wird (. Abb. 4.1). Dort wird der Tisch auf einer festen oder
mobilen Säule befestigt und die Lafette entfernt.
Wird eine mobile OP-Säule in der Abteilung benutzt, die
in verschiedene Stellungen im Saal gebracht werden kann,
muss der integrierte Akku regelmäßig aufgeladen werden.
OP-Tische sind über eine Fernbedienung flexibel in der
Höhe, der Seitenneigung, der Neigung der Beine oder des
Oberkörpers verstellbar. Die Liegefläche ist in Segmente eingeteilt, die entsprechend verändert werden können, z. B. Abnahme der Beinplatten bei Steinschnittlagerung. Um Lagerungsschäden bei narkotisierten oder sedierten Patienten zu
vermeiden (7 Abschn. 4.2.3), sind die Auflagen der OP-Tische
mit speziellen weichen Matten oder Gelkissen gepolstert.
Viele OP-Tische sind schon vom Hersteller mit SFC-Polstern («Soft Foam Core») ausgestattet, die die Dekubitusentstehung deutlich reduzieren. Diese speziellen Auflagen bestehen unten aus einer 20 mm Schicht aus Kunststoff (EthylenePropylene-Diene-Monomer), darauf ist ein 60 mm starker
viskoelastischer Schaum verklebt. So entsteht eine Gesamt
fläche von 80 mm, die in der Kombination aus Schaum und
EPDM für eine optimale Druckverteilung sorgen. Weitere
Vorteile sind eine sichere und stabile Patientenlagerung.
Die OP-Tische müssen den Anforderungen an die Patientensicherheit genügen, die in der Europäischen Norm
EN 60601-2-46 formuliert sind. Ein Operationstisch ist ein
Medizinprodukt und unterliegt dem MPG (7 Abschn. 2.1).
Bei der Auswahl des passenden Tisches muss berücksichtigt
werden, dass unterschiedliche Tische für Körperlasten von
150 kg bis zu 360 kg Körpergewicht zugelassen sind.
..Abb. 4.1
OP-Tisch auf einer fahrbaren Lafette
!!Cave
Keinesfalls darf ein übergewichtiger Patient auf einem
OP-Tisch gelagert werden, der dafür nicht ausgerichtet
ist!
Die Liegefläche des OP-Tischs sollte röntgenstrahlendurchlässig sein, um während eines Eingriffs Röntgenkontrollen
und Durchleuchtungsmaßnahmen durchführen zu können.
Die Auflage des OP-Tischs darf nicht elektrisch leitfähig sein,
um Elektrochirurgie und Defibrillation problemlos anwenden zu können.
Jeder OP-Tisch benötigt entsprechendes Zubehör, um die
gewünschte Lagerung optimal durchführen zu können. Hier
wird unterschieden in fest installierbare und flexibel einsetzbare Hilfsmittel. Zu den fest installierbaren Hilfsmitteln zählen u. a. die in der Übersicht zusammengestellten Elemente.
OP-Tisch-Zubehör
Installierbare Hilfsmittel
55 Zubehör für Universaltische:
–– Armlagerungsschienen
–– Narkosebügel
–– verschiedene Stützen
–– Befestigungskloben
–– Handfesseln
–– ggf. Beinhalter, z. B. Goepel-Stütze
55 Zubehör für Extensions-/Strecktisch:
–– Armlagerungsschiene
–– Narkosebügel
–– Gegenzugstab als Widerlager für die Extension
–– Extensionsschuh
–– Zugspindelaggregat, Goepel-Stütze
55 Zubehör für Schultertisch:
–– Lagerungshelm für den Kopf
–– entfernbare operationsseitige Schulterplatte
–– Armlagerungsschienen, Handfessel
–– ggf. Thoraxstütze
91
4.5 · Operationstische und Operationslagerungen
Flexibel einsetzbare Hilfsmittel sind u. a.
55 Befestigungsgurte
55 Kopfkissen
55 Vakuummatratzen
55 Gel-/Antidekubitusmatten als Halb- oder Ganz
körpermatte
55 Knierollen zur Entlastung
Die Einschleusung des Patienten in den Operationssaal sollte
möglichst immer auf einem Universaltisch, also in Rücken
lage erfolgen, zum Schutz der Intimsphäre. Nach der Nar
koseeinleitung werden die entsprechende Lagerung für die
geplante Operation und der Umbau des OP-Tischs durch
geführt.
4.5.2
Operationslagerung
Als Operationslagerung wird die optimale Positionierung des
Patienten für den geplanten Eingriff bezeichnet. Die Lagerung dient v. a. dazu, dem Operateur einen optimalen Zugang
zum Operationsgebiet zu gewährleisten. Dabei müssen die
anatomischen und physiologischen Voraussetzungen des Patienten bedacht werden, auch der individuelle Gesundheitszustand des Patienten spielt eine wichtige Rolle. Die Lagerung
muss so erfolgen, dass intraoperativ Lageveränderungen,
Wechsel einer Operationstechnik (z. B. von einem laparoskopischen zu einem offenen Eingriff) oder eine Schnitterweiterung problemlos möglich sind.
>>Priorität haben der Schutz und die Sicherheit des
Patienten.
Folgende Schäden müssen unbedingt durch entsprechende
Maßnahmen verhindert werden:
44Druckschäden,
44Nervenschäden,
44Röntgenschäden: bei andauernder Durchleuchtung muss
der Patient auf einer strahlenundurchlässigen Matte liegen oder einen Gonadenschutz bekommen, soweit es die
Operation zulässt,
44Unterkühlung,
44Herunterfallen.
>>Die Operationslagerung ist eine ärztliche Aufgabe,
die an entsprechend ausgebildetes Pflegepersonal oder
OTAs delegiert werden kann. Vor dem Operationsbeginn
muss sich der Operateur jedoch immer von der korrekten Lagerung überzeugen (7 Abschn. 4.2).
Die Lagerung wird in der Patientenakte dokumentiert. Sind
die Lagerungen in einem Standard hinterlegt, müssen nicht
alle Hilfsmittel aufgeführt werden. Notwendig zu erwähnen
sind jedoch Abweichungen vom Standard und die Begründung dafür, Namen des Durchführenden und des überprüfenden Arztes, Platzierung der Neutralelektrode, Blutsperre
bzw. Blutleere sowie Lageveränderungen.
Nachfolgende Lagerungen finden im OP-Alltag praktische Anwendung
44Rückenlagerung: Sie wird angewendet bei vielen Baucheingriffen, im Bereich der Unfallchirurgie und Neurochirurgie und Operationen am Thorax mit Eröffnung
des Brustkorbs. Im Bedarfsfall kann der Tisch seitlich
und in seiner Längsachse gedreht und die Höhe des
Tisches eingestellt werden.
44Bauchlagerung: Sie wird benötigt bei Eingriffen am
Rücken und am Gesäß. Das Drehen des Patienten erfolgt
nach der Narkoseeinleitung. Ein zweiter parallel stehender OP-Tisch, auf den der Patient gedreht wird, erleichtert das Drehen.
44Seitenlagerung: Für Eingriffe am Thorax, an den Nieren
oder in der Endoprothetik beim Hüftgelenk.
44Halbsitzende Lagerung («beach chair»): Sie ist geeignet
für Eingriffe an der Schulter, an der Mamma oder an der
Schilddrüse.
44Steinschnittlagerung: Sie ist notwendig für gynäko
logische, urologische und proktologische Eingriffe. Der
Patient liegt auf dem Rücken und die Beine sind gespreizt mit ca. 45°- bzw. 90°-Beugung im Hüft- und
Kniegelenkbereich.
44Extensionslagerung: Diese Lagerung ist angebracht
bei Operationen in der Unfallchirurgie und Orthopädie
am Hüftgelenk und Oberschenkel, z. B. bei Schenkelhalsfrakturen.
Rückenlagerung
Für eine geplante Rückenlagerung bereiten wir zu dem Universaltisch eine Kopfschale, 1–2 Armausleger, Handfessel
oder Armpolster, Knierolle, Fersenpolster, Gelmatten zum
N.-ulnaris-Schutz und einen Befestigungsgurt vor.
Der Patient liegt auf einem geraden Tisch auf dem Rücken. Der Kopf wird in einer Kopfschale oder mit einem
Kopfkissen so unterpolstert, dass sich die Halswirbelsäule in
Mittel-/Neutralstellung befindet und kein punktueller Druck
am Hinterkopf besteht.
Die Arme werden beidseits auf einem mit einer Gelauflage
gepolsterten Armausleger gelagert und fixiert. Die Arme werden in Pronation (Einwärtsdrehung von Gliedmaßen) bis etwa
60° abduziert (vom Körper weggeführt) und im Ellbogenge
lenk leicht gebeugt. Das distale Gelenk liegt höher als das proxi
male, die Unterstützung erfolgt hier bei Verwendung von kurzen Armauflagen am Unterarm und an der Hand, um eine «Fallhand» (durch die Schädigung des N. radialis) zu vermeiden.
Bei Abspreizung der Arme von 60–90° sollte stets die Pronations- in die Supinationsstellung (Auswärtsdrehung) umgewandelt werden. Hierfür ist ein Unterpolstern des Handgelenkes hilfreich. Wird nur der «Infusionsarm» ausgelagert,
kann der gegenseitige Arm am Körper fixiert und mit einem
Ulnarisschutz (z. B. Gelmatte) angelagert werden. Die Nerven
im Ellbogenbereich müssen druckfrei liegen.
Oberhalb der Kniekehle wird eine Halbrolle unter die
Oberschenkel platziert. Dadurch wird eine leichte Beugung
der Beine im Kniebereich ermöglicht und die Durchblutung
der Gefäße nicht behindert, Nerven liegen druckfrei.
4
92
Kapitel 4 · Springertätigkeit
4
..Abb. 4.2
Halbrolle und Fersenpolster
Um den Druck auf die Fersen zu minimieren, wird eine
Druckentlastung durch das Unterlegen von Fersenpolster erreicht (. Abb. 4.2).
Die Neutralelektrode wird nach Vorschrift (7 Abschn. 2.8)
angebracht. Im Bereich des Operationsfelds werden feuchtigkeitsaufsaugende Tücher gelegt, diese werden nach der Hautdesinfektion entfernt. Der Patient wird mit Tüchern abgedeckt und mit einem Gurt werden Körper und/oder Extremitäten fixiert.
Wird eine Operation im Handbereich durchgeführt, ist
der Einsatz eines Handtischs sinnvoll. Dieser wird seitlich am
OP-Tisch an einer Schiene angebracht (7 Kap. 9). Die Lagerung erfolgt wie beschrieben. Am Kopfende des OP-Tischs
wird eine Schiene angebracht, an der der Narkosebügel längsseitig zum OP-Tisch angebracht wird.
Ist ein Patient so groß, dass der Kopf oder die Füße über
den OP-Tisch hinausragen, muss eine Tischverlängerung angebracht werden.
Bauchlagerung
Für eine geplante Bauchlagerung bereiten wir neben dem
2. Universaloperationstisch ein Gelkopfpolster oder Gelkopfring, 2 Armausleger, 3 Rollen zur Unterpolsterung im Bereich
Thorax, Becken und Fußgelenk oder ein Bauchpolster und
eine Rolle vor, Kniepolster zur Entlastung der Patella sowie
ein Befestigungsgurt liegen bereit.
Auf dem einen OP-Tisch liegt der Patient zur Narkoseeinleitung in Rückenlage, der andere Tisch wird auf die OP-Säule
gefahren und alle Lagerungshilfsmittel positioniert. Der Pa
tient wird mit mindestens 4 Personen achsengerecht unter
Stabilisation der Wirbelsäule in die Bauchlage auf den anderen OP-Tisch gedreht. Der Anästhesist gibt die Freigabe zur
Lagerung und übernimmt das Kommando. Tubus und venöse Zugänge werden gesichert oder ggf. diskonnektiert. Der
Kopf wird in der Kopfschale oder in einem Kopfring so platziert, dass kein Druck auf Auge, Nase, Ohr und N. facialis
ausgeübt und die Halswirbelsäule nicht überstreckt wird. Es
muss ein freier Zugang zu den Atemwegen bestehen. Ein spezielles Bauchlagepolster wird zur Unterpolsterung des Thorax
und Entlastung des Beckens gelegt, alternativ werden 2 Gel-
..Abb. 4.3 Bauchlagerung mit sicherer Armlagerung. Aus: Aschemann
D (2009) OP-Lagerungen für Fachpersonal. Springer, Berlin Heidelberg
New York
rollen platziert, die die Zwerchfellatmung und den venösen
Rückfluss nicht behindern.
Die Arme werden auf Armauslegern seitlich neben dem
Kopf gelagert, die Oberarme werden vom Körper leicht abgespreizt und etwas abgesenkt, die Unterarme um ca. 90–120°
leicht gebeugt und in Pronation fixiert. Alternativ können die
Arme am Körper mit einem Ulnarisschutz angelagert werden
(. Abb. 4.3).
Die Unterschenkel werden unterpolstert, zur Entlastung
der Patellae (Kniescheiben) und unter die Fußgelenke wird
eine Rolle geschoben. Die Füße rotieren leicht nach außen, so
wird der Druck auf Nerven und Sehnen im Fußrücken vermieden. Bei Männern muss darauf geachtet werden, dass
der Penis und das Skrotum frei und weich gelagert sind. Bei
Frauen muss die Brust gepolstert sein.
Die Beine werden im Bereich der Oberschenkel mit einem
Befestigungsgurt fixiert. Anlegen der Neutralelektrode nach
Vorschrift.
Seitenlagerung
Für eine geplante Seitenlagerung bereiten wir eine Vakuummatratze oder mehrere Seitenstützen oder Spezialkeilkissen,
Kopfschale, Armausleger, Goepel-Stütze, Gelmatten, Armhalterung und den Befestigungsgurt vor.
Der Patient liegt auf einem geraden Tisch, die zu operierende Seite liegt oben. Die Vakuummatratze liegt vorbereitet
auf dem OP-Tisch. Die Umlagerung erfolgt nach der Narkoseeinleitung im OP-Saal auf dem Operationstisch mit mehreren Mitarbeitern aus der Rückenlage in die Seitenlage. Der
Anästhesist gibt die Freigabe zur Lagerung und übernimmt
das Kommando. Kopf, Schulter, Hüfte und Beine werden achsengerecht gedreht. Der Kopf liegt auf der Seite, sodass er in
Verlängerung der gestreckten Wirbelsäule ruht. Druck auf
Auge und Ohr muss vermieden werden. Der Oberkörper
kann in einem Spezialkeilkissen mit Aussparung für den unteren Arm und die Schulter positioniert werden. Der untere
Arm wird in 90°-Stellung auf einem Armausleger gelagert, er
darf dabei nicht auf die Tischkante drücken. Der oben liegen-
93
4.5 · Operationstische und Operationslagerungen
..Abb. 4.4 Seitenlage. Aus: Aschemann D (2009) OP-Lagerungen für
Fachpersonal. Springer, Berlin Heidelberg New York
de Arm wird auf einer zweiten Armstütze oder einer GoepelStütze befestigt. Es wird wiederum ein Ulnarisschutz verwendet und der Arm wird nicht über 90° abduziert.
Die seitliche Abstützung erfolgt über die Vakuummatratze, die an den Körper anmodelliert wird. Danach wird das
Vakuum angeschlossen und die Luft abgesaugt. Alternativ
werden in Thorax- und Hüfthöhe (Symphyse, Kreuzbein) Seitenstützen angebracht. Diese sind ausreichend zu polstern,
um eine Lagerungsstabilität und eine Verringerung des Auflagedrucks zu erreichen. Das untere Bein wird in Hüfte und
Knie leicht angewinkelt, das obere Bein wird gestreckt. Zwischen die Knie wird ein Polster gelegt, ebenso unter die aufliegenden Kanten der Füße und des Außenknöchels sowie des
Fibulaköpfchens (. Abb. 4.4).
Ein Befestigungsgurt wird um die Oberschenkel fixiert.
Bei Bedarf kann der Tisch aufgeklappt werden, d. h. das
Oberteil des Tischs und ggf. das Unterteil werden abgesenkt.
Anlegen von feuchtigkeitsaufsaugenden Tüchern und der
Neutralelektrode nach Vorschrift.
Halbsitzende Lagerung (Beach-chair-Lagerung)
Für eine geplante Beach-chair-Lagerung bereiten wir einen
Kopfhelm, Armausleger, Armhalterung, Knierolle, Gelmatten, 2 Befestigungsgurte sowie ein Schulterteil vor.
Bei dieser Lagerung muss ein Universaltisch vor der Benutzung mit einem Systemteil «Schulterplatte» ausgerüstet
sein. Die Schulterplatte hat auf jeder Seite ein Schulterplattensegment, das nach der Lagerung entfernt wird.
Der Patient liegt zur Narkoseeinleitung in Rückenlage.
Der Kopf wird in einen Lagerungshelm gelegt und mit einem
gepolsterten Gurt in Stirnhöhe befestigt, die Augen werden
mit Augenpflastern geschützt. Kopf und Halswirbelsäule werden in Mittelstellung gelagert. Damit eine stabile und sichere
Lagerung erreicht wird, wird das Gesäß zur Außenkante des
Tischs gelagert. Das Oberteil des Tischs wird um 60–70° angehoben und gleichzeitig wird der gesamte OP-Tisch 20–30°
kopfwärts geneigt.
Die Beinteile werden um 30–40° abgesenkt. Die opera
tionsseitige Schulterplatte wird entfernt, damit ein freier Zu-
..Abb. 4.5 Beach-chair-Lagerung. Aus: Aschemann D (2009) OP-Lagerungen für Fachpersonal. Springer, Berlin Heidelberg New York
gang zum Operationsgebiet möglich und gleichzeitig eine
optimale Durchleuchtungsmöglichkeit gegeben ist. Der operationsseitige Arm wird auf einem Armausleger gelagert.
Wichtig ist hier, dass die Metallschienen des Tischs und des
Armauslegers bei Bildwandlergebrauch nicht im Strahlengang liegen. Der sich nicht auf der OP-Seite befindende Arm
wird auf einem Armausleger nach Standard gelagert. Wird ein
Bildwandler von der Gegenseite eingesetzt, muss der Arm
ohne Armausleger am Körper gepolstert gelagert und fixiert
werden.
Der Oberkörper wird im Brustbereich mit einem Befestigungsgurt fixiert, ohne die Brüste zu quetschen. Eine Lagerungsrolle kann unter die Oberschenkel/Übergang Gesäßfalte gelegt werden, um ein Abrutschen des Oberkörpers zu
vermeiden. Die Beine liegen waagerecht nebeneinander und
sind im Kniebereich mit einer Rolle abgepolstert. Die Fersen
werden zur Druckminimierung gepolstert. Ein Befestigungsgurt wird zusätzlich um die Oberschenkel gelegt (. Abb. 4.5).
Anbringen von feuchtigkeitsaufsaugenden Tüchern und
der Neutralelektrode nach Standard. Bei geplantem Bildwandlereinsatz liegt der Patient auf einer Röntgenmatte.
Steinschnittlagerung
Für eine geplante Steinschnittlagerung bereiten wir eine
Kopfschale, Armausleger, Armhalterung und 2 Beinhalterungen vor.
Der Patient liegt auf einem geraden Tisch in Rückenlage.
Der Kopf ist in einer Kopfschale oder auf einem Gelring in
Mittelstellung gelagert. Nach der Narkoseeinleitung können
die Arme beide, wie oben beschrieben, in maximal 90°-Abduktions-, der Unterarm in leichter Supinationsstellung ausgelagert werden, alternativ wird der «Infusionsarm» ausgelagert, der andere am Körper gepolstert fixiert. Der angelagerte
Arm darf bei intraoperativen Lageveränderungen keinesfalls
in Kontakt mit den Beinhaltern kommen, damit die Hand
beim Hochfahren der Beine nicht eingeklemmt wird. Unter-
4
94
Kapitel 4 · Springertätigkeit
den Fußsohlen und nicht an den Unterschenkeln liegt. Das
Fibulaköpfchen liegt hierbei frei (. Abb. 4.6).
Bei der Steinschnittlagerung ist besonders auf Bewegungseinschränkungen des Patienten bei Hüft-oder Knieprothesen zu achten.
Die Dehnung des N. ischiadicus durch extreme Lagerung
der Beine ist zu vermeiden.
Wird der Eingriff am Anus geplant, muss bei Männern zur
Desinfektion und Abdeckung der Penis und das Skrotum
hochgelagert und mit Pflaster fixiert werden.
Das Anbringen von feuchtigkeitsundurchlässigen Tüchern und der Neutralelektrode erfolgt nach Standard.
4
Extensionslagerung
..Abb. 4.6 Steinschnittlagerung. Lagerung der Beine in Spezialbeinhaltern. Aus: Aschemann D (2009) OP-Lagerungen für Fachpersonal.
Springer, Berlin Heidelberg New York
stützend zur Lagerung können am Kopfende des Tischs
Schulterstützen angebracht werden, um ein Verrutschen des
Patienten bei geplanter Trendelenburg-Lagerung (Kopf-tiefLagerung bei Eingriffen im kleinen Becken) zu vermeiden.
Geeignet ist auch der Einsatz einer kurzen Vakuummatratze.
Die Beinplatten des OP-Tischs werden abgenommen
und gegen Goepel-Stützen ausgetauscht. Die Beine werden in
den Stützen auf einer Gelmatte gepolstert, hochgelagert und
fixiert. Das Gesäß ragt leicht über die untere gepolsterte
Tischkante. Die Oberschenkel werden nach außen rotiert und
Kniekehlen und Fibulaköpfchen gut gepolstert, um eine
Peroneus-Schädigung zu vermeiden.
Alternativ gibt es die Möglichkeit, die Beine in gepolsterten Unterschenkelstiefeln zu lagern, die an gasdruckunterstützen Beinhaltern befestigt sind. Diese Methode ist bei
längeren OP-Zeiten zu empfehlen, da hier der Druck auf
..Abb. 4.7 Extensionstisch mit Fußplat
tenadaption. Das gesunde Bein ist auf einem
Beinhalter nach Goepel ausgelagert. Aus:
Aschemann D (2009) OP-Lagerungen für
Fachpersonal. Springer, Berlin Heidelberg
New York
Für eine geplante Extensionslagerung bereiten wir neben dem
Extensionstisch eine Kopfschale, Armausleger, Goepel-Stütze
mit Befestigungskloben, Gegenzugstab, Extensionsschuh mit
Polsterwatte sowie Gelmatten und eine Armhalterung vor.
Die Lagerung des Patienten beginnt in Rückenlage auf
dem Extensionstisch, vorzugsweise zur Wahrung der Sterilität nicht im Operationssaal, sondern im Narkoseeinleitungsraum. Die zu operierende Seite ragt leicht über die Tischkante
hinaus. Der Kopf liegt gut gepolstert in einer Kopfschale, die
Wirbelsäule in Neutralstellung. Der operationsseitige Arm
wird, in einer Armhalterung hängend, am Narkosebügel befestigt. Der Oberarm ist dabei maximal 90° abduziert, der
Unterarm ist supiniert und an der Armhalterung fixiert.
Auf der Gegenseite wird der Arm auf einem Armausleger
gepolstert gelagert. Das distale Gelenk liegt höher als das proximale. Der Arm darf nicht über 90° gestreckt werden, um
keinen Druck auf den Plexus brachialis zu bringen. Das Ellbogengelenk ist ca. 150° gebeugt und in Supinationsstellung.
Das Becken des Patienten wird stramm an den Gegenzugstab herangezogen, dieser ist exzentrisch am OP-Tisch befestigt und sitzt im Schritt des Patienten. Die Genitalien dürfen
nicht eingeklemmt werden!
Der Fuß des zu operierenden Beins wird mit
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