9
55 In der Handchirurgie werden vielfach Operationen in
Lokalanästhesie resp. Regionalanästhesie durchgeführt. Was bedeutet das für die Betreuung der Patienten im OP?
55 Welche Symptome weisen auf ein Nervenkompressionssyndrom hin?
55 Welche anatomischen Strukturen verlaufen im Karpaltunnel und welche Ursachen für ein Karpaltunnelsyndrom (KTS) kennen Sie?
55 Wie werden Beugesehnen genäht, wie heißt die
Naht, welches Nahtmaterial wird verwendet?
55 Was ist bei Infekten an der Hand zu beachten?
55 Was versteht man unter einer Dupuytren-Kontraktur,
wie wird diese behandelt?
55 Welche Tumoren an der Hand kennen Sie?
Literatur
Arora R, Lutz M, Gabl M, Pechlaner S (2008) Primäre Behandlung von
offenen Strecksehnenverletzungen der Hand. Oper Orthop Traumatol 20: 13–24
Buck-Gramcko D , Hoffmann R, Neumann R (1983) Der handchirurgische
Notfall. Hippokrates
Liehn M et al. (2011) OP-Handbuch, 5. Aufl. Springer, Berlin Heidelberg
Siewert R, Brauer R (2010) Basiswissen Chirurgie, 2. Aufl. Springer, Berlin
Heidelberg New York
Towfigh H et al. (2011) Handchirurgie, Band 2. Springer, Heidelberg,
Berlin
Buck-Gramkow D, Hoffmann R, Neumann R (1992) Die handchirurgische
Sprechstunde, Hippokrates Verlag
271
Gefäß-, Thoraxund Kardiochirurgie
Sebastian Hambloch, Nina Weber, Waldemar Fechner, Margret Liehn,
Nora Krischke-Ramaswamy
10.1
Gefäßchirurgie
10.1.1
10.1.2
10.1.3
Venenerkrankungen – 273
Arterienerkrankungen – 274
Gefäßchirurgisches Basiswissen
10.2
Thoraxchirurgie
10.2.1
10.2.2
10.2.3
Thorakale Erkrankungen – 282
Mediastinum – 286
Thoraxdeformitäten (Trichterbrust)
10.3
Herzchirurgie
10.3.1
10.3.2
10.3.3
10.3.4
10.3.5
Kardiochirurgisches Basiswissen – 287
Koronare Herzkrankheit (KHK) – 291
Herzklappenersatz – 294
Fehlbildungen bei Erwachsenen – 300
Rhythmusstörungen – 300
Literatur
– 272
– 275
– 282
– 287
– 287
– 302
© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018
M. Liehn et al. (Hrsg.), OTA-Lehrbuch
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56183-6_10
10
Kapitel 10 · Gefäß-, Thorax- und Kardiochirurgie
272
10.1
Gefäßchirurgie
Sebastian Hambloch, Margret Liehn
Lernziele
10
55 Die Auszubildenden verstehen die Abläufe der typischen
operativen Diagnostik- und Behandlungsverfahren in der
Gefäßchirurgie und sind in der Lage, bei diesen Eingriffen vorausschauend und situationsgerecht zu instrumentieren.
55 Dazu verschaffen sie sich einen Überblick über die entsprechenden Krankheitsbilder, deren Ursachen, Klinik,
Diagnostik- und Behandlungsverfahren und deren typische Komplikationen.
55 Sie erarbeiten sich entsprechende Kenntnisse der ana
tomischen, physiologischen und pathophysiologischen
Gegebenheiten und der speziellen Mikrobiologie. Sie
kennen die Medikamente, die im Rahmen dieser Verfahren häufig eingesetzt werden.
55 Sie können die notwendigen speziellen operations-/
eingriffsspezifischen Patientenlagerungen allein oder
mit Hilfe von anderen (Operateur) herbeiführen bzw. die
Qualität der Patientenlagerung kontrollieren und ggf.
modifizieren.
55 Dazu können die Auszubildenden das Grundinstrumentarium und die speziellen Instrumente, Geräte und Ma
terialien, die bei Operationen in der Gefäßchirurgie zur
Anwendung kommen, auswählen, diese Instrumente
fach- und sachgerecht einsetzen und deren Funktion
erklären.
Bei einem praktischen Einsatz in der Gefäßchirurgie sind
viele Einzelheiten zu bedenken. Die Operationen an einem
gefäßkranken Patienten bedeuten in der Regel, dass eine Ge
fäßerkrankung zumeist den ganzen Körper betrifft, dement
sprechend sind diese Patienten zusätzlich gefährdet, einen
Lagerungsschaden davonzutragen. Dem ist bei der Platzie
rung der Lagerungshilfsmittel unbedingt Rechnung zu tra
gen. Darüber hinaus bringen diese Patienten weitere, nicht
selten schwerste Begleiterkrankungen mit, welche beachtet
werden müssen, um eine adäquate und professionelle Patien
tenversorgung sicherstellen zu können.
>>Häufig sind diese Eingriffe Notoperationen, wenn z. B.
ein Gefäß akut verschlossen, die Durchblutung nicht
mehr gewährleistet bzw. der Blutdurchfluss aufgrund
von Engstellen teilweise gestört ist oder ein Aneurysma
zu platzen droht bzw. geplatzt (rupturiert) ist.
Bei verschiedenen Eingriffen kommt eine Durchleuchtung
zum Einsatz, um den Blutfluss aktuell beurteilen und mögli
che Stenosen (Engstellen) diagnostizieren zu können. Die
Mitarbeiter müssen deshalb den Strahlenschutz für Patienten
und sich selbst korrekt anwenden können und mit den Rönt
gengeräten gemäß Röntgenverordnung und MPG umgehen
(7 Abschn. 2.9). Grundvoraussetzung hierfür ist die Fach
kunde für den Strahlenschutz, die jeder Mitarbeiter, der im
OP mit diesen Geräten arbeitet, erwerben muss.
Ohne anatomische Kenntnisse ist die Instrumentierung
nicht vorausschauend durchführbar und stellt in Notfall
situationen eine Gefährdung des Patienten dar. Deshalb ist
ein fundiertes anatomisches Wissen auch in dieser Fach
disziplin unabdingbar.
Im Gefäßsystem unterscheiden wir Venen und Arterien
sowie die lymphführenden Gefäße. Die Zirkulation des Bluts
durch das kardiovaskuläre System, zu dem das Gefäßsystem
und das Herz gehören, wird angetrieben durch die Kontrak
tion (Pumpen) des Herzens.
j
jVenen
Venen sind die Blutgefäße, die das O2-arme (desoxygenierte)
Blut zum rechten Vorhof des Herzens transportieren (Körper
kreislauf). Ausnahme sind die Lungenvenen, die O2-reiches
(oxygeniertes) Blut zum linken Vorhof des Herzens führen
(Lungenkreislauf). Da wir neben dem lateinischen Begriff
«Vena» auch den griechischen Begriff «phlebas» verwenden,
benennen wir einige Venenerkrankungen über die griechi
sche Bezeichnung (s. u.).
Venen gehören zum sog. Niederdrucksystem, das bis zu
85% des Bluts aufnehmen kann und in dem ein geringer
Druck von 0–15 mmHg herrscht. Dazu gehören auch das
Kapillarbett, das rechte Herz, die Gefäße des Lungenkreislaufs
und der linke Herzvorhof. Venen arbeiten gegen die Schwer
kraft, wenn z. B. das Blut aus den Beinen in das Herz geführt
wird.
Ihr Wandaufbau besteht aus drei Schichten:
44Intima (Innenschicht),
44Media (Mittelschicht mit Muskulatur) jedoch gering
ausgeprägt, da Niederdrucksystem,
44Adventitia (Außenschicht als Stütze aus Bindegewebe).
Venen besitzen im Gegensatz zu Arterien sog. Venenklappen,
die vermeiden, dass das Blut der Schwerkraft folgt, und die
helfen, die korrekte Strömungsrichtung des Bluts zu gewähr
leisten. Wie kleine Flügel drücken sie durch ihre Bewegungen
das sauerstoffarme Blut in die gewünschte Flussrichtung zu
rück in Richtung des Herzens. Gleichzeitig unterstützt die
Beinmuskulatur die Flussrichtung. Diese Klappen gibt es nur
in der Peripherie, die zentralen, herznahen Venen können
ihren Durchmesser nicht verändern.
In Armen und Beinen (Extremitäten) unterscheiden wir
die oberflächlichen (liegen oberhalb der Faszie, präfaszial)
und die tiefen Venen (z. B. V. femoralis, unterhalb der Faszie),
im Körper begleiten die Venen die Arterien und sind meistens
gleich benannt. Es gibt einige Ausnahmen wie z. B. die Hirn
venen und die Hauptvenen, also die obere und untere V. cava.
j
jArterien
Arterien sind alle Blutgefäße, die das Blut vom Herzen weg
führen. Die Arterien des Körperkreislaufs leiten das oxyge
nierte (sauerstoffangereicherte) Blut von der linken Herz
kammer zu den Organen des Körpers, wo dann der O2-Aus
tausch über Kapillaren (Größe: 7 Mikrometer [µm]) stattfin
det. Die Hauptschlagader ist die Aorta (deren Durchmesser
beträgt 3–3,5 cm), sie verästelt sich in ihrem Verlauf durch
273
10.1 · Gefäßchirurgie
..Tab. 10.1
Lokalisation zur Pulsmessung
Lokalisation
Arterie
Schläfe
A. temporalis (Schläfenpuls)
Hals
A. carotis (Carotispuls)
Hals
A. subclavia
Achselhöhle
A. axillaris
Ellenbogen
A. brachialis
Handgelenk
A. radialis (Radialispuls)
Leiste
A. femoralis (Femoralispuls)
Kniekehle
A. poplitea
Innenknöchel Fuß
A. tibialis posterior
Fußrücken
A. dorsalis pedis (Fußpuls)
den Körper, die Arterienäste werden im Lumen immer klei
ner bis zu den Arteriolen (Größe: 20 µm), die dann in Kapil
laren übergehen. Dort findet der Stoffwechsel statt.
Der Wandaufbau der Arterien entspricht denen der
Venen, jedoch ist die mittlere Schicht (Tunica media) viel
kräftiger, da die Arterien den Druck des Herzens weiterleiten,
um das Blut in alle Körperregionen zu bringen. Im fortge
schrittenen Lebensalter können die Arterien durch Fett- und
Cholesterinablagerungen Entzündungsreaktionen und Ver
dickungen der Gefäßwand hervorrufen. Später wird zuneh
mend Kalk eingelagert, der die Dehnbarkeit der Schlagader
herabsetzt. Dadurch steigt der Blutdruck, die Versorgung der
Körperregion des betroffenen Gefäßes ist nicht mehr aufrecht
zuerhalten. Diese Patienten haben eine Arteriosklerose. Ver
engungen (Stenosen) oder Verschlüsse (Okklusionen) der
Arterien haben Funktionseinschränkungen, Durchblutungs
störungen oder Infarkte zur Folge.
j
jUntersuchungsmethoden
Neben der körperlichen Untersuchung, Ertasten (Palpation)
der Pulse an den standardisierten Stellen (s. o.) und Erhebung
der Risikofaktoren sowie Familienanamnese liefert die Ultra
schalluntersuchung gute Ergebnisse. Stellen, an denen Pulse
gemessen werden, sind in . Tab. 10.1 dargestellt.
Röntgenologische Kontrastmitteldarstellungen der Ge
fäße und eine Kernspinuntersuchung (MRT – Magnetreso
nanztomographie) sind zur Diagnosestellung häufig nicht
mehr nötig, dienen allerdings oft der präoperativen Vorberei
tung des Patienten. Die Angiographie wird jedoch eingesetzt,
wenn unter Röntgenkontrolle ein Gefäß mit einem speziellen
Katheter erweitert werden soll (Dilatation) oder eine Gefäß
stütze (Stent) eingesetzt werden soll: ein sog. interventioneller
Eingriff, da diagnostisch und therapeutisch gleichzeitig gear
beitet wird. Aufgrund der räumlichen Darstellungen sind
Angio-CTs für die Planung von Operationen nicht mehr weg
zudenken.
10.1.1
Venenerkrankungen
Thrombophlebitis
Eine Venenentzündung zeigt sich durch eine unnatürliche
Erwärmung des Körperteils sowie einer Rötung und Schmer
zen, manchmal ist von außen eine Härte der Vene zu spüren.
In der Regel hält so eine Entzündung nicht allzu lange an und
ist konservativ mit Salben und bei Bedarf mit blutverdünnen
den Medikamenten (Heparin; 7 Abschn. 10.1.3) zu therapie
ren. Ursachen können ein Krampfaderleiden (Varikosis) oder
Venenverweilkanülen sein. Entsteht eine Venenentzündung
in vorhandenen Krampfadern können sich kleine Blutgerinn
sel (Thromben) bilden, die an der Innenwand der Vene haften
bleiben. Durch den ständigen Blutfluss setzen sich Blutbe
standteile an diesem Thrombus fest und das Gerinnsel wächst,
bis es eine Vene teilweise oder ganz verschließt. Wir sprechen
dann von einer Thrombose.
Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass das kleine
Gerinnsel von der Intima weggespült wird und in den Körperoder den Lungenkreislauf gelangt. Wenn ein Thrombus durch
das Gefäßsystem schwimmt, löst es eine Embolie aus, so kann
es zu einer Lungenembolie kommen.
Thrombose
Eine Thrombose bezeichnet eine Blutgerinnung in einer Vene
mit Ausbildung eines Thrombus (Blutgerinnsel). Diese Er
krankung ist schmerzhaft und führt zu Schwellungen und
Ödemen der betroffenen Extremität, bis hin zum vollständi
gen Verschluss des Gefäßes.
Die Patienten, die mit einer Thrombose zum Arzt kom
men, leiden häufig an Gerinnungsstörungen, Krampfadern
(Varizen = erweiterte Venen) und/oder haben Schäden an der
Gefäßinnenwand, die z. B. durch Venenkatheter oder Unfälle
entstehen können.
Wir unterscheiden die oberflächliche Venenthrombose
(OVT) oder auch Thrombophlebitis von der tiefen Venen
thrombose (TVT) oder auch Phlebothrombose.
Zur Diagnosestellung wird neben der klinischen Anam
nese eine röntgenologische Darstellung des Venensystems
mit Kontrastmittel (Phlebographie) durchgeführt, auch eine
Untersuchung mit einem Ultraschallgerät (Dopplersono
graphie) kann Aufschluss über den Zustand der Vene geben.
j
jAkute tiefe Venenthrombose
Bei einer akuten TVT ist die tiefe Vene des Muskels teilweise
oder ganz verschlossen, die Gefahr besteht zudem darin, dass
das Gerinnsel sich löst und eine Lungenembolie auslöst. Hier
kann versucht werden, den Thrombus aufzulösen (Thrombo
lyse) oder den Thrombus operativ zu entfernen (Thrombek
tomie).
Bei der Thrombolyse werden Fibrinolytika verabreicht
(wie z. B. Actilyse), die eine Auflösung des Fibrins (Fibrino
lyse) bewirken. Bei der Blutverdünnungstherapie besteht im
mer die Gefahr, dass Blutungen ausgelöst werden.
Häufig müssen Patienten, die als thrombosegefährdet
gelten (Adipositas, Antikontrazeptiva, Raucher, wenig Bewe
gung etc.) über einen längeren Zeitraum Antikoagulanzien
10
274
Kapitel 10 · Gefäß-, Thorax- und Kardiochirurgie
(Blutverdünnungsmedikamente wie Heparin oder ASS) zur
Thromboseprophylaxe einnehmen.
Im Leisten- und Beckenbereich sowie im Bereich der
oberen Extremitäten (Arme) kann eine Thrombektomie in
Erwägung gezogen werden. Dabei wird über einen Ballon
katheter (Fogarty-Katheter) versucht, den Thrombus aus dem
Gefäß zu entfernen (7 Abschn. 10.1.3).
Beckenvenensporn
Da die rechte Beckenarterie die linke Beckenvene überkreuzt,
kann die linke Beckenvene durch die Pulsation zwischen der
Arterie und der Wirbelsäule eingeengt werden. Ist das über
einen längeren Zeitraum der Fall, bilden sich bindegewebige
Stränge an der Kompressionsstelle, die als Beckenvenensporn
bezeichnet werden.
j
jChronische tiefe Venenthrombose
Eine chronische TVT entsteht durch unbehandelten, lange
andauernden Bluthochdruck, der dazu führt, dass die Venen
klappen zerstört werden. Auch hier kann eine Kompres
sionstherapie zu Beginn der Erkrankung helfen, später kann
eine operative Entfernung der betroffenen Venen hilfreich
sein.
Varikosis
10
Krampfadern (Varizen) entstehen durch eine Venenwand
schwäche, die angeboren sein kann und durch zu langes Sit
zen oder Stehen gefördert wird. Varizen sind krankhaft ver
änderte, erweiterte und unter der Haut sichtbare Venen. Die
Venenklappen können ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen und
das Blut staut sich zurück. Dadurch wird auch die nächstfol
gende Klappe überfordert und versagt. Der Prozess ist fort
schreitend und zerstört zunehmend auch das tiefere Venen
system. Die betroffene Extremität schmerzt und schwillt an
(es entstehen Ödeme), im späteren Verlauf kann es zu einer
Unterversorgung des Gewebes kommen, dadurch entwickeln
sich Geschwüre (Ulcus cruris).
Am häufigsten kommen Varizen an den Beinen vor, es
beginnt mit knotigen Bereichen der oberflächlichen Venen
(zumeist betroffen sind die V. saphena magna, die V. saphena
parva und ihre abgehenden Seitenäste).
Patienten, die dazu neigen, sollten Kompressionsstrümpfe
tragen, um den Muskelbereich zu komprimieren und da
durch den Blutrückfluss zu unterstützen. Varizen können
auch an Organen auftreten, z. B. Ösophagusvarizen bei Pfort
aderhochdruck (Hochdruck in der V. portae) (7 Kap. 7).
Ist die konservative Therapie nicht ausreichend, können
die Seitenäste der betroffenen Venen mit einem sklerosieren
den Medikament verödet oder operativ entfernt werden
(7 Abschn. 10.1.3).
Chronisch venöse Insuffizienz (CVI)
Durch erhöhten Druck in den Venen des Beins nach Throm
bosen, durch Venenklappenfunktionsstörungen oder gerin
gen Muskeltonus können die Venen das Blut nicht mehr zum
Herzen zurück leiten. Durch diese Abflussbehinderung
kommt es zu Ödemen (erhöhte Permeabilität der Gefäßwän
de). Am Knöchel sind dunkelblaue Hautverfärbungen zu se
hen, weil der gesamte Stoffwechsel gestört ist. Bei fortschrei
tender Erkrankung kommt es zu Stauungsekzemen, die Haut
am Unterschenkel wirkt bläulich bis lila, es kann zu Unter
schenkelgeschwüren kommen.
Die endgültige Diagnose kann über eine Ultraschallunter
suchung sichergestellt werden. Hilfe für die Patienten ist
meistens durch eine Kompressionstherapie zu erreichen.
10.1.2
Arterienerkrankungen
Periphere arterielle Verschlusskrankheit
(PAVK)
Die PAVK ist eine durch verschiedene Risikofaktoren
begünstigte Erkrankung der peripheren Arterien. Sie wird
in vier Stadien unterteilt, die die Schweregrade beschrei
ben (. Tab. 10.2). Bis Stadium II kann eine medikamentöse
Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten Erfolge
bringen.
Sog. interventionelle Maßnahmen sind die Therapie
der Wahl, da sie für den Patienten nicht sehr belastend
sind und schnell helfen. In einem dafür ausgestatteten
OP-Saal, z. B. einem Hybridsaal (7 Abschn. 10.3) wird unter
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