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coinad

4/6/26

 Röntgenkontrastmittel eingesetzt werden. Luft findet als Kontrastmittel in Verbindung mit

der Kopfstütze, Kopfschale


Arme/Schultern


Arme werden in einem Armausleger ausgelagert.

– Die Arme werden locker in Supinationsstellung auf dem gepolsterten Arm­

ausleger ausgelagert und nicht über 90° in der Schulter überstreckt (Schutz des

Plexus brachialis, N. ulnaris, N. medianus).

– Der Ellenbogen ist leicht angewinkelt (Entlastung des N. radialis).

– Die Oberarme und Ellenbogen dürfen nicht auf der Armauslegerkante liegen

(Schutz des N. ulnaris und N. radialis).

– Unter Aussparung der Gelenke werden Fixationsgurte über dem Unterarm

­angebracht.

– Die Hand und das Handgelenk liegen in Funktionstellung, ggf. wird eine kleine

Rolle in die Hand gelegt (Cave: Fallhand).

– Die Schultermuskulatur ist locker und entspannt (Verhinderung von Zugkräften

auf den Plexus brachialis).

– Die Schulter liegt auf dem OP-Tisch auf.


Armausleger gepolstert

Fixationsgurte

kleine Handrolle


Arme werden angelagert.

– Die Arme liegen seitlich an und werden je nach Standard mit einem Polster­

kissen und Tüchern am Körper fixiert. Dabei dürfen sie nicht auf der Kante des

OP-Tisches liegen (Schutz des N. ulnaris).


Polsterkissen

Tücher


Arm wird hochgelagert.

– Der Arm wird in einer Polsterrolle am Narkosebügel hochgelagert.

– Die Schulter muss auf dem OP-Tisch aufliegen.

– Der Arm darf nicht nach hinten überstreckt werden und befindet sich in einer

­90°-Position zur Schulter (Schutz des Plexus brachialis).


Polsterrolle

Narkosebügel


Oberkörper, Becken

und Beine


Oberkörper/Becken werden auf eventuelle Besonderheiten kontrolliert.

– Die Beine werden parallel gelagert.

– Eine halbe Knierolle wird unter den Kniegelenken nahe der Oberschenkel

­platziert (Schutz des N.peroneus).

– Die Fersen liegen frei auf einem Fersenkissen.

– Der Patient wird mit einem (Oberschenkel) oder zwei Gurten fixiert. Der Gurt

darf nicht auf der Patella liegen. Bei Fixierung der Unterschenkel muss der Gurt

abge­polstert sein.


85

4.3 · Prophylaxen (Vorbeugung)


Polsterkissen liegen und fixiert. Manchmal empfiehlt es sich,

den anderen Arm hoch zu hängen. Dann wird ein Bügel quer

in Schulterhöhe angebracht (Narkosebügel). Die Schulter

muss auf dem OP-Tisch aufliegen, und der Arm darf nicht

nach hinten überstreckt werden.

Die Beine werden parallel gelagert, eine

halbe Knierolle unter den Kniegelenken positioniert. Nach

der Einleitung müssen die Beine unbedingt kontrolliert werden, da die Patienten ihre Beine häufig übereinanderlegen

und die Knierolle sich verschieben kann.

Zur Übersicht sei in . Tab. 4.1 beispielhaft ein Lagerungsstandard dargestellt.

Lagerung der Beine


4.2.3


Lagerungsschäden


>>Bei einer unsachgemäßen Lagerung können bei einem


Patienten erhebliche Schäden auftreten.


Durch die Relaxation, Narkose und den drohenden Wärmeverlust ist die Gefährdung für Läsionen, Druckschäden und

Lähmungserscheinungen am Patienten sehr hoch.

Durch unsachgemäße Anwendung von HF-Strom kann

der Patient Verbrennungen erleiden (7 Abschn. 2.8).

Durch Überstreckung der Arme, z. B. durch Abduktion

über 90°, unsachgemäßes Hochlagern oder überstreckte

Arme besteht die Gefahr der Plexuslähmung.

Abstützen auf dem Patienten während der Operation

durch den Operateur oder eine Assistenz, Druck von Polsterkanten oder zu kurze Armschienen können eine Lähmung

des N. radialis oder N. ulnaris zur Folge haben.

Straffe Befestigungen oder unzureichende Polsterungen

bewirken Druckstellen oder Stauungen.

Auf besonders gefährdete Bereiche wie Hinterkopf, Schulterblätter, Ellenbogen, Hüften, Kreuzbein, Knie, Fersen und

Spann muss besonders geachtet werden. Ungenügende Polsterungen können hier, je nach dem Allgemeinzustand des

Patienten, schon nach 2 Stunden zu Dekubiti (Druckgeschwüren) führen.

Durch unzureichende Maßnahmen des Wärmemanagements kommt es zur Auskühlung des Patienten.

4.2.4


Qualitätssichernde Maßnahmen


Eine regelmäßige Schulung des Personals in der Durchführung der Lagerungen, sowie Einweisungen der Mitarbeiter in

den Umgang mit den OP-Tischen und den Zusatzmaterialien

ist unerlässlich.

Operationslagerungen müssen mit den Kollegen geübt

und an sich selbst ausprobiert werden. Dadurch können problematische Körperregionen selbst empfunden und bei den

Patientenlagerungen beachtet werden.

Es sind Standards zur Vorbereitung des Patienten, der benötigten Materialien und zur Durchführung der Lagerung

vorhanden.


??Fragen zur Wiederholung zu 7 Abschn. 4.2


55 Welche allgemeinen Lagerungskriterien sind Ihnen

bekannt?

55 Welche Anforderungen müssen an ein Lagerungshilfsmittel gestellt werden?


4.3


Prophylaxen (Vorbeugung)


Denise Oppermann

4.3.1


Dekubitus


Als Dekubitus (Druckgeschwür) ist der Bereich einer lokalisierten Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes bezeichnet. Die Stadieneinteilung der Dekubiti wird

nach NPUAP (National Pressure Ulcer Advisory Panel) beschrieben. Der Schweregrad richtet sich danach, wie viele

Gewebeschichten zerstört sind.

441. Grad: Gefäßkompression (Druck)

55Bei Fingerdruck («Fingertest») nicht ablassende umschriebene Hautrötung bei intakter Haut.

55Weitere klinische Zeichen können Ödembildung,

Verhärtung und lokale Überwärmung sein. Bei dunkelhäutigen Personen kann auch eine Verfärbung der

Haut auf einen Dekubitus 1. Grads hindeuten.

442. Grad: Durchblutungsstörung (Ischämie)

55Teilverlust der Haut.

55Die Epidermis (Oberhaut) bis hin zu Anteilen der

Dermis (Lederhaut) ist geschädigt. Der Druck­scha­

den ist oberflächlich und stellt sich klinisch als Blase,

Hautabschürfung oder flaches Geschwür dar.

443. Grad: Stofftransportschädigung (Anoxie)

55Verlust aller Hautschichten und Schädigung oder

­Nekrose des subkutanen Gewebes, die bis auf die

­darunterliegende Faszie reichen kann.

55Der Dekubitus zeigt sich klinisch als tiefes, offenes

Geschwür.

444. Grad: Zellfunktionsstörung/ Zelluntergang

55Verlust aller Hautschichten mit ausgedehnter Zerstörung, Gewebsnekrose oder Schädigung von Muskeln,

Knochen oder unterstützenden Strukturen (Sehnen,

Gelenkkapsel).


Risikofaktoren und gefährdete Stellen

Die Risikofaktoren, die für eine Entstehung eines Dekubitus

verantwortlich gemacht werden, unterteilen sich in extrin­

sische (→ von außen einwirkend) und intrinsische Faktoren

(→ personenbedingte).


Extrinsische Faktoren

j

jDruck/Zeit


Bei dem Faktor Druck werden 2 Arten von Druck unter­

schieden:

44Druck von außen, z. B. Einschnürungen, Falten in Unterlagen, Schienen, Katheter, Sonden.

44Druck von innen, z. B. Knochen, die ohne Muskel oder

Fett direkt unter der Haut liegen.


4


86


Kapitel 4 · Springertätigkeit


Bei dem Faktor Zeit handelt es sich um den Zeitraum, in dem

das Gewebe einem bestimmten Druck ausgesetzt ist.

>>Ein hoher Druck in kurzer Zeit kann eine gleich große


Schädigung bewirken wie ein niedriger Druck über

­einen langen Zeitraum.


4


So können schon 2 Stunden ausreichen, je nach Gewebe­

toleranz der Haut, um einen Dekubitus entstehen zu lassen.

Natürlich spielen hierbei außer Zeit und Druck auch noch

andere Faktoren eine Rolle.

j

jScher- und Reibungskräfte


Reibungskräfte entstehen meistens in Verbindung mit Scherkräften. Bei den Scherkräften kommt es zur Verschiebung zwischen den Gewebeschichten, die obere Hautschicht folgt der

Bewegung aber die darunterliegenden nicht. Durch Reißen,

Ziehen und Schieben des Patienten bei z. B. einer Änderung

der Lagerung auf dem OP-Tisch kann es zu Scher- und Reibungskräften kommen. Daher sollten die Patienten bei Lagerungsveränderungen wenn möglich immer gehoben werden.

j

jFeuchtigkeit


Die Feuchtigkeit der Haut wird primär durch das Schwitzen

eines Patienten verursacht. Diese Feuchtigkeit führt zum Aufquellen der oberen Hautschicht und versetzt sie damit in

­einen leicht verletzbaren Zustand.


Intrinsische Faktoren

j

jBewegungseinschränkung/Immobilität


Dieser Faktor trägt wesentlich dazu bei, einen Dekubitus entstehen zu lassen. Durch stark reduzierte Mobilität ist es dem

Patienten oft gar nicht oder nur unzureichend möglich, seine

Lage zu verändern. Er kann dem Druck auf bestimmte Körperregionen keine Entlastung entgegensetzen.

Das äußert sich während und nach der Operation durch

Lähmungen, Schonhaltung aufgrund von Schmerzen, Depressionen und allgemeiner Schwäche durch einen reduzierten Allgemeinzustand.


j

jWeitere Risikofaktoren


Harn -und Stuhlinkontinenz, Eiweißmangel, Fieber, Medikamente wie z. B. Glukokortikoide, Sensibilitätsstörungen z. B

aufgrund neurologischer Erkrankungen.


Gefährdete Stellen

Grundsätzlich kann sich an jeder Stelle des Körpers ein Dekubitus entwickeln, jedoch sind die Flächen am Körper, an

dem der Druck von außen durch Druck von innen (Knochen,

Knorpel) verstärkt wird, wesentlich gefährdeter. Besonders

gefährdet sind folgende Körperstellen:

Hinterkopf, Stirn, Ohrmuschel, Wirbelsäule, Schulterblätter, Ellbogen, Rippen, Kreuzbein, Steißbein, Gesäß, Trochantor major (kräftiger Vorsprung am Oberschenkelknochen),

Beckenknochen, Kniescheiben, Ferse, Fußknöchel, Zehen.


Möglichkeiten der Prophylaxe

j

jRisiko erkennen


Um zu verhindern, dass ein Dekubitus entsteht, gilt es, das

Risiko des Patienten richtig einzuschätzen. Auf der Station

kann die Feststellung anhand der Braden-Skala erfolgen, im

OP kann der Gefährdungsgrad außerdem noch durch andere

Faktoren ermittelt werden, wie Art und Dauer des Eingriffs,

Allgemeinzustand des Patienten.

j

jDruckentlastung


Auf der Station kann dies durch Mobilisation und verschie­

dene Lagerungstechniken geschehen, im OP nutzen wir die

beschriebenen Lagerungshilfsmittel (7 Abschn. 4.5.2).

j

jOptimierte Hautpflege


Auf der peripheren Station werden verschiedene Pflegemaßnahmen durchgeführt, um das Hautbild des Patienten zu

­optimieren. Im Operationssaal achten wir darauf, dass es

­keinen direkten Kontakt mit Kunststoff oder Schaumstoffpolstern gibt. Bei adipösen Patienten werden absorbierende

Tücher zwischen die Hautfalten gelegt, um die Haut vor

Feuchtigkeit zu schützen.


j

jAlter


j

jWärmemanagement


Die Haut älterer Menschen weist Strukturveränderungen wie

z. B. Elastizitätsverlust sowie häufig eine Austrocknung auf,

außerdem sind häufiger Stoffwechselerkrankungen diagnostiziert, die das Dekubitusrisiko erhöhen.


Ein Auskühlen des Patienten muss unbedingt vermieden werden. Folge einer zu geringen Körpertemperatur ist u. a. eine

geringe Durchblutung und somit eine steigende Dekubitusgefährdung.


j

jVorerkrankungen


j

jWeitere allgemeine Maßnahmen


Arterielle Verschlusskrankheit, Anämien, Diabetes mellitus

sowie verschiedene neurologische Erkrankungen begünstigen die Entstehung eines Dekubitus.


Frühzeitige Mobilisation und angepasste Ernährung mit Vermeidung von Dehydratation (Austrocknung), Mangel- und

Unterernährung verringern das Dekubitusrisiko.


j

jGewicht


Sehr dünne (kachektische) wie auch dicke (adipöse) Personen

neigen stärker zur Entwicklung eines Dekubitus als Normalgewichtige, da aufgrund der anatomischen und physikalischen Verhältnisse große Druckwerte auf die gefährdeten

Körperteile einwirken.


4.3.2


Thrombose


Eine Thrombose ist eine Gefäßerkrankung, bei der sich ein

Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß bildet (7 Abschn.

10.1).


87

4.3 · Prophylaxen (Vorbeugung)


Risikofaktoren

Operative Eingriffe, Übergewicht, Krebsleiden, Rauchen,

Schwangerschaft, Blutgerinnungsstörungen und die Ein­

nahme von Kontrazeptiva v. a. in Kombination mit Rauchen.


Möglichkeiten der Prophylaxe

44Lagerung

55Extrem harte oder falsch platzierte Rollen unter den

Kniegelenken erhöhen den Druck auf die Gefäße und

können diese komprimieren.

44Venenkompression

55Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe, umgangssprachlich Antithrombosestrümpfe, müssen

korrekt angepasst sein. Es wirkt kontraproduktiv,

wenn die Strümpfe zu klein, zu kurz oder zu eng sind,

sie dürfen nicht zu Abschnürungen führen.

55Besser eignen sich Venenkompressionssysteme (IPK,

«intermittierende pneumatische Kompression»),

­deren Beinmanschetten sich an die Beine anmodellieren lassen. Das System pumpt die Manschetten im

­regelmäßigen Intervall auf und übernimmt so vorübergehend die Arbeit der Beinmuskulatur.

44Medikamentöse Antikoagulationstherapie

55Die vermehrte Gerinnungsneigung des Blutes wird in

der Regel durch die Gabe von verschiedenen Formen

von Heparin herabgesetzt.

44Frühmobilisation und ausreichende Flüssigkeitsgabe

4.3.3


Pneumonie


Der Begriff bezeichnet eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes.

Wir unterscheiden die primäre (bei zuvor Gesunden) von

der sekundären Pneumonie (als Folgeerkrankung).

Ursachen sind Bakterien, Viren, Protozoen, Aspiration

von Fremdkörpern (Magensaft), Einatmen von Giftgasen.

Eine der häufigsten nosokomialen (im Krankenhaus erworbenen) Infektionen sind die Pneumonien unter maschineller Beatmung auf der Intensivstation (7 Abschn. 1.1).

Personen mit geschwächtem Immunsystem (durch z. B.

Chemotherapie, Immunsuppression bei Implantation und

Transplantation, HIV) sind gefährdet, eine Pneumonie zu

entwickeln (opportunistische Pneumonie).


Möglichkeiten der Prophylaxe

Vermeidung oder Behebung einer Fehlatmung sowie die

­Sicherung einer ausreichenden Ventilation können durch

atemgymnastische Übungen und atemunterstützende Lagerungen erreicht werden.

Sekretlockerung und das Abhusten von Sekret durch

­Inhalationen, Medikamente und mechanische Maßnahmen

z. B. Vibrationsmassage sind sinnvolle Maßnahmen zur Verhinderung einer Pneumonie.

Grundsätzlich werden die Patienten vor einer Operation

in Vollnarkose nüchtern gelassen, um die Gefahr einer Aspiration zu verringern.


4.3.4


Kontrakturen


Als Kontraktur wird eine bleibende Funktions- und Bewegungseinschränkung von Gelenken, die bis zur Versteifung

führen können, bezeichnet. Sie werden nach Ursache und

Entstehung der Gewebsschädigung eingeteilt.

44Haut- (dermatogene) Kontraktur, z. B. Narbenbildung

nach Verbrennungen,

44Sehnen-/Muskeln- (tendomyogene) Kontraktur; durch

Immobilität verkürzen sich Sehnen und Muskeln,

44Gelenk- (arthrogene) Kontraktur, z. B. Rheuma,

44Nerven- (neurogene) Kontraktur, z. B. Kinderlähmung

oder spastische Lähmung,

44Schmerzen- (dologene) Kontraktur durch schmerz­

bedingte Schonhaltung,

44Durchblutungs- (ischämische) Kontraktur durch eine

Mangelversorgung des Muskels nach einer Gefäßver­

letzung kommt es zur Schrumpfung und Verkürzung

­eines oder mehrerer Muskelgruppen, z. B. VolkmannKontraktur.

Lagerungsdeformitäten entstehen durch ungenügende Mobilisation und nicht fachgerechte Lagerungen bei immobilen

Patienten (z. B. der Spitzfuß).

Grundsätzlich können alle Gelenke eine Kontraktur aufweisen, die großen Gelenke wie Hüft- und Kniegelenke,

Schulter oder Ellenbogen sind jedoch häufiger betroffen.

Risikofaktoren für die Entstehung einer Kontraktur sind

je nach Ursache Immobilität, Inaktivität z. B Gipsverbände,

Pflege- und Behandlungsfehler, verschiedene Nervenerkrankungen, Schonhaltung durch Schmerzen.


Möglichkeiten der Prophylaxen

Frühzeitige Mobilisation, professionelle Behandlung und

Pflege der Risikopatienten durch Expertenstandards, rechtzeitige Schmerzbehandlung durch Medikamente, um Schonhaltungen zu vermeiden.

4.3.5


Verbrennungen


Eine Verbrennung ist eine Schädigung von Gewebe durch

übermäßige Hitzeeinwirkung. Die Verbrennungen werden je

nach Zerstörung des Gewebes in verschiedene Grade eingeteilt.

441. Grad: Schmerzhafte, mit Schwellung einhergehende

Rötung der Haut. Betroffen ist die Epidermis. Narben­

lose Abheilung.

442. Grad:

55Oberflächlich (2a): sehr schmerzhafte Blasenbildung.

Betroffen sind die Epidermis und die Dermis. Die Verbrennung heilt in der Regel ohne Narbenbildung aus.

55Tief (2b): tiefe dermale Verbrennung, ggf. können

Sensibilitätsstörungen auftreten. Ausheilung mit

­Narbenbildung je nach Tiefenausdehnung.

443. Grad: Das verbrannte Gewebe dehnt sich bis zum

­Unterhautfettgewebe aus, es weist eine weiß-braune oder


4


Kapitel 4 · Springertätigkeit


88


ledrig-schwarzbraune Verfärbung auf. In dieser Phase

ist das Gewebe irreversibel geschädigt und heilt nicht

spontan aus. Es kommt immer zur Narbenbildung.

444. Grad: Die Verbrennungen gehen über die Haut hinaus

und betreffen Sehnen, Muskeln, Faszie und Knochen.


4


Da in der Chirurgie mit hochfrequentem Strom gearbeitet

wird, kann es bei unsachgemäßer Anwendung zu Ver­

brennungen am Patienten kommen. Deshalb müssen die

­Mitarbeiter in der Anwendung der HF-Geräte eingewiesen

sein. Alle Vorsichtsmaßnahmen sowie die Wirkungsweise

der HF-Geräte müssen bekannt sein und beachtet werden

(7 Abschn. 2.8).

4.3.6


??Fragen zur Wiederholung zu 7 Abschn. 4.3


55 Welche Prophylaxen müssen Sie kennen, wenn Sie

eine Operationslagerung durchführen?

55 Warum ist das Auskühlen eines Patienten während

einer Operation unbedingt zu vermeiden?


Unterkühlung


Ein Absinken der Körpertemperatur von 36,5–37 °C auf

unter 35°C wird als Unterkühlung (Hypothermie) bezeichnet. Eine leichte Unterkühlung äußert sich zunächst durch

Muskelzittern, vertiefte Atmung, schnellen Puls, bläuliche

Verfärbung der Haut und Unruhe. Mit zunehmender Ab­

senkung der Temperatur wird der Betroffene ruhiger, teilnahmslos oder verwirrt. Die Atmung wird langsamer und

er kann das Bewusstsein verlieren. Schließlich kommt es zum

Tod.

Im OP kann es bei Patienten zu einer Auskühlung kommen, weil die minimale Bekleidung des Patienten, seine Angst

vor dem Eingriff und die kühlen Temperaturen im klimatisierten OP die Körpertemperatur schon um ca. 0,3 °C ver­

ringert. Hinzu kommen die länger andauernde Operations­

lagerung, kalte, alkoholische Desinfektionslösungen oder

nicht ausreichend angewärmte Spül -oder Infusionslösungen.

Folgen dieser Auskühlung sind der steigende Verbrauch von

Narkosemedikamenten, eine längere Aufwachphase sowie

eine erhöhte Dekubitusgefährdung, Wundheilungsstörungen und ein höheres Infektionsrisiko aufgrund einer ge­

ringeren Durchblutung. Ausgekühlte Patienten sind häufig

nachbeatmungspflichtig, weil sie einen erhöhten O2-Bedarf

haben.

>>Möglichkeiten der Prophylaxe im OP sind warme


­Tücher und konsequente Bedeckung des Patienten.

Der Patient wird schon in der Einleitung mit einer

­eingeschalteten Wärmedecke versorgt, Infusions- und

Spüllösungen werden angewärmt, die Saaltemperatur

überprüft und auf die nötige Temperatur gebracht.


4.3.7


Bei der Hyperthermie ist die künstliche Erhöhung der

Körpertemperatur von der malignen Hyperthermie zu unterscheiden. Die künstlich erzeugte Erhöhung der Körpertemperatur wird in der Medizin bei verschiedenen Erkrankungen

als Therapieansatz angewendet.

Eine Sonderform ist die maligne Hyperthermie, hier tritt

die erhöhte Körpertemperatur als unerwünschte Arzneimittelwirkung auf, sie kann als eine sehr seltene, jedoch lebensbedrohliche Komplikation bei Narkosen auftreten.


Überwärmung


Zur Überwärmung des Körpers kann es durch verschiedene

Faktoren kommen. Bei Fieber ist es die Antwort des Organismus auf Krankheiten, außerdem kann die Umgebungstemperatur eine Rolle bei der Überwärmung spielen. Bei entzündlichen Veränderungen z. B. im Kniegelenk kann es auch zu

lokalen Überwärmungen kommen.


4.4


Katheterisieren der Harnblase


Denise Oppermann


Ein Blasenkatheter ist ein flexibler Schlauch mit einem

Ballon, der in die Harnblase gelegt wird, um den Urin ablaufen zu lassen. Den Vorgang des Legens nennt man Katheterisierung.

Je nach Indikation wird entweder ein Einmalkatheter

oder ein Dauerkatheter gelegt.

44Einmalkatheter: mit einem Silikoneinwegschlauch mit

einem relativ geringen Durchmesser von 10–12 Charrière

(CH) wird die Blase entleert.

44Dauerkatheter: Ein flexibler Schlauch (aus Latex, mit

­einer Silikonschicht überzogen) wird unter sterilen Bedingungen in die Blase eingelegt, dort mit Aqua destil­

lata geblockt. Er leitet ständig Urin in ein geschlossenes

Auffangsystem.

j

jVorbereitung


In der Operationsabteilung wird der Blasenkatheter erst gelegt, wenn der Patient narkotisiert ist. Gleichwohl ist auch hier

die Intimsphäre des Patienten zu schützen.

Der Patient liegt auf dem Rücken, bei der Frau werden die

Beine etwas angezogen und gespreizt. Falls nötig, wird ein

Kissen unter das Becken geschoben, um dieses anzuheben.

Zum Legen eines Katheters werden zwei Mitarbeiter benötigt, da die Beine gesichert gehalten werden müssen.

Die Vorbereitung des standardisierten Kathetersets und

der sterilen Blasenkatheter unterschiedlicher Größe und

Form erfolgt je nach Indikation. Ein Katheterbeutel wird immer benötigt.

Alternativ zum Katheterset können die unten aufgeführten Materialien einzeln vorbereitet werden:

44sterile Arbeitsunterlage ca. 60×75 cm,

44flüssigkeitsundurchlässiges Unterlegtuch,

441 Paar sterile Handschuhe,

44graduierte Urinauffangschale,

44Lochtuch,

44anatomische Pinzette,


89

4.4 · Katheterisieren der Harnblase


44Tupfer, pflaumengroß,

44Einmalspritze mit 10 ml Aqua destillata für die Blockung

des Katheters,

44Gleitmittel z. B. Endosgel,

44Schleimhautdesinfektionslösung.

44Bei männlichen Patienten ein zusätzliches Paar steriler

Handschuhe bereitlegen.

Die erste hygienische Händedesinfektion erfolgt zu Beginn

der vorbereitenden Maßnahmen. Das Katheterset wird aus

seiner Umverpackung entnommen, die Innenverpackung

ausgebreitet, so wird sie zur sterilen Arbeitsfläche. Der 2. Mitarbeiter lagert den Patienten und schiebt das flüssigkeitsundurchlässige Tuch unter das Gesäß. Die benötigten Materialien werden auf der sterilen Unterlage so vorbereitet, dass alles

mit einer Hand gut zu erreichen ist.

Nach einer erneuten hygienischen Händedesinfektion

werden die sterilen Handschuhe angezogen und der zweite

Mitarbeiter reicht den vorher ausgewählten Katheter an.

4.4.1


Legen eines Harnblasenkatheters

bei der Frau


Desinfektion der großen Schamlippen (Labien) mittels Pinzette und je einem Tupfer, dabei kann das Behältnis des Kathersets zwischen die Beine der Patientin gestellt werden.

Desinfiziert wird vom Schambein ausgehend in Richtung des

Anus, die Labien werden dabei mit Daumen und Zeigefinger

gespreizt und bleiben gespreizt. Desinfektion der kleinen

Schamlippen auf dieselbe Art mit je einem Tupfer. Desinfektion der Harnröhreneinmündung. Ein Tupfer wird auf den

Vaginaeingang gelegt und verbleibt dort während des Katheterisierens.

Das sterile Lochtuch wird so platziert, dass die Harn­

röhrenöffnung sichtbar ist.

Das sterile Gleitgel vorsichtig instillieren und die Katheterspitze ebenfalls mit dem Gleitmittel benetzen. Zum Aufnehmen des Blasenkatheters sind verschiedene Verfahrensweisen denkbar. Entweder liegt das Katheterende in dem

sterilen Behältnis des Kathetersets oder das Ende wird zwischen den kleinen Finger und den Ringfinger geklemmt.

Einführen des Katheters in die Harnröhrenöffnung und

langsames, vorsichtiges Vorschieben, bis der Urin abfließt.

Nach weiteren 5 cm des Vorschiebens wird der Katheter­

ballon mit Blockungsflüssigkeit aufgefüllt. Die Kontrolle

der Blockung erfolgt durch vorsichtiges Zurückziehen des

Katheters. Dann wird der Katheter an einen sterilen Katheterbeutel angeschlossen, der Genitalbereich gereinigt und

abgetrocknet.

Abschließende Dokumentation nach Standard.


4.4.2


Legen eines Harnblasenkatheters

beim Mann


Zwei Paar sterile Handschuhe übereinander anziehen oder

ein zweites Paar bereitlegen.

Nach der hygienischen Händedesinfektion wird die Vorhaut zurück gestreift und die Harnröhrenöffnung und die

Glans mit den sterilen Tupfern gesäubert und desinfiziert.

Nun wird das obere Paar Handschuhe ausgezogen oder ein

Handschuhwechsel durchgeführt. Die Abdeckung mit dem

sterilen Lochtuch erfolgt so, dass der Penis auf dem Tuch zu

liegen kommt. Den Penisschaft mit einer Hand umschließen,

mit der anderen Hand ein wenig Gleitmittel auf der Harnröhrenmündung verteilen. Den Rest unter leichtem Zug am Penis

ohne Druck in die Harnröhre instillieren. Jetzt durch leichten

Zug am Penis die Harnröhre strecken und die Spitze des

­Katheters vorsichtig einführen. Wird ein Tiemann-Katheter

(7 Abschn. 4.12.2) verwendet, muss darauf geachtet werden,

dass die Spitze nach oben in Richtung 12 Uhr zeigt. Weiteres

langsames Vorschieben, wobei die beiden physiologischen

Krümmungen der männlichen Harnröhre einmal durch Strecken und dann durch Absenken des Penis überwunden werden. Nachdem der erste Urin abfließt, wird der Katheter in

voller Länge vorgeschoben. Das ist notwendig, weil die Harnröhre des Mannes sehr viel länger ist als die der Frau und so

ein versehentliches Blocken des Ballons in der Harnröhre

verhindert wird. Liegt der Katheter in der Blase, erfolgt die

weitere Vorgehensweise gemäß dem bei der Frau (7 Abschn.

4.4.1).

Nach der Katheterisierung des Mannes ist darauf zu achten, dass die Vorhaut wieder über die Eichel geschoben wird,

um eine Paraphimose zu vermeiden.

>>Es müssen unbedingt alle sterilen Bedingungen erfüllt


werden, um eine aufsteigende Harnwegsinfektion zu

verhindern.


Jeder Katheterismus muss ohne Gewalt erfolgen. Tritt ein

nicht überwindbarer Widerstand auf, muss das Vorgehen abgebrochen und der Katheter vorsichtig entfernt werden.

Ein Spasmus der Harnröhre löst sich meist nach kurzer

Zeit wieder. Deshalb kurz warten und dann den Katheter vorsichtig weiterschieben.

Bei Männern nicht zu kleine Kathetergröße wählen, mindestens CH 14, da sie sonst vor der Prostata umschlagen können.

Den Katheterbeutel immer unter dem Blasenniveau aufhängen, um einen Rückfluss von Urin in die Harnblase zu

vermeiden.

Tiemann- und Mercier-Katheter dürfen wegen der gebogenen Spitze nicht gedreht werden.

??Frage zur Wiederholung zu 7 Abschn. 4.4


55 Welche Materialien bereiten Sie vor, wenn Sie eine

Harnblasenkatheterisierung durchführen wollen?


4


90


Kapitel 4 · Springertätigkeit


4.5


Operationstische und Operations­

lagerungen


Anett Gudat, Jens Köpcke


4


55 Die Auszubildenden sind mit den Operationstischen

­vertraut und können die notwendigen operationsspe­zi­

fischen bzw. eingriffsspezifischen Patientenlagerungen

­allein oder mit Hilfe von anderen (Operateur) herbei­

führen.


Die Durchführung einer Operation wird wesentlich erleichtert, wenn der Patient korrekt auf dem OP-Tisch gelagert ist.

Die Lagerung wird in der Regel vom OP-Personal nach Rücksprache mit den Chirurgen und Anästhesisten gemeinsam

durchgeführt. Um die verschiedenen Lagerungsmöglichkeiten zu kennen und durchführen zu können, ist es sinnvoll,

Checklisten oder Standards anzufertigen, die die unterschiedlichen Lagerungen beschreiben und so eine Orientierungs­

hilfe geben können.

4.5.1


Operationstische


Der Patient liegt während eines chirurgischen Eingriffes auf

einem speziellen Tisch.

Die Operationstische bestehen aus einer fahrbaren Lafette, auf der der OP-Tisch in den Operationssaal transportiert


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