddokumentationen gewährleisten.


Endoskopische («in das Innere blicken») Operationen in

­verschiedenen Fachdisziplinen sind häufig durchgeführte

Eingriffe. Um diese diagnostische und therapeutische Betrachtung von Hohlorganen bzw. Körperhöhlen mittels einer

Kamera durchführen zu können, wird neben dem Instru­

mentarium ein umfangreiches technisches Equipment be­

nötigt.


..Abb. 2.3 MIC-Versorgungseinheit. (Mit freundlicher Genehmigung

der Fa. Aesculap AG)


2


44


Kapitel 2 · Medizinisch-technische Geräte


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..Abb. 2.4 Kamerasteuergerät. (Mit freundlicher Genehmigung der

Fa. Aesculap AG)


Um eine optimale Bildqualität zu erreichen, sollte der Monitor als Bestandteil der Bildkette hochauflösende Signale darstellen können. Somit darf der Bildausschnitt nicht zu klein

sein (ca. 26 Zoll), eine sehr gute Farbauflösung aufweisen und

möglichst keine Verzögerung zwischen der Aktion des Operateurs und der Darstellung auf dem Monitor bieten.


..Abb. 2.5 Insufflationsgerät. (Mit freundlicher Genehmigung der

Fa. Aesculap AG)


Kamerasteuergerät

Das Kamerasteuergerät dient der Aufnahme der Chipkamera

und bietet die Möglichkeit, zur Bildoptimierung einen Weißabgleich durchzuführen (. Abb. 2.4).


Kamera

Eine digitale Ein- oder Dreichipkamera wird in das Kamerasteuergerät eingesteckt und über ein langes Kabel mit der

­ ptik verbunden.

O

Als Alternative dazu gibt es auch sog. Endoeyes, bei denen die Kamera und die Optik bereits miteinander verbunden

sind und zudem über ein integriertes Kaltlichtkabel verfügen.

Diese Endoeyes sind komplett autoklavierbar und haben den

Vorteil, dass sie nicht steril bezogen werden müssen.

Eine Kamera mit HDTV-Auflösung («high definition television») liefert ein gestochen scharfes Bild, ist jedoch nicht

zwingend erforderlich.


Lichtquelle

Die Kaltlichtquelle ist ein Lichtprojektor, der durch leistungsstarke Leuchtmittel wie z. B. Xenon-, Halogen- oder LEDLampen eine ausreichende Helligkeit in den darzustellenden

Körperhöhlen gewährleistt. Die Helligkeit kann wahlweise

automatisch oder manuell eingestellt und an einer Kontrollanzeige abgelesen werden. Falls mit Lichtleiterkabeln verschiedener Firmen gearbeitet wird, bietet sich ein drehbarer

Universaladapter an, der am Lichtleitanschluss des Geräts

angebracht werden kann. Trotz der langen Lebensdauer dieser Lampen sollte eine Notlampe zur Verfügung stehen.


CO2-Insufflator


Bei einer Bauchspiegelung wird Kohlendioxid (CO2) in den

gewünschten Körperbereich abgegeben, um dort z. B. ein

Pneumoperitoneum oder Pneumoretroperitoneum herzustellen. Dies erfolgt mit Hilfe des Insufflators automatisch

druckgesteuert über einen Gasschlauch, der mit der VeressNadel oder einem Trokar verbunden ist.


Die CO2-Zufuhr kann auf zwei Wegen erfolgen: entweder

aus einer Gasflasche, die an dem Endoskopieturm in aufrechter und stabiler Position angebracht und mittels eines Hochdruckschlauchs mit dem Insufflator verbunden ist, oder über

einen zentralen Gasanschluss. Es darf ausschließlich medizinisches Kohlendioxid verwendet werden.

An den CO2-Insufflator sollte ein Wärmegerät angeschlossen werden, mit dem das Gas auf Körpertemperatur

erwärmt werden kann, um einer intraoperativen Auskühlung

der Patienten entgegenzuwirken. Außerdem gibt es Studien,

denen zufolge die postoperative Schmerzintensität bei Verwendung von erwärmtem Gas verringert werden kann.

Bei der Verwendung einer Gasflasche muss diese vor Operationsbeginn geöffnet und auf ihren Füllstand kontrolliert

werden, um ein intraoperatives Wechseln der Flasche zu vermeiden.

Auf der Vorderseite des CO2-Insufflators (. Abb. 2.5) befinden sich mehrere Anzeigen, die den Füllstand der Gasflasche, den vorgewählten Insufflationsdruck und den tatsächlichen Druck in mm Hg, die Flowrate in L/min und das aktuell

insufflierte Gasvolumen in L anzeigen. Der Druck darf dabei

maximal 20 mm Hg betragen, da ansonsten die Gefahr einer

Absorption von Kohlendioxid in das Gewebe besteht und es

als Folge zu einer Gasembolie kommen kann.

Zwei Alarmleuchten zeigen an, wenn es zu einem erhöhten abdominellen Druck kommt, weil der Patient nicht ausreichend relaxiert ist oder wenn eine Flussbehinderung des

Gases vorliegt. Mögliche Gründe hierfür können sein, dass

die Gasflasche nicht geöffnet wurde oder leer ist, dass der

zuführende Schlauch diskonnektiert oder abgeknickt oder

das Ventil des angeschlossenen Trokars geschlossen ist.


Hochfrequenzgerät

Zur Präparation und zur Blutstillung wird auch bei laparoskopischen Eingriffen sowohl monopolarer als auch bipolarer

Strom verwendet. Der dabei entstehende Rauch kann über


45

2.2 · Der Endoskopieturm


2.2.2


..Abb. 2.6 Rollenpumpe für Druckspülung. (Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Aesculap AG)


die Trokare abgelassen werden, damit er die Sicht nicht behindert. Von Vorteil sind an den Trokaren angebrachte Filter, da

der Rauch potenziell schädliche Substanzen enthalten kann.

Bei Verwendung von monopolarem Strom muss am Pa­tien­

ten eine Neutralelektrode angebracht werden (7 Abschn. 2.8).


Saug-Spülung

Zum Spülen und Reinigen von Körperhöhlen während einer

Laparoskopie wird eine Saug-Spülung verwendet. Diese SaugSpülung erfolgt entweder durch Druck mittels einer Saug-SpülPumpe (. Abb. 2.6), häufig aber auch ohne Druck, nur geregelt

durch den Höhenunterschied. Benötigt werden ein Saugschlauch, ein Zulaufschlauch und 0,9%-ige ­NaCl-Lösung.


Systeme zur innovativen Präparation

Viele Firmen stellen ein eigenes System zur Verfügung, um

Gewebe zu koagulieren und/oder zu durchtrennen. Diese

sind aber nicht auf den endoskopischen Bereich beschränkt.

Das Ultracision (Fa. Ethicon) und das Sonosurg (Fa.

Olympus) nutzen Ultraschallenergie, indem ein Generator

elektrische Energie an das Handstück abgibt, wo diese in mechanische Bewegung umgewandelt wird.

LigaSure (Fa. Covidien) und EnSeal (Fa. Ethicon) wirken

durch eine hohe gleichmäßige Kompression und gleichzeitige

Messung des Gewebes, um die benötigte Energie kontrolliert

anzupassen und so Kollagen und Elastinfasern dauerhaft zu

verschweißen.


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