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coinad

4/6/26

 ermöglichen. Die Stadieneinteilung erfolgt mit

dem TNM-Schema (TNM = Tumor – Noduli lymphatici –

Metastasen). Aufgrund der unspezifischen Symptome (Völlegefühl, Oberbauchschmerzen) ist eine Endoskopie mit Biopsie durchzuführen. Zusätzlich treten zunehmend Druckgefühle im Oberbauch, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust

auf. Eine Abneigung gegen Fleisch wird häufig bei

Magenkarzinompa­tienten beobachtet. Durch Tumorblutungen treten Teerstühle und Anämien auf. Neben der Endoskopie werden Untersuchungen wie eine Endosonographie, abdominelle Sonogra­phien, eine Thoraxröntgenaufnahme und

ein CT durchgeführt.

Ein chirurgischer Eingriff ist häufig indiziert, das Ausmaß

der Operation wie auch die Technik variieren und hängen

vom Befund ab. Sowohl die offene, als auch die laparoskopisch assistierte Resektion, ist möglich. Wir unterscheiden die

Teilentfernung des Magens bis zur totalen Entfernung mit

oder ohne angrenzende Organe.


7


166


Kapitel 7 · Allgemein- und ­Viszeralchirurgie


c


7

a


b


d


..Abb. 7.12a–d Resektionsausmaß beim Magenkarzinom. a Subto­tale

Magenresektion, b totale Gastrektomie, c erweiterte totale Gastrektomie

mit Pankreaslinksresektion und Splenektomie, d transhiatal er­weiterte


Eine subtotale Gastrektomie (⅘-Resektion), eine totale

oder eine transhiatale erweiterte Gastrektomie erfolgt immer

in Verbindung mit einer Lymphadenektomie (. Abb. 7.12).

Wenn benachbarte Organe und Strukturen mit betroffen

sind, wird das Resektionsausmaß entsprechend erweitert.

j

jGastrektomie mit Lymphadenektomie

OP-Ablauf: Gastrektomie mit Lymphadenektomie

55 Der Patient wird in eine Rückenlagerung mit ausgestreckten Armen gebracht, die Neutralelektrode wird

auf einen Oberschenkel geklebt.

55 Benötigt werden Grund- und Laparotomieinstru­

mente mit weichen Darmklemmen sowie 90° gewinkelte atraumatische Klemmen, ein Rahmensystem,

­lineare Klammernahtinstrumente mit integriertem

Cutter evtl. LigaSure, ein Ultraschalldissektor oder

­bipolare Schere, Gummizügel sowie Penrosedrainagen. Präoperativ werden Instrumente, Textilien und

Materialien im «Vier-Augen-Prinzip» gezählt und

der Zählstand in der Patientendokumentation fest­

gehalten.


totale Gastrektomie unter Mitnahme des distalen Ösophagus. Aus: Ott K,

Siewert JR, Bumm R (2012) Magen und Duodenum. In: Siewert JR, Stein HJ

(Hrsg) Chirurgie. Springer, Berlin Heidelberg New York


55 Die Haut des Patienten wird von der Mamille bis zur

Leiste mit gefärbtem Desinfektionsmittel desinfiziert.

55 Nach Einhaltung der Einwirkzeit und der sterilen

­Abdeckung erfolgt nach dem Team-Time-Out eine

mediane längs- oder querverlaufende Oberbauch­

laparotomie. Die Eröffnung der Bauchhöhle ist auch

durch eine Kombination der Zugänge möglich. Die

sternförmige Schnittführung ähnelt einem umgekehrten T. Das Subkutangewebe und der M. rectus

abdominis werden mit einem monopolaren Messer

durchtrennt.

55 Dabei werden zunächst Roux-Haken, die später

durch Langenbeck-Haken ausgetauscht werden, eingesetzt. Nach der Eröffnung der Bauchhöhle durch

Inzision des Peritoneums werden Bauchdeckenhaken

eingesetzt und am Rahmensystem befestigt. Durch

eine ausgiebige Exploration des Situs ist eine Beurteilung der Lage und Ausdehnung des Tumors möglich. Wenn eine Resektion möglich erscheint und

­keine Metastasen an Leber und Peritoneum vorhanden sind, kann mit der Resektion begonnen werden.


167

7.5 · Magen


55 Dazu wird das Omentum minus in einem gefäßfreien

Areal lebernah durchtrennt und der gastroösopha­

geale Übergang freigelegt, der Ösophagus mit einem

Gummizügel angeschlungen. Das Lig. hepato­

duodenale wird geschont. Nach dem Kocher-Manöver findet eine Lymphadenektomie (Entfernung der

Lymphknoten) am Lig. hepatoduodenale statt.

Die A. hepatica communis wird angeschlungen, die

A. gastrica dextra abgesetzt. Vom Colon transversum

(Querkolon) wird das Omentum majus (großes Netz)

abgetrennt, die Bursa omentalis wird eröffnet, indem

das Netz von der rechten Kolonflexur abgetrennt

und die epigastrischen Gefäße durchtrennt werden.

Zur Absetzung des Duodenums muss der proximale

Bereich freigelegt und mit einem linearen Cutter

ca. 3 cm hinter dem Pylorus durchtrennt werden. Der

Duodenumstumpf wird prophylaktisch durch eine

fortlaufende Naht gesichert.

55 Die Lymphadenektomie an der A. hepatica communis zum Truncus coeliacus wird fortgesetzt und die

V. und A. gastricae sinistrae durchtrennt.

55 Der angeschlungene Ösophagus wird mobilisiert

und mit der Entfernung der Lymphknoten an der

A. lienalis Richtung Milzhilus fortgefahren. Wenn die

Milz erhalten bleiben soll, werden die kurzen Magengefäße unter Schonung der Milz durchtrennt. Ist die

Splenektomie geplant, werden die Milzgefäße in

Höhe des Pankreasschwanzes abgesetzt. Die Durchtrennung der A. gastrica posterior und kleinerer

­Magengefäße sowie die Ansatzstelle des Omentum

minus an der kleinen Kurvatur wird mit OverholtKlemmen, Ligaturen und Schere durchgeführt, alternativ mit einem gefäßversiegelnden Instrument

­(EndoSeal) oder einer bipolaren Schere. Die kom­

plette Magenmobilisation wird mit der trunkulären

Vagotomie abgeschlossen.

55 Beim Absetzten des Ösophagus vom Magen sollte

eine intraoperative Schnellschnittuntersuchung des

Resektionsrands erfolgen. Das Präparat wird en bloc

entfernt, das bedeutet, dass alle Gewebestrukturen

noch zusammenhängen, ggf. auch die Milz am Präparat zu finden ist. Für die histologische Untersuchung werden möglicherweise besondere Lokalisa­

tionen vom Chirurgen markiert.

55 Nach der Absetzung werden Blutungen mit Strom

oder Umstechungsnähten gestillt, zur Wiederherstellung der Nahrungspassage wird eine Schlinge des

­Jejunums etwa 50 cm vom Treitz Band entfernt, mittels eines linearen Cutters ausgeschaltet. Die aborale

Staplerreihe wird übernäht und durch einen Schlitz

im Mesokolon hinter dem Kolon (retrokolisch) in den

Oberbauch verlagert.

55 Nun beginnt die Ösophagojejunostomie mit einer

End-zu-Seit-Anastomose in Handnahttechnik mit

­einem 4-0 geflochtenen, resorbierbaren Faden oder


dem zirkulären Stapler. Ca. 40 cm entfernt von der

ösophagojejunalen Verbindung wird eine Fußpunkt­

anastomose Seit-zu- oder End-zu-Seit (Jejunojeju­

nostomie/Roux-Anastomose) angelegt, um den Reflux der Verdauungssäfte zu unterbinden. Diese

kann mit einer Handnaht fortlaufend oder mit einem

Linearcutter angelegt werden. Nach dem Verschluss

des Mesoschlitzes wird der Bauch gespült und

eine ­Drainage an der Anastomose platziert. Nach

der ­korrekten Zählkontrolle kann der schichtweise

Wundverschluss durchgeführt werden.


>>Die Beschriftung mit der genauen Lokalisation der


Lymphknoten auf dem Begleitschein für die histologische Untersuchung muss äußerst genau vorgenommen werden, da von der Untersuchung die weiter­

führende Therapie abhängt!


Eine Teilentfernung des Magens ist möglich, wenn die Radikalität einer kompletten Gastrektomie nicht notwendig oder

die Grunderkrankung gutartig ist.

Bei der Billroth-I-Resektion werden distal ⅔ des Magens

entfernt. Nach der Skelettierung der großen und kleinen Magenkurvatur werden Duodenum und Magen voneinander

getrennt, der distale Anteil des Magens entfernt. Der Restmagen wird – bis auf eine Länge, die dem Duodenumlumen entspricht – verschlossen (z. B. mit einem linearen Verschlussstapler) und anschließend End-zu-End mit dem Duodenum

verbunden (Gastroduodenostomie).

Bei der Billroth II-Technik ist, bis auf die Anastomosierung,

die Resektion gleich. Bei dem Verfahren wird jedoch der Duodenalstumpf blind verschlossen und die Rekonstruktion des

Magen-Darm-Trakts erfolgt durch eine hochgezogene Jejunalschlinge, die End-zu-Seit- an den Magen anastomosiert wird

(Gastrojejunostomie). Zusätzlich wird eine Braun-FußpunktAnastomose angelegt. Durch diese Seit-zu-Seit-Jejunojejuno­

stomie wird ein Gallereflux in den Magen verhindert.

7.5.4


Adipositaschirurgie


Adipositas bezeichnet das Übersteigen des Normalmaßes an

Körperfett über das Übergewicht (BMI 25,0–29.9) hinaus.

Das Körpergewicht wird mit Hilfe des Body-Mass-Index

(BMI) klassifiziert, wobei ein normalgewichtiger Mensch

­einen BMI von 18,6–24,9 hat. Bei adipösen Menschen liegt

der BMI bei Grad I zwischen 30,0–34, Grad II 35,0–39,9 oder

bei Grad III >40,0.

Berechnungsformel Body-Mass-Index (BMI)

Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat

der Körpergröße in Meter:

BMI = kg/m2


7


168


Kapitel 7 · Allgemein- und ­Viszeralchirurgie


Beispiel

Eine Person mit einer Größe von 160 cm und einem

­Körpergewicht von 60 kg hat einen BMI von 23,4

[60 : (1,6 m)2 = 23,4].


7


Adipositas ist eine chronische Erkrankung, bei der das Risiko

von Folgeerkrankungen steigt.

In der Adipositaschirurgie steht die Behandlung der

­Symptome im Vordergrund, nicht die Erkrankungsursache.

Der chirurgische Eingriff am Magen-Darm-Trakt dient dabei

nur als Hilfe, den Lebensstil umstellen zu können. Nach Abnahme des Übergewichts soll eine Erhaltung des Gewichts

gefördert werden, um adipös bedingte Zusatzerkrankungen

zu verhindern. Die Indikation für den Eingriff liegt vor, wenn

der Pa­tient einen BMI >40 hat, oder wenn bei einem geringeren BMI zusätzlich Erkrankungen bestehen, die auf das Übergewicht zurückzuführen sind. Konservative Therapien sind

immer vorausgegangen, psychiatrische Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden.

In der Regel werden Eingriffe der Adipositaschirurgie

(bariatrische Chirurgie) laparoskopisch durchgeführt. Dabei

wird zwischen vier Verfahren unterschieden:

44Bypassoperation,

44biliopankreatische Diversion,

44Magenband («gastric banding»),

44Magenverkleinerung («gastric sleeve»).

Durch einen raschen Gewichtsverlust sind die Operationen

mit vielen Nebenwirkungen und chirurgischen Komplikationen verbunden.

j

jGastric banding


Im oberen Teil des Magens wird durch ein Magenband eine

Verengung hergestellt. Durch den daraus resultierenden Vormagen (Pouch) hat der Patient ein schnelleres Sättigungsgefühl.

Das Magenband besteht aus einer Klammer und einem

Port, über den Füllung und Leerung des Innendurchmessers

auch noch postoperativ variiert werden kann. Der Port wird

auf der Muskelfaszie des Bauchmuskels fixiert. Das Band besteht aus einem ca. 12 cm langen Silikonschlauch, der röntgendicht ist.

OP-Ablauf: Gastric banding

55 Für die Operation benötigen wir lange Laparoskopieinstrumente, eine Optik, eine bipolare Koagulationsmöglichkeit, einen Leberretraktor, Ultraschalldissektor, eine Huber-Nadel, die durch ihren Schliff keine

Löcher in den Port stanzt, Magenband und Port­

system, zwei 12 mm und zwei 5 mm extralange

­Trokare und ggf. Gefäßclips.

55 Der Patient wird auf einem für das Patientengewicht

geeigneten OP-Tisch in Rückenlage mit ausgelager-


ten Armen gelagert. Teils muss der Tisch mit geeigneten Anbauten verbreitert werden. Die Beinstützen

werden gespreizt und die Beine abgesenkt, der Pa­

tient und jedes Bein werden gut fixiert. Die Lagerung

muss im Team erfolgen, die Platzierung der Lagerungshilfsmittel kann problematisch sein, die Durchführung der Prophylaxen ebenfalls.

55 Nach der Hautdesinfektion von der Mamille bis zum

mittleren Teil des Oberschenkels kann vom Xiphoid

bis unter die Leiste steril abgedeckt werden. Der

Operateur steht zwischen den Beinen des Patienten,

der Assistent auf der linken und der Instrumentant

auf der rechten Seite in Beinhöhe.

55 Nach dem standardisierten Team-Time-Out werden

der Optiktrokar 5–10 cm oberhalb des Bauchnabels

in der Medianlinie und die Arbeitstrokare rechts und

links im Mittelbauch sowie im Epigastrium gesetzt.

55 Nach Anheben des linken Lappens der Leber mit

dem Retraktor wird im Bereich der kleinen Kurvatur

nahe der Kardia eine 1 cm große Öffnung im Fett­

gewebe mit dem Ultraschalldissektor geschaffen.

Die Präparation wird hinter der Kardia bis zum

Lig. gastrophrenicum fortgesetzt. Kleine Gefäße werden koaguliert und durchtrennt. Der Fundus wird

nach rechts gezogen, durch die daraus resultierende

Spannung auf das Lig. gastrophrenicum ist eine Inzision nahe der Magenwand möglich. So wird eine

­Verbindung zum Präparationsfenster an der kleinen

Kurvatur hergestellt. Nun wird der Fundus nach links

gezogen. Eine Fasszange kann durch den Präpara­

tionstunnel vollständig durchgeschoben werden.

55 Für diese Hinterwandpräparation kann auch ein geeignetes Tunnelinstrument verwendet werden, was

jedoch die Gefahr einer unbeabsichtigten Perforation

von Magenwand oder Ösophagus birgt.

55 Vor dem Einbringen des Magenbands wird es zunächst auf seine Funktionstüchtigkeit geprüft, dann

mit Hilfe einer Klemme über den 10-mm-Arbeitstrokar in die Bauchhöhle gebracht. Dazu muss kurzzeitig

der Trokar entfernt werden. Mit einer atraumatischen

Klemme wird unter Sicht das Magenband gegriffen.

Falls eine Erweiterung des Zugangs nötig war, um

das Magenband durch die Bauchdecke in den Situs

zu befördern, sollte nach Einbringen und Einsatz des

Trokars darauf geachtet werden, dass kein Gas entweicht, sonst muss eine Naht erfolgen.

55 Um das Magenband zu platzieren, wird eine Wellenfasszange hinter dem Magen durch das Fenster von

rechts nach links platziert. Das Ende des Bands wird

festgeklemmt und durchgezogen, bis es auf der Kardiaseite sichtbar wird. Um die Bildung eines Pouches

oberhalb des Bands zu ermöglichen, muss ein Magenballon über den Ösophagus eingeführt werden

und oberhalb des Bands entfaltet und bis zum Hiatus

oesophagei zurückgezogen bzw. in der Position ge-


169

7.5 · Magen


halten werden. Dann kann das Schließen des Magenbands unterhalb des Pouches, evtl. mit Hilfe eines

speziell dafür entworfenen Instruments, erfolgen.

55 Zur Fixation wird das Band mit einem geflochtenen,

nichtresorbierbaren Faden der Stärke 0 an den Silikonlaschen an Ösophagus und Magen genäht. Der

Magenballon wird entfernt. Zur weiteren Fixation

kann zusätzlich der Magenfundus über das Magenband am Übergang zum Ösophagus vernäht werden.

55 Das Ende des Katheters am Magenband wird mit

­einer atraumatischen Klemme über den oberen linken

5-mm-Arbeitstrokar nach außen ausgeleitet. Zur

­Platzierung des Ports links lateral über dem linken

Rippenbogen wird eine kleine Inzision gesetzt. Durch

stumpfe Präparation wird eine Hauttasche unter

­Einsatz von zwei Langenbeck-Haken gebildet und

4 Haltefäden vorgelegt. Der Katheterschlauch wird

subkutan bis zu Inzision getunnelt und mit dem Port

verbunden. Das Magenband wird mit 3 ml Ringer-­

Lösung geblockt und der Port in die Tasche eingelegt

und an der Faszie mit den vorgelegten Nähten fixiert.

Nach optischer Kontrolle des Bauchraums erfolgt

der Wundverschluss.


Weil das Band wieder entfernt werden kann und keinerlei

Veränderung am Magen hervorruft, gilt die Implantation des

Magenbands als die Standardoperation der chirurgischen

Verfahren.

j

jMagenbypass


Der Magenbypass (RYGB = Roux-Y gastric bypass) ist langfristig erfolgreicher, hat aber den Nachteil einer Veränderung

der Anatomie, da ein kleiner Magenteil vom Restmagen abgetrennt wird. Die Verkleinerung des Magens auf ein Füll­

volumen (Magenpouch) von ca. 30–50 ml ist das Ziel des

Eingriffs.

Durch die Ausschaltung des Fundus, des Duodenums und

des proximalen Anteils des Jejunums verändert sich nicht nur

die Füllmenge, sondern v. a. auch das Hunger- und Sättigungsgefühl.

Unterhalb der Kardia wird ein Magenteil abgetrennt

und mit einer Jejunalschlinge nach Y-Roux wieder anastomosiert (. Abb. 7.13). Zur Vermeidung eines Rückflusses der

Gallen- und Duodenalsekrete wird zusätzlich unterhalb der

Gastrojejunostomie eine Braun-Fußpunkt-Anastomose angelegt.

OP-Ablauf: Magenbypass

55 Dieser Eingriff ist offen oder laparoskopisch durchführbar.

55 Bei einem laparoskopischen Vorgehen sind die Vorbereitung und die Platzierung der Trokarzugänge

ähnlich der Magenband-OP (s. o.). Zusätzlich bereiten


P


a


b


c


..Abb. 7.13 Der proximale Magenbypass hat einen Pouch (p) mit

­einer Größe von ca. 25 ml. Daran anastomosiert ist der alimentäre

Schenkel (a) mit einer Länge von 150 cm. Der biliäre Schenkel (b) misst

50 cm und ist in einer Y-Roux-Anastomose zum Common Channel (c)

verbunden. Beim distalen Magenbypass misst der Common Channel

100–150 cm, und der alimentäre Schenkel ist variabel. Aus: Müller MK,

Wildi S, Clavien P-A, Weber M (2005) Was ist «evidenced based» in

der Adipositaschirurgie? Chirurg: 76: 658–667


wir verschiedene Klammernahtinstrumente und

Nachladeeinheiten vor. Die Größe der Klammern im

Magazin ist durch eine farbliche Markierung der

Nachladeeinheiten codiert.

55 Nach optischer Inspektion des Situs wird der Leber­

retraktor eingesetzt und die Leber aus dem Sichtfeld

gehalten. Die Darstellung der Region um die Kardia

herum ist der Beginn der Präparation. Zur Mobilisation

der Kardia wird am His-Winkel (Winkel zwischen Pars

abdominalis und Ösophagus und Magenfundus) mit

der Entfernung von Weichteilgewebe begonnen. Die

kurzen Blutgefäße des Magens (Vasa gastrica brevia)

werden mittels Ultraschalldissektion durchtrennt.

55 Nach Darstellung des Zwerchfellschenkels erfolgt die

Präparation der kleinen Kurvatur (ca. 2 cm unterhalb

des Übergangs Magen zum Ösophagus) bis zur Bursa

omentalis. Kleinere Blutungen werden koaguliert.

55 Die Durchtrennung des Magens erfolgt mit einem

­linearen Klammernahtinstrument, das für laparo­

skopische Eingriffe geeignet ist. Dadurch entsteht

der Magenpouch.


7


170


Kapitel 7 · Allgemein- und ­Viszeralchirurgie


7.6


7


55 Eine Jejunumschlinge wird ausgesucht, meist ca.

50 cm hinter dem Treitz-Band (Halteband der Flexur

des Duodenums). Zur Markierung kann ein Clip an

den proximalen Teil gesetzt werden. Bevor die Durchtrennung des Jejunums hinter dem Clip erfolgen

kann, wird das Mesenterium skelettiert.

55 Eine oral eingeführte Andruckplatte eines Zirkulärstaplers wird bis zum Pouch geführt und mit einer

­Inzision ausgeleitet und mit einer vorgelegten Tabakbeutelnaht fixiert. Ein Zirkulärstapler wird eingeführt

und über eine Eröffnung in der aboralen nicht markierten Jejunumschlinge mit Hilfe gespreizter Fasszangen und leicht drehender Bewegung eingeführt

und mit der Andruckplatte verbunden. Das Gerät

wird ausgelöst und vorsichtig aus dem Situs entfernt.

55 Der Schnitt im Jejunum (Klammernahtzugang) wird

per Handnaht verschlossen. Damit kein Zug auf die

Anastomose einwirkt, werden zusätzliche Nähte zwischen abführender Schlinge und Magen gelegt. Zur

Anastomosierung des markierten Jejunums mit dem

bereits angeschlossenen Pouch, wird eine Seit-zu-SeitAnastomose mit einem 30-mm-Endostapler durch­

geführt (Jejunojejunale Anastomose). Dies erfolgt

70–150 cm vom Pouch entfernt, je nach gewollter Wirkung (Funktionsweise biliopankreatischer ­Bypass).

55 Der Dünndarm wird eröffnet, das geöffnete Magazinmaul des endoskopischen, linearen Klammernaht­

instruments in beide Schlingen eingeführt und ausgelöst. Nach Entfernung des Staplers wird das kleine

Einführungsfenster mit einer fortlaufenden Naht verschlossen.

55 Nach Spülung und Einlage von zwei Robinson-Drainagen in Höhe der beiden Anastomosen kann das

Gas abgelassen werden, der MIC-Turm ausgeschaltet,

die Instrumente und Trokare entfernt und die Zu­

gänge verschlossen werden. Nach Reinigung des OPGebiets werden die Nähte mit Pflastern versorgt.


j

jGastric-Sleeve


Eine weitere Möglichkeit der Adipositaschirugie ist der

­Gastric-Sleeve, der sog. Schlauchmagen. Bei diesem Verfahren

wird von ca. 5 cm oberhalb des Pylorus bis zum HIS-Winkel

der komplette Magen mit einem linearen Endostapler in der

Länge abgeteilt, sodass die Verbindung zwischen Ösophagus

bis zum Duodenum einen Durchmesser von 1,5–2 cm aufweist.

??Fragen zur Wiederholung zu 7 Abschn. 7.5


55 Welche Ursachen für ein Ulkus duodeni sind Ihnen

bekannt?

55 Welche Instrumente bereiten Sie für eine Gastrektomie vor? Welche Klammernahtinstrumente können

eingesetzt werden?

55 Was müssen Sie bedenken, wenn Sie einen Patienten

für eine bariatrische Operation lagern?


Dünn- und Dickdarm


Tabea Krause


Der Darm ist der größte Teil unseres Verdauungstraktes und

befindet sich in den unteren ⅔ der Bauchhöhle. Er besteht aus

2 Teilen, dem Dünn- und Dickdarm. Der Dünndarm gliedert

sich in Duodenum, Jejunum und Ileum. Den Dickdarm kann

man in Zäkum, Kolon und Rektum aufteilen.

Trotz funktioneller Unterschiede ist die Wandstruktur des

gesamten Magen-Darm-Trakts annähernd identisch. Die

Schleimhaut (Mukosa) kleidet den Gastrointestinaltrakt innen aus. Sie setzt sich zusammen aus einem oberflächlichen

Epithel, einer Bindegewebsschicht (Lamina propria) und einer schwach ausgebildeten Muskelschicht (Lamina muscularis mucosae).

Um eine hohe Transportleistung bei der Absorption von

Nährstoffen zu gewährleisten, ist der Darm mit einschichtigem hochzylindrischem Epithel ausgekleidet. Dieses ist stark

gefaltet und mit sog. Mikrovilli besetzt. In der bindegewebigen Schicht befinden sich viele Lymphfollikel, die den Körper

vor Keimen schützen, welche mit der Nahrung aufgenommen

werden können.

Die Schleimhautmuskelschicht sorgt für eine gute Durchmischung des Speisebreis durch die aktive Beweglichkeit der

Schleimhaut. Die Submukosa liegt außen der Schleimhaut

an. Es handelt sich hierbei um eine bindegewebige Verschiebeschicht, in der Arterien und Venen verlaufen. Des Weiteren

befindet sich hier ein Nervengeflecht (Plexus submucosus

Meissner), das die Schleimhautmuskulatur steuert. Die Submukosa reicht in große Falten des Darms mit hinein, hat jedoch an der feineren 

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