Mehrbelastung der rechten
Kammer mit Rechtsherzhypertrophie (pathologische Vergrö
ßerung der rechten Kammer mit Verstärkung des Herzmus
kels) und ein Lungenödem entstehen. Im Laufe der Zeit kann
es zu einer Shuntumkehr kommen und das sauerstoffarme
Blut wird in die linke Kammer gepumpt. Somit wird der Kör
per mit zu wenig Sauerstoff versorgt, die Haut verfärbt sich
bläulich (Zyanose), die körperliche Belasbarkeit nimmt ab.
Bei Kindern zeigen sich Leistungsschwäche und Gedeihstö
rungen. Die Behandlung von VSD erfolgt im Kindesalter.
Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel aller Erwachsenen
mit einem Atriumseptumdefekt lebt, wobei die meisten De
fekte gar keine Beschwerden verursachen und auch keiner
Behandlung bedürfen. Meistens handelt es sich hier um das
persistierende Foramen ovale (PFO). Dieser für einen Emb
ryo lebenswichtige natürliche Shunt schließt sich normaler
weise nach der Geburt. Kleine Defekte können sich im Kin
desalter spontan verschließen oder zeigen erst im Erwachse
nenalter, etwa nach dem 40. Lebensjahr ähnliche Symptome
wie bei VSD.
Meistens handelt es sich beim ASD um Zufallsbefunde.
Bei einem Schlaganfall wird immer nach einem ASD als einer
der möglichen Ursachen gesucht. Durch Turbulenzen, die
durch so einen Shunt entstehen, können sich Thromben bil
den, die zu einem Hirninfarkt (Schlaganfall) führen können.
Auch die Entstehung einer Endokarditis kann begünstigt wer
den. Ein ASD ist im Ultraschall sichtbar.
Kleine und günstig gelegene Defekte werden interventio
nell in einem Herzkatheterlabor mit einem «Doppelschirm
chen» aus Nitinol verschlossen. Dieser Eingriff ist auch bei
Neugeborenen möglich und ist heute Mittel der Wahl.
Ist eine Intervention nicht möglich, z. B. wenn mehrere, zu
große oder zu nah an den Herzklappen gelegene Defekte vor
liegen, werden diese operativ verschlossen.
Die OP-Vorbereitung und der Ablauf ähneln der für eine
Mitralklappenoperation (s. o.). Der Zugang erfolgt über eine
mediane Sternotomie oder minimal-invasiv (anterolateral
rechts). Es werden zwei Einstufenkanülen sowie zwei Polyes
terbänder mit Snear für die venöse Drainage aus den Hohlve
nen benötigt. Der Defekt in der Scheidewand wird über den
rechten Vorhof erreicht und verschlossen. Dies erfolgt entwe
der als Direktverschluss mit einer nicht resorbierbaren Poly
propylennaht oder mit einem Patch (Flicken) aus Perikard
(Herzbeutel) bzw. einem Kunststoffpatch aus Goretex.
10.3.5
Rhythmusstörungen
Das menschliche Herz hat einen normalen Schlagrhythmus
von 60- bis 100-mal pro Minute. Der Antrieb für diesen
Rhythmus ist der Sinusknoten (ein natürlicher, primärer
Taktgeber), der bewirkt, dass sich der Herzmuskel zusam
menzieht. Die elektrischen Impulse gehen vom Sinusknoten
im rechten Vorhof über die Herzwand in den Vorhofkammer
knoten (Atrioventrikularknoten, AV-Knoten) zwischen dem
rechten und linken Vorhof an der Grenze zu den Kammern
und danach über weitere Leitungsbahnen in den Herzmuskel.
Der AV-Knoten ist der sekundäre körpereigene Schritt
macher.
Der Herzrhythmus ist über den Pulsschlag messbar. Die
ser erhöht sich bei Anstrengungen und verlangsamt sich in
Ruhe oder im Schlaf. Erhöhte Herzfrequenz, nennt man Ta
chykardie, verlangsamte hingegen Bradykardie. Kommt es
zu Extraschlägen, sprechen wir von Extrasystolen, bei unre
gelmäßigen Herzschlag von Arrhythmien.
Es gibt sehr viele Ursachen für Herzrhythmusstörungen:
Erkrankungen der Mitralklappe mit Überdehnung des Vor
hofes, koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt, Stoff
wechselerkrankungen, Intoxikation, arterielle Hypertonie.
301
10.3 · Herzchirurgie
..Tab. 10.4
Buchstabencode der Schrittmacher
1 Stimulationsort
2 Registrierungsort
3 Betriebsart
4 Frequenzanpassung
0 = keiner
0 = keiner
0 = keine
0 = keine
R = adaptiv
A = Atrium
A = Atrium
T = getriggert (auslösen)
V = Ventrikel
V = Ventrikel
I = inhibiert (hemmen)
D = Dual (A+V)
D = Dual (A+V)
D = Dual (T+I)
S = Single (A oder V)
S = Single (A oder V)
Die Patienten berichten über Herzstolpern, Herzrasen,
Ohnmacht, Leistungsschwäche, Angina pectoris.
Die Diagnose von Herzrhythmusstörungen erfolgt durch
EKG. Hier sind die meisten Rhythmusstörungen sichtbar. Bei
Bedarf können ein Belastungs-EKG, ein Langzeit-EKG oder
eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden.
Nicht alle Herzrhythmusstörungen müssen behandelt
werden. Extrasystolen, die als Herzstolpern wahrgenommen
werden können, sollen zwar unbedingt untersucht werden,
bedürfen jedoch oft keiner weiteren Behandlung. Kammer
flimmern kann hingegen lebensbedrohlich werden. Als Folge
von Vorhofflimmern können Schlaganfälle entstehen.
>>Kammerflimmern oder Kammerflattern sind lebensbe
drohlich.
Die Behandlung kann medikamentös, interventionell (Kathe
terablation), durch Behebung der Ursache (z. B. Schild
drüsenfehlfunktion), bei Bradykardie mit einem Herzschritt
macher und bei Kammerflimmern mit einem Defibrillator
erfolgen.
Herzschrittmacher
Je nach Wirkungsort unterscheiden wir Ein-, Zwei- und Drei
kammerschrittmacher. Die genaue Bezeichnung besteht aus
einem Buchstabencode (. Tab. 10.4).
Ein Schrittmacher besteht aus zwei Teilen: den Sonden
und einem Aggregat, das eine Batterie sowie die gesamte be
nötigte Elektronik enthält. Das Aggregat ist etwa streichholz
schachtelgroß und wird unterhalb der Klavikula entweder
subkutan oder submuskulär unter dem M. pectoralis (Brust
muskel) in eine sog. Schrittmachertasche eingesetzt.
Der DDD- (Zwei-Kammer-) und der VVI-Schrittmacher
(Einkammerschrittmacher) sind die am häufigsten eingesetz
ten Schrittmacher. Moderne Schrittmacher arbeiten über
Sensoren und passen die Herzfrequenz an den Zustand des
Patienten an (R = adaptiv).
Der CRT-Schrittmacher (kardiale Resynchronisationsthe
rapie) ist ein Dreikammerschrittmacher. Die dritte Sonde
wird durch die Koronarvenen in der linken Kammer platziert.
Diese Art ist bei asynchronen Kontraktionen der Kammer
indiziert.
j
jSchrittmacherimplantation
Für die Schrittmacherimplantation wird der Patient in
Rückenlage auf einem röntgendurchlässigen Tisch gelagert.
Beide Arme sind angelagert, der Patient bekommt einen
Röntgenschutz.
Eine Schrittmacherimplantation wird oft in Lokalanäs
thesie durchgeführt. Der Zugang erfolgt meistens durch die
linke Mohrenheim-Grube unterhalb des Schlüsselbeins. Die
V. subclavia wird punktiert und mittels Seldinger-Technik
wird unter Röntgenkontrolle die Sonde eingeführt. Diese ver
hakt sich im Herzmuskel oder sie wird durch eine kleine
Schraube fixiert. Je nach Indikation wird noch eine weitere
Sonde eingeführt.
Die Lage der Sonden wird von einem Techniker gemessen
und kontrolliert. Liegen die Sonden gut, kann die Schrittma
chertasche präpariert werden. Das Aggregat wird program
miert, steril angegeben und an die Sonden angeschlossen. Die
Sonden und das Aggregat werden mit nicht resorbierbaren
Durchstichligaturen sicher fixiert.
Zählkontrolle und Wundverschluss beenden den Eingriff.
Defibrillator
Ein ICD (implantierbarer Kardioverter-Defibrillator, Defi) ist
ein Elektroschockgerät und ein Schrittmacher in einem und
besteht, je nach Indikation, aus einer oder zwei Elektroden
und einem Aggregat. Die Herzkammerelektrode überwacht
die Herztätigkeit. Kommt es zu lebensbedrohlichem Kam
merflimmern, gibt der Defibrillator einen elektrischen Strom
stoß ab und normalisiert die Herzfrequenz. Bei Rhythmusstö
rungen kann das Gerät automatisch reagieren und kann diese
wie ein normaler Schrittmacher beheben.
ICDs werden in Kurznarkose implantiert, da vor Beendi
gung des Eingriffs ein Kammerflimmern provoziert wird, um
die Wirksamkeit des Defibrillators zu testen. Der Operations
ablauf gleicht der Implantation eines Schrittmachers (s. o.).
??Fragen zur Wiederholung zu 7 Abschn. 10.3
55 Welche 3 Gefäße eignen sich als Bypassmaterial für
eine ACVB?
55 Kreuzen Sie an, welche Definition auf einen DDDSchrittmacher zutrifft:
–– O Ein DDD-Schrittmacher ist ein Einkammerschrittmacher.
–– O Ein DDD-Schrittmacher ist ein Dreikammerschrittmacher.
–– O Ein DDD-Schrittmacher ist kann defibrillieren.
–– O Ein DDD-Schrittmacher besteht aus zwei Sonden und einem Aggregat.
10
302
Kapitel 10 · Gefäß-, Thorax- und Kardiochirurgie
55 Welche Aortenklappenprothese bekommen folgende
Patienten?
–– eine 28-jährige Frau mit Kinderwunsch
–– ein 50-jähriger Mann
–– eine 89-jährige Patientin mit A
ortenklappenstenose
–– ein 70-jähriger Patient
55 Was bedeuten folgende Abkürzungen:
–– HLM
–– ACVB
–– LAD
–– IMA
–– TAVI
–– ICD
Literatur
10
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie – DGTHG
(2016) Gesamtzahl der herzchirurgischen Eingriffe aufstabilem
Niveau [http://www.dgthg.de/de/pm_LstStat]
Hachenberg T et al. (2010) Anästhesie und Intensivtherapie in der
Thoraxchirurgie. Thieme, Stuttgart
Kopp R, Weidenhagen R, Hornung H, Jauch KW, Lauterjung L (2003)
Akute Extremitätenischämie aus allgemeinchirurgischer Sicht.
Chirurg 74: 1090–1102
Liehn M, Lengersdorf B, Steinmüller L, Döhler R (Hrsg) (2016) OP-Handbuch. Grundlagen, Instrumentarium, OP-Ablauf, 6. Aufl. Springer,
Berlin Heidelberg New York
Liehn M, Steinmüller L, Döhler JR (2011) OP-Handbuch, 5. Aufl. Springer,
Berlin Heidelberg New York
Luther B (2007) Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin Heidelberg New York
Radelaff B,(2013) Angiofibel. Springer, Berlin Heidelberg New York
Siewert JR, Stein HJ (2012) Chirurgie, mit integriertem Fallquiz, 9. Aufl.
Springer, Berlin Heidelberg New York
Spornitz (2007) Anatomie und Physiologie. Lehrbuch und Atlas für
Pflege- und Gesundheitsfachberufe. Springer, Berlin Heidelberg
New York
Spornitz U (2002) Anatomie und Physiologie. Lehrbuch und Atlas für
Pflege- und Gesundheitsfachberufe. Springer, Berlin Heidelberg
New York
303
Gynäkologie, geburtshilfliche
Operationen und
Mammachirurgie
Ulrike Havemann
11.1
Gynäkologie und B
eckenbodenchirurgie
11.1.1
11.1.2
Gynäkologisches Basiswissen – 304
Krankheitsbilder und ihre Therapie – 307
11.2
Geburtshilfe
11.2.1
Geburtshilfliche Eingriffe
11.3
Mammachirurgie
11.3.1
11.3.2
11.3.3
11.3.4
Basiswissen Mammachirurgie
Gutartige Tumoren – 318
Bösartige Tumoren – 319
Operatives Vorgehen – 320
Literatur
– 315
– 315
– 317
– 317
– 321
© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018
M. Liehn et al. (Hrsg.), OTA-Lehrbuch
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56183-6_11
– 304
11
304
Kapitel 11 · Gynäkologie, geburtshilfliche Operationen und M
ammachirurgie
Lernziele
11
55 Die Auszubildenden verstehen die Abläufe der typischen
operativen Diagnostik- und Behandlungsverfahren in der
gynäkologischen und Mammachirurgie und sind in der
Lage, bei diesen Eingriffen vorausschauend und situationsgerecht zu instrumentieren.
55 Dazu verschaffen sie sich einen Überblick über die entsprechenden gynäkologischen Krankheitsbilder, deren
Ursachen, Klinik, Diagnostik- und Behandlungsverfahren
und deren typische Komplikationen.
55 Sie erarbeiten sich entsprechende Kenntnisse der anatomischen, physiologischen und pathophysiologischen
Gegebenheiten und der speziellen Mikrobiologie und
kennen die Medikamente, die im Rahmen dieser Verfahren häufig eingesetzt werden.
55 Die Auszubildenden können die notwendigen speziellen
operations- und eingriffsspezifischen Patientenlagerungen allein oder mit Hilfe von anderen (Operateur) herbeiführen bzw. die Qualität der Patientenlagerung kontrollieren und ggf. modifizieren.
55 Sie können das Grundinstrumentarium und die speziellen Instrumente, Geräte und Materialien, die bei Opera
tionen in der gynäkologischen und Mammachirurgie zur
Anwendung kommen, auswählen, diese Instrumente
fach- und sachgerecht einsetzen und deren Wirkung
erklären.
11.1
Gynäkologie und
Beckenbodenchirurgie
Die Gynäkologie beschäftigt sich mit den Erkrankungen des
inneren und äußeren Genitale sowie den Erkrankungen der
Brustdrüse der Frau.
Die weiblichen Geschlechtsorgane sind unterteilt in inneres und äußeres Genitale. Zu den inneren Organen zählen die
Eierstöcke (Ovarien), die Eileiter (Tuben), die Gebärmutter
(Uterus) und die Scheide (Vagina).
Das äußere Genitale der Frau besteht aus kleinen Schamlippen (Labia minora pudendi), großen Schamlippen (Labia
majora pudendi), dem Kitzler (Klitoris) und dem Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae). Das äußere Genitale wird auch
als Vulva bezeichnet.
11.1.1
Gynäkologisches Basiswissen
j
jLagerung
Operationen der Gynäkologie werden in der Regel in Steinschnittlage der Patientinnen vorgenommen. Entweder wird
ein Zugang über den Bauchraum (abdominal) mit einem
Schnitt oberhalb der Schamhaargrenze (Pfannenstiel-Schnitt)
oder ein Zugang über die Vagina (vaginal) gewählt. Ein häufiger Zugang ist der laparoskopische Weg.
Die Steinschnittlagerung mit abgesenkten Beinen wird
bei allen gynäkologischen Laparotomien und Laparoskopien
durchgeführt. Dazu liegt die Patientin in Rückenlage auf
einem Steinschnitttisch mit einer Gelmatte, Vakuummatte
oder anderen polsternden Materialien, denn das Gesäß der
Patientin schließt mit der Tischkante ab. Die Unterschenkel
liegen gepolstert in den Halbschalen der Goepel-Stützen in
160°-Kniebeugung.
Bei Laparotomien werden die Oberschenkel in Verlängerung des Körpers gelagert, dadurch nähert sich das innere
Genitale mehr der OP-Wunde.
Bei Laparoskopien sollte der Winkel der Oberschenkel
zum Körper ca. 15–20° betragen, dadurch wird die Verletzungsgefahr der großen Gefäße beim Einstich gemindert.
Die Beine der Patientin sind 40–45° gespreizt, die Arme
ausgelagert.
Die Steinschnittlagerung mit hochgestellten Beinen
wird bei allen vaginalen Eingriffen durchgeführt. Die Patientin liegt in Rückenlage auf einem Steinschnitttisch, der
Rücken liegt flach auf. Das Gesäß ragt etwas über das Tischende, dabei ist auf die Polsterung des Steißbeins zu achten.
Die Hüftbeugung liegt knapp über 90° durch hochgestellte
Halbschalen, die Unterschenkel liegen in 100° Kniebeugung.
Die Unterschenkel werden gepolstert, um Druckschäden des
N. peronaeus zu vermeiden. Ein weiteres Spreizen der Beine
darf nur unter Beachtung der anatomisch-physiologischen
Möglichkeiten der Patientin durchgeführt werden. Die Arme
werden ausgelagert.
j
jInstrumente
Für abdominale Eingriffe werden neben den Grundinstrumenten wie Schere, Pinzetten, Overholt-Klemmen und Langenbeck- sowie Roux-Haken häufig Rahmen und Rückhalteinstrumente benötigt, um die Übersicht zu erhöhen.
Organfasszangen wie die Duval-Klemme, Ovarien
fasszangen und Allis-Klemme (7 Abb. 7.3) dienen dem
Anklemmen der Eierstöcke und Eileiter. Ein Museux greift
mit seinen spitzen Zacken das derbe Gebärmuttergewebe
(. Abb. 11.1).
Um den Uterus aus seinem Stützgewebe zu entfernen, bedarf es Uterusscheren mit unterschiedlicher Krümmung. Mit
der Wertheim-Parametriumklemme und der Wertheim-Hysterektomieklemme (. Abb. 11.2) wird das Gewebe, das die
Gebärmutter in ihrer Umgebung hält, abgeklemmt, um dann
durchtrennt zu werden.
Mit dem Myomheber nach Doyen (. Abb. 11.3) kann der
Uterus für die Präparation fixiert werden.
Wird der Eingriff vaginal durchgeführt, benötigen wir
andere Instrumente.
Das Scheidenspekulum nach Breisky, das die Einstellung
des Situs vaginal in alle Richtungen erlaubt, wie auch das
Scheidenspekulum nach Kristeller, das vordere Blatt hält die
Vaginalwand nach oben, das hintere stellt das Scheiden
gewölbe dar. Flüssigkeiten können über die Rinnenform ablaufen.
Ein selbsthaltendes Scheidenspekulum ist das nach Scherback (. Abb. 11.5).
Mit der Kürette nach Bumm wird die Uterusschleimhaut
ausgekratzt, die Portio-/Hakenzangen greifen den Gebärmuttermund (. Abb. 11.4). Mit den Hegarstiften in aufsteigender
305
11.1 · Gynäkologie und Beckenbodenchirurgie
..Abb. 11.1 Organfasszange nach Museux. (Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Aesculap AG)
..Abb. 11.2 Hysterektomieklemme. (Mit freundlicher Genehmigung
der Fa. Aesculap AG)
..Abb. 11.3 Myomheber nach Doyen. (Mit freundlicher Genehmigung
der Fa. Aesculap AG)
..Abb. 11.4 Portio-/Hakenzange nach Schröder. (Mit freundlicher
Genehmigung der Fa. Aesculap AG)
Dicke wird der Gebärmuttermund gedehnt, die Uterussonde
misst die Länge des Uteruskörpers (. Abb. 11.6).
Instrumente für die Laparoskopie bestehen aus dem
Grundinstrumentarium für die Eröffnung und den Verschluss der Inzisionen, der Veress-Nadel zum Anlegen eines
Pneumoperitoneums sowie Trokaren in verschiedenen Längen und Durchmessern, über die die laparoskopischen Instrumente in das Abdomen eingebracht werden.
Die Scheren werden zum Präparieren von Gewebestrukturen benötigt, die Hakenschere zum Durchtrennen von stärkeren Strukturen. Mit atraumatischen gefensterten Gewebezangen können die Ovarien schonend gehalten werden. Traumatische Fasszangen werden zum Bergen von Resektaten
eingesetzt. Auch für den laparoskopischen Einsatz steht ein
Myombohrer zur Verfügung. Taststäbe dienen dem Sondieren, Austasten und Weghalten von Organen, Overholt-Klem-
11
306
Kapitel 11 · Gynäkologie, geburtshilfliche Operationen und M
ammachirurgie
..Abb. 11.5
11
Scheidenspekula
men und Nadelhalter mit unterschiedlicher Krümmung
ähneln denen aus der offenen Chirurgie bekannten.
Mit dem Morcellationsmesser (s. u.) wird eine Gebärmutter im Bauchraum zerkleinert, damit sie problemlos geborgen
werden kann.
Verschiedene Geräte kommen auch in der in der Gynäkologie zum Einsatz, es ist zu bedenken, dass sie dem MPG
unterliegen (7 Abschn. 2.1).
Das Hochfrequenz-Diathermiegerät wird bei allen Operationen für die Anwendung monopolaren und bipolaren
Stroms benötigt (7 Abschn. 2.8).
Der LSK- (Laparoskopie-)Turm ist ein Endoskopieturm,
der mit dem gesamten Equipment ausgerüstet ist, das für
einen
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