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coinad

4/6/26

  der zweite Buchstabe kennzeichnet die Nadelart.

Folgt ein dritter bzw. vierter Buchstabe, so bezieht sich dieser

auf besondere Merkmale der Nadel.

Zusätzlich kann die Nadelform – sowohl Nadelspitze als

auch -körper – durch Symbole auf der Verpackung gekennzeichnet sein.


a


b


c


d


e

..Abb. 4.16a–d Nadeltypen. a Halbkreisnadel, b asymptotische ­Nadel,

c J-Nadel, d Ski-Nadel, e gerade Nadel. Aus: Liehn M, Steinmüller L,

­Döhler JR (2011) OP-Handbuch, 6. Aufl. Springer, Berlin Heidelberg New

York (Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Ethicon, Norderstedt)


4.13.3


Sterilisation


Eine Grundvoraussetzung für einen optimalen Einsatz von

Nahtmaterial ist deren Sterilität. Um diese zu erreichen, gibt

es zwei unterschiedliche Verfahren:

44die Sterilisation mittels Ethylenoxid-Gas und

44die Sterilisation durch energiereiche Gammastrahlen.

Das verwendete Verfahren kennzeichnet der Hersteller auf

der Verpackung mit den Abkürzungen EO (Ethylenoxid-Gas)

oder R (Gammastrahlen) angegeben.

Nahtmaterial ist nur zum Gebrauch unmittelbar nach

Öffnen der Packung bestimmt. Der Nahtmaterialhersteller

hat für die Sterilität der Originalverpackung zu garantieren.

Geöffnetes, zweifach steril verpacktes Nahtmaterial, welches

nicht verwendet wurde, darf nicht resterilisiert werden.


Beispielsweise:

CC


Beispielsweise:

BT2, BT3, BT4


Beispielsweise:

SH-plus, RB-plus, JB


..Abb. 4.17


Schneidende

Rundkörpernadel

mit Kurzschliff


Ethiguard Nadel


Flache

Rundkörpernadel


für festes Gewebe in kosmetisch

relevanten Regionen

für festes Gewebe und

feinste Nähte

für Cornea und Sklera

für Cornea und Sklera


für weiches Gewebe und

schichtgerechtes Nähen

für weiches Gewebe, um Gefäß-/

Sehnenverletzungen zu vermeiden

Nadel mit Sicherheitsspitze zum Schutz

des Personals bei infizierten Patienten


für kalzifizierte Gefäße


Nadelübersicht. (Adaptiert nach Fa. Ethicon, Norderstedt)


für sklerotische Gefäße


für festes Gewebe


*Auch als MULTIPASS® erhältlich


Beispielsweise:

UCS35, UCSA48


Beispielsweise:

PS1, PS2, P3


Beispielsweise:

S14, CS, GS


Spatula Nadel

schneidend mit

Mikrospitze


Spatula Nadel

Ultima


Beispielsweise:

G3, G6, G7


Nadel

schneidend mit

Mikrospitze


Nadel außen schneidend mit

Präzisionsspitze*


Beispielsweise:

FS1, FS2, FS3


Nadel außen schneidend


Schneidende Nadeln


weiches Gewebe


Beispielsweise:

PC1, PC2


Nadel innen

schneidend mit

Präzisionsspitze*


Beispielsweise:

CCS, LSS


Beispielsweise:

V5, V6, V7, V34


Beispielsweise:

BP1, BP2, BP3, BBS


Beispielsweise:

SH, RB, MH, CT, BV


Nadel innen schneidend


Schneidende

Rundkörpernadel


Stumpfe

Rundkörpernadel


Rundkörpernadel


Rundkörpernadeln


Chirurgische Nadeln


4.13 · Nahtmaterialkunde

115


4


116


4.13.4


4


Kapitel 4 · Springertätigkeit


Verpackung


Nahtmaterial ist in einer speziellen Folie aus Polyethylen oder

Aluminium eingeschweißt. Bei resorbierbarem Nahtmaterial

verhindert eine feuchtigkeitsdichte Folie ein vorzeitiges Auflösen des Fadens.

Der Instrumentierende entnimmt die Folienverpackung

der sog. Peelpackung, die von der unsterilen Assistenz geöffnet angereicht wird. Um Verpackungsmaterial zu sparen und

damit auch umweltfreundlichere Wege zu gehen, werden verstärkt Einfachverpackungssysteme verwendet. Dann entfällt

die Peelverpackung.

Einzelverpackungen können einen oder mehrere Fäden

oder auch Nadel-Faden-Kombinationen enthalten. Diese

Einzelverpackungen sind in Transport- und Lagerbehältern

untergebracht, die in Nahtregalen (Kabinett) sortiert werden.

Um die unterschiedlichsten Nahtmaterialien schnell im

Nahtregal zu finden, werden die Verpackungen von den Herstellern mit farbigen Markierungen und verschiedenen Kennzeichen versehen.

Wegen der in der Europäischen Union vorhandenen unterschiedlichen Sprachen werden zur Vereinfachung und bes-


..Abb. 4.18 Produktkennzeichnungen.

(Mit freundlicher Genehmigung von Fa. Serag

Wiessner KG)


seren Verständlichkeit seit Inkrafttreten des Medizinproduktegesetzes Symbole für die Kennzeichnung von Medizinprodukten verwendet (. Abb. 4.18).

4.13.5


Nahttechniken


Prinzipiell lassen sich Einzelnähte (auch Knopfnähte genannt) von fortlaufenden Nähten unterscheiden.

Jede dieser Formen hat Vor- und Nachteile.

Die Einzelknopfnaht ist die häufigste Form des chirur­

gischen Wundverschlusses. Beide Enden eines kurz laufenden Fadens werden bei dieser Technik miteinander ver­

knotet. Die Einzelknopfnaht ist in der Durchführung einfach

und ermöglicht eine genaue Adaptation der Wundränder

(. Abb. 4.19).

Bei einer Lockerung oder dem Verlust einer Nahtschlinge

öffnet sich nicht die gesamte Naht.

Auch ist die Durchblutung des Wundgebiets weniger gestört. Allerdings benötigt die Knopfnaht mehr Zeit als eine

fortlaufende Naht und der Nahtmaterialverbrauch ist deutlich höher.


Nadelsymbol,

Nadelabbildung in

Originalgröße


Haltbarkeitsdatum


Fadenstärke


Markenname

Materialsymbole

Bestellnummer


USP


4/0


SERAPID®


EP 1,5


PGA


HR-22

REF


3015322C


LOT XXXXX


XXXX-XX

XXXX


70 cm


SERAG


WIESSNER


24×


Anzahl Fadenlänge

Einzelpackungen

DataMatrix-Code

verschlüsselt

Firma, Best.-Nr.,

Chargennummer,

Haltbarkeitsdatum,

Menge


95119 Naila / Germany


Chargennummer


CE-Marke,

Benannte

Stelle


Sterilisationsmethode


Gebrauchsanweisung

beachten

unter

Homepage


SYMBOLE:

– Keine beschädigte Packung verwenden

– Nicht resterilisieren

– Nicht wiederverwenden

– Hinweis auf Gebrauchsinformationen

– Lagertemperatur


117

4.13 · Nahtmaterialkunde


..Abb. 4.19 Platzierung der Einzelknopfnaht. Ein- und Ausstich

­müssen jeweils dreidimensional korrespondierend platziert werden.

Aus: Petres J, Rompel R (2007) Operative Dermatologie. Springer,

Berlin Heidelberg New York


..Abb. 4.20 Fortlaufende transkutane Hautnaht und fortlaufende

­Intrakutannaht. Durchgehend intrakutane und korrespondierende Führung des Fadens. Aus: Petres J, Rompel R (2007) Operative Dermatologie. Springer, Berlin Heidelberg New York


..Abb. 4.21 Rückstichnaht nach Donati. Überbrückung starker Wundspannung und Feinadaptation einschließlich Niveauausgleich durch

transkutanen Rückstich. Aus: Petres J, Rompel R (2007) Operative Dermatologie. Springer, Berlin Heidelberg New York


..Abb. 4.22 Rückstichnaht nach Allgöwer. Aus: Petres J, Rompel R

(2007) Operative Dermatologie. Springer, Berlin Heidelberg New York


Die fortlaufende Naht führt eine Wunde gleichmäßiger

zusammen. Sie wird gewählt, wenn die Wunde flüssigkeitsdicht

sein muss. Der Faden drückt beide Wundränder in ganzer

Länge fest aufeinander und sorgt so für einen dichten Verschluss (. Abb. 4.20). Dies kann allerdings durch eine entstandene erhöhte Spannung die Durchblutung der Wundränder gefährden. Der Zeitaufwand zur Durchführung einer

fortlaufenden Naht ist geringer als bei der Einzelknopfnaht

und benötigt weniger Material.


Die Rückstichnaht nach Donati (und McMillen) ist eine

Modifikation der ursprünglichen Einzelknopfnaht. Sie besteht aus insgesamt vier Stichen (2 Einstiche und 2 Ausstiche),

die Kutis wird insgesamt viermal penetriert. Es handelt sich

hierbei um einen festen Wundverschluss (. Abb. 4.21).

Die Rückstichnaht nach Allgöwer besteht aus insgesamt

drei Stichen (1 Einstich, 1 Rundstich und 1 Ausstich; . Abb.

4.22), die Kutis wird insgesamt zweimal penetriert. Diese Naht

unterscheidet sich von der Rückstichnaht nach Donati da-


4


Kapitel 4 · Springertätigkeit


118


Magazin


Griffflächen


Führungszapfen


Verschlusshebel

Sicherungsschiene


Magazlnlager


Magazingriff


4


Regler zum Einstellen der Klammerhöhe


Bedienungsschieber


Gegenlager


Gegenlagergriff

..Abb. 4.23


Linearer Cutter. (Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Ethicon, Norderstedt)


durch, dass der Faden auf der gegenüberliegenden Seite nur

unter der Oberfläche durchgeführt und erst auf der Seite des

Einstichs wieder durch die Haut ausgestochen wird, womit

zwei weitere komplette Hautpenetrationen vermieden w

­ erden.

Die Intrakutannaht (von Chassaignac und Halsted zuerst

beschrieben) benötigt nur zwei Hautpenetrationen. Begonnen wird die fortlaufende intrakutane Hautnaht mit einem

Einstich von außen an einem Wundwinkel. Das Fadenende

wird mit einem Knoten, einer Schlinge oder einem Naht­

fixierknopf außen auf der Haut fixiert. Am Ende der Wunde

wird wieder ausgestochen und das zweite Fadenende in gleicher Weise und unter einer die Wundränder ausreichend

­adaptierenden Spannung fixiert.

4.13.6


Klammernahtinstrumente (Stapler)


Klammernahtinstrumente haben einen festen Platz in der

Chirurgie. Sie ermöglichen eine Anwendung in nahezu allen

Bereichen der Viszeralchirurgie sowie in der Thorax- und

Gefäßchirurgie. Ein breites Verfahrensspektrum und Operationsstrategien in der laparoskopischen Chirurgie sind erst

durch den Staplereinsatz möglich.

Stapler sind von verschiedenen Herstellern erhältlich. In

den nachladbaren Magazinen befinden sich U-förmige Klammern, die sich beim Auslösen auf der Gegendruckplatte in

eine B-Form verändern. Diese B-Form garantiert den Verschluss der großen Gefäße, während die Mikrozirkulation im

Gewebe intakt bleibt. Die Klammern bestehen aus Titan oder

sind resorbierbar.

>>Die korrekte Auswahl der farbkodierten Magazine, in


denen sich unterschiedlich hohe Klammern befinden, ist

eine Voraussetzung für die Qualität der Klammernaht:

55 Zu kleine Klammern reduzieren die Durchblutung.

55 Zu hohe Klammern verursachen evtl. Blutungen.


Folgende Klammernahtinstrumente stehen zur Verfügung:

44lineare Cutter,

44lineare Stapler,

44zirkuläre Stapler,

44Einzelklammergeräte (für Ligaturen oder zum Hautverschluss).

Die meisten Stapler gibt es auch als (teilweise abwinkelbare)

Ausführungen für die minimal-invasive Chirurgie.

Lineare Cutter sind gerade Klammernahtinstrumente, die

zwei- oder dreifache versetzte Klammernahtreihen setzen

(. Abb. 4.23). Zwischen den gesetzten Klammernahtreihen

durchtrennt ein Skalpell das Gewebe. Lineare Cutter dienen

der Durchtrennung von Darmschlingen unter deren gleichzeitigen beidseitigen Verschluss. Diese Stapler werden bei

­einigen Herstellern auch als GIA (Gastro Intestinale Anastomose) bezeichnet.

Lineare Stapler sind gerade Klammernahtinstrumente

(. Abb. 4.24). Sie setzen zweifache (oder dreifache) versetzte

Klammernahtreihen und lassen sich v. a. für den partiellen

oder totalen Verschluss von Hohlorganen verwenden. Klei­

nere Größen sind in fast allen Bereichen des Gastrointestinaltrakts einsetzbar, die größeren Geräte eignen sich besonders

zum Verschluss des Magenstumpfes oder für die Magenschlauchbildung.

Es gibt auch abwinkelbare Geräte mit einem biegsamen

Schaft (Roticulator, Proximate Access), die das Einführen

auch in enge Bereiche, etwa ins kleine Becken zum Verschluss

eines tiefen Rektumstumpfs erlauben.

Lineare Stapler werden bei einigen Herstellern auch als

TA-Instrumente (Thorako-Abdominal) bezeichnet.

Unter einem zirkulären Stapler verstehen wir zirkuläre

(intraluminale) Klammernahtinstrumente (. Abb. 4.25). Diese setzen ringförmige, doppelt versetzte Klammernahtreihen,

anschließend schneidet ein Skalpell in der Mitte der Klammernahtreihen das überschüssige Gewebe ab.


119

4.13 · Nahtmaterialkunde


Führungsstabarretierung


Freigabeknopf


Führungsstab

Magazinblock

Einspannlager

Gegenlager


Magazin mit Klammerschutz


Instrumentengriff

Verschlusshebel

Auslösehebel

..Abb. 4.24


Linearer Stapler. (Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Ethicon, Norderstedt)


Abnehmbarer Instrumentenkopf


Skalenfeld


Drehgriff


Klammermagazin


Sicherung

Auslösehebel

..Abb. 4.25


Zikulärer Stapler. (Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Ethicon, Norderstedt)


Zirkuläre Stapler werden auch als EEA (für Entero-Entero-


Anastomose) bezeichnet.


Zirkuläre Stapler ermöglichen die Herstellung von Anastomosen in schwer zugänglichen Abschnitten des Gastrointestinaltrakts, wie Ösophagus oder Rektum. Solche Anastomosen werden oft als End-zu-End-Anastomosen angelegt,

können aber auch als End-zu-Seit- oder sogar Seit-zu-SeitAnastomose gestaltet werden.


Bei dem Anlegen einer tiefen Rektumanastomose wird

das Gerät transanal in den Rektumstumpf eingeführt. Ein an

dem Zentralstab eingebrachter Dorn (je nach Hersteller abnehmbar oder nicht) perforiert den Darm. Der abnehmbare

Instrumentenkopf wird in das gegenüberliegende Darmende

eingebracht und mit einer Tabakbeutelnaht befestigt. Nun

werden Instrumentenkopf und Zentralstab nach dem FederNut-Prinzip verbunden (konnektiert) und unter Sicht zusam-


4


120


4


Kapitel 4 · Springertätigkeit


mengeführt. Danach wird die Klammernaht gesetzt. Anschließend wird das Gerät vorsichtig transanal entfernt.

Einzelklammergeräte sind Stapler, die jeweils einzelne

Klammern setzen. Dazu zählen Einzelclipstapler mit inte­

griertem Messer, die ligieren und schneiden können.

Das Hautklammergerät, auch Skin Stapler genannt, ist

ebenfalls ein Einzelklammergerät und eignet sich für den

Hautverschluss nach unterschiedlichen, operativen Eingriffen z. B. in der Allgemein-, Thorax- oder Herz- und Gefäßchirurgie. Die Wundränder werden mit zwei Pinzetten adaptierend gehalten, anschließend die einzelnen Klammern nacheinander gesetzt.

??Fragen zur Wiederholung zu 7 Abschn. 4.13


55 Welche Anforderungen stellen wir an chirurgisches

Nahtmaterial?

55 Was ist der Unterschied zwischen USP und metric?

55 Aus welchen grundlegenden Komponenten besteht

eine chirurgische Nadel?

55 Warum ist es wichtig zu wissen, welche Stärke, welche Nadel, welche Struktur das Nahtmaterial hat?

55 Beschreiben Sie die unterschiedlichen Klammernahtinstrumente und nennen Sie Anwendungsmöglichkeiten.


Literatur

Aschemann D (2009) OP-Lagerungen für Fachpersonal. Springer, Berlin

Heidelberg

B. Braun Melsungen AG (2013) Gut zu wissen ... Produktinformation

B. Braun Melsungen AG (2013) Konzepte und Lösungen für den Wundverschluss ... Produktionformation

Bruch H-P, Trentz O (2008) Berchtold Chirurgie. 6. Aufl. Elsevier, Urban &

Fischer, München

Ethicon GmbH (2002) Schon gewusst ... Produktinformation

Flury M (2002) Die Entwicklung chirurgischen Nahtmaterials als Voraussetzung und Folge operativer Tätigkeiten und wissenschaftlicher

Forschung, Dissertation, Universität Würzburg

Gasser T (2011) Basiswissen Urologie, 5. Aufl. Springer, Berlin Heidelberg

New York

Heberer G, Köle W, Tscherne H (1993) Chirurgie und angrenzende Ge­

biete. 6. Aufl. Springer, Berlin Heidelberg New York

Hirner A, Weise K (2008) Chirurgie. 2. Aufl. Thieme, Stuttgart New York

IGAP Institut für Innovationen im Gesundheitswesen und angewandte

Pflegeforschung e.V. www.igap.de

Krettek C, Aschemann D (2005) Lagerungstechniken im Operations­

bereich. Springer, Berlin Heidelberg New York

Kucharek M et al. (2008) Lehrbuch für Operationspflegekräfte. 3. Auflage,

Urban & Fischer, München

Kujath P, Michelsen A (2008) Wunden – von der Physiologie zum Verband. In: Dtsch Arztebl 105: 239–248

Liehn M, Steinmüller L, Döhler JR (2016) OP-Handbuch, 6. Aufl. Springer,

Berlin Heidelberg New York

Petres J, Romple R (2007) Operative Dermatologie. Lehrbuch und Atlas.

Springer, Berlin Heidelberg

Pschyrembel (2004) Klinisches Wörterbuch. 260. Aufl. de Gruyter, Berlin

RESORBA Wundversorgung GmbH & Co. KG (2011) Nahtmaterial-Info ...

Produktinformation

Schmidt K (2012) Lagerungsbeispiele für den OP. Tapmed

Schülke und Mayr GmbH (2003) Lagerungsstandards im OP. Broschüre


SERAG-WIESSNER GmbH & Co. KG (2010) Nahtmaterial-Fibel. 7. Aufl.

SERAG-WIESSNER KG

Siewert R (2007) Basiswissen Chirurgie. Springer, Berlin Heidelberg New

York

Siewert JR, Rothmund M, Schumpelick V (2011) Praxis der Viszeralchirurgie. Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin Heidelberg

New York

Thiede A, Hamelmann H (1982) Moderne Nahtmaterialien und Nahttechniken in der Chirurgie. Springer, Berlin Heidelberg New York


121


Maßnahmen in Krisenund Katastrophensituationen

Kurt Fellenz


5.1


Sofortmaßnahmen am Unfall-/Notfallort


5.1.1

5.1.2

5.1.3


Grundsätzliches Notfallmanagement

Rettungskette – 122

Rettungsdienst – 124


5.2


Reanimation beim Erwachsenen bzw. bei Kindern

ab 8 Jahren – 125


5.2.1

5.2.2

5.2.3

5.2.4

5.2.5


Unterschiedliches Vorgehen durch Laienhelfer und geübte Helfer

(medizinisches Fachpersonal) – 126

BLS (Basic Life Support) und ALS ­(Advanced Life Support) – 127

Reanimation mit automatisiertem ­externem Defibrillator (AED) – 127

Hypothermie unter Reanimation – 128

Beenden der Reanimation – 128


5.3


Lagerung und Transport


5.4


Katastrophenschutzmaßnahmen


5.4.1

5.4.2

5.4.3

5.4.4

5.4.5

5.4.6


Katastrophensituationen – 131

Koordinierungspläne und Koordinationsmaßnahmen – 132

Unfälle und Vergiftungen – 133

Nationale und internationale H

­ ilfsorganisationen – 133

Kriseninterventionspläne/Notfallpläne – 134

Notstandsgesetze – 134


Literatur


– 122


– 122


– 128

– 131


– 135


© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

M. Liehn et al. (Hrsg.), OTA-Lehrbuch

https://doi.org/10.1007/978-3-662-56183-6_5


5


122


Kapitel 5 · Maßnahmen in Krisen- und Katastrophensituationen


Lernziele


5


55 Die Auszubildenden können in akuten Notfallsituationen

lebenserhaltende Sofortmaßnahmen einleiten und dabei

bedarfsgerecht handeln.

55 Sie kennen die notwendigen Maßnahmen für die Versorgung der Bevölkerung in Katastrophenfällen.

55 Sie kennen Feuerschutz- und Evakuierungsmaßnahmen

sowie Alarmpläne im Brandfall und können diese an­

wenden.

55 Sie können das Spannungsfeld von Triage im Katastrophenfall und der Wiederherstellung bzw. Erhaltung der

Individualgesundheit erklären.


5.1


Sofortmaßnahmen

am Unfall-/Notfallort


5.1.1


Grundsätzliches Notfallmanagement


In Notfällen gilt, grundsätzlich Ruhe bewahren, die Situation

erfassen, danach zügig aber gut überlegt handeln.

44Zunächst erkennen um was für eine Notfallsituation es

sich handelt.

44Dann kurz überlegen, welche Gefahren drohen, und

welche Maßnahmen ergriffen werden müssen.

44Schließlich zügig handeln, die geeigneten Maßnahmen

durchführen. Dabei werden die wichtigsten Maßnahmen,

um eine akute Lebensgefahr abzuwenden, als erstes durch­

geführt, weitere Maßnahmen folgen entsprechend später.

5.1.2


schwächstes Glied! Das bedeutet, dass gerade auch die aller­


ersten Sofortmaßnahmen, die oftmals durch Laien durch­

geführt werden müssen, genauso entscheidend für das Über­

leben der betroffenen Person sind, wie die professionellen

Maßnahmen des Fachpersonals!


Sofortmaßnahmen

Erkennen, ob zusätzliche Gefahren vorhanden sind, und

­diese Gefahren entsprechend minimieren. Sehr wichtig hier­

bei sind

44die Eigensicherung des Ersthelfers,

44die sofortige Absicherung der Unfallstelle und

44die Rettung aus dem akuten Gefahrenbereich.

Die aufgefundene Person ansprechen, an der Schulter an­

fassen:

44Ist die Person ansprechbar, erfolgt die Hilfeleistung

nach der weiteren Notwendigkeit.

44Ist die Person nicht ansprechbar, erfolgt die Atem­

kontrolle.


Rettungskette


In der Rettungskette lässt sich die Abfolge der Erstversor­

gungsmaßnahmen darstellen. Dabei ist sehr wichtig: Die

­Rettungskette (. Abb. 5.1) ist immer nur so stark, wie ihr

..Abb. 5.1 Rettungskette. Modifiziert nach

Dirks B (2007) Die Notfallmedizin. Springer,

Berlin Heidelberg New York


Beispiele

55 Eigensicherung bei einem Unfall/Notfall im Bereich

einer Hochspannungsanlage: Hier darf der Bereich

der Hochspannungsanlage auf gar keinen Fall durch

einen Ersthelfer betreten werden. Auch den herbeigerufenen Einsatzkräften der Feuerwehr muss durch

den zuständigen Energieversorger oder die zuständige Bahn- bzw. Verkehrsgesellschaft vor Betreten der

Anlage das Abschalten, Erden und die Verhinderung

des Wiedereinschaltens der Hochspannungsanlage

garantiert werden.

55 Unfall auf dem Überholfahrstreifen einer Autobahn:

Hier muss als allererstes die Unfallstelle abgesichert


Notfallort


Klinik

Jeder Arzt


Jedermann


Rettungsdienst:


Laienhelfer


Fachärzte


Rettungssanitäter

Notarzt


Meldung


Lebensrettende

Sofortmaßnahmen


Erste Hilfe


Erste ärztliche Hilfe


Elementardiagnostik

u. -therapie


Erweiterte lebensrettende Maßnahmen


Klinische

Versorgung


Definitive

Maßnahmen


123

5.1 · Sofortmaßnahmen am Unfall-/Notfallort


werden, bevor Verletzten am Bereich des Unfallortes

geholfen werden kann!

55 Unfall an einer Baustelle: Heißer Teer aus einem verunfallten Teerkocher fließt langsam auf einen verunfallten Bauarbeiter zu, wobei dieser noch nicht von

dem flüssigen Teer erreicht wurde. Hier hat die sofortige Rettung aus dem akuten Gefahrenbereich oberste Priorität. Der Verunfallte muss hierbei schonend,

aber v. a. sehr zügig, aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich gerettet werden, noch bevor irgendwelche andere Maßnahmen durchgeführt werden können. Hierbei kann der Rettungsgriff angewendet

werden (7 Abschn. 5.3).


Möglichst zeitnah, nachdem die Notfallsituation erkannt

wurde, sollte ein Notruf abgegeben werden. Dies geschieht

idealer Weise parallel zu den praktischen Hilfsmaßnahmen

durch einen weiteren Helfer.


a


b

..Abb. 5.2a, b Karotispulskontrolle. Aus: Ziegenfuß (2011) Notfall­

medizin. 5. Aufl. Springer, Berlin Heidelberg New York


>>Der richtig abgegebene Notruf ist eine sehr wichtige


Maßnahme! Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienste

in Deutschland: 112. Die 112 ist gleichzeitig EU-Notruf.


Innerhalb des Krankenhausbetriebs sind in der Regel eigene

Notrufnummern vorhanden, die untereinander stark differie­

ren. Jedem Mitarbeiter sollte dieser krankenhausinterne Not­

ruf bekannt sein, bzw. jeder muss wissen, ob z. B. auf einem

Krankenhausparkplatz die öffentliche 112 oder der interne

Notruf gewählt werden soll. Im Zweifelsfall ist zu empfehlen,

im Außengelände die 112 zu wählen.

>>Der Notruf sollte, wenn nicht parallel möglich,


sofort nach den wichtigsten Sofortmaßnahmen

­getätigt werden.


Ist ein Helfer im Fall einer Reanimation allein, erfolgt der

Notruf vor Beginn der Wiederbelebungsmaßnahmen.

Notruf

Tel.-Nr. EU-Notruf: 112 (innerklinische Notrufe sind

sehr unterschiedlich und müssen erfragt werden).

Erste und wichtigste Information sind der genaue

­Unfallort sowie eine kurze Beschreibung dessen, was

passiert ist. In der Regel stellt der Disponent der

­Feuerwehr die entsprechenden Fragen von sich aus.

55 Wo ist der Notfallort? Möglichst genaue Beschreibung des Orts (Straße, Haus-Nr., Stockwerk, Besonderheiten beim Auffinden des Notfallorts). Wenn es

möglich ist, sollte frühzeitig ein Einweiser postiert

werden.

55 Was ist passiert? Das Notfallszenario kurz be­

schreiben.

55 Wie viele Verletzte/Erkrankte sind vorhanden?

55 Welche Art von Verletzung(en)/Erkrankung(en) ist zu

behandeln?


Dann folgt das Warten auf evtl. Rückfragen des Disponenten! Der Disponent, niemals der Anrufer, beendet das

Gespräch!


Außerdem gilt: Die Rettungsleitstellen geben bei Bedarf

­Reanimationshinweise am Telefon! Dazu bleibt der Anrufer

bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit der Leitstelle ver­

bunden. Ähnliches gilt, von Leitstellenbereich zu Leitstellen­

bereich unterschiedlich, auch für einsetzende Wehen bei

­einer Hausgeburt und andere schwere Notfälle.

Die folgenden Kontrollen sollten also unmittelbar vor

dem Notruf erfolgen, oder parallel dazu stattfinden:

Sofern keine zusätzlichen Gefahren mehr vorhanden sind,

erfolgt die sofortige Erstuntersuchung der Person durch Ansprechen/Anfassen. Antwortet die Person, erfolgen weitere

Hilfeleistungen entsprechend der Notwendigkeit.

Reagiert die Person nicht erfolgt eine Atemkontrolle

durch Überstrecken des Kopfes in den Nacken. Ist eine

­normale Atmung feststellbar, stabile Seitenlage durchfüh­

ren. Ist keine normale Atmung vorhanden → Reanimation

(7 Abschn. 5.2).

Durch geübtes medizinisches Fachpersonal ist zusätzlich

zur Atemkontrolle auch die Karotispulskontrolle, an beiden

Seiten der A. carotis, durchführen (. Abb. 5.2). Ansonsten

genügt, insbesondere für Laien, die Durchführung der Atem­

kontrolle.

Bei Personen, die auf Ansprache reagieren, sind ggf. fol­

gende Sofortmaßnahmen durchzuführen:

44Bei ansprechbaren Personen mit Atemproblemen und/

oder Schmerzen im Brustraum den Oberkörper erhöht,

also atemerleichternd, lagern.

44Bei ansprechbaren Personen mit Fremdkörpern in den

Atemwegen kräftige Schläge zwischen die Schulterblät­

ter, ggf. Heimlich-Handgriff (. Abb. 5.11) anwenden.


5


Kapitel 5 · Maßnahmen in Krisen- und 

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